Gottesdienst zum Ostersonntag 9.04.2023

Ev. Gemeinde Unterbarmen Süd

 

Vorspiel

 

Eröffnung  (Presbyter/in:)

Weil es für uns immer wieder neu zur Gewissheit wird, dass der Tod nicht das letzte Wort über ein Leben spricht, sondern Gott selbst, darum feiern wir diesen Gottesdienst im Namen des dreieinen Gottes:

im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unser Anfang und unsere Hilfe stehen im Namen des Herrn, …“

Gemeinde: "… der Himmel und Erde gemacht hat …"

Presbyter/in:„… der Bund und Treue hält ewiglich …“

Gemeinde: "… und nicht loslässt das Werk seiner Hände."

 

Begrüßung

Ein Herzliches Willkommen zu unserem Gottesdienst am frühen Ostersonntag:

Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden!

Diesen österlichen Gruß, werden wir im Verlauf des Gottesdienstes wohl noch öfters hören und gleich sogar singen, denn, so lesen wir in der Offenbarung des Johannes

Christus spricht:

Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.                              Offb 1,18

Das mögen wir nie so ganz begreifen. Aber alle christlichen Zeugnisse zu Ostern machen deutlich, dass da etwas geschehen ist, was den Menschen, die Jesus begleitet hatten, nach seinem Tod doch jegliche Angst genommen hatte. Sie hatten etwas gespürt von der Kraft eines neuen Lebens, das stärker ist als die Mächte des Todes.

Und diese Kraft der Auferstehung, die wollen wir auch heute feiern. So wünsche ich uns allen einen gesegneten Gottesdienst.

 

Als erstes Lied singen wir nun:

Lied           zhue          418, 1 – 3           Glauben heißt wissen: es tagt

 

Entzündung Osterkerze    

 


Psalm                 118             nach Eugen Eckert

Du bist mein Lied, bist meine Macht, ich singe Dir vor Freude.

Dein Tag durchbricht die Todesnacht, Dein Tag, ja Gott, ist heute.

Und weil ich aus Dir leben kann, danke ich Dir und fange an,

von Deinem Tun zu künden.

Du bist mein Lied, bist meine Macht, hast mich schon oft gerettet,

aus Krankheit Heilung mir gebracht, in Not mich sanft gebettet.

Auch wenn ich stöhnte unter Last, die Du mir nicht erlassen hast,

so blieb ich doch am Leben.

Du bist mein Lied, bist meine Macht, tust Wunder ohnegleichen,

hast Leidenschaft in mir entfacht mit Deinen Liebeszeichen.

So fügst Du den verworfnen Stein auch in mein Herz als Eckstein ein –

Er soll mich tragen, halten.

Du bist mein Lied, bist meine Macht, das will ich weitergeben

Du bist die Sonne, die mir lacht, so kann ich fröhlich leben.

Schon ist Dein Tag – und wird zugleich: Bis Du, Gott, kommst mit Deinem Reich,lass, was ich tu, gelingen!

Gemeinde: (mit Melodie: EG 197,3)            Ehr sei dem Vater und dem Sohn, …

 

Eingangsgebet

Lebendiger Gott!

Es ist immer wieder erstaunlich, welche Lebenskraft Du uns schenkst,

mit welcher Kraft sich Deine Lebendigkeit immer wieder durchsetzen kann,

was Du aus den Bruchstücken und dem Müll unseres Lebens

alles schaffen kannst.

Du recycelst nicht einfach,was unter unseren Händen zerbrochen ist,

sondern Du bist der Upcycling-Meister Deiner Schöpfung

und unseres Lebens.

Es ist gut, dass Du all Deine Macht dafür einsetzt,

dass dieses - auch unser Leben – lebenswert ist und bleibt.

Hab Dank dafür in Jesu Namen, Amen

 

Lesung               Matthäus 28,1-10

 

Glaubensbekenntnis

 

Lied           zhue 413, 1 – 5            Er ist erstanden    

 


Predigt      1. Kor 15,1-11

Liebe Gemeinde!

An Ostern geht es um die christliche Grundlage unseres Glaubens. Mit Ostern steht und fällt die befreiende Kraft dieses Glaubens. Durch Ostern eröffnet sich uns der Weg zu einem neuen Leben. Paulus hält das hier eindrücklich fest und sagt in etwa: Man müsste das eigentlich auswendig lernen, beherzigen und ausgiebig leben. Und darum zitiert er hier eine der ursprünglichsten Überlieferungen des christlichen Glaubens, die auch ihm überliefert wurde, die er auswendig gelernt und beherzigt und die er dann immer wieder neu weitergereicht hat:

 

Grundlegend ist, so beginnt er hier:

Christus ist für unsre Sünden gestorben, wie es in der Heiligen Schrift steht.

