Gemeindeorte
Zur Gemeinde Unterbarmen Süd gehören die beiden Gemeindeorte Lichtenplatzer Kapelle und Gemeindezentrum Petruskirche. Das Gebiet unserer Gemeinde grenzt an die Siegesstraße - das Fischertal - den Toelleturm - die Adolf-Vorwerk-Straße - die Marpe - die Parkstraße - Kapellen - die Bushaltestelle Am Walde - die Querung Böhler Weg - die Querung Oberbergische Straße oberhalb der Bezirkssportanlage - den Kothener Wald - Bireneichen - die Fuchsstraße - die Siegesstraße. Unser Gemeindegebiet wird sowohl durch den unbebauten Kothener Busch mit einer Ausdehnung von 1-3 km als auch durch einen Höhenunterschied von bis zu 180 m in zwei Bezirke unterteilt. Dort gibt es jeweils ein Gottesdienst- und Versammlungsgebäude, das Gemeindezentrum Petruskirche für den Talbezirk und die Lichtenplatzer Kapelle für den Bezirk Lichtenplatz.
Lichtenplatzer Kapelle
Obere Lichtenplatzer Str. 303, 42287 Wuppertal
Geschichte
Mit der Gemeindemitgliederzahl und dem evangelischen Vereinsleben wuchs zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Wunsch nach einem Kirchengebäude. Das Presbyterium der Vereinigt-evangelischen Gemeinde Unterbarmen, die dieses Gebiet betreute, gab den Auftrag zum Bau der Kapelle. Die Pläne stammten vom Barmer Architekten Friedrich Schulte, dessen Firma auch den Bau ausführte. Am 11. November 1904 weihte Valentin Umbeck (1842–1911), der Generalsuperintendent der Rheinprovinz, die Lichtenplatzer Kapelle ein.
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Die Lichtenplatzer Kapelle und ihre Orgel
Weit ins Land schaut die Lichtenplatzer Kapelle, gelegen auf dem höchsten Punkt der Barmer Südhöhen. Das im Stil der Vereinshausarchitektur errichtete Gebäude wurde 1904 eingeweiht und ist heute eines der beiden Zentren der Evangelischen Gemeinde Unterbarmen Süd.
Nachdem die kleine Kirche den Zweiten Weltkrieg fast unbeschadet überstanden hatte, wurde ihre Inneneinrichtung 1968/1969 komplett entfernt und erneuert. Die Orgel der Schwelmer Fa. Paul Faust, die auf einer Empore über dem Altarraum untergebracht war, wurde verkauft. Stattdessen entstand rechts vom Altar das mächtige Betonglasfenster „Licht der Schöpfung“ von Elisabeth Altenrichter-Dicke.
Durch den Zuzug vieler junger Familien ist die Gemeinde in den letzten Jahren gewachsen; sie hat ihre Kapelle liebevoll gepflegt und gestaltet. Heute weist sie weitere attraktive künstlerische Elemente auf, etwa das hölzerne Kirchenportal mit zwei großen Händen als Türgriffen, im Jahr 2004 vom Wuppertaler Bildhauer Hans-Jürgen Hiby geschaffen. Ebenfalls seit 2004 gibt es die „Schauwand“ an der Straßenfassade: wechselnde plakative Grafiken mit Kurz-Botschaften geben den Passanten Denkanstöße mit auf den Weg. 2005 erschien die CD „Capella Musicale - Musik aus der Lichtenplatzer Kapelle“ (Melanie Anker und Thomas Voigt, Saxophone; Ulrike Boller, Flügel und Orgel).
Die 1969 eingebaute Orgel fand ebenerdig auf der linken Seite neben der Kanzel ihren Platz. Sie ist ein Werk der renommierten Fa. Walcker (Ludwigsburg), die in der Nachkriegszeit in die Serienproduktion von Kleinorgeln eingestiegen war. Diese waren einfach konstruiert und preisgünstig. Insgesamt wurden bis 1974 rund tausend Exemplare dieser Spar-Instrumente weltweit aufgestellt.
