Gottesdienst zum 17.04.2022 mit Pfr. Michael Seim

 

 

 

Vorspiel

 

 

 

Eröffnung / Begrüßung  (Presbyter*in)

 

Weil Gott uns durch die Auferstehung Jesu ein neues Leben und der Welt eine neue Perspektive und Hoffnung schenkt, darum feiern wir diesen Gottesdienst im Namen des dreieinen Gottes,

 

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

Unser Anfang und unsere Hilfe stehen dabei im Namen des Herrn, …"

 

Gemeinde: "… der Himmel und Erde gemacht hat …"

 

Presbyter/in:„… der Bund und Treue hält ewiglich …“

 

Gemeinde: "… und nicht loslässt das Werk seiner Hände."

 

 

 

Schön, dass Sie da sind! Schön, dass Ihr da seid! Nach zwei Jahren ohne Ostern in unseren Räumen, können wir dieses Fest nun wieder mit diesem Gottesdienst feiern. Wir freuen uns darüber, - denn irgendwie zeigt das ja passend zu Ostern auch, dass ein neues Leben möglich ist. Denn von ihm heißt es in der Offenbarung des Johannes:

 

Christus spricht ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.

 

Offbenbarung  1,18

 

 

 

Als erstes Lied singen wir nun

 

Lied           zhue          435,1-4      Ein neuer Tag beginnt

 

 

 

Psalm        (nach Psalm 21  -   zhue S. 51)

 

Du, Herr, kommst uns entgegen.

 

Du trittst aus dem Tod ins Leben.

 

Du bist bei uns alle Tage

 

und hilfst uns allezeit wunderbar.

 

Ein Mensch den Menschen, ein König den Herrschenden

 

ein leidender den Kranken, ein Träumender den Hoffenden.

 

Die Unmündigen berührst du,

 

und sie tun ihren Mund auf gegen den Tod.

 

Wir rufen und du hilfst uns Tag und Nacht,

 

wir schreien und du lässt uns nicht im Stich.

 

Deine Linke trifft unsere Widersacher,

 

und deine Rechte rückt die Gottlosen zurecht.

 

Die Gottlosen schlägst du in die Flucht,

 

ihr Leben ist wie ein Sandkorn, das im Meer versinkt.

 

Steh auf, Herr, unter den Völkern.

 

Erhebe dich und beweise deine Macht.

 

Gemeinde: Mit Melodie: (EG 197,3) Ehr sei dem Vater und dem Sohn

 

 

 

Eingangsgebet

 

Gott!

 

Es ist kaum zu glauben,

 

unsere Hoffnung fast erloschen,

 

manchmal sehen wir kaum eine Perspektive.

 

Doch dann erleben wir es immer wieder

 

auch im Alltag unseres Lebens:

 

dass Neues aufbricht,

 

dass etwas zu knospen beginnt,

 

dass aus alten Wurzeln neue Triebe sprießen.

 

So alltäglich das immer wieder sein mag,

 

es ist doch auch immer wieder etwas Besonderes,

 

das Symbol und Zeichen Deiner lebendigen Kraft für diese Welt sein kann.

 

Und wenn die Hoffnung doch wieder schwinden,

 

wenn der Alltag uns wieder gefangen nimmt,

 

wenn wir die Perspektive verlieren,

 

dann, Gott, stärke uns durch Dein Wort!

 

Darum: Herr erbarme Dich!

 

Gemeinde: (mit Melodie: EG 178.11) "Herr, erbarme dich ..."

 

 

 

Gnadenzusage

 

Gott hat sich in Jesus Christus unser erbarmt,

 

der als der Auferstandene zu sagen weiß:

 

Ich war tot, und siehe,

 

ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit

 

und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle!

 

Das stärke uns im Glauben zum ewigen Leben.

 

Darum: Ehre sei Gott in der Höhe!

 

Gemeinde: (mit Melodie: EG 26) Ehre sei Gott in der Höhe

 

 

 

Kollektengebet

 

Herr, Jesus Christus!

 

Schenk Du uns immer wieder diese Hoffnung,

 

die an Dir festhält, die das Leben preist und aus der Kraft Deiner Auferweckung gespeist wird!

 

Schenk Du uns den Glauben, der bekennt,

 

dass das Leben mit dem Tode nicht endet,

 

der darum weiß, dass wir von Dir erwartet werden!

 

Herr, Jesus Christus!

 

Schenk uns die Liebe,

 

die so offen und begeisternd von Ostern reden kann,

 

so dass die Welt es hören kann und hören will.