Das also, was an Karfreitag geschehen ist, ist kein Zufall. Es deckt sich mit dem Zeugnis der Schrift und somit mit den Erfahrungen des jüdischen Glaubens:

Es gibt so etwas wie Stellvertretung, zu der Gott sozusagen für uns seinen Sohn ernannt hat. Eigentlich ist es so sogar eine doppelte Stellvertretung. Denn zum einen ist Jesus Christus sozusagen der Stellvertreter Gottes auf Erden, also vor uns und vertritt vor uns Gottes Anliegen – das ist in etwa das, woran wir an Weihnachten denken. Aber zugleich ist dieser Jesus Christus aus der Stellvertreter der Menschen im Himmel, also vor Gott und vertritt vor ihm unsere brüchige unvollkommene Menschlichkeit – das ist in etwa das, woran wir an Karfreitag und Ostern denken. Und dazu nimmt er auch all unsere Sünden, unsere Schuld auf sich und führt sie gleichsam mit sich in den Tod, ganz so, wie es beim Propheten Jesaja (53,4-6) zu lesen war:

In Wahrheit hat er unsere Krankheiten getragen

und unsere Schmerzen auf sich genommen.

Wir aber hielten ihn für einen Ausgestoßenen,

der von Gott geschlagen und gedemütigt wird.

Doch er wurde gequält, weil wir schuldig waren.

Er wurde misshandelt, weil wir uns verfehlt hatten.

Er ertrug die Schläge, damit wir Frieden haben.

Er wurde verwundet, damit wir geheilt werden.

Wir hatten uns verirrt wie Schafe.

Jeder kümmerte sich nur um seinen eigenen Weg.

Aber der Herr lud all unsere Schuld auf ihn.

Das, so Paulus, ist in Jesus Christus geschehen. Also: Haken dran:

Christus ist für unsre Sünden gestorben, wie es in der Heiligen Schrift steht.

 

Vor allem weiß Paulus aber auch:

Er wurde begraben und am dritten Tag auferweckt, wie es in der Schrift steht.

Das also, was an Ostern geschieht, so Paulus, ist eben auch kein Zufall. Auch das deckt sich mit dem Zeugnis der Schrift und somit mit den Erfahrungen des jüdischen Glaubens.

Zunächst ist dabei festzuhalten: Jesus war wirklich tot und deshalb begraben. Er war nicht nur scheintot oder halbtot, sondern ganz und gar tot. Alles Leben war aus seinem Körper gewichen. Die Leichenstarre und Kälte hatten eingesetzt.

Er wurde begraben.

Doch dann geschieht dieses unbegreifbare, unfassbare, was bisher keiner erlebt und gesehen und niemand zugetraut hatte. In der jüdischen Theologie dieser Tage hatte es sogar einen Streit darum gegeben, ob es so etwas die die Auferstehung der Toten überhaupt geben könne und ob sie zu hoffen und zu erwarten sei. Selbst Jesus, aber später auch Paulus hatten sich in diese Diskussion mit eingemischt. Denn:

Er wurde am dritten Tag auferweckt,

und zwar wie Paulus betont,

wie es in der Schrift steht.

Oder anders ausgedrückt: Man hätte nur seine Propheten richtig lesen und verstehen müssen, wie etwa den Propheten Hosea bei dem es heißt (6,2)

In zwei Tagen macht er uns gesund,

am dritten Tag lässt er uns wieder aufstehen.

So schenkt er neues Leben in seiner Gegenwart.

Und was der Prophet hier nun dem ganzen Volk verheißt, das hat eben mit der Auferweckung Jesu Christi konkret begonnen. Er, so hieß es im Predigttext von Karfreitag:

Er ist der Anfang, der erste der Toten, der neu geboren wurde.

Auch das war also bereits in den Schriften zu lesen:

Er wurde begraben und am dritten Tag auferweckt, wie es in der Schrift steht.

Das, so Paulus, das müsst Ihr auswendig lernen, Euch stets wiederholen und es beherzigen, eben weil es so unglaublich und so unfassbar und unbegreiflich ist.

