Spuren-Suche-Gottesdienst 22. Mai 2022

 

Auf der Suche nach Glück – Die Seligpreisungen

 

Vorspiel

 

Eröffnungsfilm 

 zeigt Kirchen, Kirchentüren,  Kirchengewölbe, Kreuze

 

3Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.

 4Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.

 5Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.

6Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit;  denn sie sollen satt werden.

 7Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.

 

 


 8Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.

 9Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.

 10Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden;  denn ihrer ist das Himmelreich.

 

BegrüßungEröffnung               Michael Haucke

 

Guten Morgen, liebe Gemeinde!

 Ich begrüße Sie und euch alle ganz herzlich hier zu unserer nächsten Spurensuche! Schön, dass Sie alle hier sind!

 Wie Sie sicher schon gemerkt haben, geht es in diesem Gottesdienst um die

 Seligpreisungen. Überschrieben haben wir diesen Gottesdienst mit „Auf der Suche nach Glück“. In manchen Bibelübersetzungen steht nämlich anstatt

 „Selig sind …“ „Glücklich sind …“.

 Ja, die Seligpreisungen: Also ein Text, der vielen sehr bekannt ist. 

 

Jetzt denken vielleicht manche „Tja, das kenne ich doch alles, was soll denn da Neues kommen?“. Ich kann nur sagen, dass wir im Vorbereitungskreis durchaus angeregt über die Aussagen in den Seligpreisungen gesprochen haben. Und, dass es dabei auch unterschiedliche Ansichten gab. Manche fragten sich, ob es in diesen Aussagen Jesu um Vertröstungen in die Zukunft, möglicherweise auf das Leben nach unserem irdischen Tod, geht. Oder geht es doch um das Hier und Jetzt? Aber wie kann das dann aussehen? Wir gehen diesen Fragen in diesem Gottesdienst nach. Kommen Sie mit auf Spurensuche!

 

Wir feiern auch diesen Gottesdienst im Namen Gottes,  des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

 Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn der Himmel und Erde gemacht hat der Bund und Treue hält ewiglich und nicht loslässt das Werk seiner Hände.

 

Eingangsgebet

 Liebender Vater! 

 Wir danken dir herzlich, dass wir wieder Gottesdienst feiern können. 

 Und es ist so wichtig, dass wir Gemeinschaft haben. 

 Wir brauchen uns. 

 Und wir wollen mehr von dir erfahren,  wollen Spuren von dir in unserem Leben entdecken. 

 Wir brauchen dich! 

 Schenke uns deinen Heiligen Geist, damit wir dich erkennen. 

 Und öffne unsere Herzen.

 Amen.

 

Lied: zhue 296 Selig sind die Armut leben

 

3Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.

 

Papa, Charly hat gesagt … Michael Haucke (Vater) + Michael Seim (Sohn)  (Papa liest Zeitung)

   Papa, Charly hat gesagt …

 Hhmmm (verärgert) Stör mich doch jetzt nicht. Ich will mich doch einfach grad von der Arbeit entspannen und meine Zeitung lesen. Das ist für mich wie im Himmelreich.

 Genau darum geht’s doch Papa. Denn Charly hat gesagt, sein Vater hat gesagt, er sei froh, dass er nicht ganz so klug sei – so klug wie etwa Du wohl

 – glaub ich, meint er …

Oha! Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung. Aber warum ist er denn froh, nicht so klug zu sein? Das versteh ich nicht. Nur wer klug ist, kommt doch weiter.

Na, in der Bibel da heißt es doch, und Du sagst das ja auch schon mal, wenn

 Opa wieder so was Dummes sagt, weil er nicht mehr alle Tass…

 Untersteh Dich, so von Deinem Opa zu reden. Opa ist krank. Er leidet an Demenz. Dafür kann er nichts. Das ist für ihn auch nicht leicht, und für Mutter auch nicht.

 Eben und deshalb darf er sich freuen, das er nicht alle T… Sohn!

 … na, dass er eben dement ist. Denn Du sagst doch auch: Selig die Armen im Geist, denn ihnen gehört das Himmelreich.

