SpurenSuche-Gottesdienst zum 29.08.2021
                                                          Thema: Alles hat seine Zeit


Vorspiel

 


Eröffnung / Begrüßung.
Zeit – Wir alle haben sie – und dennoch gibt es diejenigen, die sagen, sie hätten keine Zeit.
Zeit – Wir sind davon überzeugt: Gott hat uns diese Zeit geschenkt, auch die Zeit hier heute morgen

– und so freuen wir uns darüber, dass Sie sich heute die Zeit genommen haben, um Ihre Zeit mit uns zu teilen.
Und so feiern wir diesen Gottesdienst im Namen des dreieinen Gottes,
im Namen des Vaters und Schöpfers der Zeit,
im Namen des Sohnes, der uns seine Zeit schenkt, und
im Namen des Heiligen Geistes, der uns hilft, miteinander alle Zeiten zu teilen.


Zeit – ein umfassendes Thema, zu dem wir viele verschiedene Gedanken hatten – und aus der Fülle der Gedanken und Ideen haben wir nur einige Dinge herausgenommen, um mit Ihnen über die Zeit ins Nachdenken zu kommen – insbesondere über unsere Zeit, wie wir sie erleben.
So wünsche ich uns allen einen gesegneten Gottesdienst.

 


Lied 440,1-2+4 All Morgen ist ganz frisch und neu


- Der Loriot-Sketch: „Das Ei ist zu hart“

wird von Anke Helfer und Holger Ahrens mit verteilten Rollen gespielt
- Das Lied „Langsam“ von den Wise-Guys wird eingespielt

 

 

Kyrie-Ruf gelesen von Anke Helfer
Wie schnell doch die Zeit vergeht!
Im Nu ist ein Tag vorüber, ein Monat, ein Jahr, -
ein halbes oder ganzes Leben.


Was haben wir gemacht mit unserer Zeit?
Und: Was hat die Zeit mit uns gemacht?


Haben wir sie geteilt mit Menschen, die uns wichtig waren?
Haben wir sie verschenkt an andere?
Haben wir sie genutzt, um unsere Träume zu verwirklichen?

 

Oder haben wir sie vergeudet?

Haben wir sie verloren,
weil uns die Ruhe gefehlt hat, den Augenblick zu genießen?

Haben wir sie uns nehmen lassen?


In der Stille lassen wir die Zeit an uns vorüberziehen,
unsere Zeit,
und bedenken, was wir mit ihr
und was sie mit uns gemacht hat.
Unsere geteilte, geschenkte Zeit.
Unsere verlorene, vergeudete Zeit.


- Stille -


Unsere Zeit.
Ein Geschenk Gottes!
Für jede und jeden von uns.
Gottes Zeit! Jeden Tag neu!
Für mich – für Dich - für uns
Gott sei Lob und Dank!

 


Pausen (von Doris Bewernitz – gelesen von Gisela Felder)
Nimm die Pausen wie sie kommen.
Musst du warten, lass dich sonnen
von geschenkter stiller Zeit.
Schließ die Augen mach dich weit.


Nimm die Pausen, auch die kleinen.
Steige aus, lass dich bescheinen
von des Raums Unendlichkeit.
Atme tiefer, Mach dich weit.


Nimm die Pausen zum Verweilen.
Nichts ist wichtig nichts muss eilen
Wenn du etwas hast - dann Zeit.
Komme zu dir. Mach dich weit.



Gedanken zum Lutherzitat:
"Ich habe heute viel zu tun, also muss ich viel beten" von Christa Diederichs
Ich stell mir vor, wie sich sein Leben von dem unseren unterschied. Vor über 500 Jahren da musste eine Strecke, die wir heute zügig mit Auto oder Bahn oder auch Flieger zurücklegen, mühselig mit Ross und Wagen über Stock und viel Stein hinter sich gebracht werden. Und Nachrichten, die wir heute in Windeseile per WhatsApp oder E-mail rund um den Erdball senden, die hat man zu Luthers Zeiten vielleicht bei Kerzenlicht mit Tinte und Feder zu Papier gebracht und dann einem Kurier übergeben.
Verglichen mit der damaligen Zeit müsste also vieles viel einfacher und schneller gehen. Und wir hätten ausreichend Zeit für das tägliche Gebet, die Andacht, eine Meditation. Aber?? Der Tag beginnt, der Tag zerrinnt, ohne dass es Momente der Stille, des Innehaltens, des Gebetes gegeben hat. Da hat der Dank für so manches den ganzen Tag über keinen Raum gehabt. Fehlt uns da nicht etwas sehr Wichtiges?
Luther hätte es gefehlt, den Tag nicht mit ausführlichem Gebet zu beginnen oder auch sein Tun dafür zu unterbrechen - er hatte die Zeit, er nahm sie sich.

 


Lied zhue 424 Meine Zeit steht in Deinen Händen

(externer Link bei youtube)


Gedanken zu Prediger 3,11 von Michael Seim
ZEIT: Wir haben sie – eigentlich in Hülle und Fülle, wie man so sagt, und dennoch rast uns manchmal die Zeit davon, bleibt uns für manches zu wenig Zeit. - Und dann wieder vergeht sie viel zu langsam, will gar nicht vergehen und wir dürfen warten – geduldig oder ungeduldig – der Zeit ist das egal.