 

Das bitten wir Dich in Deinem Namen, Amen

 

 

 

Lesung               1. Samuel 2,1-8a

 

 

 

Lied                    zhue 411,1-5 Wir wollen alle fröhlich sein

 

 

 

Predigt Lukas 24,1-12 (nach der Basis-Bibel)

 

Liebe Gemeinde!

 

 

 

Unglaublich!

 

Dass Frauen die ersten Zeugen der Auferweckung sein sollen oder wollen, ist einfach unglaublich. Selbst für die Apostel ist es nicht zu glauben und nicht zu verstehen, und dennoch und trotzdem hat Lukas keine Scheu davor, genau davon der Welt zu erzählen, auch wenn Frauen damals eben nicht als verlässliche Zeugen zählen. Lukas vertraut ihnen dennoch, setzt sie an erste Stelle, weil Jesus, ja, weil der Himmel ihnen vertraut –

 

und davon erzählt uns Lukas so:

 

 

 

Am Karfreitag noch, da waren sie, die Frauen, die letzten unterm Kreuz. Da hieß es:

 

Auch sie sahen alles mit an,

 

mussten hilflos, ratlos, fassungslos das alles mit ansehen und waren schließlich auch die letzten nachher am Grab, als Jesu Leichnam gerade noch dort abgelegt worden war. Auf die üblichen Zeremonien und Gebräuche hatte man so kurz vor dem Sabbath verzichten müssen. Doch nun:

 

Am ersten Tag der neuen Woche gingen die Frauen gleich in der Morgendämmerung zum Grab.

 

Sie wollen jetzt endlich Jesus die letzte Ehre erweisen und nachholen, was geboten war, geboten schien. Sie waren sie die letzten und würden die ersten am Grab wieder sein. Von Jesu Jüngern, von den Apostel ist weit und breit keine Spur. Lukas kommt erst später wieder auf sie zurück und konzentriert sich hier – gegen alle Gepflogenheiten – auf das, was diese Frauen erlebt und was sie zu berichten, was sie zu bezeugen hatten. Auch wenn sie in der damaligen Gesellschaft kaum als Zeugen zählten: Was sie erlebt und wovon sie zu berichten hatten, davon wollte Lukas trotz allem erzählen – auch wenn er wusste, er würde seinen Bericht so angreifbar machen, - auch wenn er ahnte, man einer würde seinen Bericht als ‚reine Erfindung‘ abstempeln. Lukas vertraut diesen Frauen, so unglaublich es auch ist, was diese erzählten.

 

 

 

Namentlich nennt er dabei Maria aus Magdala, die Jesus zu Lebzeiten von sieben Dämonen befreit hatte, wie es früher hieß. Seither konnte sie wieder befreit aufatmen und leben; seither war sie ihm durch Galiläa und Judäa bis hierher nach Jerusalem gefolgt; seither hatte sie ihm ihr Leben anvertraut.

 

Dabei war auch Johanna,

 

die Frau von Chuza, einem Verwalter im Dienst von Herodes,                                (8,2)

 

die Jesus ebenfalls begleitet hatte; die ihn und die Seinen mit Geldern unterstützt hatte; die mit ihm von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf gezogen war und so ein ganzes Stück Leben mit all diesen Menschen geteilt hatte.

 

Außerdem war auch Maria, die Mutter von Jakobus mit dabei; sie, die Mutter eines der Jünger, die zu Jesu engsten Vertrauten gehörten. Der hatte auf dem Berg der Verklärung gesehen, wie zwei himmlische Gestalten, Mose und Elia, sich mit ihrem Jesus unterhielten. Unglaublich war schon damals, was dort geschah.

 

Und neben diesen dreien waren

 

noch andere (dabei) die zu ihnen gehörten.

 

Das war also eine größere Truppe, die nun ihrem Jesus die letzte Ehre erweisen wollten. Das blieb ihnen noch. Das konnten und wollten sie noch für ihn tun.

 

 

 

Doch was sie dann erlebten, war einfach unglaublich. Der Stein war weggerollt. Das Grab war leer. Der Leichnam Jesu war einfach fort. Doch damit nicht genug. Mitten in ihre Überlegungen, was das denn bedeuten können, und mitten in ihr Erstaunen

 

traten zwei Männer in leuchtenden Gewändern zu ihnen,

 

und sie kamen aus dem Staunen gar nicht heraus. Zwei himmlische Gestalten traten zu ihnen und sprachen sie an. Zwei Männer bezeugten ihnen dabei, dass Jesus lebt. Denn, so heißt es in den alten Schriften:

 

durch zweier oder dreier Zeugen Mund soll eine Sache gültig sein.

