Die neue Schauwand an der Lichtenplatzer Kapelle

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# Öffentlichkeitsarbeit

Die neue Schauwand an der Lichtenplatzer Kapelle

Vor einem Jahr, am 9. Mai 2025, verstarb Margot Friedländer im Alter von 103 Jahren. Als einzige Überlebende ihrer Kernfamilie hatte sie die nationalsozialistischen Konzentrationslager überlebt und war so vor 81 Jahren, am 8. Mai 1945, mit ihrem zukünftigen Mann Adolf Friedländer aus dem KZ-Theresienstadt befreit worden. Nach den Schrecken des Nationalsozialismus baute sich das Ehepaar in New York eine neue Existenz auf.

Über 60 Jahre später folgte Margot Friedländer – ihr Mann war zwischenzeitlich verstorben – einer Einladung des Senates, ihre Geburtsstadt Berlin wieder zu besuchen. Nach weiteren Besuchen lebte Frau Friedländer seit 2010 wieder in ihrer Heimatstadt. In Schulen und bei anderen Begegnungen erzählte sie von ihrem Leben und kam immer wieder auf die simple Botschaft zurück: „Seid Menschen!“ Mit eindrücklich kurzen Worten konnte sie deutlich machen, wie unvernünftig und unsinnig es ist, Menschen in die verschiedensten Kategorien einzuteilen und so gegebenenfalls auch auszugrenzen. Unter anderem sagte sie auch: „Es gibt kein jüdisches, kein muslimisches und kein christliches Blut. Es gibt nur menschliches Blut. Darum: Seid Menschen!“

Auf der von Thomas Sänger gestalteten Schauwand wird dabei sehr schön deutlich, wie zerbrechlich und fragil eine solche Begegnung zwischen zwei Menschen sein kann, die sich in aller Zartheit annähern und verbinden. Denn so Margot Friedländer: „Schaut nicht auf das, was Euch trennt. Schaut auf das, was Euch verbindet. Seid Menschen, seid vernünftig“!

Michael Seim

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