Tauf-Gottesdienst 31.07.2022

Gemeindezentrum Petruskirche

 

Vorspiel

 

Eröffnung  (Presbyter/in:)

Weil Gott uns einlädt in sein Haus, darum kommen wir zu ihm und feiern diesen Gottesdienst im Namen des dreieinen Gottes:

im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Unser Anfang und unsere Hilfe stehen im Namen des Herrn, …“

Gemeinde: "… der Himmel und Erde gemacht hat …"

Presbyter/in:„… der Bund und Treue hält ewiglich …“

Gemeinde: "… und nicht loslässt das Werk seiner Hände."

 

Begrüßung

Ihnen und Euch allen ein ganz herzliches Willkommen zu unserem heutigen Gottesdienst, und ein ganz besonderes Willkommen Ihnen, Familie Mieth mit Ihren Kindern und besonders mit Freddie Lou, die heute in diesem Gottesdienst getauft werden sollen.

Da trifft es sich durchaus gut, dass mit einem der für den heutigen Sonntag vorgeschlagenen Predigttexte von den ersten Taufen und von der ersten Gemeinde in Jerusalem die Rede ist. Hier wurde bereits zu Beginn unserer Kirchengeschichte sichtbar, was Paulus im Brief an die Epheser so formuliert:

So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge,

sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.

Epheser 2,19

 

Und so wird Pfr. Seim in seiner kleinen Predigtreihe auch auf das Haus der Ökumene zu sprechen kommen

Als erstes Lied singen wir aber nun weiterhin mit Maske:

 

Lied           zhue 181,1-3               Gott ist gegenwärtig

 

Psalm 107 nach Klaus Bastian

Spr 1          Wenn sie endlich wieder zusammensein können,

                            sich treffen, miteinander leben und feiern …

Spr  2         von Osten und Westen und Norden und Süden

                            wenn sie endlich wieder zusammensein können,

                            dann sollen alle sagen:

Alle            Gott meint es gut mit mir.

                            Jetzt bin ich froh und glücklich,

                            dass Gott mir geholfen hat.

Spr  1         Wenn es ihnen endlich wieder gut geht,

                            weil ihre Not zu Ende ist,

                            weil sie sich freuen können, auf das, was kommt,

                            weil sie wieder ein gutes zuhause haben,

                            oder wieder ein Auskommen …

Spr  2         wenn sie Essen und Trinken,

                            Kleidung haben und was sie sonst brauchen,

                            wenn es ihnen endlich wieder gut geht,

                            dann sollen alle sagen:

Alle            Gott meint es gut mit mir.

                            Jetzt bin ich wieder froh und glücklich,

                            dass Gott mir geholfen hat.

Spr  1         Wenn sie endlich wieder aufatmen können,

                            denen das Wasser bis zum Halse stand,

                            die nicht mehr weiter wussten,

                            weil ihnen alles misslang …

Spr  2         weil Unglück sich an Unglück

                            und Ungerechtigkeit an Ungerechtigkeit reihte,

                            wenn sie endlich wieder aufatmen können,

                            dann sollen alle sagen:

Alle            Gott meint es gut mit mir.

                            Jetzt bin ich wieder froh und glücklich,

                            dass Gott mir geholfen hat.

Spr  1         Wenn endlich die Erde wieder zum Garten wird,,

                            in dem alle in Frieden wohnen können,

                            in dem alle Gottes fröhliches Gesicht sehen …

Spr  2         in dem die Gerechtigkeit sich ausbreitet

                            wie der Samen des Löwenzahns,

                            wenn endlich die Erde wieder zum Garten wird,

                            dann sollen alle sagen:

Alle            Gott meint es gut mit mir.

                            Jetzt bin ich wieder froh und glücklich,

                            dass Gott mir geholfen hat.

                             Amen

 

Gemeinde: (mit Melodie: EG 197,3) Ehr sei dem Vater und dem Sohn, …

 

Taufvergewisserung und -evangelium

Aus: Mit Gott leicht gesagt – Evangelischer Elementarkatechismus

 

Glaubensbekenntnis

 

Lied           zhue 344            Kleines Senfkorn Hoffnung

 

Taufen

Weil du so wert bist vor meinen Augen, wirst du auch herrlich sein,

und ich habe dich lieb.                                                                                                                                                                                 Jesaja 43,4

 

 

Lied           Hallo, hallo, schön, dass Du da bist

 

 

Predigt zu Apg 2,41-47

Liebe Gemeinde!

