Gottesdienst zum 13.05.2021
Christi Himmelfahrt – Beginn des 3. Ökumenischen Kirchentags


Eröffnung / Begrüßung
Weil Gott auf uns schaut, weil er uns anschaut, darum sollen auch wir immer
wieder genauer hinschauen, hineinschauen in die biblischen Texte,
hinschauen in diese Welt. Und so feiern wir diesen Gottesdienst im Namen
Gottes, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Unser Anfang und unsere Hilfe stehen dabei im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat, der Bund und Treue hält ewiglich und nicht loslässt das Werk seiner Hände.


Liebe Leser*innen, liebe Gemeinde!


„schaut hin“, so lautet das Leitwort des 3. Ökumenischen Kirchentages (ÖKT).
Bettina Limperg (Präsidentin des 3. ÖKT) sagt dazu: „Schauen ist mehr als
sehen. Schauen nimmt wahr und geht nicht vorbei. Schauen bleibt stehen und
übernimmt Verantwortung. Aktiv Verantwortung zu übernehmen, ist unser
Auftrag als Christinnen und Christen.“
Thomas Sternberg (Präsident des 3. ÖKT) ergänzt: „Mit dem Leitwort wollen
wir die Botschaft setzen: ‚Wir schauen nicht weg‘. Wir nehmen die Sorgen und
Bedrängnisse der Menschen ernst. Wir tun das in der Gewissheit, dass Gott
nicht wegschaut.“
Dieses Leitwort wird uns so durch diesen Gottesdienst zu Christi-Himmelfahrt
und zum Beginn des 3. Ökumenischen Kirchentags begleiten. So wünsche ich
uns und Ihnen einen gesegneten Gottesdienst.


Eingangsgebet


Gott!
Du schaust hinein in diese Welt.
Du schaust uns an – ganz persönlich,
Dabei schaust Du nicht einfach nur zu,
sondern mischst Dich in unser Leben ein
und hilfst uns dabei, dass uns das Leben gelingt.
Darum wollen auch wir nicht einfach nur zuschauen,
sondern wollen hinschauen,
hineinschauen in diese Welt und sehen was passiert.
Und wo wir Missstände aufspüren,
wollen wir uns einmischen,

damit das Leben auch anderen gelingt.
Öffne Du uns dazu die Augen!
Lenk Du dazu unsere Schritte!
Führ Du dazu unsere Hände!
Das bitten wir Dich in Jesu Namen, Amen.


Lied 123,1-3 Jesus Christus herrscht als König


1)
Jesus Christus herrscht als König,
alles wird ihm untertänig,
alles legt ihm Gott zu Fuß.
Aller Zunge soll bekennen,
Jesus sei der Herr zu nennen,
dem man Ehre geben muss.
2) Fürstentümer und Gewalten,
Mächte, die die Thronwacht halten,
geben ihm die Herrlichkeit;
alle Herrschaft dort im Himmel,
hier im irdischen Getümmel
ist zu seinem Dienst bereit.
3) Gott ist Herr, der Herr ist Einer,
und demselben gleichet keiner,
nur der Sohn, der ist ihm gleich;
dessen Stuhl ist unumstößlich,
dessen Leben unauflöslich,
dessen Reich ein ewig Reich.


Psalm 119,10-18 in einer Übertragung in leichte Sprache


Gott: Dich will ich mit meinem Herzen erkennen.
Was mir deine Gebote sagen:
Das will ich wirklich tun.
Gott: Ich will das Richtige tun.
Was mir deine Worte sagen:
Das will ich verstehen.
Gott: Ich lobe dich.
Was mir deine Gesetze sagen:
Das lehre mich.
Gott: Von dir erzähle ich.

Was mir deine Worte über das Recht sagen:
Das sage ich weiter.
Gott: Du hast mich reich gemacht.
Was mir deine Worte sagen:
Das freut mich auch.
Gott: Ich sehe auf deinen Weg.
Was mir deine Befehle sagen:
Das bringt mich zum Nachdenken.
Gott: Ich freue mich über deine Worte.
Was mir deine Gesetze sagen:
Das merke ich mir.
Gott: Du lässt mich leben.
Was mir deine Worte sagen:
Das tue ich.
Gott: Öffne mir die Augen.
Was mir deine großen Taten zeigen:
Das finde ich wunderbar.