 

Und noch bevor überhaupt jemand einwenden kann: Ja, Papier ist geduldig. Da kannst Du uns viel erzählen. In den Schriften steht ja so ziemlich alles geschrieben. Aber von den Toten ist bisher noch niemand wiedergekehrt. Das gibt es einfach nicht. Das sind alles nur schöne Geschichten. – Noch bevor also jemand so argumentieren könnte, fährt Paulus fort:

Er hat sich Kephas gezeigt, danach den Zwölf.

Später zeigte er sich über 500 Brüdern auf einmal.

Danach hat er sich Jakobus gezeigt, schließlich allen Aposteln,

und ganz zuletzt hat er sich auch mir gezeigt, als … einem Missratenen.

Es gibt also genügend Zeugen der Auferstehung, und die Betonung liegt dabei – historisch bedingt – auf den männlichen Zeugen. Aus der Ostererzählung der Evangelien wissen wir, dass der Auferweckte zuallererst den Frauen, insbesondere der Maria aus Magdala erschienen ist. Doch wohl weil das Zeugnis der Frauen damals auch vor Gericht einfach nicht zählte, beruft sich Paulus hier allein auf männliche Zeugen, um seinen Bericht nicht unglaubwürdig erscheinen zu lassen. Und all diese Zeugen: Kephas, Jakobus, die Zwölf, die Apostel, ja sogar die 500, so sie noch leben, kann man befragen und sie werden alle bestätigen: „Ja, Jesus lebt! Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden! Jesus lebt!“ Und diese Männer, so Paulus, das sind ja alles keine Spinner.

 

Und schließlich ließe sich auch Paulus selbst befragen,

der unwürdigste der Apostel,

wie er sich selbst hier bezeichnet, der von sich selbst schreibt:

Ich verdiene es nicht Apostel genannt zu werden.

Denn ich habe die Gemeinde Gottes verfolgt.

So kann Paulus all seinen Kritikern sagen: Ich versteht Euch ja. Ich dachte früher ja genau so und konnte und wollte es nicht glauben. Ich dachte: Was die Nachfolger Jesu da erzählen, das deckt sich nicht mit den Heiligen Schriften. Ein Gekreuzigter kann nie und nimmer von Gott auferweckt werden. Denn ein Gekreuzigter, der ist von Gott verflucht. Ja, so Paulus, so dachte und lehrte auch ich. Selbst wenn es eine Auferstehung der Toten geben sollte, zumindest dieser Jesus da, der ist es nicht. Darum:

habe ich die Gemeinde Gottes verfolgt.

Aber durch die Gnade Gottes bin ich (nun), was ich bin:

Nämlich Apostel, wenn auch der unwürdigste. Aber:

Er hat sich auch mir gezeigt,

und daran konnte er, Paulus, nicht mehr vorbei. Im Gegenteil: Er wurde durch diese Erscheinung vom Gegenteil überzeugt, und so wurde aus dem eifrigen Verfolger ein eifriger Verfechter des christlichen Glaubens, denn:

Seine (Gottes) Gnade, die er mir erwiesen hat, blieb nicht ohne Wirkung.

Im Gegenteil: Ich habe mehr für die gute Nachricht gearbeitet

als alle anderen Apostel.

Aber das habe nicht ich getan, sondern die Gnade Gottes, die mit mir ist.

Oder anders ausgedrückt: Gottes Gnade, dass Jesus Christus sich auch ihm sozusagen im göttlichen Licht gezeigt hat, und dass er gerade ihn trotz seiner Vorgeschichte zum Apostel berufen und eben in alle Welt gesandt hat, - diese Gnade Gottes hat ihm den Weg zu einem ganz neuen Leben eröffnet. Und dieses Leben will er nun ausgiebig leben und reist für diese Gute Nachricht von der grenzenlosen Gnade Gottes, die er am eigenen Leib erlebt und erfahren hat, durch alle Welt.

 

Das, so Paulus, ist unsere Verkündigung

und der Glaube, den Ihr angenommen habt,

und auch wir. Und darum, so verschieden sich unser Glauben auch immer ausgestalten mag. Das sollte die Basis unser aller Glauben sein:

Christus ist für unsre Sünden gestorben, wie es in der Heiligen Schrift steht.

Er wurde begraben und am dritten Tag auferweckt, wie es in der Schrift steht.

Das lasst uns glauben, beherzigen uns ausgiebig leben. Denn: Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja!

 

Musikmeditation

 

Fürbitte

Du, allmächtiger Gott,

hast die Sonne aufgehen und es

nach einer Nacht der Trauer und Trostlosigkeit

wieder Tag werden lassen.

