Gottesdienst vom 30.05.2021 – Trinitatis


Wir feiern diesen Gottesdienst
im Namen des dreieinen Gottes
des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Amen.


Hallo! Ich heiße Sie herzlich Willkommen zum heutigen Kurzgottesdienst!
Schön, dass Sie dabei sind.


Vater, Sohn und Heiliger Geist. Der eine Gott in drei Personen.


Diese theologische Idee hat dem heutigen Sonntag den Namen Trinitatis
gegeben. Aber viele tun sich auch schwer mit dieser Idee. Wie soll das
gehen?
Die Idee zeigt aber auch, dass Gott vielfältiger ist, als wir Menschen es
erfassen können. Um diese Vielfältigkeit Gottes wird es auch in der heutigen
Predigt gehen.
Mit dem Spruch aus 2. Korinther 13,13 für die heute beginnende Woche
wünsche ich uns allen einen gesegneten Gottesdienst:
         "Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die
         Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen." (2. Kor 13,13)

 

 

LIED Komm, heilger Geist
https://www.youtube.com/watch?v=g85lA6vCr0c
Komm, heilger Geist, mit deiner Kraft,
die uns verbindet und Leben schafft.


1. Wie das Feuer sich verbreitet und die Dunkelheit erhellt,
so soll uns dein Geist ergreifen, umgestalten unsre Welt.


Komm, heilger Geist, mit deiner Kraft,
die uns verbindet und Leben schafft.


2. Wie der Sturm so unaufhaltsam, dring in unser Leben ein.
Nur wenn wir uns nicht verschließen, können wir deine Kirche sein.


Komm, heilger Geist, mit deiner Kraft,
die uns verbindet und Leben schafft.

 

3. Schenke uns von deiner Liebe, die vertraut und die vergibt.
Alle sprechen eine Sprache, wenn ein Mensch den andern liebt.


Komm, heilger Geist, mit deiner Kraft,
die uns verbindet und Leben schafft.

 

 

EINGANGSGEBET
Lasst uns beten.


Dreieiniger Gott,
Vater, Sohn und Heiliger Geist,
du bist so unbegreiflich und trotzdem können wir uns dir anvertrauen,
denn du hast für uns nur das Beste im Sinn.
Wir dürfen mit allem zu dir kommen:
Mit unseren Verfehlungen, denn du bist voll Gnade,
mit unseren Sorgen und Ängsten, denn deine Liebe trägt uns,
mit unserer Trauer und Einsamkeit, denn in deiner Gemeinschaft dürfen wir
uns geborgen wissen.
Gott, du umhüllst uns mit deiner Gegenwart,
die uns Kraft gibt und innerlich neu werden lässt.
Hilf uns nun, dein Wort recht zu hören,
deine Liebe zu spüren
und uns innerlich zu öffnen.
Amen.

 


PSALM 145 aus „Dir kann ich alles sagen, Gott“ in Auszügen
David singt:
Ich will dich erheben, mein Gott, du König,
und deinen Namen loben immer und ewiglich.
Ich singe mit David:
Gott, du bist der Größte.
Nichts und niemand ist über dir.
Du bist einzigartig.
Niemand und nichts ist wie du.
Du warst da, ehe alles begann.
Du bist da, wo immer ich auch sein mag.
Du wirst da sein, auch wenn sich niemand mehr an mich erinnert.
Gott, ich will dich loben, weil du da bist.
         Ich singe mit David

         Gott, ich will nicht nur an Sonntagen und
         An Festtagen an dich denken.
         Ich will nicht nur dann zu dir rufen,
         wenn es mir schlecht geht und ich Hilfe suche.
         Denn du bist kein Sonntagsgott.
         Du bist jeden Tag da.
         Darum will ich dich täglich loben.
         Jeden Tag will ich von deiner Größe etwas weitersagen.
         Amen.

 

 

PREDIGT Johannes 3,1-8
1 Unter den Pharisäern gab es einen, der Nikodemus hieß. Er war einer
der führenden Männer des jüdischen Volkes.
2 Eines Nachts ging er zu Jesus und sagte zu ihm: »Rabbi, wir wissen:
Du bist ein Lehrer, den Gott uns geschickt hat. Denn keiner kann solche
Zeichen tun, wie du sie vollbringst, wenn Gott nicht mit ihm ist.«
3 Jesus antwortete: »Amen, amen, das sage ich dir: Nur wenn jemand
neu geboren wird, kann er das Reich Gottes sehen.«
4 Darauf sagte Nikodemus zu ihm: »Wie kann denn ein Mensch geboren
werden, der schon alt ist? Man kann doch nicht in den Mutterleib
zurückkehren und ein zweites Mal geboren werden!«
5 Jesus antwortete: »Amen, amen, das sage ich dir: Nur wenn jemand
aus Wasser und Geist geboren wird, kann er in das Reich Gottes
hineinkommen.
6 Was von Menschen geboren wird, ist ein Menschenkind. Was vom
Geist geboren wird, ist ein Kind des Geistes.
7 Wundere dich also nicht, dass ich dir gesagt habe: ›Ihr müsst von oben
her neu geboren werden.‹
8 Auch der Wind weht, wo er will. Du hörst sein Rauschen. Aber du weißt
nicht, woher er kommt und wohin er geht. Genauso ist es mit jedem,
der vom Geist geboren wird.«