Predigt Apostelgeschichte 1,1-14


Liebe Gemeinde!
Es gibt sie, diese Momente, die uns berühren, in denen sich Himmel und Erde
berühren, in denen der Himmel so greifbar nah und plötzlich da ist, dass wir
fast wie erstarrt die Welt um uns vergessen, mit offenen Mündern dastehen,
uns beschenken lassen und das alles einfach festhalten wollen. Ja, es gibt sie,
diese Momente. Aber unser Auftrag ist es dann, aus diesen Momenten wieder
aufzutauchen und einzutauchen in diese Welt. Unser Auftrag ist es dann
weiter, von diesen Momenten Zeugen zu sein und davon zu erzählen, wie sich
in und durch Jesus Christus eben Himmel und Erde berühren.
Ja, es gibt sie, diese Momente, und einen solchen hatten die Apostel gerade
eben erst mit Jesus erlebt. Gesprochen hatte er mit ihnen, hatte ihnen die Kraft
des Heiligen Geistes versprochen, mit dem sie getauft werden sollten. Und er
hatte ihnen einen Auftrag erteilt:
Ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria
und bis an das Ende der Erde.
Und dann
wurde er vor ihren Augen emporgehoben und eine Wolke nahm ihn auf, weg
von ihren Augen.

Sie sahen also und sahen doch nicht. Sie schauten und doch erkannten sie
nicht – nicht alles. Sie blickten hin, doch mehr und mehr wurde Jesus ihren
Blicken entzogen.
Unglaublich war das, unbegreifbar. Es war so, als hätte sich der Himmel einen
Moment vor ihnen geöffnet und als hätte er Jesus in sich aufgenommen.
Himmlisch war das. Damit war Jesu Tun und Lehre für sie nun endgültig
bestätigt.
Dass er himmlisch legitimiert war, daran gab es für sie keine Zweifel. Er würde
nun seinen Platz einnehmen zur Rechten Gottes des Vaters, so dachten sie,
als sie ihm nach, ihm hinterher sahen, wie er gen Himmel fuhr. Ja, sie hofften,
jetzt würde sich alles richten, jetzt würde er sein Königtum antreten und das
Reich für Israel aufrichten.
Da standen sie ganz gebannt ob dieses Schauspiels. Sie schauten hin,
sprachlos, stumm, mit offenen Mündern. Ja ein solcher Moment kann wie eine
ganze Ewigkeit sein, und die Rückkehr ins Hier und heute, ins Hier und Jetzt,
die fällt dann durchaus auch schwer.
Doch bei der Rückkehr helfen ihnen zwei himmlische Gestalten. Damit es
keinen Absturz und keinen Aufprall gibt, fragen sie nur:
Ihr Männer aus Galiläa: Was steht ihr da und schaut zum Himmel?
Und so erinnerten diese himmlischen Wesen sie, die Apostel; daran, woher sie
kamen – aus Galiläa – und wohin sie gehörten –auf diese Erde: nach Judäa
und Samaria und bis an das Ende der Erde.
Hier in dieser Welt war ihre Anwesenheit erfordert. Hier gehörten sie hin. Und
hier hatten sie schließlich noch manches zu tun: Zeugen sollten sie sein.