Die Orgel der Lichtenplatzer Kapelle ist das Walcker-Opus Nr. 5377 und verfügt über folgende Register: Manual I: Gedeckt 8’, Prinzipal 4’, Mixtur 2-3fach. Manual II: Gemshorn 8’, Rohrflöte 4´, Prinzipal 2’, Quinte 1 1/3´. Pedal: Subbass 16’, Choralbass 4´. Durch die Anordnung der großem Holzpfeifen rechts und links des Gehäusekastens passte man die Orgel geschickt in die räumlichen Gegebenheiten ein. Die helle Farbgebung trägt zur offenen Atmosphäre des Gottesdienstraumes bei. Zuverlässig tut das Örgelchen seit über einem halben Jahrhundert seinen Dienst, in Gottesdiensten und Konzerten, oft gemeinsam mit anderen Instrumenten und den mittlerweile drei Chören des Gemeindebezirks.
Die geringe Registerzahl verlangt einiges OrganistInnen-Geschick für ein abwechslungsreiches Spiel. Die musikalische Ausrichtung ist neobarock. Walcker-Kleinorgeln klingen herb und spröde. Die extrem schrille Mixtur kam praktisch nie zum Einsatz. 2015 hat Orgelbaumeister Gerhard Walcker-Mayer das Instrument grundlegend saniert und neu intoniert. Die Mixtur wurde gegen eine satte Oboe 8´ ausgetauscht; die eine Oktave tiefer gesetzte Quinte ist nun eine Quinte 2 2/3´. Der Klang wurde grundtöniger und ein bisschen weicher.
Text: Jochen Streiter
Gemeindezentrum Petruskirche
Meckelstraße 52, 42287 Wuppertal
Geschichte
Nach dem Krieg fehlte im Bereich Zeughaus bis Kothen eine Kirche. Die Entscheidung fiel dann zugunsten des Trümmergrundstücks an der Zeughausstraße, auf dem die Petruskirche mit Pfarrhaus gebaut wurde, obwohl sie damit am Rande der Gemeinde liegt.
Während der Planung des Neubaus wurde zugunsten eines Kindergartens an der Nesselstr. bewusst auf eine Glocke und den Glockenturm verzichtet. Am 15. Dezember 1963 wurde die turmlose Petruskirche von der noch vereinigten Gemeinde Unterbarmen der zukünftigen Gemeinde Unterbarmen Süd übergeben. Bereits ein Jahr später wurde mit der Planung und dem Bau eines Gemeindehauses begonnen. Nach einjähriger Bauzeit konnte die Gemeinde das nach den Plänen des Architekten Wessel erbaute neue Haus am 30. Mai 1965 an der Meckelstr. 52 beziehen.
Durch den schon damals anhaltenden Schwund von Gemeindegliedern veränderte sich die finanzielle Situation bis 2004 dramatisch und die Petruskirche konnte nicht mehr gehalten werden. Das Gemeindehaus wurde zu einer multifunktionalen Kirch- und Begegnungsstätte umgebaut und im Jahre 2004 feierlich eingeweiht und heißt seitdem Gemeindezentrum Petruskirche.
Die Glocke am Gemeindezentrum Petruskirche
Im selben Jahr wurde im Beisein vieler Gemeindeglieder die, durch Spenden finanzierte, neue Glocke in der Eifeler Glockengießerei gegossen. Am 17. April 2005 wurde die Glocke in dem futuristisch anmutenden, hölzernen Glockenkasten aufgehängt und endlich hatte der Bezirk eine eigene Glocke. Die Petruskirche wurde an einen Privatinvestor verkauft und beherbergt heute eine Altentagesstätte und mehrere Wohnungen.
Quelle: Unterbarmer Gemeindegeschichte 1964-1997 von Sigrid Lekebusch anlässlich des 175-jährigen Jubiläums