Andacht zum Kurzgottesdienst am 17.07.2021 Citykirche Elberfeld

 

 

 

Der HERR heilt, die zerbrochenen Herzens sind,

 

und verbindet Ihre Wunden.

 

Psalm 147,3

 

Liebe Gemeinde!

 

Dieses Wort der Hoffnung ist uns mit den Psalmen Israels für den heutigen Tag mit auf den Weg gegeben. Und diese Hoffnung, die Hoffnung auf einen Gott, der sich Menschen in Not zuwendet, dem sich unser Schicksal und Ergehen etwas angehen lässt, diese Hoffnung möge uns in der Tat durch diese Tage tragen.

 

Aber die Psalmen kennen durchaus auch all die anderen menschlichen Reaktionen und Gefühle. Man kann sagen: den Psalmen Israels ist nichts Menschliches fremd, sondern alles, wirklich alles wird hier schonungslos vor Gott gebracht, wenn etwa der oder die Beterin des 69. Psalms fleht:

 

Gott, hilf mir!

 

Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle.

 

Ich versinke in tiefem Schlamm, wo kein Grund ist,

 

ich bin in tiefe Wasser geraten

 

und die Flut will mich ersäufen …

 

Meine Augen sind trübe geworden,

 

weil ich so lange harren muss auf meinen Gott.

 

Psalm 69,1-4

 

Das fleht einer in seiner Verzweiflung. Da schreit eine Gott an, scheint bereits ermüdet und ermattet, weil in der akuten Situation keine Hilfe und kein Ausweg zu sehen ist, und weil er an den Rand seiner Kräfte kommt. Das Wasser, das in den letzten Jahren so schmerzlich vermisst wurde, weil es einfach lebensnotwendig ist, wurde in diesen Massen nun so lebensbedrohlich, dass nicht nur Autos und Häuser, sondern eben auch Menschen fortgerissen und ertränkt wurden. Da wird sich manch einer gefragt haben: Gott, wo warst Du denn da?

 

Festzuhalten bleibt aber wohl auch, dass diese Wassermassen einerseits, wie die verheerenden Brände in Kalifornien, Kanada oder in den Weiten der russischen Taiga, - all diese Ereignisse sind wohl auf den menschengemachten Anteil des Klimawandels zurückzuführen. Mit anderen Worten: Das, was wir selbst verschuldet haben, dafür sind wir selbst verantwortlich und können es nicht Gott in die Schuhe schieben. Hier ist mehr denn je und intensiver als bisher eine Umkehr und Einsehen nötig. Da wird man fragen können: Mensch, wo warst Du da?!

 

 

 

Immerhin gibt es jetzt viele Menschen, die einfach mit anpacken, die da sind und helfen, die nachfragen und sich auf den Weg machen, um anderen Menschen beizustehen. Und für viele Betroffene ist gerade das hilfreich und tröstlich zu erfahren, frei nach dem Psalmwort:

 

Der HERR heilt, die zerbrochenen Herzens sind,

 

und verbindet Ihre Wunden.

 

Denn auch das ist ja die Erfahrung dieses Psalmbeters oder dieser Beterin, dass im Rückblick Gott ihnen und vielen anderen Menschen aus Leid und Not herausgeholfen und für alles die nötige Kraft gegeben hat. Die Beter*innen Israel können dafür auf verschiedene Ereignisse zurückblicken: etwa auf den langen Weg Israels durch die Wüste – ein Wüstenweg, kein Sonntagsspaziergang, auf dem sie mehr als einmal bewahrt geblieben waren, - oder etwa auf die Rückkehr der Exilierten aus Babylon zurück nach Jerusalem und nach Judäa.

 

Der HERR heilt, die zerbrochenen Herzens sind,

 

und verbindet Ihre Wunden.