Zeugen von und für Jesus; Zeugen davon, was er getan und gesagt hatte;
Zeugen auch von seiner Lehre vom Reich Gottes, das mitten unter ihnen
lebendig geworden war; und Zeugen sollten sie auch sein von diesem Moment,
in dem sich der Himmel auftat und Jesus in sich aufnahm.
Ja, es gibt sie, diese himmlischen Momente. Aber unser Auftrag ist es darum
auch heute noch, uns nicht in diesen Momenten zu verlieren und darüber die
Erde und alles Menschliche aus dem Blick zu verlieren und zu vergessen.
Unser Auftrag ist und bleibt es auch heute noch hinzuschauen ins Hier und
Jetzt. Wer werden immer wieder an diese Erde verwiesen und an die
Menschen, mit denen wir leben. Wir dürfen mit ihnen vom Himmel und von
anderen Zeiten auch träumen, aber unser Auftrag ist und bleibt es, Jesu Taten
und seine Lehre zu bezeugen.
Jesu Taten stehen dabei dafür, dass er keinen Menschen verloren gab.
Gerade Lukas erzählt ja in seinem Evangelium immer wieder neu die
Gleichnisse vom Verlorenen, das gefunden wird. Und Jesu Lehre steht dabei
dafür, dass gerade so das Reich Gottes zu allen kommen und unter uns
Wirklichkeit werden kann, so dass sich in unseren Begegnungen, so dass sich
in unserem Miteinander Himmel und Erde manchmal berühren, und wir eine
Ahnung davon bekommen, was alles in Jesu Namen möglich sein und werden
kann.
Jesus schaut hin. Und wo er Handlungsbedarf sieht, da hilft er zu einem
gelingenden Leben, da öffnet sich ein Stück des Himmels hier auf Erden.
Darum gilt auch für uns: Schaut hin! Und wo wir Handlungsbedarf sehen, da
wollen auch wir verhelfen zu einem gelingenden Leben, so dass sich auch hier
und heute noch Himmel und Erde berühren.

Lied zw Himmel und Erde 2,1-3


Da berühren sich Himmel und Erde


1) Wo Menschen sich vergessen, die Wege verlassen.
Und neu beginnen, ganz neu,
Refrain: da berühren sich Himmel und Erde,
dass Frieden werde unter uns,
da berühren sich Himmel und Erde,
dass Frieden werde unter uns.
2) Wo Menschen sich verschenken, die Liebe bedenken.
Und neu beginnen, ganz neu,
Refrain: da berühren sich Himmel und Erde, …
3) Wo Menschen sich verbünden, den Hass überwinden.
Und neu beginnen, ganz neu,
Refrain: da berühren sich Himmel und Erde, …


Fürbitte


Gott, Du Schöpfer allen Lebens!
Dir haben wir unser Leben zu verdanken.
Von und mit Deiner Schöpfung dürfen wir leben.
Wir erleben aber,
wie gefährdet diese Schöpfung ist.
Darum bitten wir Dich:
Für all die, die sich für mehr Klimaschutz einsetzen:
Stärke sie in ihrem langen Einsatz!
Für uns alle, die wir bewusster mit unserer Umwelt umgehen wollen:
Zeig uns auf, welche Wege wir gehen können!
Herr Jesus Christus,
Du zum Leben auferweckt und Auferstandener!
Aufgefahren in den Himmel bleibst Du uns nah
und bist dort gegenwärtig, wo Dein Name laut wird.
Darum bitten wir Dich:
Für alle die, die sich für den Ökumenischen Kirchentag engagieren:
Dezentral und digital lass sie kreativ werden und Ideen einsammeln!
Für uns alle, die wir als Christen Deinen Namen tragen wollen:
Lass uns hinschauen und helfen, wo gerade wir gebraucht werden!

Heiliger Geist!
Du bist uns verheißen,
und damit ist uns versprochen,
dass diese Welt eine verständigere werde.
Doch immer wieder hören wir von Krieg und Streit.
Darum bitten wir Dich:
Für Dein Volk Israel wir für all seine Nachbarn:
Hilf ihnen endlich, Wege des Friedens und der Verständigung zu gehen!
Besonders, Gott, bitten wir Dich für die,
die derzeit aus dem Blick geraten und vergessen werden:
Lass uns hinschauen, so wie Du hinschaust!
Lass uns anschauen, so wie Du uns anschaust!
Lass uns annehmen, so wie Du uns animmst
Und mit den Worten, die uns Dein Sohn gelehrt hat,
und die uns weltweit mit anderen Christen verbinden beten wir:


Unser Vater im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.