Don Helder Camara, katholischer Erzbischof von Recife in Brasilien, hat einmal gesagt:

„Wenn einer allein träumt, so bleibt das nur ein Traum. Wenn viele gemeinsam träumen, ist das der Beginn einer neuen Wirklichkeit.“

Und so ist das auch mit diesem Traum des Lukas. Immer wieder wurde und wird der Wirklichkeit auch hier mittenunter uns. Und darum fange ich in meiner kleinen Reihe zur Ökumene in der Tat einmal mit uns hier selber an.

 

Vor 200 Jahren wurde sie gegründet: die Vereinigt-evangelische Gemeinde Unterbarmen, während es in allen anderen Stadtteilen Gemeinden reformierter oder lutherischer Konfession gab. Ursprünglich zählten sich auch die Unterbarmer evangelischen Christen zu den entsprechenden Elberfelder Gemeinden lutherischer oder reformierter Prägung. Aber vor mehr als 200 Jahren sorgte der Fabrikant Johann Caspar Engels – Vater des später bekannten Friedrich Engels – dieser Fabrikant sorgte also dafür, dass in Unterbarmen eine Armenfürsorge aufgebaut und etabliert wurde. Das hatte wohl vor Ort seine guten Gründe. Unterbarmen wurde darum in fünf Bezirke aufgeteilt, die von jeweils fünf Armenpflegern betreut und versorgt wurden. Man brauchte also insgesamt 25 Menschen egal welcher Konfession, denn es ging um die bedürftige Bevölkerung direkt hier vor Ort, entsprechend der Notiz bei Lukas:

Und sie teilten aus unter alle, je nachdem es einer nötig hatte.

So stand also die Diakonie sozusagen Pate bei der Gründung unserer Gemeinde. Und beginnend auf dieser Grundlage kam dann bald auch der Wunsch auf, gemeinschaftlich eine Kirche zu bauen – nach Lukas:

Sie waren aber täglich einmütig beieinander im Tempel –

Und es kam der Wunsch auf, einen reformierten und einen lutherischen Prediger gemeinschaftlich zu wählen – nach Lukas:

Sie bleiben aber beständig in der Lehre der Apostel.

Man könnte also durchaus sagen: hier in Unterbarmen hat die innerevangelische Ökumene einen ihrer Anfänge genommen, weil es wie zur Gründungszeit der Kirche überhaupt auch darum ging, insbesondere auch ärmeren Menschen zur Seite zu stehen und Jesus Christus als den einen Herrn zu bekennen. Das sollte eben nicht nur ein Traum sein, sondern wurde Beginn einer neuen Wirklichkeit – ganz konkret hier vor Ort. Wir sind also sozusagen eine ökumenische Gründung hier vor Ort.

 

Und wir beteiligen uns wie selbstverständlich auch an den Gottesdiensten einer der ältesten ökumenischen Bewegungen. Denn vor mehr als 130 Jahren initiierten verschiedene Frauenkomitees im Norden Amerikas, den heute weltweit verbreiteten Weltgebetstag.

Jedes Jahr führt uns so die Feier dieses Weltgebetstags in ein anderes Land. Wir erfahren, wie Christen in anderen Ländern ihren Glauben feiern und welche gesellschaftlichen Probleme sie auf ihren Wegen in die Welt sehen. So führten uns die Weltgebetstage der letzten vier Jahre von Slowenien über Simbabwe nach Vanuatu im Südpazifik schließlich hin nach England, Wales und Nordirland. Im kommenden Jahr werden wir dann mehr über Leben und Glauben in Taiwan erfahren.

Das ist gelebte Ökumene weltweit – und auch sie ist eben nicht nur ein Traum, oder nach Lukas:

Sie blieben aber beständig in der Gemeinschaft … und im Gebet.