 

 

Liebe Gemeinde,
Jesus ist in Jerusalem. Sein öffentliches Wirken hat
begonnen und er hat schon einiges an Aufsehen erregt.
Da war die Hochzeit, auf der er Wasser in Wein verwan-delte. Und dann war da auch noch der Tumult im Tempel, als er die Händler und Geldwechsler aus dem Tempel schmeißen wollte.

Was erlaubt sich dieser Jesus? Was gibt ihm das Recht, so zu handeln?
Kritische Stimmen werden laut und Jesus bekommt Gegenwind. Nicht alle sind mit seinem Handeln einverstanden.


Und nun hat sich die Nacht über Jerusalem gelegt. Die Straßen sind leer.
Doch ein Mann ist unterwegs: Nikodemus. Ein angesehener Mann in
Jerusalem. Er ist auf der Suche nach Jesus, um mit ihm über den Glauben zu
sprechen.

 

Warum zu so später Stunde? Möchte er unerkannt bleiben? Soll ihn niemand
mit Jesus sehen? Hat er Angst um seinen guten Ruf? 


Oder sucht er die Ruhe der Nacht, weil es einfach ein guter Zeitpunkt für ein
ungestörtes Gespräch ist? So wie manchmal abends die besten Gespräche
mit Freunden entstehen, wenn die Hektik des Alltags endlich nachlässt, man
zur Ruhe kommt und die Gedanken freien Raum haben.


Ruhezeiten sind gute Zeiten für Gespräche, für Gespräche über den Glauben
und für Gespräche mit Gott. Das wusste auch schon Jesus. Häufig hat er die
frühen Morgen- oder die späten Abendstunden als Gebetszeiten genutzt.


Auch mir persönlich kommen in diesen Stunden häufig die besten Gedanken.
Der Trubel des Tages liegt hinter mir und die Aufgaben des nächsten Tages
liegen noch weit genug entfernt.

 

Nikodemus findet Jesus und in seiner Ansprache klingt Anerkennung für
Jesus mit: „Du bist ein Lehrer, den Gott uns geschickt hat. Denn keiner kann
solche Zeichen tun, wie du sie vollbringst, wenn Gott nicht mit ihm ist.“


Nikodemus hat Jesu Wirken und seine Macht wahrgenommen.


Jesu bekräftigt diese Aussage mit seinem „Amen, Amen“ und ergänzt dann:
„Nur wenn jemand neu geboren wird, kann er das Reich Gottes sehen.“
Nikodemus versteht nicht, wie das gemeint ist. Und wer kann ihm das schon
verübeln. Und so fragt er nach, wie kann denn ein Mensch geboren werden,
der schon alt ist? Muss er zurück in den Mutterleib?


Die Fragen hören sich fast schon etwas ironisch an.


Aber die Fragen sind berechtigt. Wie kann das gehen? Sollen wir an eine Art
Wiedergeburt denken, wie sie z.B. im Buddhismus geglaubt wird. Meint Jesus
das damit?


Nein, Jesus sagt, es geht um eine Neugeburt im Leben. Eine Geburt aus
Wasser und Geist führt ins Reich Gottes. Wasser und Geist, da denke ich
direkt an die Taufe. Und tatsächlich ist die Taufe ja auch ein Zeichen dafür,
ein neuer Mensch zu werden.


Jesus führt weiter aus, es gibt zwei Geburten. Da ist die natürliche Geburt.
„Was von den Menschen geboren wird, ist ein Menschenkind.“ Also: von
einer Mutter aus Fleisch und Blut, wird ein Kind aus Fleisch und Blut.


Und dann gibt es die geistige Geburt. „Was vom Geist geboren wird, ist ein
Kind Gottes.“ Eine Geburt mitten im Leben, von oben her, von Gott. So wie
sich auch bei Jesu Taufe der Geist Gottes auf ihn herab gesenkt hat, so
senkt sich bei dieser Geburt Gottes Geist auf uns herab.


Ich denke, diese zweite Geburt ist ein, sich öffnen für Gott.