 Ja, das sagt man halt so. Ist auch nicht so ganz nett. Aber ansonsten wären so Menschen ja gänzlich hoffnungslos. Die sind ja überfordert mit all den Herausforderungen in der Welt, und da ist es doch schön zu wissen: Ihnen gehört das Himmelreich.

 Eben, und Charlys Papa sagt, ihm reicht es, sich in seiner Werkstatt um die Autos zu kümmern, an den Motoren zu schrauben, Reifen zu wechseln und sich nicht um all den anderen Kram wie Computer und Verwaltung kümmern zu müssen. Das sei für ihn das Himmelreich. Er möchte gar nicht so klug sein, meint er, denn dann hat man’s einfacher im Leben, sagt er. Na, wenn er meint.

  Und mir ist da auch Robert eingefallen.

 Wer ist Robert?

  Na, unser Inklusionskind in der Schule – der mit dem Downsynodrom.

 Der Arme. Die Familie hat es sicher nicht leicht mit ihm.

 Ne Du, Papa, im Gegenteil. Robert ist meistens richtig gut drauf und verbreitet jede Menge gute Laune. Er bringt uns immer wieder zum Lachen. Der Robert, der ist echt cool – und immer so fröhlich. Mit dem zusammen hat man viel Spaß, auch wenn er nicht ganz so schlau ist wie etwa Andy, unser Einserkandidat.

 Hhmmm. Ich will trotzdem hoffen, dass Du Dir eher ein Beispiel an diesem Andy, denn an Robert nimmst. Das wäre für Deine spätere Karriere sicher hilfreich, bei Deinen derzeitigen schulischen ‚Leistungen‘. Denn gerade heutzutage in der digitalen Welt, da muss man klug und schlau genug sein, um gut voranzukommen. Ich merk ja selbst jedes Jahr, wie anstrengend das ist, sich immer mit der neuen Finanzsoftware auseinandersetzten zu müssen. Ich muss ja Schritt halten, sonst bin ich meine Arbeit los.

 Ist das so schlimm, Papa? Das muss ja die Hölle sein. Da halt ich mich dann wohl doch lieber an Robert. Schließlich hat schon Jesus gesagt und Du sagst es ja auch: Selig sind die Armen im Geiste, denn Ihnen gehört das Himmelreich.

 Hhmmm. Vielleicht sollte ich doch bald von der Schule abgehen, wenn einem dann das Himmelreich gehört. Ohne Schule kann ich mir das gut vorstellen.

 

Info vom Pfarrer:

 Wenn in dieser Interpretation mit den Armen im Geiste Menschen mit eingeschränkten intellektuellen Fähigkeiten gemeint sind, dann macht Jesus deutlich: Wirklich jede und jeder darf zu Gott kommen. Bei Gott und für sein Reich gibt es keine intellektuelle Aufnahmeprüfung. Man muss gewissen Glaubensdinge nicht erst ‚verstanden‘ haben, um Zutritt zu seinem Reich zu erhalten, im Gegenteil. Manch einem klugen Menschen kommt sein Intellekt im Glauben in die Quere, und darum sagt er eben:

 Selig die Armen im Geist, denn ihnen gehört das Himmelreich.

 

 Lied: zhue 249 Du bist meine Zuflucht und Stärke

 

4Selig sind, die da Leid tragen,  denn sie sollen getröstet werden.    Erfahrungen von Sabine Banse Was für ein Satz. Ich trage Leid und soll mich darüber noch glücklich schätzen?

 Ich soll selig sein in diesem Leid, weil ich getröstet werde.

 Auf den ersten Blick nur schwer zu verstehen.

 Aber unserer Familie ist es mehrfach so ergangen.

 

1949 wurde meine Mutter aus Königsberg vertrieben. Mehrere Jahre russischer Gefangenschaft hatten ihre Spuren hinterlassen. Zwangsarbeit, Vergewaltigungen und der Verlust ihres Kindes. Und dazu unsäglicher Hunger. Als sie mit dem Zug in Braunschweig eintraf hatte sie nichts bei sich, die Taschen so leer wie ihr Magen. Sie trug das Leid des Krieges, der Gefangenschaft und der Hoffnungslosigkeit. Mitten in diesem Leid traf sie mit einem völlig fremden Mann zusammen.