 

Und wir feiern diesen Gottesdienst besonders mit und in der Ökumene vor Ort mit den katholischen Christinnen und Christen unserer Nachbargemeinde St. Christophorus hier auf Lichtscheid. Bei all den Problemen, die sich in der Ökumene leider von oben her – von Rom oder Köln her - auftun, und bei all den innerkatholischen Diskussionen etwa um den ‚Synodalen Weg‘, die wir interessiert begleiten und verfolgen – bei all dem verbinden uns hier auch sonst regelmäßige ökumenische Gottesdienste, in denen wir etwa auch im Agapemahl regelmäßig das Brotbrechen, oder in denen ich von Pfr. Gerd Stratmann in St. Christophorus eingeladen war, an den letzten Eucharistiefeiern teilzunehmen, was für die Ökumene sonst leider noch nicht selbstverständlich ist. Aber wir sehen: Wir sind auf dem Weg, oder eben nach Lukas:

Sie blieben aber beständig im Brotbrechen.

 

So ist das derzeit im Haus der Ökumene, wobei das Bild vom Haus sehr schön verdeutlicht, worum es uns in der Ökumene gehen sollte:

Jede und jeder von uns wird sich sein Zimmer in diesem Haus so einrichten, dass sie oder er sich wohlfühlen. Da sieht es in meinem Arbeitszimmer anders aus als in dem meiner Frau, während unsere Kinder sich wieder ganz anders in ihren Häusern, Wohnungen oder Zimmern eingerichtet haben. Man kommt zu oder empfängt gerne Besuch, und immer wieder zeigt sich dabei: Die Küche und das Wohn-Esszimmer, das sind die Bereiche, wo sich alle treffen.

Genauso sollte es eben auch in der Ökumene sein. Jede und jeder sollte sich in seiner Konfession, in seiner Prägung, in seinem Gotteshaus wohlfühlen. Erstrebenswert und schön wäre es, wenn es uns dann auch gelänge, wirklich in der Küche und am Tisch zusammenzukommen. Eben wieder nach Lukas:

Und sie brachen das Brot hie rund dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott.

Das ist auch heute nicht nur ein Traum, weil es schon einmal und immer wieder gemeinsame Wirklichkeit wird, weil wir genau daran festhalten, was die erste Gemeinde uns vorlebt, und wir darum weiter von dieser Gemeinschaft träumen.

 

Und warum das alles? - Weil auch uns gilt, was Gott einst seinem Volk und heute in der Taufe auch Freddie Lou zugesagt hat:

Weil du so wert bist vor meinen Augen, wirst du auch herrlich sein,

und ich habe dich lieb.

Gott verspricht Freddie Lou wie uns damit eine herrliche Zukunft, von der wir jetzt vielleicht überhaupt nur eine leichte Vorahnung und einen Traum haben. Doch das soll eben keine Träumerei sein, sondern Gott will und wird Freddie Lou begleiten, wie er seine Kirchen und Gemeinden durch all die Zeiten begleitet hat und begleiten wird.

Und warum das alles? – Weil er zu Freddie Lou wie zu jedem anderen seiner Geschöpfe sagt:

Ich habe dich lieb.

Das gilt jedem von uns ganz persönlich. Und es tut gut, das so gesagt zu bekommen – von Gott!

Ich habe dich lieb.

Das ist uns aber zugleich Aufgabe und Auftrag, zum einen selbst auf uns und unser Leben zu achten, weil Gott uns liebt, zum anderen aber auch auf den anderen und sein Leben zu achten, weil Gott auch ihn geschaffen hat und ihn liebt.

Und genauso – hier schließt sich sozusagen der Kreis – genauso hat damals vor 200 Jahren unsere innerevangelische Ökumene hier vor Ort ihren Anfang genommen.

Wenn uns das gelingt, das weiterhin so zu leben und so auf die Menschen in der Welt zuzugehen, so, so Lukas:

… findet das Wohlwollen beim ganzen Volk,

und es wird herrlich, es wird eben nicht nur ein Traum, sondern der Beginn etwas Neues sein, wie eben bereits Don Helder Camara sagte:

„Wenn einer allein träumt, so bleibt das nur ein Traum. Wenn viele gemeinsam träumen, ist das der Beginn einer neuen Wirklichkeit.“

 

Musikmeditation

 

Fürbitte

Der Ökumenische Rat der Kirchen hat auch einen Fürbittkalender initiiert, dessen Anliegen ich in den Wochen der Predigtreihe zur Ökumene gerne aufnehmen möchte. In dieser Woche stehen dabei die Länder Republik Kongo, Gabun sowie der afrikanische Inselstaat Sao Tome und Principe im Mittelpunkt. Es gibt also in der Tat Länder in dieser Welt, von denen ich zumindest noch nie etwas gehört haben.

