Gottesdienst 18.07.2021 – 7. Sonntag nach Trinitatis

 

 Weil Gott uns versorgt mit dem, was wir zum Leben brauchen,

 darum feiern wir diesen Gottesdienst

 Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

Herzlich Willkommen zu unserem heutigen Gottesdienst.

 Schön, dass Sie gekommen sind.

 

Der Wochenspruch für die heute beginnende Woche findet sich im Brief des Apostel Paulus an die Gemeinde in Ephesus und dort schreibt er:

 „So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen."  (Eph 2,19)

 

 In diesem Sinne fühlen Sie sich bei Gott ganz, wie zu Hause.

 So wünsche ich uns einen gesegneten Gottesdienst.

 

LIED          Herr, ich komme zu dir (ZwHuE 176)

 

EINGANGSGEBET

 Herr, unser Gott,

 wir kommen aus einer Woche,

 die alles andere als normal war.

 Diese Wassermassen haben uns erschrocken und aufgewühlt.

 Und dann sind da auch noch die anderen Dinge,

 die uns diese Woche gefordert

 oder erfreut haben.

 In der Stille wollen wir sie bei dir ablegen,

 denn bei dir sind sie gut aufgehoben.

 (Stille)

 Herr, du siehst und hörst, was uns beschäftigt.

 Wir bitten dich nun,

 mache unsere Herzen und Köpfe frei und weit.

 Nimm du Wohnung in uns und erfülle uns mit deinem Geist.

 Amen.

 

LIED          Öffne meine Augen (ZwHuE 19)

 

 

PREDIGT zu 1. Könige 17,1-16

 Wir befinden uns im 9. Jahrhundert vor Christus. Ganz Israel ist von Baal ergriffen… Ganz Israel? Nein! Ein unbeugsamer Prophet hört nicht auf Baal und seinen Anhängern Widerstand zu leisten.

 Elija heißt dieser Prophet und er kann nicht länger mit ansehen, was in Israel, genauer im Nordreich Israels, geschieht. Denn mit Ahab dem König über Nordisrael scheint sich das israelische Volk auf einem Holzweg zu befinden. Ein Kapitel früher heißt es über Ahab in der Bibel: „Er tut, was dem HERRN missfällt, mehr als alle, die vor ihm gewesen waren.“ (1. Könige 16,30)

 Sein Hauptfehler, zumindest der, der ihm von Elija vorgeworfen wird, ist, dass er Isebel, die Tochter des phönizischen Königs Etbaal von Sidon, geheiratet hat. Und mit Isebel kam die Baalsverehrung neu in Schwung. Es ging sogar soweit, dass Ahab selbst Baal anbetete und für ihn sogar einen Tempel bauen ließ.

 In diese Situation hinein spricht der heutige Predigttext aus 1. Könige 17, 1-16. Ich werde ihn in Abschnitten lesen.

 1       Elija, ein Tischbiter aus Tischbe in Gilead, kündigte Ahab an: »So gewiss der Herr, der Gott Israels, lebt, in dessen Dienst ich stehe! Es wird in diesen Jahren weder Tau noch Regen geben –es sei denn, dass ich es befehle.«

 

2       Danach kam das Wort des Herrn zu Elija:

 

3       »Geh weg von hier in Richtung Osten! Versteck dich am Bach Kerit, der in den Jordan fließt!

 

4       Aus dem Bach kannst du trinken. Den Raben habe ich befohlen, dich dort zu versorgen.«

 

5       Da ging er los und tat, was der Herr befohlen hatte. Er ging und setzte sich an den Bach Kerit, der in den Jordan fließt.

 

6       Morgens und abends brachten Raben ihm Brot und Fleisch. Trinken konnte er aus dem Bach.

 

 Elija, der unbeugsame Prophet, dessen Name bereits Programm ist. Denn Elija bedeutet „Mein Gott ist JHWH“. Er konfrontiert den König und kündigt eine große Dürre an. Diese Ankündigung ist nicht nur eine Ansage gegen Ahab und sein falsches Handeln, sondern auch direkt gegen Baal und seine Anhänger. Das hängt damit zusammen, dass Baal als Fruchtbarkeitsgott und Regenspender gilt. Beide, Baal und Gott, stehen für das Leben. Die Frage, die nun aufkommt ist, wer ist der mächtigere oder gar der einzige? Mit Hereinbrechen der Dürre wird deutlich, wer der wahre Gott ist, wer wirklich Herrscher über Regen und Sonne, über Leben und Tod ist. Drei Jahre wird die Dürre dauern, die Elija ankündigt.

 Es ist ein bisschen makaber, Gott an diesem Sonntag als Herrscher über Regen und Sonnenschein darzustellen. Da drängt sich mir die Frage auf, wie die Unwetterkatastrophe hier in NRW und Rheinland-Pfalz einzuordnen ist? Doch ich sehe sie als Folge des Klimawandels als von Menschenhand gemacht an.