 Der schaute sie an und sagte: „Sie sehen völlig ausgehungert aus. Hier ist eine

 Essenmarke. Essen sie sich mal in der Eisenbahnerkantine richtig satt.“ Dieser Mann erkannte ihr Leid und er tröstete sie. Er gab ihrem Körper und ihrer Seele etwas zu essen. Aus diesem kleinen Funken Trost wurde ein gemeinsames Leben. Dieser Mann, mein Vater, hat sofort erkannt, wie sehr meine Mutter am Hunger gelitten hat und hat ihr selbstlos geholfen.

 

Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden.

 

In meinem Beruf waren es die sehr kleinen Dinge, die mich beschäftigt haben. Mit Pipette und Mikroskop arbeitete ich präzise und mit scharfem Blick. Bis, ja bis ich von einem Tag auf den anderen eine Netzhautablösung erlitt. Dieser Tag riss mir nicht nur meine Sehkraft, sondern auch den Boden unter den Füßen weg. Verzerrungen, Doppelbilder und die fast vollständige Erblindung des linken Auges waren die Folge. Das bedeutete das berufliche Aus.

 Nach der OP lag ich verzweifelt im Krankenhaus, als die Türe aufging und meine Freundin Tina eintrat. Sie sagte, sie hätte das Gefühl gehabt, mich gerade jetzt besuchen zu müssen. 

 Noch heute, 5 Jahre später, sehe ich die Türe, denke ich an die Worte, die mir damals Trost schenkten. In all den folgenden Monaten habe ich sehr viel Unterstützung von vielen lieben Menschen aus der Gemeinde erfahren und fühlte mich in meinem Leid getragen.

 

Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden.

 

 Als mein Mann inmitten der Coronapandemie mit der Diagnose Darmkrebs vom Arzt kam, stand meine Welt Kopf. Besonders schwer war für meinen Mann und mich das absolute Besuchsverbot nach der großen Operation. Vieles lief schief und wir als Familie konnten nicht einmal bei ihm sein.

 Wie tröstlich war es da zu wissen, dass mein Mann im Krankenhaus regelmäßig von einem befreundeten Krankenhauspfarrer besucht wurde. Er tröstete meinen Mann und sprach mit den Schwestern und Ärzten über die Missstände bei der Nachsorge und informierte mich über die aktuelle Lage. Auch in diesen schweren Monaten habe ich sehr viel Unterstützung von Freunden und Bekannten bekommen.

 

Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden.

 

Ich habe immer wieder in meinem Leben erfahren, dass man im Leid getröstet wird, manchmal nicht so, wie man es sich gedacht oder gewünscht hat. Es sind oft die kleinen Dinge, wie eine Essensmarke, ein Besuch oder ein kurzes Telefonat, die Trost spenden.

 Selig sind wir also nicht erst in einem entfernten Himmelreich. Selig sind wir, wenn wir hier in dieser Welt, in diesem Leid durch die Kraft der Nächstenliebe getröstet und getragen werden. Getröstet werden heißt nicht, dass es erst im Jenseits geschieht, sondern es geschieht hier und jetzt, mitten im Leben.

 

Lied: zhue 289 Wie ein Fest nach langer Trauer

 

7Selig sind die Barmherzigen;  denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.  Gedanken von Maria Leiber Was ist denn Barmherzigkeit?

 Wenn man das Wort auseinandernimmt, fällt auf, dass in „Barmherzigkeit“ ein Arm steckt, der hilft, und ein Herz, das antreibt. Diese Erklärung fand ich bei einem Religionspädagogen namens Gerd Jüttner.

 Früher hat man bei besonderen Fragestellungen im Lexikon nachgeschlagen. Das habe ich auch getan. In unserem Regal steht Meyers großes Taschenlexikon in 24 Bänden von 1992. Dort steht unter dem Stichwort „Barmherzigkeit“ folgendes:

 „Das Mitgefühl für das Leid anderer, v.a. fremder Menschen und daraus resultierende mildtätige Hilfe. In der Bibel oft als Grundeigenschaft Gottes dargestellt (2. Mose 34, 6; Psalm 25, 6; 2. Korinther 1, 3). Nach dem N.T. das das wahre christliche Leben auszeichnende Verhalten.“

 Sehr geläufig ist mir das im Alltag eher selten auftretende Wort im Zusammenhang mit der Schilderung von den Taten des barmherzigen Samariters. Sein Handeln fand ich schon als Kind sehr beeindruckend. Er sammelt einen ihm unbekannten fremden Verletzten auf, bringt ihn in eine Herberge und lässt bei seiner eigenen Abreise noch Geld da, damit der Fremde weiter gepflegt wird.