 

5. Mose 19,15

 

Ein Zeuge kann sich irren. Aber zwei identische Zeugnisse zählen als Beweis. Und diese beiden Männer, diese beiden himmlischen Gestalten, die bereits auf dem Berg der Verklärung mit Jesus gesprochen hatten, die ihn also kannten, die ihn bereits zuvor gesehen hatte, - die beiden also, die sich in himmlischen Dingen auskannten, die sagten und fragten die Frauen nun:

 

Warum sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier! Gott hat ihn von den Toten auferweckt! Erinnert Euch an das, was er damals in Galiläa gesagt hat!

 

Unglaublich! Woher wussten die das? Unglaublich – aber:

 

durch zweier oder dreier Zeugen Mund soll eine Sache gültig sein.

 

Unglaublich – aber wo hätten sie ihn sonst suchen sollen? Unglaublich – aber er ist ja wirklich nicht hier. Unglaublich – aber sie sagen ja:

 

Gott hat ihn von den Toten auferweckt!

 

Unglaublich – aber woher wussten die das, die beiden da, was er, Jesus, ihnen damals gesagt hatte? Und sie erinnerten sich: Ja, das hatte er ihnen gesagt:

 

Der Menschensohn muss ausgeliefert werden … und am Kreuz sterben.

 

Schon das hatten sie ja damals nicht verstehen und nicht glauben wollen. Aber das hatten sie ja nun leider selber erlebt.

 

Aber am dritten Tag wird er von den Toten auferstehen,

 

das hatte er auch noch gesagt. Und heut ist nicht Freitag, nicht Sabbath, heute ist der dritte Tag.

 

Da erinnerten sich die Frauen an das, was Jesus gesagt hatte.

 

Ob die Frauen da schon geglaubt hatten, was die Männer ihnen anvertraut hatten, das wird hier von Lukas noch nicht gesagt. Aber unglaublich ist ja bereits, was sie selbst hier erlebt hatten. Unglaublich schon, was die Frauen nun den Aposteln erzählten, und die

 

hielten ihren Bericht für reine Erfindung und glaubten ihnen nicht.

 

Unglaublich, unfassbar, unbegreiflich ist einfach, was sie da berichteten. Aber: es waren nicht nur zwei oder drei, es waren mehrere Frauen, die Identisches bezeugten und berichteten:

 

Auf zweier oder dreier Zeugen Mund soll eine Sache gültig sein.

 

Doch ganz dem alten Denken und den alten Strukturen verhaftet, zählte ihr Zeugnis offenbar einfach nicht. Denn Zeugen, das konnten eben doch nur Männer sein. Von Zeuginnen war schließlich nie die Rede gewesen.

 

 

 

Darum ist es so unglaublich, dass Lukas diese Geschichte genau so erzählt, - so unglaublich, dass er es gar selbst thematisiert:

 

Die Apostel hielten ihren Bericht für reine Erfindung.

 

Doch gerade darum, weil es so unglaublich scheint- ist es doch glaubhaft, was und wie Lukas es da erzählt. Und Lukas hört ihnen zu und traut ihnen, weil sie mehr als sine sind, weil sie Identisches erzählen und bezeugen, weil später auch Petrus das Grab leer vorfindet, und sicher weil Lukas es auch selbst erlebt und erfahren hat, dass Jesus lebt. Darum stellt er auch uns noch die Frage:

 

Warum sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier!

 

So unglaublich das auch ist – dieser Jesus ist nicht im Grab und nicht bei den Toten, dieser Jesus ist auch heute noch bei den Lebenden mitten im Leben, mitten im Alltag unseres Lebens zu suchen und zu finden, so unglaublich das ist. Und er ist auch überall dort, wo wir altes Denken und alte Strukturen überwinden. Unglaublich – aber wahr!

 

 

 

Musikmeditation

 

 

 

Fürbitte

 

Du, Gott,

 

hast die Sonne aufgehen und es Tag werden lassen

 

nach Nächten der Trauer und der Trostlosigkeit.

 

Du hast es Tag werden lassen für alle,

 

denen es die Sprache verschlagen hatte,

 

die wie gelähmt waren,

 

die nicht mehr weiter wussten,

 

die mit ihrem Leben abgeschlossen hatten

 

angesichts als des Schrecklichen,

 

das sie gesehen und erlebt hatten;

 

doch Du hast ihre Blicke wieder nach vorne gerichtet.