Du hast es Tag werden lassen für alle,

denen es die Sprache verschlagen hatte,

die wie gelähmt waren,

die nicht mehr weiter wussten,

die mit ihrem Leben abgeschlossen hatten angesichts des Schrecklichen,

das sie gesehen und erleb hatten.

Du hast ihren Blick wieder nach vorne gerichtet.

Du hast es Tag werden lassen

und lässt es immer wieder neu Tag werden für alle,

die Schlimmes ertragen müssen,

denen die Hoffnung geraubt,

und denen genommen wird, was ihrem Leben Sinn gibt.

„Ich lebe“, hast Du gesagt, „und Ihr sollt auch leben.“

Ihr sollte Leben und Euch Eures Lebens freuen,

sollt wieder lachen, singen und tanzen können!

Darum: lass das Licht der Auferstehung leuchten:

den Menschen, die im Schatten des Todes leben:

den Menschen in den Kriegsgebieten

den Menschen, die unheilbar krank sind,

den Menschen, denen das Leben eine Last ist!

Lass das Licht der Auferstehung leuchten:

den Menschen, die mit Dir das Leben neu beginnen:

den Menschen, die getauft sind und werden,

den Neugeborenen und allen, die um sie sind,

den Menschen, die zu etwas Neuem aufbrechen!

Lass das Licht der Auferstehung leuchten:

den Menschen, die besonders Deines Friedens bedürfen:

den Menschen, deren Hoffnung zu versiegen droht,

allen Geschöpfen, die missbraucht werden,

all den Frauen und Männern, die in Freiheit leben wollen!

Lass das Licht der Auferstehung leuchten:

in all Deinen Kirchen und Gemeinden,

denen, die heute die Osterbotschaft verkünden,

denen, die Dich heute im Verborgenen feiern,

denen, die froh sind, Dich und Deine Gute Nachricht zu kennen.

Du, barmherziger Gott, machst uns frei.

Der Tod hat verloren, das Leben beginnt neu.

Geh mit uns in diese Osterzeit!

Feier mit uns das Leben!

Segne uns und alle, die zu uns gehören!

 

Unser Vater im Himmel…

 

Segen

Gottes Segen leuchte uns

wie das Licht am Ostermorgen.

Gottes Frieden begleite uns.

Gottes Liebe beflügle uns.

Gottes Freude rühre uns an.

Christus ist auferstanden.

In diesem Glauben segne uns der Herr, unser Gott:


Der HERR segne dich und behüte dich;

der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;

der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

Gmd:   Amen, Amen, Amen

 

Lied           zhue 412             Christ ist erstanden

 

Nachspiel

 

 

 

 

Bekanntmachungen (Presbyter/in)

Die Kollekten vom Gründonnerstag und Karfreitag betrugen:

Für das GAW Erdbebenhilfe Syrien                                                                            209,00 €

Für den Libanon Großwerden im Flüchtlingslager                    65,00 €

Für die Diakonie Hilfe für Gefährdete                                                                           183,90 €

Herzlichen Dank! Gott segne Geber und Gaben

und all das, was mit diesen Gaben geschieht!

 

Die heutigen Kollekten gehen an das Kinderheim Nesselstraße der Ev. Kinder- Jugend und Familienhilfe der Diakonie in Wuppertal

und an Brot für die Welt. Der Klimawandel zeigt sich immer deutlicher durch Dürren, Überschwemmungen und vor allem Hunger im globalen Süden. Besonders die Kleinbauern sollen weltweit durch veränderte Anbauweisen, Bewässerung und Saatgutanpassung Hilfen bekommen, um sich den veränderten Bedingungen besser anpassen zu können.

 

Für Ostermontag sei auf folgende Gottesdienste verwiesen:

z.B. 10.00 Uhr Singe-Gottesdienst in der Unterbarmer Hauptkirche oder

11.00 Uhr Singe-Gottesdienst in der Lutherkirche in Ronsdorf

Herzliche Einladung auch zu den Gottesdiensten am kommenden Sonntag um 9.30 Uhr im Gemeindezentrum Petruskirche und um 11 Uhr in der Lichtenplatzer Kapelle. Beide Gottesdienste mit Prädikant Strauß. Denn Pfr. Seim wird diese Woche Urlaub haben.

 

 

Eine gesegnete OsterZeit! Und:

Bleiben Sie behütet!                                                                                                                             Ihr Pfr. Michael Seim

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