Gottesdienst zum 8.08.2021 mit Pfr. Michael Seim


Vorspiel


Eröffnung / Begrüßung (Presbyter*In.
Gott hat sich in dieser Welt Israel als sein Volk erwählt, um in Israel sein Licht in unsere Welt zu bringen. Seit Jesus gehören auch wir in diesen Bund Gottes mit seinem Volk Israel hinein. So feiern wir diesen Gottesdienst im Namen des dreieinen Gottes:
im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Unser Anfang und unsere Hilfe stehen im Namen des Herrn, ......
(Gemeinde:) "... der Himmel und Erde gemacht hat."
„… der Bund und Treue hält ewiglich …“
(Gemeinde:)"… und nicht loslässt das Werk seiner Hände."

 

 


Liebe Gemeinde!
Ihnen allen ein herzliches Willkommen zu unserem heutigen Gottesdienst am Israelsonntag. An diesem Sonntag erinnern wir uns daran, dass Gott sich auf besondere Art und Weise mit seinem Volk Israel verbunden hat. So wird Pfarrer Seim zwar seine kleine Schöpfungsreihe fortsetzen, heute aber auf Grundlage der auch in unseren Kirchen so geschätzten Psalmen Israels. In einem dieser Psalmen wissen die Beterinnen und Beter:
         Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist,
         dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat.                     Psalm 33,12


Lied zhue 431 (= eg 445) Gott des Himmels und der Erden

 


Psalm 126 eg 754 (S. 1183)
Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird,
so werden wir sein wie die Träumenden.
Dann wird unser Mund voll Lachens
und unsere Zunge voll Rühmens sein.
Dann wird man sagen unter den Heiden:
Der Herr hat Großes an ihnen getan!
Der Herr hat Großes an uns getan;
Des sind wir fröhlich.
Herr, bringe zurück unsere Gefangenen,
wie Du die Bäche wiederbringst im Südland.
Die mit Tränen säen,
werden mit Freuden ernten.
Sie gehen hin und weinen
und streuen ihren Samen
und kommen mit Freuden
und bringen ihre Garben. Amen

 

Gebet


Gott!
Wir bewundern die Werke Deiner Schöpfung.
Wir sind dankbar, dass Du in Jesus Christus in diese Welt gekommen bist.
Wir sind froh, dass uns der Glaube an Dich geschenkt worden ist.
Aber oftmals vergessen wir darüber,
dass Du Dich bereits Deinem Volk Israel gegenüber
als gnädig erwiesen hast.
Ungnädig und unbarmherzig haben Christen zu allen Zeiten
über dieses Dein Volk geurteilt.
Viel zu lange haben wir als Christen gedacht,
Du selbst habest Dein Volk verurteilt.
Nur langsam erkennen und verstehen wir,
dass Deine Liebe niemanden ausschließt,
sondern dass Sie seit je Israel und aller Welt gilt.
Hilf uns dabei, diese Erkenntnis festzuhalten, weiterzusagen
und so Deine Liebe in die Welt zu tragen.

Amen


Lied zhue 177 Herr ich sehe deine Welt

 

Predigt zu Psalm 104 (eg 746, S. 1175f) und Psalm 19 (eg 708, S. 1142f)
Liebe Gemeinde!
Ich erinnere mich noch gern an jenen Abend, als ich mit Manfred, meinem Freund, spätabends im trockenen Schulbrunnen lag und wir über uns die vielen Lichter der Sterne sahen. Wir kamen ins Staunen, ins Wunder-Erleben und fühlten und Geborgen und aufgehoben unter diesem Sternenzeilt. Unzählige waren es, die da über uns schwebten und funkelten.
Genau dieser Stimmung begegnen wir auch in den Schöpfungspsalmen Israels, wenn es dort etwa heißt:
Du breitest den Himmel aus wie ein Zelt.
Oder:
Licht ist Dein Kleid, das Du anhast.
Da sieht also einer genauso wie wir damals in den Himmel und steht genauso staunend da, dass einen fast schwindelig werden kann. Doch er weiß gleichzeitig:
Du hast das Erdreich gegründet auf festem Boden,
dass es bleibt immer und ewiglich.
Sicher und fest können wir also auf dieser Erde stehen, die doch gleichzeitig mit einer unvorstellbaren Geschwindigkeit um die Sonne kreist, ohne, dass wir das wirklich bemerken.
Und dann sehen die Beterinnen und Beter Israels weiter in diese Welt hinein, in der wir Menschen leben, und stellen fest:
Du feuchtest die Berge von oben her.
Du lässt Gras wachsen für das Vieh
Und Saat zu Nutz des Menschen,
dass Du Brot aus der Erde hervorbringst,
dass der Wein erfreue des Menschen Herz.
Mit anderen Worten: Es ist wirklich an alles gedacht. Für alles und jede ist gesorgt. Kein Wesen kommt zu kurz, oder mit den Worten eines alten Tischgebetes:
Jedes Tierlein hat sein Essen, jedes Blümlein trinkt von Dir.
Hast auch unser nicht vergessen, lieber Gott, wir danken Dir.
Alles hat seinen Platz; jedes Wesen folgt seiner Bestimmung. So betrachtet leben wir in einer perfekt erdachten und erschaffenen, gestalteten Weil, in der Vielfalt und Lebendigkeit vorherrschen:
Die hohen Berge geben dem Steinbock Zuflucht
und die Felsklüfte dem Klippdachs.

