Gottesdienst zum 20.02.2022 mit Pfr. Michael Seim

 

 

 

Vorspiel

 

 

 

Eröffnung / Begrüßung  (Presbyter*in)

 

Durch sein Wort hat Gott diese Welt und auch uns geschaffen. Durch sein Wort spricht er uns an. Und weil wir auf sein Wort hören wollen, kommen wir zu ihm und feiern diesen Gottesdienst im Namen des dreieinen Gottes:

 

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

Unser Anfang und unsere Hilfe stehen dabei im Namen des Herrn, …"

 

Gemeinde: "… der Himmel und Erde gemacht hat …"

 

Presbyter/in:„… der Bund und Treue hält ewiglich …“

 

Gemeinde: "… und nicht loslässt das Werk seiner Hände."

 

 

 

Ein herzliches Willkommen Ihnen und Euch allen! Schön, dass Sie heute wieder zu uns gekommen sind, auch um auf Gottes Wort zu hören. Denn mit seinem Wort, das Gott uns schenkt, macht er ja deutlich: Er möchte mit uns ins Gespräch kommen. Er möchte mit uns reden. Und so heißt es im Wochenspruch für die heute beginnende Woche:

 

Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht.

 

Hebräer 3,15

 

Wie wichtig das ist, miteinander im Gespräch zu bleiben, das erfahren wir in letzter Zeit immer wieder, ob wir in die große Politik oder in den eigenen Freundes- und Bekanntenkreis schauen. Vielleicht hat uns Gottes Wort ja auch dazu heute etwas zu sagen.

 

Und als erstes Lied singen wir nun:

 

Lied  197,1-2              Herr öffne mir die Herzenstür

 

 

 

Psalm 119  nach Klaus Bastian

 

Dein Wort ist meines Fußes Leuchte

 

und ein Licht auf meinem Weg.

 

Auf Dein Wort hin wird es hell auf der Erde.

 

Auf Dein Wort hin breitet sich der Himmel aus.

 

Dein Wort lässt Pflanzen, Tiere und Menschen werden.

 

Dein Wort schafft Himmel und Erde.

 

Auf Dein Wort hin baut Noah die Arche.

 

Auf Dein Wort hin gehen Menschen und Tiere hinein.

 

Dein Wort setzt den Regenbogen in die Wolken.

 

Dein Wort bewahrt Himmel und Erde.

 

Dein Wort ist meines Fußes Leuchte

 

und ein Licht auf meinem Weg.

 

Auf Dein Wort hin gehen Abraham und Sara los.

 

Auf Dein Wort hin zieht Israel aus Ägypten.

 

Dein Wort begleitet das Volk durch die Wüste.

 

Dein Wort führt sicher durch Himmel und Erde.

 

Auf Dein Wort hin zieht Deborah gegen die Unterdrücker.

 

Auf Dein Wort hin nennt Jesaja das Unrecht beim Namen.

 

Dein Wort macht die Mächtigen nervös.

 

Dein Wort erschallt durch Himmel und Erde.

 

Dein Wort ist meines Fußes Leuchte

 

und ein Licht auf meinem Weg.

 

Auf Dein Wort hin werfen die Jünger die Netze aus.

 

Auf Dein Wort hin gehen die Jüngerinnen mit.

 

Dein Wort gibt Menschen Hoffnung.

 

Dein Wort bewegt Himmel und Erde.

 

Auf Dein Wort hin bin ich geschaffen.

 

Auf Dein Wort hin bin ich getauft.

 

Dein Wort begleitet mich, wo immer ich bin.

 

Dein Wort ist für mich Himmel und Erde.

 

Dein Wort ist meines Fußes Leuchte

 

und ein Licht auf meinem Weg.

 

Gemeinde: Ehr sei dem Vater und dem Sohn, …

 

 

 

Gebet

 

Barmherziger Gott!

 

Näher als gedacht bist Du uns durch Dein Wort.

 

Direkt auf unserer Zunge soll es liegen.

 

Direkt in unseren Herzen soll es zu finden sein.

 

Nicht fern bleibst Du uns,

 

sondern nah kommst Du uns,

 

gerade auch durch Menschen,

 

die sich uns zuwenden,

 

denen wir uns zuwenden,

 

die uns ein Wort schenken,

 

mit denen wir ins Gespräch kommen.

 

Lass uns im Gespräch bleiben

 

mit Dir, miteinander durch Dein Wort.

 

Das bitten wir Dich in Jesu Namen, Amen.