ZEIT: Wir haben sie – von Gott geschenkt, von Gott geschenkte Zeit. Und von ihm heißt es im Buch des Predigers:
              Er (Gott) hat alles schön gemacht zu seiner Zeit,
              auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt;
              nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut,
              weder Anfang noch Ende. Pred 3,11
Und so eben bleibt manches – manchmal auch vieles – einfach rätselhaft.


              Er (Gott) hat alles schön gemacht zu seiner Zeit,
Dass ein Mensch das so sagen kann, das ist schon ein Geschenk. Denn wir erleben und durchleben ja gerade auch schwierige Zeiten. Gerade diese Zeiten aber prägen uns und lassen uns andere Zeiten auch wieder anders, tiefer, erfüllter erleben und empfinden.
Das geht manchem von uns gerade zu Corona-Zeiten so. Ja, da sind Sorgen und Nöte. Aber ja, da sind auch Demut und Dankbarkeit. Da sind Menschen zusammengerückt, haben sich Zeit geschenkt und sich unterstütz. Da wurde anderen einfach Ruhe und Zeit geschenkt, weil das Leben sich mit einem Mal entschleunigte und plötzlich ganz viel Zeit da war: Zeit für einen selbst, für andere, für Kreativität, für Telefonate, für Bilder, für Musik, für Ruhe und Ausgeglichenheit – eben Zeit zum Leben.
Und auch diese Zeit, - dieser verlängerte Shabbat sozusagen – auch der ist uns von Gott geschenkt.
              Er (Gott) hat also alles schön gemacht zu seiner Zeit,
Und weiter heißt es:
              auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt;
              nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut,
              weder Anfang noch Ende.
Aber dennoch ist da ja diese Ahnung in unseren Herzen, dass es jenseits dieser Zeit etwas anderes, Wunderbares gibt, was uns eben jenseits der Zeiten noch bevorsteht: Begreifen und fassen können wir es noch viel weniger, als wir unsere Zeit fassen und festhalten könnten. Aber in den Vorbereitungen zu diesem Gottesdienst fiel unter anderem auch der Satz:
              Ewigkeit, das ist der schönste Augenblick in Deinem Leben,
              den Du erlebt hast –
              und den unendlich gedacht.

 

Zeit: Hier haben wir sie von Gott geschenkt – und jeden neuen Augenblick können wir leben und gestalten – leben im Augenblick. Das ist sozusagen unser Lebensauftrag.
Und dann: Dann erwartet uns der schönste Augenblick – in Ewigkeit.
              Er (Gott) hat alles schön gemacht zu seiner Zeit,
              auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt;
              nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut,
              weder Anfang noch Ende. Amen

 


Bekenntnis
An Gott glauben.
An den Sommer nach dem Winter glauben.
An den Regen nach der Dürre glauben.


An die Gesundheit nach der Krankheit glauben.
An die Versöhnung nach dem Streit glauben.
An den Frieden nach dem Krieg glauben.


An die Liebe nach dem Hass glauben.
An die Zukunft nach der Vergangenheit glauben.
An das Leben nach dem Tod glauben.


So glauben wir an
Gott Vater und Gott Mutter,
Gott Bruder und Gott Schwester,
in Jesu Namen durch Gottes Geist.
Amen

 


Lied zhue 426 Meine Zeit zum Träumen und Schauen

 


Fürbitte (Christa Diederichs, Gisela Felder, Helmut Kalkoff)
Gott, Du schenkst uns die verschiedensten Zeiten.
Heute bitte ich Dich um eine Zeit der Zuversicht.
Nach wie vor sind viele Familien extrem belastet,
sei es durch die Pandemie, sei es durch einen Verlust des Arbeitsplatzes, oder durch die gewaltigen Hochwasserschäden
und die besorgten Gespräche über den Klimawandel.
All das bekommen auch die Jüngsten in unserer Gesellschaft zu spüren.
Viele Kinder spüren, wie ungewiss ihre Zukunft ist.
Viele von ihnen haben aber auch gerade in ihren Familien
aber auch in der ganzen Gesellschaft nicht den starken Rückhalt,
den sie bei ihrem ins-Leben-hineinwachsen so dringend brauchen.
So bitten wir Dich um ein Miteinander der Generationen,
um gegenseitiges Unterstützen,
um offene Ohren und Herzen für die Sorgen von jung und alt.
Gott, du bist allgegenwärtig und segnest alles, was lebt, in der Einen Welt.
Du hast uns die Erde gegeben, damit wir sie bewahren.
Wir aber nehmen und entnehmen maßlos von Erde, Luft und Wasser
und erleben in diesen Zeiten die Auswirkungen unseres Handelns.
Stürme, Brände, Flutkatastrophen und Dürren.
Wir bitten dich, schenke uns Augenmaß und Demut vor der Schöpfung,
damit wir die Grundlagen unseres Lebens nicht zerstören.
Wir bitten dich, schenke uns deine Kraft und deine Stärke,
damit wir umkehren von einem Lebensstil, d
er so viel zerstört,
und anders leben lernen – füreinander und miteinander – auf der einen Welt!