 Aber es sind schreckliche Bilder, die da im Fernsehen zu sehen sind. Zerstörte Dörfer. Menschen, die ihr zu Hause verloren haben. Menschen, die nun ohne Existenzgrundlage dastehen. Menschen, die jemand anderen verloren haben. Die verstorbenen Helfer. Wir tun gut daran, diese Dinge Gott zu klagen. Der Trauer und Ohnmacht Worte zu verleihen und so diese Menschen in unsere Fürbitte einzuschließen.

 

Auch Elija wird als Bote Gottes angeklagt und angefeindet. Isebel, die Frau des Königs, trachtet nach seinem Leben. Elija muss die Flucht ergreifen. Doch obwohl Gott durch die Dürre seinem eigentlich lebensdienlichen Handeln widerspricht, bleibt er sich doch auch treu und versorgt Elija mit dem, was er braucht. Elija gelangt an einen sicheren Ort, an dem er Wasser hat und auf wundersame Weise ernährt wird. Doch auch Elija bekommt die Auswirkungen der Dürre zu spüren. Ich lese weiter aus 1. Könige 17:

 

7       Aber nach einiger Zeit trocknete der Bach aus, denn es gab keinen Regen im Land.

 

8       Da kam das Wort des Herrn zu Elija:

 

9       »Auf, geh nach Sarepta, das bei Sidon liegt! Bleib dort! Denn ich habe einer Witwe befohlen, dich dort zu versorgen.«

 

10     Da machte sich Elija nach Sarepta auf. Als er an das Stadttor kam, war dort eine Witwe, die Holz auflas. Elija sprach sie an und sagte: »Hol mir doch bitte einen kleinen Krug mit Wasser. Ich möchte etwas trinken.«

 

11     Als sie wegging, um es zu holen, rief er ihr nach: »Bring mir doch bitte auch ein Stück Brot mit.«

 

12     Da antwortete sie: »So gewiss der Herr, dein Gott, lebt! Ich habe überhaupt keine Vorräte mehr. Nur noch eine Handvoll Mehl ist im Krug und etwas Öl in der Kanne. Ich wollte gerade ein paar Hölzchen sammeln, wieder heimgehen und etwas aus den Resten backen. Mein Sohn und ich wollten noch einmal etwas essen und danach sterben.«

 

13     Da sprach Elija: »Fürchte dich nicht! Geh nur und tu, was du gesagt hast. Aber mach zuerst für mich ein kleines Brot und bring es zu mir heraus. Danach kannst du für dich und deinen Sohn etwas backen.

 

14     Denn so spricht der Herr, der Gott Israels: Der Mehlkrug wird nicht leer werden, und die Ölkanne wird nicht versiegen. Das wird so bleiben bis zu dem Tag, an dem der Herr wieder Regen schenkt und es auf den Ackerboden regnen wird.«

 

15     Sie ging los und tat, was Elija gesagt hatte. Und tatsächlich hatten sie alle drei zu essen: Elija, die Frau und ihr Sohn, Tag für Tag.

 

16     Der Mehlkrug wurde nicht leer und die Ölkanne versiegte nicht. So hatte es der Herr durch Elija gesagt.

 

Der Bach trocknet aus. Es ist Zeit für Elija weiterzuziehen. Und Gott schickt ihn ausgerechnet in das Land, aus dem Isebel kommt, in das Stammland Baals.

 Dort soll Elija eine Witwe aufsuchen, eine Frau die also selber sozialbedürftig ist. Die Frau und ihr Sohn leiden stark unter der Dürre, obwohl sie nichts dafür können. Ebenso, wie auch in der heutigen Zeit häufig die Ärmeren/Schwächeren der Gesellschaft unter Bedingungen leiden, für die sie selber nichts können. So wie auch die Menschen dieser Tage unschuldig getroffen wurden.

 Die Witwe ist in einer ausweglosen Situation. Denn wie wir lesen hat sie gerade noch so viel zu Essen, dass es für eine letzte Mahlzeit mit ihrem Sohn reicht.

 

Doch als Elija auf sie trifft, bei ihr unterkommt und sie um Brot bittet, bereitet sie ihm etwas zu. Elija ist sogar so dreist, das erste Stück Brot für sich zu beanspruchen. Das muss man sich mal vorstellen!

 

Und so ist für mich die eigentliche Heldin dieser Geschichte die Witwe. Denn selbst in ihrer Not teilt sie das Wenige, das sie besitzt. Wie kommt sie dazu?

 Elija verspricht ihr, dass weder Mehl noch Öl ausgehen werden. Die Witwe schenkt diesen Worten glauben. Sie vertraut auf das, was Elija ankündigt. Sie vertraut diesem, für sie wohl fremden Gott. Und sie nimmt trotz des eigenen Leids auch das Leid des anderen wahr. In ihrer Hilfe wird Gottes Fürsorge wahrhaftig. Und in der gegenseitigen Hilfe und mit Gottes Fürsorge, der ihnen immer wieder die Teller füllt, wird das Durchhalten bis zum neuen Regen möglich.