 

 

 

Lesung     Jesaja 55, 6-12a

 

 

 

Lied           295, 1 + 4            Wohl denen, die da wandeln

 

 

 

Predigt über Hebräer 4,12-13

 

 

 

Lebendig ist das Wort Gottes und energisch.

 

Es ist schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch und durch. Es durchdringt Seele und Geist, Mark und Bein. Es urteilt über die Gedanken und die Einstellung des Herzens. Kein Geschöpf bleibt vor Gott verborgen. Nackt und bloß liegt alles offen vor den Augen dessen, dem wir zu antworten, uns zu verantworten haben.

 

 

 

Liebe Gemeinde!

 

 

 

Alles beginnt mit Gottes Wort,

 

das uns geschenkt wird,

 

das mitten in uns lebendig werden,

 

das uns treffen kann.

 

Es beginnt mit Gottes Wort,

 

das Antwort erwartet,

 

das uns zum Maßstab wird,

 

welche Worte wir sagen

 

und was wir zu verantworten haben.

 

Alles beginnt mit Gottes Wort.

 

 

 

Diese Woche etwa beginnt heute mit diesem Wort ebenfalls aus dem Hebräerbrief:

 

Heute, wenn Ihr seine Stimme hört, so verstockt Eure Herzen nicht.

 

Hebräer 3,15

 

Dem Autor dieser Zeilen, dieser Predigt, ist es also ein Anliegen, dass Gottes Wort gehört wird, denn, so seine Überzeugung: Dieses Wort Gottes dient dem Leben! Ja, es ist das Leben. Nur mit ihm wird unser Leben lebendig, energisch und stark. Denn an der Geschichte Israels weist er nach, dass immer dann, wenn dieses Wort nicht gehört und nicht befolgt wurde, dass immer dann, wenn sich andere Interessen und Mächte in den Vordergrund drängen, dass es dem gesamten Volk immer dann eher schlechter als besser erging. Und genau das, so der Autor dieser Zeilen, genau das gilt es für die christlichen Gemeinden – also auch für uns – zu vermeiden.

 

Wenn wir heute also in der Nachfolge Jesu unterwegs sein wollen, dann ist also zunächst und vor allem zu fragen, was Gottes Wort uns heute sagt. Das gemeinsam zu reflektieren, dafür wird auf der Gemeindeversammlung nachher genügend Zeit sein – hoffe ich.

 

Vor allem aber bleibt zunächst festzuhalten: Wenn wir als Gemeinde lebendig werden und lebendig sein wollen, dann gelingt uns das nur aus Gottes Wort und mit Gotte Wort. Darauf haben wir zu hören und uns also etwas sagen zu lassen, wenn uns denn an dieser Gemeinde – aber auch an unserem Leben liegt. Denn: Alles beginnt mit Gottes Wort. Also:

 

Heute, wenn Ihr seine Stimme hört, so verstockt Eure Herzen nicht.

 

 

 

 

 

Es beginnt mit Gottes Wort,

 

das Antwort erwartet,

 

das uns zum Maßstab wird.

 

Denn daran, so der Autor dieser Zeilen, werden wir gemessen werden. Dabei sind das sehr drastische Bilder, die der Autor hier nutzt:

 

Ein zweischneidiges Schwert, das war zu diesen Zeiten damals die High-Tech-Ausrüstung unter den Waffen.  Mit solchen Schwertern konnte man Kriegen führen, darin bestehen, beziehungsweise die Gegner abmetzeln, weil diese zweischneidigen Schwerter so scharf und gefährlich waren.

 

Und wenn nun Gottes Wort Maßstab und Richtschnur nicht nur für unser Handeln, sondern auch für unser Denken sein soll, dann kann ein entsprechend fallendes Urteil durchaus lebensgefährlich sein. Und niemand meine, er könne - oder wir könnten uns davor drücken. Denn, so der Autor dieser Zeilen wieder in drastischen Worten:

 

Kein Geschöpf bleibt vor Gott verbogen.

 

Nackt und bloß liegt alles offen vor den Augen dessen,

 

dem wir zu antworten und uns zu verantworten haben.

 

Da gibt es kein Drumherum, kein Täuschen, kein Sich-Drücken. Denn:

 

Es beginnt mit Gottes Wort, das Antwort erwartet, das uns zum Maßstab wird.

 

 

 

Es beginnt mit Gottes Wort. Und so kann jeder Tag für uns mit einem Wort Gottes beginnen, so wie es uns mit den Losungen z.B. nahegelegt wird. Für heute heißt es dort nach dem bereits zitierten Wochenspruch etwa:

 

Der Herr sprach zu Isaak:

 

Durch Deine Nachkommen sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden.

