Gottesdienst zum 2.01.2022 mit Pfr. Michael Seim


Vorspiel


Eröffnung / Begrüßung (Presbyter*in)
Gott schenkt uns sein Licht in dieser Zeit, und darum feiern wir diesen Gottesdienst im Namen des dreieinen Gottes:
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Unser Anfang und unsere Hilfe stehen dabei im Namen des Herrn, …"
Gemeinde: "… der Himmel und Erde gemacht hat …"
Presbyter/in:„… der Bund und Treue hält ewiglich …“
Gemeinde: "… und nicht loslässt das Werk seiner Hände."


Ihnen und Euch allen vorab ein frohes und gesegnetes neues Jahr, von dem wir wieder sicher viel erwarten. Wir wünschen uns alle so sehr (wie auch bereits im letzten Jahr), dass diese Corona-Pandemie endlich ein Ende nimmt. So oder so, was auch geschehen mag, das Leben geht weiter und die Zeit schreitet voran. Aber so weiß es Johannes seinen Leserinnen und Lesern zu schreiben:
    Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom

    Vater, voller Gnade und Wahrheit. Joh 1,14b
Denn vor allem das: Gottes Herrlichkeit, sein Licht und seine Wahrheit mögen uns eben auch in diesem Jahr begleiten, uns Orientierung geben und uns die Richtung weisen.


Als erstes Lied singen wir nun mit Maske:

Lied 36,1-3 Fröhlich soll, mein Herze springen

 


Psalm 71 – nach Lothar Helm
Gott,
Du hast mich von Jugend auf gelehrt
und noch jetzt verkündige ich Deine Wunder.
Auch im Alter, Gott, verlass mich nicht,
und wenn ich grau werden, -
bis ich Deine Macht verkündige Kindeskindern
und Deine Kraft allen, die noch kommen sollen.
Gott,
Deine Gerechtigkeit reicht bis zum Himmel;
Du tust große Dinge,
2
Gott, wer ist Dir gleich?
Du lässt mich erfahren viel und große Angst
und machst mich wieder lebendig
und holst mich wieder herauf
aus den Tiefen der Erde.
Du machst mich sehr groß und tröstest mich wieder.
Gemeinde: Ehr sei dem Vater und dem Sohn, …

 


Gebet
Ja, Gott, Du tust große Dinge,
doch derzeit leben wir in großer Sorge.
Ja, wir sind dankbar für die Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten,
dennoch breitet sich die neue Mutante in aller Welt besorgniserregend schnell aus.
Ja, wir möchten das unsere dazu tun,
diese Pandemie einzudämmen,
doch wir spüren, wie wir zunehmend ermüden,
wie wir an Kraft und auch an Lebensmut verlieren.
Ja, Gott,
wir wollen auf Dich und Deine Gnade vertrauen,
doch manchmal wissen wir kaum mehr,
was wir noch glauben können oder sollen.
Wenn solche dunklen Gedanken kommen,
dann sei Du uns das Licht!
Schenk Du uns Perspektiven und Zuversicht! Amen

 


Lesung Lukas 2,25-40


Lied 39,1–5 Kommt und lasst uns

 

 

Predigt über Johannes 6,37


Liebe Gemeinde!


Da ist sie, die offene einladende Tür, durch die uns ein warmes Lichte entgegenstrahlt. Dahinter sehen wir einen Tisch mit Brot und Wein, als ob wir eingeladen wären, und über der Tür hängt sozusagen vom Himmel herab ein Schlüssel in der signifikanten Form eines Kreuzes. Dieses Kreuz scheint also der Schlüssel zu dieser offenen Tür zu sein.


Mit ihrem Bild setzt die Grafikerin Stefanie Bahlinger den Text der diesjährigen Jahreslosung um, setzt ihn in Szene, wenn Jesus Christus spricht:


Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.
Nach der Lutherübersetzung noch deutlicher:
… den werde ich nicht hinausstoßen.