Sich öffnen bedeutet, achtsam und aufmerksam durch die Welt zu gehen und
bereit sein, sich von Gott überraschen zu lassen. Es bedeutet immer mit dem
Handeln Gottes im eigenen Leben zu rechnen und diese Option nicht von
vornherein auszuschließen.


Dann können wir die vielfältigen Spuren von Gottes Geistkraft in unserer Welt
wahrnehmen und erkennen. Dann sehen wir, wo und wie der Wind, bzw. der
Geist Gottes, weht. Denn der Wind ist ja nur ein Bild für das Wirken von
Gottes Geist, oder Geistkraft.


Wir können Gott in der Kirche oder Natur finden. Er kann zu uns durch die
Bibel sprechen. Wir können ihn in der Musik spüren. Wir können seine Kraft

in der Gemeinschaft, Liebe, Freundschaft und Versöhnung erleben. Oder
auch in der Freude an einem Hobby oder Talent, das Gott in uns gelegt hat,
erfahren.


Gottes Geist weht, wo er will. Das wissen wir spätestens seit Luther, dem der
Legende nach ja die große Erkenntnis über Gottes Gnade ja auf Toilette
gekommen sein soll ;-)


Aber Spaß beiseite – Wenn wir achtsam durchs Leben gehen und mit Gottes
Handeln rechnen, dann können wir ihn erkennen. Und dann kann Gott auch
selber in uns und durch uns Wirken. Dann kann der Wind auch durch uns
wehen. Dann werden wir, wie vom Geist neu geboren.


Manchmal gipfelt dieser Prozess in dem Zeichen der Taufe mit Wasser, wie
wir sie im Gottesdienst feiern, weil sich der Mensch, der sich geöffnet hat,
nun auch öffentlich zu Gott bekennen will. Und manchmal steht die Taufe am
Anfang dieses Weges.


Und manchmal verhält es sich vielleicht noch ganz anders.


So vielleicht auch bei Nikodemus. Er fragt, wie kann jemand neu geboren
werden, als Jesus sagt, nur Neugeborene können Gottes Reich sehen. Und
dabei hat er doch schon längst Gottes Reich im Aufbruch gesehen, als er
Jesu Wirken mit Gott in Verbindung gebracht hat.

 


Mit Gottes Geist verhält es sich eben, wie mit dem Wind. Er weht, wo und wie
er will. Und häufig ist er nur schwer zu erkennen. Da können wir dann nur
seine Auswirkung sehen oder spüren.


Deswegen: Gehen Sie mit offenen Sinnen durch die Welt und seien Sie offen,
sich von Gott überraschen zu lassen.
Amen.

 

LIED Jesus Christ, you are my life
https://www.youtube.com/watch?v=mno8nNw1Z3U


Jesus Christ, you are my life
Halleluja, Halleluja
Jesus Christ, you are my life
You are my life, Halleluja.


Zeugen deiner Liebe sind wir
Boten des Lichtes in der Welt
Gott des Friedens, hör unser Flehn

Schenk deinen Frieden allen.


Jesus Christ, you are my life
Halleluja, Halleluja
Jesus Christ, you are my life
You are my life, Halleluja.


He calls us to the waters of life
He pours his love in to our hearts.
Jesus comes to us in our hearts.
Glory to God forever.


Jesus Christ, you are my life
Halleluja, Halleluja
Jesus Christ, you are my life
You are my life, Halleluja.

 


FÜRBITTE
Dreieiniger Gott,
du bist unser Schöpfer,
Vater und Mutter unseres Lebens,
du beschenkst uns täglich neu mit Lebendigkeit.
Du bist uns in Jesus Christus zum Bruder geworden,
öffnest uns die Augen für deine Liebe.
Du bist uns nahe im Heiligen Geist,
der uns als Gemeinde zusammenruft.
         Wir bitten dich,
         dass du uns teilhaben lässt an deiner Lebendigkeit,
         dass du alles Leblose in und um uns überwindest,
         dass du uns Kraft und Mut schenkst,
         allem zu widerstehen, das Leben hindert.
Wir bitten dich,
dass du uns mit dem Licht deiner Wahrheit erleuchtest,
dass wir deine Liebe erkennen,
dass uns der Zweifel genommen
und unser Unverständnis überwunden wird.
         Wir bitten dich,
         dass du uns dein Wort auf die Lippen legst,
         dass wir glaubwürdig sind in unserer Verkündigung,
         dass du unsere Ohren hellhörig

         und unsere Augen scharfsichtig machst,
         dass wir Einsamkeit hinter der Maske der Geschäftigkeit erkennen,
         die Traurigen trösten und die Alleingelassenen besuchen.
Wir bitten dich,
dass du uns Kraft schenkst,
Kranken und Sterbenden nahe zu sein
und ihnen beizustehen in ihrem Leid,
dass du uns hilfst, bei den Trauernden Hoffnung
auf dein Reich zu wecken,
in dem alles Leid überwunden
und der Tod besiegt ist.1
Amen.