Segen


Wenn die Last eines Tages Dir zu schwer erscheint,
wenn die Nacht Dich bedrängt mit dunklen Gedanken,
wenn der Morgen anbricht und die Hoffnung weckt:
Gottes Nähe umhülle Dich wie ein wärmender Mantel!
Gottes Zärtlichkeit heile Dich wie wohltuende Salbe
Gottes Freude durchstrahle Dich wie die aufgehende Sonne!
Der HERR segne Dich und behüte Dich!
Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig!
Der HERR erhebe sein Angesicht über Dir und gebe Dir Frieden!
Amen


Bekanntmachungen


Die Kollekte im Klingelbeutel wäre heute für die Diakonie in der eigenen
Gemeinde bestimmt. Aus diesen Mitteln werden auch die Materialien des
Besuchsdienstes finanziert.
Die Kollekte am Ausgang wäre bestimmt für Fridays for Future. Der letzte
Konfirmand*innen Jahrgang hatte nach einem Wochenende zum Thema
‚Nachhaltigkeit‘ dem Presbyterium einen Brief mit vielen Vorschlägen
geschickt. Einige dieser Anliegen hat das Presbyterium aufgenommen, so
auch die Unterstützung von Fridays for Future durch eine Kollekte. Denn: „Die
Klimakrise ist eine reale Bedrohung für die menschliche Zivilisation – die
Bewältigung der Klimakrise ist die Hauptaufgabe des 21. Jahrhunderts.“
In diesen Coronazeiten nehmen wir wiederum aus unserer Diakonie-Rücklage
je 50,- € pro Kollekte und bitten Sie, entweder online direkt für diese Kollekten
zu spenden, oder uns unter dem Stichwort ‚Diakonie‘ ihre Spende zukommen
zu lassen: Gemeinde Unterbarmen Süd / IBAN DE72 3506 0190 1010 1720 35


Heute an Christi Himmelfahrt wie am morgigen Freitag sind Sie zu einem
Stationen-Spazier-Rundgang unter dem Kirchentagsmotto „Schaut hin“
zwischen St. Christophorus und der Lichtenplatzer Kapelle eingeladen. Nähere
Informationen dazu finden Sie auf unserer Homepage.


Bleibt mir noch, Sie auf die nächsten Gottesdienste hinzuweisen:


Für Sonntag, den 16. Mai wird Pfr. Michael Clauß den Gottesdienst
vorbereiten. Wir bemühen uns darum, Ihnen auch diese Gottesdienste wieder
auf den eingespielten Wegen zukommen zu lassen.
Für den Pfingstsonntag wollen wir dann ein anderes digitales Angebot
ausprobieren und laden Sie zu einem Online-Gottesdienst mit Pfr. Michael
Seim ein, damit wir uns gerade an Pfingsten auf andere Art und Weise
vernetzen und verbinden können. Beginn zur gewohnten Gottesdienstzeit um
11.00 Uhr über Zoom: Meeting-ID: 966 1254 4614 / Kenncode: 221060. Ich
werde mich für unsere Briefkastenempfänger darum bemühen, zuvor etwas
Entsprechendes auf den Weg zu bringen.


Außerdem sei auf die bevorstehende Bethel-Kleidersammlung in unserer
Gemeinde hingewiesen. Infozettel und Sammeltüten liegen vor unseren
Häusern aus und können dort gerne abgeholt werden. Die Sammlung erfolgt
dann am 19. Und 20. Mai jeweils von 15.00 bis 18.00 Uhr. Bei dieser
Sammlung können KEINE Briefmarken mitgenommen werden.


Wer in diesen Tagen Hilfe benötigt, wende sich bitte an mich, Pfr. Michael Seim
Tel.: 55 97 17 oder Email: michael.seim@ekir.de
Vor allem aber wünschen wir Ihnen eine gute und gesegnete Zeit.
Bleiben Sie behütet! Ihr Pfr. Michael Seim