Da ist also zunächst die geöffnete Tür. Wir müssen gar nicht erst klingeln oder klopfen, diese Tür hier steht jedermann offen, - offen, wie derzeit auch vor den Gottesdiensten unsere Türen, damit niemand diese Klinke berühren muss und so gegebenenfalls dieses tückische Virus übertragen werden kann.
Zur Ehrlichkeit gehört derzeit aber leider auch: Aufgrund der derzeitigen Pandemie kommt bei uns derzeit längst nicht jeder einfach so herein. Es gib sozusagen Hürden zu überwinden, Daten zu hinterlassen, - und schon ahnen wir, wie befreiend ein freier Zugang auf unser Gemüt wirken kann.
Zur Ehrlichkeit gehört weiter, dass wir selbst sicher nicht durch jede geöffnete Tür gehen, und dass an unseren offenen Türen viele Menschen vorübergehen. Viele wissen gar nichts von unseren Angeboten; andere interessieren sich nicht für das, was wir bieten, - und manch einem oder einer von uns, dem sein oder ihr Glaube wichtig geworden ist, kann gar nicht begreifen, dass andere so achtlos an unserer Tür vorübergehen.
Auch darum hat der Evangelist Johannes anscheinend schon gewusst, denn der Vorsatz zu unserer Jahreslosung lautet:

Alles, was mir der Vater gibt, das kommt zu mir.
Ob wir also das Angebot der offenen Tür im doppelten Sinne wahr-nehmen oder nicht, das liegt anscheinend gar nicht an uns Menschen selbst, sondern das kommt von Gott. Entsprechend sagt Jesus nur wenig weiter:
    Es kann niemand zu mir kommen,
    es sei denn, ihn ziehe der Vater, der mich gesandt hat.                                             Joh 6,44


Die offene Tür ist also da, aber längst nicht alle Welt nimmt sie wahr und längst nicht alle Welt tritt durch sie ein, weil es an Gott selbst liegt, wer kommt und wer nicht. Aber diejenigen, die kommen, die dieses Angebot wahrnehmen, die sind ihm herzlich willkommen und bleiben da, - die kommen, um zu bleiben.
Und dann sehen wir hinter der offenen Tür eben Brot und Wein. Es ist alles vorbereitet. Wir sind eingeladen. Alles wartet nur noch auf uns. – Und wenn wir dann Platz nehmen, dann sind wir angekommen und aufgenommen in diese Gemeinschaft rund um den Tisch. Nach einem Gebet und Segen wird zugegriffen, ein Gespräch entspannt sich: ‚Wie geht es Dir?‘ ‚Was machst Du, was beschäftigt Dich gerade?‘ ‚Hast Du schon gehört?‘ ‚Das hört sich gut an!‘ – so wird hier ein Stück Leben miteinander geteilt. Mit anderen Worten: Wer durch diese Tür tritt und Platz nimmt, der oder die kann sich sicher sein, sie bleibt nicht allein.
Nach solcher Gemeinschaft sehnen wir uns gerade ja auch in diesen Zeiten, in denen direkte Begegnungen und Gespräche nur so reduziert möglich zu sein scheinen. Wir brauchen als Menschen einfach das Gegenüber, den Austausch und Kontakt mit einer anderen Person, mit anderen Menschen. Gott, der selbst gern in Beziehung tritt, der Beziehungen schätzt, hat uns ja genauso gewollt und geschaffen: als Beziehungswesen, die gern zusammenkommen und das, was da ist, miteinander teilen wollen.


Brot und Wein sind da, um uns auf dem weiteren Weg zu stärken und zu erfreuen. Brot und Wein stehen dabei auch als Zeichen der Verbundenheit mit Jesus selbst. Von ihm wissen wir, dass er Brot und Wein bei seinem letzten Mahl eine neue Bedeutung gab. Bei Matthäus etwa lesen wir dazu:
    Als sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach’s und gab’s den Jüngern und sprach:

    Nehmet, esset; das ist mein Leib.
    Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus;

    das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung    

    der Sünden.                                                                                                                                   Mt 26,26-28

 

Wie er an Tisch das Essen mit den Seinen teilt, so teilt er mit Brot und Wein eben auch sein Leben. Und nur kurz zuvor sagt er nach Johannes zu seinen Zuhörerinnen und Zuhörern:
    Ich bin das Brot des Lebens.
    Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern,
    und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.                                                    Joh 6,36