 Barmherzigkeit gibt es in vielen Kulturen, Religionen, zu allen Zeiten. Auf Mohammed, den Begründer des Islams etwa, geht folgende Äußerung zurück: Jede gute Tat ist Barmherzigkeit. Dem Dürstenden Wasser reichen ist Barmherzigkeit. Einen Stein aus dem Weg schaffen ist Barmherzigkeit. Den Nächsten überreden, er möge tugendhaft sein ist Barmherzigkeit. Dem Wanderer den Weg zeigen ist Barmherzigkeit. Lächeln, indem wir dem Nächsten ins Antlitz schauen ist Barmherzigkeit. Oder auf Aesop bereits 1000 Jahre zuvor:

 Keine Tat der Barmherzigkeit, wie klein auch immer, ist vergebens.

 

Christen sind in besonderer Weise für Barmherzigkeit ausgerüstet, weil Gott uns Menschen gegenüber Barmherzigkeit gezeigt hat und zeigt und zeigen wird. Mit dem Wissen um Gottes Barmherzigkeit mit uns ist unser Herz gut ausgerichtet. Das ist wohl so etwas wie das Gegenteil von einem Teufelskreis, man könnte von einem „Gotteskreis“ sprechen: Gott ist barmherzig, deshalb können wir barmherzig sein.

 Offene Augen für die Menschen um uns lassen uns bestimmt viele Möglichkeiten erkennen, uns mit Kleinigkeiten oder mit mittleren oder Großtaten unseren Mitmenschen zuzuwenden. Und das wird wiederum uns selbst glücklicher machen als wir vorher waren. Oft reicht schon ein freundliches Lächeln, eine Frage mit echtem Interesse am anderen,

sich Zeit nehmen für jemanden.

 

In Wuppertal gibt es zum Beispiel ein Zentrum für gute Taten e.V.. Auf der Homepage findet man Anregungen. Hier nur zwei aus einer Fülle weiterer Vorschläge:

 

Angebot 224026: Menschen aus der Ukraine bei ihrem Start in Wuppertal unterstützen: Die Vereine Miteinander-Füreinander Heckinghausen, die evangelische Kirchengemeinde Heckinghausen, der Sozialdienst katholischer Frauen im Bergischen Land und die Tafel Wuppertal haben gemeinsam die Initiative "Starthilfe Wuppertal" aufgebaut. Die Initiative sucht für viele Bereiche ehrenamtliche Unterstützer*innen, zum Beispiel: 

        Kinderprogramme gestalten

        Aktionen planen und umsetzen

        Infos für Geflüchtete und Helfer*innen zusammenstellen

 

Angebot 212695 Hilfe für Geflüchtete bei Behörden: In der Neuen Kirche / Sophienkirche in Elberfeld-West gibt es ein Begegnungscafé, in dem sich geflüchtete Menschen regelmäßig treffen können. Die evangelische Gemeinde sucht Menschen, die im Café mitarbeiten, beim Ausfüllen von Formularen helfen und Fragen beantworten.

 

Ich wünsche mir, dass Gott mein Herz offen und meinen Arm tätig werden lässt, um eine Grundhaltung der Barmherzigkeit in mein Leben zu integrieren.

 

Lied: zhue 188 Herr, Deine Gnade – Mercy is falling

 

6Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; 

 

denn sie sollen satt werden.        Gedanken von Anke Helfer

 Was bedeutet der Begriff Gerechtigkeit zur Zeit Jesus. Die Menschen in Israel kannten fast alle Hunger und Durst. 43 Verse der Bibel behandeln das Thema „Hunger“ und Jesus tut Wunder gegen den Hunger, so z.B. bei der Hochzeit von Kana und bei der Speisung der 5000.