 

1. Mose 26,4

 

Hier wird also einem der Erzväter Israels gesagt, dass durch seine Nachkommen der Segen Gottes in die Welt kommen wird. Und wir können eigentlich nur festhalten, dass der Segen Gottes in der Tat durch das Volk Israel und schließlich dann auch durch den Sohn Israels, Jesus Christus, in die Welt gekommen ist.

 

Wir alle sehen in diesen Tagen aber auch, wie sehr alle Welt und auch das Volk Israel weiterhin des Segens Gottes bedarf. Egal ob wir auf die Coronapandemie oder auf den Unfrieden in vielen Regionen der Welt schauen: wir alle bedürfen weiter des Segens, der gerade auch durch die Nachkommen Israels in unsere Welt kommen soll. Und darum werden christliche Kirchen und Gemeinden immer auch an der Seite jüdischer Gemeinden zu stehen haben. Und: Christliche Kirchen und Gemeinden werden überall dort zu finden sein, wo man sich für den Frieden einsetzt und seine Wege bereitet.

 

Der Herr sprach zu Isaak:

 

Durch Deine Nachkommen sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden.

 

 

 

Im die Losung begleitenden Lehrtext heißt es dann dazu weiter:

 

Ihr aber, Brüder und Schwestern, seid wie Isaak Kinder der Verheißung!

 

Galater 4,28

 

Paulus schreibt also seinen galatischen Gemeinden, den Gemeinden, die er gegründet und von denen er sich so vieles erhofft hatte: Ihr aber, seid Brüder und Schwestern! Benehmt Euch geschwisterlich! Kommt zusammen! Trennt und vereinzelt Euch nicht! Und seid so Menschen, durch die der Segen Gottes in die Welt kommt – zum Heil und zum Frieden für alle Welt.

 

Das ist uns vielleicht auch gerade für heute gesagt: für uns als Gemeinde mit zwei Bezirken, für uns als eine Gemeinde auf dem Weg mit weiteren anderen Gemeinden, für uns als Gemeinde mitten in dieser Welt. Denn, so ein Zitat Dietrich Bonhoeffers, das wir ins Selbstverständnis unserer Gemeinde aufgenommen haben, das wir in der Gemeindeversammlung nachher vorstellen werden:

 

Die Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist.

 

Das, so könnte man sagen, hat sich Dietrich Bonhoeffer von Gottes Wort sagen und gesagt sein lassen. Und genau so hat er das Wort Gottes vielfältig lebendig werden lassen: in seinem Engagement für Kinder und Jugendliche im Wedding, in seiner Verbundenheit in der weltweiten Ökumene, wie in seinem Einsatz für den Widerstand – hier ist all das lebendig geworden. An ihm wird so deutlich, wie sehr Gottes Wort ein Leben bewegen und in die Welt wirken kann. Aber diese Worte, dieses Wort des Paulus gilt ja zum Beispiel auch uns:

 

Ihr aber, Brüder und Schwestern, seid wie Isaak Kinder der Verheißung!

 

Ihr aber seid geschwisterlich, seid verbindlich und barmherzig. Denn so kommt Gottes Segen auch zu Euch und durch Euch in diese Welt. Also:

 

Heute, wenn Ihr seine Stimme hört, so verstockt Eure Herzen nicht.

 

Denn:

 

Alles beginnt mit Gottes Wort,

 

das uns geschenkt wird,

 

das mitten in uns lebendig werden,

 

das uns treffen kann.

 

Es beginnt mit Gottes Wort,

 

das Antwort erwartet,

 

das uns zum Maßstab wird,

 

welche Worte wir sagen

 

und was wir zu verantworten haben.

 

Alles beginnt mit Gottes Wort

 

und mündet im Leben in dieser Welt. Amen

 

 

 

Musikmeditation

 

 

 

Fürbitte

 

Allmächtiger Gott,

 

der Du einem jeden Menschen sein Leben schenkst,

 

und der Du unsere Zeit in Händen hältst.

 

Du weißt um all die Menschen, die um einen ihrer Lieben trauern,

 

der nun plötzlich oder nach längerem Leiden

 

sein Leben vollendet hat.

 

Für die Hinterbliebenen bitten wir Dich:

 

Schenk ihnen Worte, die trösten und tragen

 

durch Menschen, die ihnen zur Seite stehen!

 

Lass sie auch Neues zu hoffen wagen!