Oder anders ausgedrückt: Im Glauben an Jesus Christus wird unser Lebenshunger und unser Lebensdurst gestillt. Bei ihm, in seiner Gegenwart, da haben wir genug, da haben wir Genüge, das sind wir erfüllt, da sind wir am Ziel. Im Glauben erleben wir diesen Moment, in dem wir sagen können: ‚Alles ist gut, alles wird gut!‘


Und darum ist auch das Kreuz der Schlüssel für diese Tür, für diesen Raum. Dieses Kreuz, beziehungsweise Jesus selbst, für den ja das Kreuz steht, er hat uns diese Tür geöffnet und lädt uns ein, lädt uns zur Nachfolge ein, lädt uns ein, es ihm nachzutun. Denn dieses Kreuz steht letztlich dafür, dass Gott sich bedingungslos in diese Welt hineingibt – so vertraut er sich als ein kleines Kind uns an und legt sich uns in die Arme. Dieses Kreuz steht so dafür, dass Gott es bedingungslos mit uns zu tun haben will – er fordert nicht erst, dass wir uns ändern, sondern in der Begegnung mit dem Zöllner Zachäus sorgt er sozusagen selbst dafür, dass der sich, oder eben, dass wir uns ändern. Ja, dieses Kreuz steht dafür, dass Gott sich bedingungslos am Kreuz für uns hingibt und unser menschliches Urteil auf sich nimmt, dass er auch unser menschliches Urteil mit in den Tod hineinnimmt und durch seine Auferstehung aufhebt, negiert und sozusagen revidiert.
Das, das ist die Welt nicht gewohnt, so bedingungslos akzeptiert zu werden. Sie sucht eher in der Höhe nach einem mächtigen und gerechten Gott. Doch dass Gott zu uns kommt und sich uns gleich macht, - das ist für unseren Verstand einfach unbegreifbar und darum nur im Glauben zu erahnen, zu erfassen zu verstehen. Gott selbst als Beziehungswesen will es mit uns zu tun haben und will, dass wir miteinander zu tun haben. Man könnte sagen, dieses Miteinander, das an Jesu Kreuz sichtbar wird, dieses Miteinander ist der Schlüssel zu dieser Tür, wenn Jesus Christus spricht:
Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.


Mögen wir also auch in diesem Sinne unsere Türen bald wieder öffnen können!
Möge uns solche Gemeinschaft und solches Miteinander gelingen!
Möge Gott selbst uns zu sich bringen! Amen

 

 

Musikmeditation


Fürbitte
Herr Jesus Christus!
Du hast die Tür offen.
Bei Dir können wir eintreten.
Zu Dir können wir kommen ohne Termin.
Du hast immer Zeit für uns
und schenkst uns Anteil an Deiner Ewigkeit.
Darum bitten wir Dich für das neue Jahr:
Öffne Du auch unsere Türen
zu Ohren, Herzen und Händen!
Schenk Du uns Gemeinschaft
mit Menschen nah und fern!
Lass uns für ein gutes Miteinander
reichlich Zeit verschenken!
    Herr Jesus Christus!
    Du schenkst Dich uns in Brot und Wein.
    Unser Lebenshunger und Lebensdurst soll durch Dich gestillt sein.
    Dafür setzt Du Dich ein mit Deinem ganzen Leben.
    Darum bitten wir Dich für das neue Jahr:
    Still Du unsere Sehnsucht und unsere Hoffnung nach mehr Gemeinschaft im neuen Jahr!
    Lass uns an vielen Tischen zusammenkommen und sorglos das Leben und das Miteinander feiern!
    Mach uns bereit,
    das, was wir haben, mit anderen zu teilen,
    damit auch sie genug zu essen und trinken haben!
Herr Jesus Christus!
An Deinem Kreuz können wir sehen und erkennen,
wie sehr Du uns liebst, wie sehr Gott uns liebt.
Bedingungslos gibt er sich für uns und unser Leben.
Bedingungslos nimmt er unser Urteil auf sich,
um es durch Tod und Auferstehung doch zu revidieren.
Darum bitten wir Dich für das neue Jahr:
Schenk uns immer wieder neu von Deiner Liebe,
damit wir sie auch denen schenken,
die uns derzeit vielleicht ferner stehen.
Hilf uns dazu frei von allen Vorurteilen und Urteilen zu werden,

sondern offen auf andere Menschen zuzugehen
und manchem eine weitere Chance zu geben.