 


Lieber Gott,
der Du Dich in Liebe uns zuwendest
und Dich in Jesus mit uns verbindest.
Wir bitten Dich um Aufmerksamkeit und Interesse aneinander!
Hilf, dass wir unsere Beziehungen nicht ökonomisch berechnen,
sondern uns offen und absichtslos dem anderen zuwenden!
Schenk uns Zeit
für das Kind, das Ermutigung braucht,
für die alleinerziehende Mutter, die entlastet werden muss,
für den Mann oder die Frau, die sich aufs Sterben vorbereiten!
Schenk uns Zeit füreinander,
Zeiten des Glaubens und Vertrauens,
Zeit zu hören und zu reden,
Zeit um Freundschaft und Freundlichkeit zu leben!
Gib uns Kraft und Hoffnung auf eine bessere Welt!
Amen.

 


- Verabschiedung Cornelia Ankenbrand als Presbyterin
- Verabschiedung Anke Beckmann in ein Sabbatjahr

 

 


Unser Vater im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

 


Segen (gesprochen von Christa Diederichs und Michael Seim)
              Wenn das Leben Wurzeln schlägt
              und die Hoffnung Blüten treibt,
              wenn die Liebe Früchte trägt,
              und auf Erden Frieden wächst
              dann hat der Himmel die Erde berührt,
              und unsere Erde den Himmel gespürt.
Wenn ein Wort das Schweigen bricht
und im Leid ein Lied erklingt,
wenn das Brot den Hunger stillt
und dem Fels ein Quell entspringt,
dann hat der Himmel die Erde berührt,
und unsere Erde den Himmel gespürt.
              Wenn uns Gott als Mensch erscheint
              und ein Kind zum König wird,
              wenn die Treue uns vereint
              und ein Mensch den andern liebt,
              dann hat der Himmel die Erde berührt,
              und unsere Erde den Himmel gespürt.
Wenn der Tag die Nacht vertreibt
und das Eis die Sonne spürt,
wenn ein Licht den Weg uns weist
und die Angst die Macht verliert,
dann hat der Himmel die Erde berührt,
und unsere Erde den Himmel gespürt.
              Dann hat der Himmel die Erde berührt,
              und unsere Erde den Himmel gespürt.
              Herr, lass uns spüren Dein zartes Berühren,
              und gib uns die Kraft, die Berührungen schafft.

 


Nachspiel

 

 

Mitteilungen

Folgendes möchte ich Ihnen noch mitteilen, liebe Gemeinde:
Die Kollekten des vergangenen Sonntags betrugen:
für die Kinder und Jugendarbeit unserer Gemeinde 78,00 €
für die Integrations- und Flüchtlingsarbeit der EKiR 149,50 €
und für die Hochwasserhilfe der Diakonie RWL 47,10 €
Herzlichen Dank!
Gott segne Geber und Gaben und all das,
was mit diesen Gaben geschieht!
Heute ist unsere Klingelbeutelkollekte für die Kindergärten in unserer Gemeinde bestimmt. Auch wenn die Trägerschaft seit Jahren in die Hände der Diakonie übergegangen ist, wollen wir etwa den Erhalt oder die Anschaffung von Spielgeräten für unsere Kindergärten unterstützen.
Die Ausgangskollekte sammeln wir für die Diakonie Aprath. 136 Kinder leben und lernen auf dem Zentralgelände der Bergischen Diakonie in Wülfrath. Sie gehen hier zur Schule und werden therapeutisch begleitet. In ihrer Freizeit treffen sie andere Kinder auf dem großzügigen Außengelände. Noch fehlt es an Wippen, Schaukeln & Co. Damit es nicht so bleibt, werden neue Spielgeräte benötigt.
Und nun: Herzliche Einladung zu den Gottesdiensten am kommenden Sonntag, dem 5 September um 9.30 in der Lichtenplatzer Kapelle und um 11 Uhr im Gemeindezentrum Petruskirche, beide Male mit unserem Prädikanten Gunnar Grams.

 

Hingewiesen sei auch darauf, dass wir für den 4. September ab 15.00 Uhr einen Workshop zu unserer Öffentlichkeitsarbeit planen. Wie und auf welchen Wegen können wir also unsere Gemeinde erreichen, und wie können wir die verschiedenen Medien wie Gemeindebrief, Homepage und Newsletter besser miteinander vernetzen? Wer Interesse hat, daran teilzunehmen, melde sich doch bitte bei Pfarrer Seim.

 

Wer in diesen Tagen Hilfe benötigt, wende sich bitte an mich, Pfr. Michael Seim
Tel.: 55 97 17 oder Email: michael.seim@ekir.de
Vor allem aber wünschen wir Ihnen eine gute und gesegnete Zeit.
Bleiben Sie behütet!                                                                                                                          Ihr Pfr. Michael Seim


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