 Hunger und Durst kennen wir hier in Deutschland kaum, die meisten von uns leben im Überfluss. Trotzdem gibt es viele Dinge, die wir ungerecht finden. Die gesellschaftlichen Gegensätze werden immer größer. Auf der einen Seite die Superreichen und auf der anderen der Anstieg der Obdachlosenzahlen. Da gibt es einige wenige Millionäre, die stehen vielen Arbeitnehmer*innen gegenüber, die nicht einmal den Mindestlohn erhalten. Ungleicher Lohn für Männer und Frauen bei gleicher Arbeit ist auch 2022 noch Thema. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. 

 Wir wollen uns in Gottes Namen für die Außenseiter einsetzenà laut für sie werden.

 Nicht nur im Stillen wollen wir über die Ungerechtigkeit nachdenken, sondern uns laut zur Wehr setzen. Wer das nicht schafft und an Ohnmacht und Unrecht leidet, hat Gott an seiner Seite.

 „Selig die…“ heißt in modernen Bibelübersetzungen häufig „Glücklich, die…“ Glück empfinde ich, wenn ich den Mut gefunden habe, für die Gerechtigkeit lautstark einzutreten. Z.B. wenn ich mit der Gewerkschaft auf die Straße gehe und höhere Löhne für Pflegekräfte fordere.

 Eine weitere Seligpreisung beschäftigt sich mit Gerechtigkeit.

 

10Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden;  denn ihrer ist das Himmelreich.

 Die Urchristen wurden verfolgt wegen ihrer Treue zu Jesus Christus und zu seinem Evangelium. Auch heute noch werden Christen in vielen Ländern unterdrückt oder getötet. Kenn wir auch jemanden, der verfolgt wurde, der vielleicht vor Verfolgung in unser Land geflohen ist. Wir können Interesse an den Geschichten der Verfolgten zeigen, uns eine eigene Meinung bilden und deutlich Partei ergreifen.

 Verfolgung kann auch sein, jemanden durch Reden in die Enge zu treiben, jemanden klein zu machen. Jesus steht auf der Seite solcher Verfolgten, er liebt sie, er ging den Weg der Gerechtigkeit. Er zog damit den Hass der Menschen auf sich und setzte sein Leben dafür ein.

 

Lied: zhue 282 Dein Reich komme

 

9Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.

 

                   Fundstücke von Gisela Felder

 

Der erste Friede

 

Der erste Friede, der wichtigste, ist der, welcher in die Seele des Menschen einzieht; wenn die Menschen ihre Verwandtschaft, ihre Harmonie mit dem Universum einsehen und wissen, dass im Mittelpunkt der Welt das große Geheimnis wohnt.

 Und dass diese Mitte tatsächlich überall ist; sie ist in jedem von uns. Dies ist der wirkliche Friede.

 Alle anderen sind lediglich Spiegelungen davon.

 Der zweite Friede ist der, welcher zwischen einzelnen geschlossen wird.

 Und der dritte ist der zwischen Völkern

 Doch vor allem sollt ihr sehen,

 dass es nie Frieden zwischen Völkern geben kann, wenn nicht der erste Friede vorhanden ist,

 welcher innerhalb der Seele wohnt.           Navajo-Indianer

 

 Wenn das Band zwischen Himmel und Erde zerschnitten ist, kann Erzählen zu einer heilsamen Kraft werden   (von Doris Weber) „Jetzt ist die Zeit, dass die Menschheit innehält, sich vertieft in ihre Quellen kollektiver Weisheit, alter wie moderner. Wir können die Wunden nur heilen, uns versöhnen, wenn wir uns unsere Geschichte erzählen, wir können die Gräben nur zuschütten, wenn wir uns ein Gesicht geben.“ Diese Worte sagte die indische Schriftstellerin Arundathi Roy nach dem Anschlag auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001: Zeit zum Innehalten. Wenn Kriege Menschenleben zerstören, wenn aus Freunden Feinde werden. Wenn Länder aufrüsten mit Waffen und Worten. Wenn der Hass ausbricht.