 

Und das tut Gott ja auch durch uns Menschen, indem er uns anderen zur Seite stellt, oder indem er andere Menschen uns zur Seite stellt, je nach dem wie es gerade nötig und möglich ist, damit die Keller leergeräumt und ausgepumpt, damit Menschen mit Essen und Trinken versorgt werden und Betroffene eben nicht allein im Regen stehen gelassen werden, sondern ein Schirm für sie aufgespannt wird – möglichst auf finanziell – damit die durch Corona eh schon gefährdeten Existenzgrundlagen gesichert bleiben.

 

Der HERR heilt, die zerbrochenen Herzens sind,

 

und verbindet Ihre Wunden.

 

Stelle er und dazu also alle an den jeweils passenden Ort, damit es uns gelingt nach seinem Willen zu handeln. Amen

 

 

 

 

 

 

 

Gebet (nach Helga Schröck-Vietor) mit Worten aus Psalm 69

 

Gott des Lebens,

 

wir sind erschrocken und aufgewühlt:

 

Das Hochwasser der vergangenen Tage

 

hat Menschen fortgeschwemmt.

 

Der Starkregen hat Keller geflutet und Straßen überspült.

 

Viele bangen um ihre Angehörigen und um ihr Zuhause.

 

 

 

Gott, wir rufen zu dir,

 

wie der Beter aus dem Gebetbuch des Volkes Israel:

 

„Rette mich, Gott!                                                      (Psalm 69,2+3)

 

Das Wasser steht mir bis zum Hals.

 

Ich bin versunken in tiefem Schlamm und finde keinen festen Grund.

 

In tiefes Wasser bin ich geraten. Eine Flutwelle spülte mich fort.“

 

 

 

Gott, wir bitten dich um Trost und Beistand

 

für alle, deren Zuhause verwüstet ist,

 

die evakuiert werden mussten,

 

die Hab und Gut verloren haben.

 

Sende den Betroffenen die Hilfe, die sie brauchen:

 

tatkräftige Unterstützung, finanziellen Beistand,

 

emotionale Begleitung, unermüdliche Gebete.

 

 

 

Gott, wir bitten Dich um Frieden für die,

 

die ihr Leben verloren haben,

 

und um Trost für ihre Angehörigen.

 

 

 

Gott, wir bitten Dich für die Männer und Frauen,

 

die an ihre Grenzen gehen, um anderen zu helfen,

 

die Menschen aus eingeschlossenen Häusern holen,

 

die Dämme sichern,

 

die für Notunterkünfte sorgen.

 

Sei du ihnen nahe bei allem, was sie tun.

 

Stärke sie und gib ihnen Geduld und Übersicht.

 

 

 

Gott, wir erkennen, wie schnell sich das Klima verändert

 

und in welcher Bedrohung unsere Welt steht.

 

Diese Naturkatastrophe führt uns vor Augen,

 

was wir unserer Umwelt antun.

 

Hilf uns umzukehren.

 

Lass uns nicht gegen,

 

sondern für und mit deiner Schöpfung leben.

 

Amen

 

 

 

 

 

Segen

 

Gott, der Dich wahrnimmt,

 

lasse zu Deiner Erfahrung werden,

 

was er Dir zugesagt hat:

 

Bei Dir zu sein in Angst und Unsicherheit.

 

Dich zu trösten, wenn Du bekümmert bist.

 

Deine Bedürftigkeit zu Herzen zu nehmen,

 

was immer auf Dir lastet.

 

 

 

ER schenke Dir,

 

was Du Dir selbst nicht geben kannst:

 

Wachendes Vertrauen

 

mitten in den Widersprüchen dieses Lebens

 

Amen

 

 

 

 

 

Bitte nutzen Sie das folgende Spendenkonto mit dem Stichwort "Hochwasser":

 

Diakonisches Werk Wuppertal
Stadtsparkasse Wuppertal
IBAN DE31 3305 0000 0000 5589 24
BIC WUPSDE33XXX
Bankleitzahl: 330 500 00
Kontonummer: 55 89 24

 

Die Diakonie Wuppertal wird dafür sorgen, dass die finanzielle Hilfe dort ankommt, wo sie am dringendsten benötigt wird.

 


Download
210717 KurzGoDi - online UBS.docx
Microsoft Word Dokument 16.2 KB