Mit Worten von Louisa Bakala Koumouno aus dem Kongo beten wir:

Gott, wenn du willst,

dass wir Dich mit ganzem Herzen lieben,

ohne uns ablenken zu lassen und ohne auf Abwege zu geraten,

dann lehre uns, beständig in unserer Liebe zu werden!

Wenn Menschen, die nicht glauben und die Gebote nicht halten,

uns beleidigen, hilf uns zu vergeben, o auferstandener Christus!

Jesus, Du Freund der Menschen im Kongo,

Dein Vater ist kein toter Gott, sondern ein Gott, der lebt,

zeige uns deshalb den Weg Deiner Liebe,

damit wir für immer in Deiner Gegenwart leben!

Auch wir, Gott, bitten Dich

um Deinen lebendigen Geist in unseren Kirchen und Gemeinden!

Stärk Du die Gemeinschaft untereinander!

Zeig uns Wege, wie wir auf andere zugehen können und sollen!

Hilf uns, Deine Häuser mit Leben zu füllen!

Lass unsere Hoffnungen und Träume Wirklichkeit werden!

Besonders, Gott,

bitten wir Dich auch heute wieder um Frieden:

Der Krieg in der Ukraine setzt sich weiter fort,

aber auch in anderen Ländern

haben Menschen unter Krieg und Terror zu leiden, wie etwa im Kongo.

Darum bitten wir Dich:

Stärk die Stimmen des Friedens in allen Ländern!

Lass das Kriegsgeschrei verstummen!

Hilf den Verantwortlichen überall,

aufeinander zu und Wege des Friedens zu gehen!

Und, Gott, wir bitten Dich für unsere Erkrankten.

Da ist nicht nur Corona, aber eben doch auch.

Wochenweise sterben hunderte Menschen mit oder an Corona.

Hilf den Angehörigen ihren Erkrankten zur Seite zu stehen!

Schenk genügend Kraft den Schwestern und Pflegern, Ärztinnen und Ärzten wie allen Beschäftigten in den Arztpraxen und Krankenhäusern!

Stärk Du die Erkrankten selbst durch die Kraft Deines Segens!

 

Unser Vater im Himmel …

 

Segen

Vom Himmel fließt Segen – den ganzen langen Tag.

Lass Dich erfüllen vom göttlichen Licht.

Dann bist Du es, der das Licht in die Welt trägt.

Öffne Dich für Gottes Frieden.

Und Du schaffst Frieden dort, wo Du heute bist.

Der HERR segne dich und behüte dich;

der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;

der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

Gemeinde: Amen, Amen, Amen.

 

Lied           zhue 91              Verleih uns Frieden gnädiglich

 

Nachspiel

 


Bekanntmachungen

Folgendes möchte ich Ihnen noch mitteilen, liebe Gemeinde:

Die Kollekten vom vergangenen Sonntag betrugen:

Für die Diakonie                                                        107,50 €

Für Gesamtkirchliche Ausgaben                              36,00 €

Herzlichen Dank! Gott segne Geber und Gaben und all das,

was mit diesen Gaben geschieht!

 

Die heutige Klingelbeutelkollekte geht an die Kindergärten der Gemeinde.

Die Ausgangskollekte geht an die Vereinigte Evangelische Mission – VEM, die damit die Schulbildung vor allem von einkommensschwachen Familien in Asien und Afrika unterstützt, um ihnen damit berufliche Chancen zu eröffnen; denn Schule schafft Chancen.

 

Da die politische Situation unverändert bleibt, bieten wir weiterhin Friedensgebete an, freitags im 14- tägigen Wechsel: Also am 5. August im Gemeindezentrum Petruskirche und am 12. August in der Lichtenplatzer Kapelle.

 

Und nun herzliche Einladung zum Gottesdienst am kommenden Sonntag um 11 Uhr im Gemeindezentrum Petruskirche mit Pfr. Seim. Aus Anlass der 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen, die in Karlsruhe tagen wird, setzt Pfr. Seim dann seine kleine Predigt-Reihe zu Themen der Ökumene fort.

In der Lichtenplatzer Kapelle findet aufgrund der Ferienzeit dann kein Gottesdienst statt.

 

 

 

 

 

Vor allem aber wünschen wir Ihnen eine gute und gesegnete Zeit.

Bleiben Sie behütet!                                                                                                                                

                                                     Ihr Pfr. Michael Seim


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