- STILLE


Unser Vater im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.


Segen
Ein Engel möge Dich geleiten,
ein Engel halte Wacht an Deiner Tür.
Ein Engel sei an Deiner Seite
und sage freundlich: Ich bin hier!
Der HERR segne dich und behüte dich;
der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;
der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.
Gmd: Amen, Amen, Amen


Nachspiel

 

 

 

Bekanntmachungen (PresbyterIn)
Folgendes möchte ich Ihnen noch mitteilen, liebe Gemeinde:
Die Kollekten am Silvestertag betrugen: Für die Katastrophenhilfe 110,- €
für die VEM und die Deutsche Bibelgesellschaft                                    75,- €
Herzlichen Dank! Gott segne Geber und Gaben
und all das, was mit diesen Gaben geschieht!


Zum Jahresabschluss soll die Kollekte der Diakonie-Katastrophenhilfe zu gute kommen, die jedes Jahr rund 120 neue Hilfsmaßnahmen fördert. Ziel ist dabei immer die Wiederherstellung der Lebensgrundlagen in den Notstandsgebieten. So wird etwa die muslimische Minderheit der Rohingya aus Myanmar in Bangladesh unterstützt.
Die Kollekte am Ausgang ist für das Heilpädagogische Zentrum Pskow bestimmt. Das Kinderheim in Russland gilt als ein Versöhnungsprojekt für die Greueltaten der deutschen Armee im 2. Weltkrieg, unter denen besonders der Ort Pskow gelitten hat.
Und noch eine Vorankündigung für das neue Jahr:
So laden wir sie ein, mit den Perlen des Glaubens, (falls es die Corona-Verordnungen und Einschränkungen zulassen) die der schwedische Theologe Lönnebo entwickelt hat, mit uns auf Entdeckungsreise zu gehen. Anhand der verschiedenen Perlen und ihrer Bedeutung werden wir miteinander ins Gespräch kommen, Gebete formulieren und einüben, und so eine sehr persönliche Spiritualität entdecken, entwickeln und entfalten.
Außerdem eine Nachricht unserer Kirchengemeinde des Gesamtverbandes und des Kirchenkreises zur Information:
Unsere Gemeinde hat am 08.11.2021 das Haushaltsbuch für 2022 beschlossen. Gem. Wirtschafts- und Verwaltungsordnung § 81 (6) wird der Haushaltsbeschluss offengelegt.
Ebenso haben der Kirchenkreis Wuppertal und der Gesamtverband Wuppertal ihre Haushaltsbücher für 2022 beschlossen und legen ihre Haushaltsbeschlüsse offen.
Folgende Unterlagen liegen zur Einsichtnahme öffentlich aus:
Haushaltsbeschluss, Ergebnisplanung, Haushaltsbuch, Kapitalfluss-planung mit Anlage.
Vom 03.01.2022 bis 07.01.2022 ist die Einsichtnahme der Haushaltsbücher der Gemeinde und des Kirchenkreises, vom 10.01.2022 bis zum 14.01.2022 das Haushaltsbuch des Gesamtverbandes im Evangelischen Verwaltungsamt Wuppertal von montags bis freitags von 9.00 bis 12.00 Uhr und donnerstags von 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr, nach vorheriger Terminabsprache, möglich.


Wer in diesen Tagen Hilfe benötigt, wende sich bitte an mich, Pfr. Michael Seim
Tel.: 55 97 17 oder Email: michael.seim@ekir.de


Vor allem aber wünschen wir Ihnen eine gute und gesegnete Zeit.


Bleiben Sie behütet!                                                                                                               Ihr Pfr. Michael Seim

Download
220102 GoDi - Briefkasten - online.pdf
Adobe Acrobat Dokument 451.2 KB