 

Barmherziger Gott,

 

der Du einem jedem Menschen das Leben schenkst,

 

und uns immer wieder an neuem Werden und Wachsen Anteil gibst.

 

Du schenkst Eltern ihre Kinder

 

und vertraust Kinder der Obhut ihrer Eltern an.

 

Für alle Kinder und Jugendliche bitten wir Dich:

 

Lass sie Räume finden, in denen sie sich geschützt und geborgen fühlen!

 

Stell ihnen Menschen zur Seite,

 

die sie auf dem Weg ins Leben ermutigend begleiten.

 

Herr Jesus Christus,

 

der Du vom Vater zu uns gesandt bist,

 

und selbst immer wieder Menschen in die Welt zu anderen Menschen sendest.

 

Du hast Worte des ewigen Lebens,

 

Worte, die trösten, stärken und auch ermahnen.

 

Für alle, die in Kirchen und Gemeinden Verantwortung tragen, bitten wir Dich:

 

Schenk ihnen die rechten Worte zur richtigen Zeit!

 

Erinnere sie stets daran, in wessen Dienst Du sie stellst!

 

Stärke Du sie selbst mit Deinem Geist.

 

Heiliger Geist,

 

der Du Einsicht schenkst und Hilfe und Rat,

 

der Du den Überblick behältst

 

über das, was war, wie über das, was kommt.

 

Derzeit beraten die Politikerinnen und Politiker wieder von Tag zu Tag.

 

Ähnlich sieht es bei anderen Verantwortlichen in Wirtschaft und Gesellschaft aus:

 

Ratlos suchen sie nach dem richtigen Rat.

 

Darum bitten wir Dich:

 

Rate Du, und schenk Anteil an Deiner Weisheit, Einsicht, an Überblick!

 

Ebne Du Weg des Friedens, besonders in der Ukraine!

 

Befähige Du alle Verantwortlichen dazu,

 

das Richtige zu tun, zu reden oder zu lassen!

 

 

 

- Stille

 

 

 

Unser Vater im Himmel

 

Geheiligt werde dein Name.

 

Dein Reich komme.

 

Dein Wille geschehe,

 

wie im Himmel, so auf Erden.

 

Unser tägliches Brot gib uns heute.

 

Und vergib uns unsere Schuld,

 

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

 

Und führe uns nicht in Versuchung,

 

sondern erlöse uns von dem Bösen.

 

Denn dein ist das Reich

 

und die Kraft und die Herrlichkeit

 

in Ewigkeit. Amen.

 

 

 

Segen

 

Gott segne Dich mit einem geöffneten Herzen

 

und sei geistesgegenwärtig in Deinen Worten.

 

Gottes Liebe halte Dich bei Tag und bei Nacht.

 

Der HERR segne dich und behüte dich;

 

der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;

 

der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

 

Gmd:  Amen, Amen, Amen

 

 

 

Lied           198   Herr, dein Wort, die edle Gabe

 

 

 

Nachspiel

 

 

 

 

 

 

 

Bekanntmachungen (PresbyterIn)

 

Die Kollekten vom vergangenen Sonntag betrugen:

 

Für das Hospiz Dönberg                                                158,70 €

 

Für ausländische Kirchengebäude                                 66,50 €

 

Herzlichen Dank! Gott segne Geber und Gaben und all das,

 

was mit diesen Gaben geschieht!

 

 

 

Die heutige Sammlung geht an den Unterbarmer Kinderteller, der in der Woche frisch bereitetes Mittagessen und Nachmittagsbetreuung für Kinder von 6 bis 12 Jahren anbietet.   

 

Die Ausgangskollekte geht an die Diakonie RWL, die damit Menschen mit Behinderungen unterstützt, um ihnen den Alltag so weit als möglich barrierefrei zu gestalten und ihnen damit auch einen Zugang zu mehr gesellschaftlichen Aktivitäten ermöglicht.  

 

 

 

Eine herzliche Einladung auch zu den Gottesdiensten am 27. Februar, die wir gerne im Zeichen des Karnevals feiern möchten: Um 9.30 Uhr im Gemeindezentrum Petruskirche und um 11 Uhr in der Lichtenplatzer Kapelle mit Diakon Arne Würzbach. Thema wird Karneval sein, Verkleidung ist gerne gesehen. Eine Feier im Anschluss kann leider nicht stattfinden.

 

 

 

 

 

Vor allem aber wünschen wir Ihnen eine gute und gesegnete Zeit.

 

Bleiben Sie behütet!                                                                                                                        Ihr Pfr. Michael Seim

 

 

 

 

 


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