 


SEGEN
Jesu Mut beflügele unser Reden.
Gottes Geist stärke unsere Gemeinschaft.
Das Reich Gottes wachse mitten unter uns.
Es segne und begleite uns der dreieinige Gott,
der Vater, der Sohne und der Heilige Geist.
Amen.

 

LIED Vater unser, Vater im Himmel
https://www.youtube.com/watch?v=HTzLacb1sFo
Vater unser, Vater im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme, dein Wille geschehe.
Geheiligt werde dein Name.


Wie im Himmel, so auch auf Erden.
Geheiligt werde dein Name.
Unser täglich Brot, Herr, gib uns heute.
Geheiligt werde dein Name.


Und vergib uns unsere Schuld.
Geheiligt werde dein Name.

Wie auch wir vergeben unseren Schuldnern.
Geheiligt werde dein Name.


Und führ uns, Herr, nicht in Versuchung.
Geheiligt werde dein Name.
Sondern erlöse uns von dem Bösen.
Geheiligt werde dein Name.


Denn dein ist das Reich und die Kraft.
Geheiligt werde dein Name.
Und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Geheiligt werde dein Name.

 

 


BEKANNTMACHUNGEN
Die Kollekte im Klingelbeutel wäre heute für die Wuppertaler Hilfe für
Kinder von Tschernobyl. Jedes Jahr holt dieser Verein ca. 20 Kinder zu
einem Erholungsaufenthalt nach Wuppertal. Die Kinder sind zwischen 7 und
14 Jahren alt und werden von Wuppertaler Gastfamilien liebevoll
aufgenommen und versorgt. Darüber hinaus sorgt der Verein für regelmäßige
Hilfstransporte nach Weißrussland.
Die Kollekte am Ausgang wäre bestimmt für Projekte von Brot für die Welt
in Bolivien: In vielen Teilen der Welt wird das Wasser knapp. In seinen
Projekten unterstützt Brot für die Welt Kleinbauernfamilien, zum Beispiel in
Bolivien. Ein Projektpartner von Brot für die Welt unterstützt
Kleinbauernfamilien unter anderem durch Fortbildungen zu nachhaltiger
Landwirtschaft, die Errichtung von Bewässerungssystemen sowie den Bau
von Wassertanks.

In diesen Coronazeiten nehmen wir wiederum aus unserer Diakonie-
Rücklage je 50,- € pro Kollekte und bitten Sie, entweder online direkt für
diese Kollekten zu spenden

https://www.unterbarmen-sued.de/gemeinde/onlinekollekte
oder uns unter dem Stichwort ‚Diakonie‘ ihre Spende zukommen
zu lassen:
Gemeinde Unterbarmen Süd / IBAN DE72 3506 0190 1010 1720 35


 

Bleibt mir noch, Sie auf die nächsten Gottesdienste hinzuweisen:


Für Sonntag, den 6. Juni bereitet derzeit das Spurensuche-Team einen
Video-Gottesdienst vor. Unter dem Titel ‚Geh aus mein Herz und suche
Freud‘ wollen wir Sie zu verschiedenen Entdeckungen mitnehmen. Dieses
Video wird auf der Homepage www.unterbarmen-sued.de zu sehen sein. Um
12 Uhr laden wir dann zu einem digitalen Kirchkaffee ein:


Meeting-ID: 989 1508 2519 / Kenncode: 888727.


Pfr. Seim wird sich für unsere Briefkastenempfänger darum bemühen, zuvor
etwas Entsprechendes auf den Weg zu bringen.


Und am Sonntag, dem 13. Juni, hoffen wir dann Sie wieder in unseren
Räumen willkommen heißen zu dürfen: 9.30 Uhr in der Lichtenplatzer Kapelle
und um 11.00 Uhr im Gemeindezentrum Petruskirche jeweils mit Prädikant
Gunnar Grams. Es wäre schön, wenn wir Sie wieder persönlich begrüßen
könnten.


Wer in diesen Tagen Hilfe benötigt, wende sich bitte an
Pfr. Michael Seim: Tel.: 55 97 17 oder Email: michael.seim@ekir.de
oder an
Diakon Arne Würzbach: Tel.: 97 67 691 oder Email: arne.wuerzbach@ekir.de

 

Vor allem aber wünschen wir Ihnen eine gute und gesegnete Zeit.

Bleiben Sie behütet!


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