 

Du, Gott, hast es Tag werden lassen

 

Und lässt es immer wieder Tag werde für alle,

 

die Schlimmes ertragen müssen,

 

denen die Hoffnung geraubt

 

und denen genommen wird, was ihrem Leben Sinn gibt.

 

‚Ich lebe‘, hast Du gesagt,

 

‚und Ihr sollt auch leben.‘

 

Ihr sollte leben und Euch des Lebens freuen,

 

sollt wieder lachen, singen und sich freuen können!

 

Dich, Gott, bitten wir darum für alle,

 

die tagtäglich den Tod vor Augen haben,

 

die derzeit Krieg und Gewalt ertragen müssen wie in der Ukraine, im Jemen oder in Israel-Palästina,

 

die Angst haben um sich und ihre Angehörige,

 

die Hunger und Not leiden wie in Somalia oder in der Republik Kongo!

 

Dich, Gott, bitten wir:

 

Befrei sie von allem, was sie belastet und bedroht!

 

Vertreib die Schatten, die über ihrem Leben liegen!

 

Lass diese Menschen wieder Dein Licht sehen:

 

Dein Licht,

 

das Licht der Hoffnung und der Zuversicht,

 

das Licht der Liebe und des Lebens,

 

das Licht des neuen Tages,

 

das Licht, das die Dunkelheit der Nächte für immer vertreibt.

 

 

 

Unser Vater im Himmel …

 

 

 

Segen

 

Gott behüte dich auf all Deinen Wegen.

 

Gott wärme Dich, wenn Angst Dich frieren lässt.

 

Gott durchflute Dich, wenn Liebe Dich hoffen lässt.

 

Der HERR segne dich und behüte dich;

 

der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;

 

der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

 

Gmd:  Amen, Amen, Amen

 

 

 

Lied                    zhue 412 Christ ist erstanden

 

 

 

Nachspiel

 

 


Bekanntmachungen (PresbyterIn)

 

Die heutige Klingelbeutelkollekte geht an das Kinderheim Nesselstraße, das Haus der Ev. Kinder-Jugend-und Familienhilfe Wuppertal.

 

Die Ausgangskollekte ist bestimmt für Brot für die Welt. Zunehmende Extremwetterereignisse bedrohen besonders den globalen Süden und dessen Existenzbedingungen. Brot für die Welt unterstützt Kleinbauernfamilien, um mit umweltfreundlichen und nachhaltigen Methoden gute Erträge zu erzielen.

 

 

 

Da die politische Situation unverändert ist, bieten wir weiterhin Friedensgebete an: freitags im 14- tägigen Wechsel: Also wieder am 22. April in der Lichtenplatzer Kapelle und am 29. April im Gemeindezentrum Petruskirche. Bitte achten sie auch auf Aushänge und aktuelle Informationen auf der Homepage.

 

 

 

Außerdem haben wir durch die Diakonie, sowie durch den Stadtverordneten für den Kothen erfahren, dass die Kothener Turnhalle als Erstaufnahmeeinrichtung für geflüchtet Menschen aus der Ukraine hergerichtet wird. Welche Hilfebedarfe hier konkret notwendig werden, wird sich erst noch in den kommenden Wochen ggfs. Monaten herausstellen, aber die Diakonie erwartet bereits jetzt, dass vor allem bei der abendlichen Essensausgabe (wohl zwischen 18.00 und 20.00 Uhr) Unterstützung durch ehrenamtliches Personal wertvoll sein könnte. Auch sprachgewandte Personen, die aus dem Ukrainischen oder Russischen übersetzen können, wären hilfreich bei manchen Erledigungen. Erwartet wird jedoch auch ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis, da es durchaus Menschen gibt, die sich die Not der Geflüchteten für eigene Interessen zu Nutze machen. Davor wollen wir sie schützen. Wir als Kirchengemeinde unterstützen Sie gern, ein solches Zeugnis zu beantragen. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Frau Mageney-Capar (Vorsitzende des Diakonieausschusses) oder an Pfr Seim.

 

 

 

Und nun herzliche Einladung zum Gottesdienst am 24.4. um 9.30 Uhr in der Lichtenplatzer Kapelle und um 11 Uhr im Gemeindezentrum Petruskirche mit Taufe. Beide Gottesdienste mit Pfarrer Seim.

 

 

 

 

 

 

 

Vor allem aber wünschen wir Ihnen eine gute und gesegnete Zeit.

 

Bleiben Sie behütet!                                                                                                                    Ihr Pfr. Michael Seim

 

 

 


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