 

Jedes hat seinen Lebensraum, alles wissen die Beter aufgehoben in Gottes großem Plan – und wieder stehen sie staunend da und erheben ihren Blick erneut zum Himmel, denn:
Du hast den Mond gemacht, das Jahr danach zu teilen;
Die Sonne weiß ihren Niedergang und Aufgang.
Auf Abend folgt ein neuer Morgen und diesem Sommer folgen Herbst und Winter, bis im nächsten Jahr der Frühling wiederkehrt und die Natur um uns herum aus ihrem Winterschlaf zu neuer Lebendigkeit erwacht. Das wissen wir – und dennoch staunen wir. Denn, um erneut Worte des Psalm 104 aufzugreifen:
Herr, wie sind Deine Werke so groß und so viel:
Du hast sie alle weise geordnet
und die Erde ist voll Deiner Güter.
Kurz: Wir erkennen eine Gesetzmäßigkeit in den Werken der Schöpfung. Heutzutage wissen wir etwas genauer um die Gravitationskräfte, die alles zusammenhalten, und um das Licht, seine Geschwindigkeit und Energie, die das Leben auf dieser Erde ermöglicht und es befeuert. Und die Beterinnen im alten Israel wussten: Das alles kommt von Gott, und deshalb hängt alles Leben von ihm ab:
Wenn Du ihnen gibst, so sammeln sie;
Wenn Du Deine Hand auftust, so werden sie mit Gutem gesättigt.
Da hören wir also etwas von einem sorgenden Gott. Denn es ist diese Gott Israels, der diese Welt und auch uns erschaffen hat und der für diese Welt und für all seine Geschöpfe sorgen will. Darum können wir mit diesen Betern dankbar sein und mit ihren Worten sprechen:
Lobe den Herrn meine Seele! Hallelujah!
Aber kommen wir noch zu einem weiteren Schöpfungspsalm Psalm 19.
Am Anfang erkennen wir auch hier wieder dieses Staunen über die Schöpfung und ihre Schönheit, ihre Herrlichkeit. Die Sonnen nehmen die Beterinnen Israels diesmal besonders in den Blick, die von Gott gemacht und an den Himmel gesetzt ist. Im Gegensatz zu anderen Religionen im Umfeld, die die Sonne selbst als Gott verehrten, weiß Israel: Auch diese mächtige Sonne, der es jeden Tag neu gelingt, die Nacht und die Finsternis zu vertreiben, auch sie ist Gottes Werk – aber ein Werk voller Lebendigkeit, auch sie:
Sie geht heraus wie ein Bräutigam aus ihrer Kammer,
also sicher voller Vorfreude auf diesen besonderen Hochzeitstag. Sie wartet und hofft, was ihr dieser Tag wohl bescheren mag,
und freut sich wie ein Held, zu laufen ihre Bahn.

Sie folgt also einfach der Ordnung und den Gesetzmäßigkeiten, die Gott seiner Schöpfung mit auf den Weg gegeben hat. Wie bereits gesagt:
Herr, wie sind Deine Werke so groß und so viel:
Du hast sie alle weise geordnet
Und genau diese Ordnung ist die Grundlage dafür, dass das Leben hier auf Erden überhaupt gelingt.
Den Betern Israels wird so die Sonne zum Vorbild und Beispiel, sich auch selbst an die Weisungen und Ordnungen Gottes zu halten und ihnen zu folgen. Denn, so wissen sie:
Das Gesetz, die Thora, die Weisung des Herrn ist vollkommen und erquickt die Seele.
Denn dieses Gesetz, diese Weisung oder Ordnung ist ja genauso dafür da, damit uns das Leben hier und insbesondere auch das Miteinander auf dieser Erde gelingt. Denn:
Die Gebote des Herrn sind lauter
und erleuchten die Augen.
Mit anderen Worten: Sie lassen uns die Zusammenhänge in unserem menschlichen Leben klarer und deutlicher sehen und erkennen. Wenn wir uns etwa zu wichtig nehmen und Gott nicht achten, überheben wir uns. Wenn wir meinten wir müssten alles selbst schaffen und uns darum keine Ruhepause geben, dann kommt bald der Burnout vorbei und streckt uns dahin. Und wenn wir das Leben der Anderen und diese Schöpfung nicht achten, gehen wir schließlich selbst in einer kaputten Umwelt zugrunde. Darum:
Auch lässt Dein Knecht sich durch sie warnen;
und wer sie hält, der hat großen Lohn.
Fern jeglicher Gesetzesfrömmigkeit, die dem Volk Israel oder dem Judentum von christlicher Seite immer wieder gern vorgeworfen wurde, gilt es einfach, sich dankbar für dieses Leben an die Ordnungen dieses Lebens zu halten. Denn nur so wird es uns auch gelingen, die Vielfalt und Lebendigkeit der Schöpfung Gottes zu erhalten. Aus Dankbarkeit dem Schöpfer gegenüber und aus eigenem Lebens- und Überlebenswillen ist es unsere Aufgabe, uns eben ‚ordentlich‘ aber durchaus lebendig und kreativ zu verhalten. Und dann können auch wir zu Gott beten:
Herr, mein Fels und mein Erlöser!
Ja, ich erinnere mich noch gern an jenen Abend und an jene Nacht mit Manfred, als wir selbst noch ganz jugendlich die Größe dieser Schöpfung und dankbar auch unser eigenes Leben wahrnahmen.