 Und so hoffen wir, dass auch in diesen Tagen, Hoffnung, Vertrauen und gegenseitige Hilfe alle Betroffenen durchhalten lässt.

 Amen.

 

 FÜRBITTE

 Gott, du weißt um unsere Sehnsucht

 nach einem erfüllten Leben,

 du weißt um unseren Hunger nach Liebe und Zuwendung.

 Du schenkst uns deinen Sohn, Jesus Christus,

 der unsere Sehnsüchte stillt

 und uns mit dem Brot des Lebens sättigt.

 Wir bitten dich: Mach uns bereit, von der Fülle abzugeben,

 die wir deiner Gnade verdanken.

 Damit das Brot für die ganze Welt reicht,

 und auch die Hungernden täglich satt werden.

 Wir bitten dich: Schärfe unseren Blick,

 dass wir Armut und Ungerechtigkeit wahrnehmen

 hier vor unserer Tür, aber auch in aller Welt.

 Damit wir das Unsere dazu beitragen, dass die Not gewendet werde.

 Wir bitten dich: Hilf uns, zu einer Gemeinde zu werden,

 die offen ist für alle Menschen, die zu uns kommen.

 Damit wir niemanden ausgrenzen,

 der anders lebt oder anders glaubt als wir.

 Wir bitten dich: Schenke Trost und Beistand den Menschen,

 deren Zuhause durch das Wasser verwüstet wurde,

 die ihr Hab und Gut

 oder noch schlimmer, einen lieben Menschen verloren haben.

          Wir bitten dich: Hilf bei den Aufräumarbeiten.

          Sende den Betroffenen die Hilfe, die sie brauchen:

          Tatkräftige Unterstützung, finanziellen Beistand,

          emotionale Begleitung und unermüdliche Gebete.

 Wir bitten dich: Sei bei den Kranken und heile sie.

 Hilf, das Coronavirus weiter einzudämmen.

 Besonders möchten wir dir auch unsere Glaubensgeschwister in Namibia anvertrauen, die so schwer von der Pandemie betroffen sind.

 Lass sie nicht allein und schenke ihnen die Hilfe, die sie brauchen.

 

 

UNSER VATER im Himmel.

 Geheiligt werde Dein Name.

 Dein Reich komme.

 Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

 Unser tägliches Brot gib uns heute.

 Und vergib uns unsere Schuld,

 wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

 Und führe uns nicht in Versuchung,

 sondern erlöse uns von dem Bösen.

 Denn Dein ist das Reich und die Kraft

 und die Herrlichkeit in Ewigkeit,

 Amen.

 

LIED          Wo ein Mensch Vertrauen gibt (ZwHuE 213)

 

 

SEGEN

 Der Segen unseres Gottes falle auf uns

 wie Regen, der das Land befeuchtet,

 der Leben schafft und wachsen lässt,

 wie Regen, der aus Wüsten Gärten macht.

 So geht hin im Frieden Gottes:

 Der Herr segne dich und behüte dich.

 Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.

 Der Herr erhebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

 Amen.

 

BEKANNTMACHUNGEN

Die Kollekten für den heutigen Gottesdienst sind anders als im Gemeindebrief veröffentlicht:

Angesichts der auch in Beyenburg und in der Talachse entstandenen Schäden
hat die Diakonie Wuppertal ein extra Spendenkonto eingerichtet.
Die Klingelbeutelkollekte von diesem Sonntag (Justizseelsorge) mit dem nächsten Sonntag (eigene Diakonie wuerde dann für diese Spendenkonto umgewidmet) tauschen.
Die nächsten Sonntage wird ein extra Körbchen für diesen Zweck aufgestellt und dieses Geld direkt auf das spezielle Spendenkonto der Diokonie überwiesen.

Am Ausgang sammeln wir für Gesamtkirchliche Aufgaben der EKD.

 

 

Über unsere Homepage können Sie online eine Spende überweisen: https://www.unterbarmen-sued.de/gemeinde/onlinekollekte

 

Und nun: Herzliche Einladung zum Gottesdienst am 25.07. um 11 Uhr im Gemeindezentrum Petruskirche mit Pfarrer Michael Seim.

 Herr Seim wird dann eine Predigtreihe zum Thema „Gottes Schöpfung“ beginnen, die uns die nächsten Wochen begleiten wird.

 

 

Wer in diesen Tagen Hilfe benötigt, wende sich bitte an

 Diakon Arne Würzbach: Tel.: 97 67 691 oder Email: arne.wuerzbach@ekir.de

 Vor allem aber wünschen wir Ihnen eine gute und gesegnete Zeit.

 Bleiben Sie behütet!


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