 Erzählt eure Geschichte, denn wenn dies geschieht, bekommt das fremde Gegenüber ein menschliches Gesicht. „Durch das Geschichtenerzählen kommen wir mit einer Stärke in Berührung, die wir möglicherweise vergessen haben, mit einer Weisheit, die vielleicht nachgelassen hat oder gar verschwunden ist, und mit Hoffnungen, die sich verdunkelt haben. Vor allem bekommen wir durch das Geschichtenerzählen so etwas wie Liebe und Mut zum Leben. Es ist wie ein Gebet, es kräftigt und stärkt uns“, so ermutigte die amerikanische Psychotherapeutin Nancy Mellon in ihren Erzählworkshops die Frauen und Männer, mit ihren Worten und Gedanken zum inneren und äußeren Frieden beizutragen. Denn Welt wird erschlossen durch Erzählen. Überall, wo die Hoffnung nicht selbstverständlich ist, beginnen Menschen zu erzählen. Die Unterdrückten, die Armen, die Geknechteten leben von den Geschichten der Hoffnung. Jesus selbst wurde als Meister der Kommunikation bezeichnet, auch er ermutigte die Menschen: Erzählt eure Geschichte, denn wenn dies geschieht, bekommt das fremde Gegenüber ein menschliches Gesicht. Und die Gewissheit, dass wir dazugehören, Teil der Menschenfamilie auf diesem Globus sind.

 

 9Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.

 

Lied: svh 068 Friede sei mit Dir – Manfred Siebald

 

Seligpreisungen                  Christa Diederichs

 Die Seligpreisungen – ein sehr bekannter Text in unserer Bibel. Und dennoch haben wir uns in der Vorbereitung zunächst einmal die Zähne daran ausgebissen. 

 Wir hatten doch sehr unterschiedliche Herangehens- bzw. Auslegungsweisen. Dies vor allem, was die Zeit betraf, in der die Seligpreisungen Gültigkeit erlangen. Selig sein oder Glück haben bei Gott - wann wird das sein? 

Unsere eigenen Lebens- und Glaubenserfahrungen haben uns erkennen lassen, dass diese Verse aus der Bergpredigt keine Vertröstung in die Zukunft sind, sondern als ganz aktuell in unser Leben hineingesprochen empfunden werden dürfen. Die Seligpreisungen, sie sind ein Versprechen Gottes an jede/n von uns, bei ihm und durch ihn glücklich zu sein oder zu werden. Hören wir sie noch einmal:

 

Bekenntnis – von D. Bonhoeffer Ich glaube, dass Gott aus allem,  auch aus dem Bösesten, 

 Gutes entstehen lassen kann und will.  Dafür braucht er Menschen,  die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.

 

Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage  so viel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen.  Aber er gibt sie nicht im voraus,  damit wir uns nicht auf uns selbst,  sondern allein auf ihn verlassen. 

 In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein.

 

Ich glaube, dass Gott kein zeitloses Schicksal ist,  sondern dass er auf aufrichtige Gebete  und verantwortliche Taten wartet und antwortet.

 

Lied: zhue 297 Selig seid ihr

 

Fürbitten               M.Haucke / A.Helfer/ Ch.Diederichs

 Vater!

 In diesen Zeiten wünschen wir uns ganz besonders Frieden. 

 Vor allem den Menschen in der Ukraine wünschen wir ein Ende des Krieges  und, dass es ihnen bald wieder besser geht.  Aber alle Menschen,  auch in anderen Kriegsgebieten auf der ganzen Welt, brauchen Frieden. 

 Auch wir hier kennen Unfrieden in unseren Herzen. 

 Mit uns selbst, mit Angehörigen, Nachbarn, Kollegen. 

 Wir bitten dich, schenke uns deinen heilenden Frieden.

 Guter Gott! 

 Wir beten für die Menschen, denen es nicht gut geht,  die krank sind und die keine Hoffnung mehr haben. 

 Wir beten für die, die durch Corona einen Menschen verloren haben  oder immer noch an den Folgen der Krankheit leiden  und für die vielen alten Menschen in den Pflegeheimen,  die einsam sind durch die Einschränkungen der Pandemie.  Sei ihnen ein Zeichen der Hoffnung. 

 Guter Gott! 

 Wir bitten dich für die Kirche, für unsere Gemeinden. 

 In den vergangenen Jahren haben wir durch die Lockdowns vieles an unserem Gemeindeleben ändern müssen. 