 


Musikmeditation


Fürbitte eg 881 S. 1405
Vater wir preisen dich für die ganze Schöpfung,
das Werk deiner Hände,
die Wärme der Sonne,
die Lebenskraft des Wassers,
die Fruchtbarkeit der Erde,
die Schätze der Tiefe,
das Glück der Menschen,
dass sie durch die Generationen vor dir leben dürfen.
Wir preisen dich, weil es bei dir keine Armut,
keinen Mangel und keinen Geiz gibt.
Deine Hand gibt reichlich für alles,
was vor uns lebte und was heute lebt.
Vater, wo du reich bist an Erbarmen,
da sind wir arm an Liebe und Gerechtigkeit.
Unzählige deiner Kinder hungern,
weil wenige zusammenraffen und verschwenden.
Der Geist der Feindschaft in unseren Herzen
bedroht alles Leben, das du geschaffen hast,
tagtäglich wird deine Schöpfung ärmer
an Pflanzen und Tieren,
vernichtet durch unsere Überheblichkeit.
Vater gib uns ein neues Herz,
fähig zur Liebe und zum Respekt gegenüber allem,
was mit uns aus deiner Schöpferhand gewachsen ist.
Gib uns den Geist deines Sohnes,
der uns in den Lilien auf dem Felde
und den Vögeln unter dem Himmel
deinen Willen offenbarte.


Unser Vater im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

 


Segen
Gott
uns mutter und vater, bruder und schwester segne dich
mit der weite des himmels und der lebenskraft der erde
mit der klarheit des wassers und der glut des feuers
mit zärtlichen händen und einem hörenden herzen
Gott segne dich damit du ein segen bist
Gemeinsam sprechen wir:
         Der HERR segne uns und behüte uns;
         der HERR lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig;
         der HERR erhebe sein Angesicht über uns und gebe uns Frieden. Amen

 

Nachspiel


 

Bekanntmachungen (PresbyterIn)
Folgendes möchte ich Ihnen noch mitteilen, liebe Gemeinde:
Die Kollekten des vergangenen Sonntags betrug für die Stadtmission in Wuppertal 68,50 € / für die VEM „Kinder beschützen“ 107,85 € / und für die Hochwasser Hilfe der Diakonie RWL 107,75 €. Herzlichen Dank!
         Gott segne Geber und Gaben und all das,
         was mit diesen Gaben geschieht!

Heute ist unsere Klingelbeutelkollekte für die   Aktion Sühnezeichen Friedensdienst       bestimmt. In vielen Gedenkstätten im In- und Ausland engagieren sich Freiwillige von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste. Gern unterstützen sie vor Ort Einzelpersonen und Gruppen bei der Gestaltung ihrer Gedenkstättenfahrt. Soweit es möglich ist helfen sie auch dabei, Kontakte zu Zeitzeuginnen und Zeitzeugen herzustellen.


In der Ausgangskollekte sammeln wir am heutigen Israelsonntag für die Friedensarbeit, um unsere Verbundenheit mit Israel deutlich zu machen. Unterstützt werden insbesondere zwei Zentren in Israel, die zum Ziel haben, junge Menschen aus jüdischen und palästinensisch-arabischen Familien zu gemeinsamen Projekten zusammen zu führen.


Außerdem bittet die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe weiterhin um Spenden für alle, die Opfer des massiven Hochwassers geworden sind, um unbürokratisch und schnell helfen zu können.
            Empfänger: Diakonie RWL
            IBAN: DE79 3506 0190 1014 1550 20
            Stichwort: Hochwasser-Hilfe


Und nun: Herzliche Einladung zum Gottesdienst am 15.8. um 11 Uhr in der Lichtenplatzer Kapelle zum Abschluss der kleinen Predigtreihe zum Thema Schöpfung wird es dann um einen Text des Apostel Paulus gehen.
In der Petruskirche findet dann kein Gottesdienst statt.


Wer in diesen Tagen Hilfe benötigt, wende sich bitte an mich, Pfr. Michael Seim
Tel.: 55 97 17 oder Email: michael.seim@ekir.de


Vor allem aber wünschen wir Ihnen eine gute und gesegnete Zeit.
Bleiben Sie behütet!                                                                                                       Ihr Pfr. Michael Seim


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