 Dankbar sind wir für allen daraus erwachsenen Ideenreichtum,  für alle Kreativität. 

 Jetzt dürfen wir eine Zeit der Lockerungen in unseren Gemeinden erleben. 

 Da bitten wir, Herr, 

 dass viele sich wieder besinnen auf das, 

 was sie in Gottesdiensten, in der Gemeinschaft erfahren haben und erleben durften  und diese Angebote der Gemeinde gerne wieder angenommen werden.  Lass uns alle wieder die Erfahrung machen, 

 dass junge und alte Menschen, Mädchen und Jungen, Männer und Frauen einen Platz in der Gemeinde finden, wir aufeinander hören und miteinander reden  und denen zur Seite stehen, die eine hilfreiche Unterstützung brauchen.  Lass uns deiner Gnade, Deiner liebevollen Zuwendung immer bewusst sein.

 

Unser Vater im Himmel

 Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

Segen              Christa Diederichs & Michael Seim

 Wenn das Leben Wurzeln schlägt und die Hoffnung Blüten treibt, wenn die Liebe Früchte trägt, und auf Erden Frieden wächst dann hat der Himmel die Erde berührt, und unsere Erde den Himmel gespürt. Wenn ein Wort das Schweigen bricht und im Leid ein Lied erklingt,

 wenn das Brot den Hunger stillt und dem Fels ein Quell entspringt,  dann hat der Himmel die Erde berührt, und unsere Erde den Himmel gespürt. Wenn uns Gott als Mensch erscheint und ein Kind zum König wird,  wenn die Treue uns vereint und ein Mensch den andern liebt, dann hat der Himmel die Erde berührt, und unsere Erde den Himmel gespürt. Wenn der Tag die Nacht vertreibt und das Eis die Sonne spürt, wenn ein Licht den Weg uns weist und die Angst die Macht verliert, dann hat der Himmel die Erde berührt, und unsere Erde den Himmel gespürt. Dann hat der Himmel die Erde berührt, und unsere Erde den Himmel gespürt. Herr, lass uns spüren Dein zartes Berühren, und gib uns die Kraft, die Berührungen schafft.

 

Lied: zhue 91 Verleih und Frieden

 

Nachspiel

 

                                                

 

 

Bekanntmachungen (PresbyterIn)

 Folgendes möchte ich Ihnen noch mitteilen, liebe Gemeinde: 

 Die Kollekten vom vergangenen Sonntag betrugen:

 Für das GAW und Kinder- und Jugendarbeit 544,85 €

 Für die Kirchenmusik                                         242,02 €

Herzlichen Dank! Gott segne Geber und Gaben und all das,  was mit diesen Gaben geschieht! 

 

Die heutige Klingelbeutelkollekte geht an die Diakonie, um schnell und unbürokratisch denen zu helfen, die sich in einer Notsituation befinden.  Die Ausgangskollekte ist bestimmt für die VEM in Afrika und Asien. Ziel ist die Sicherung medizinischer Versorgung in abgelegenen Regionen aber auch für ärmere Gesellschaftsschichten, die sich eine ärztliche Betreuung nicht leisten können.

 

Da die politische Situation unverändert ist, bieten wir auch weiterhin Friedensgebete an: freitags im 14- tägigen Wechsel. Also wieder am 27. Mai im Gemeindezentrum Petruskirche und am 3. Juni in der Lichtenplatzer Kapelle. Bitte achten sie auch auf Aushänge und aktuelle Informationen auf der Homepage.

 

Und: Bitte schon vormerken: Am 12. Juni findet unser diesjähriges Gemeindefest mit dem Motto statt: WIR FEIERN WIEDER GEMEINSAM ! Näheres später.

 

Und nun herzliche Einladung zu unserem Open Air Gottesdienst zu Himmelfahrt am 26.5. an der Lichtenplatzer Kapelle mit Diakon Arne Würzbach. 

 

Die Gottesdienste am 29.5. finden wie gewohnt in beiden Gottesdienststellen mit Prädikant Gunnar Grams statt: Um 9.30 Uhr in der Lichtenplatzer Kapelle und um 11 Uhr im Gemeindezentrum Petruskirche.

 

 

 


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