Gottesdienst zum 25.04.2021

 

Eröffnung / Begrüßung


Gottes Wort geht durch die Welt. Und so wird sein Wort auch in diesem Gottesdienst laut, den wir feiern im Namen des dreieinen Gottes, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.
Unser Anfang und unsere Hilfe stehen dabei im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat, der Bund und Treue hält ewiglich und nicht loslässt das Werk seiner Hände.


Liebe Leser*innen, liebe Gemeinde!
An diesem, wie am nächsten Sonntag werden wir Konfirmationen feiern, anders als gedacht und erhofft, weil wir die Konfirmand*innen zuhause aufsuchen und sie im Rahmen der Familie konfirmieren werden.

Aber besondere Zeiten erfordern eben besondere Möglichkeiten auch in diesem Bereich. Bitte denken Sie einfach an unsere Konfirmand*innen, die nun bereits ein Jahr auf ihre Konfirmation warten mussten, um jetzt endlich ihren Glauben
zu bestätigen und zu bekräftigen.

 

Dabei gilt auch ihnen die Zusage:
Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur;
das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. 2. Korinther 5,17
Mit diesen Worten im Ohr wünsche ich uns einen gesegneten Gottesdienst.


Eingangsgebet


Gott!
Wir sind hier,
um uns an Dich und an Deine Taten erinnern zu lassen. Du hast Meere der Angst geteilt,
Halt gegeben auf schwankendem Boden und böse Stimmen zum Schweigen gebracht.
Was wir heute hören, soll uns in unserem Alltag begleiten, soll uns über Abgründe tragen,
soll uns Mut geben zu beherztem Handeln.


Gott,
was Du früher getan hast, das tu auch heute, damit das Loblied von einst auch zu unserem Lied werden kann.
Amen


Lied Zwischen Himmel und Erd 176 Herr, ich komme zu Dir


Herr, ich komme zu Dir, und ich steh vor Dir, so wie ich bin.
Alles, was mich bewegt, lege ich vor Dich hin.
Herr, ich komme zu Dir, und ich schütte mein Herz bei Dir aus.
Was mich hindert, ganz bei Dir zu sein, räume aus!
Meine Sorgen sind Dir nicht verborgen,
Du wirst sorgen für mich.
Voll Vertrauen will ich auf Dich schauen.
Herr, ich baue auf Dich!
Gib mir ein neues, ungeteiltes Herz.
Lege ein neues Lied in meinen Mund.
Fülle mich neu mit Deinem Geist,
denn Du bewirkst Dein Lob in mir.
Psalm 66 nach Volker Mantey


Darum
Los jetzt, alle Welt,
freut Euch, um Gottes Willen!
Wie sehr man doch über ihn staunen kann,
davon sollen Eure Lieder singen.
Lasst Eurem Eifer freien Lauf!
Versucht’s doch vielleicht mal so:
„Wahnsinn, was Du lieber Gott,
alles für uns getan hast!“
Oder: „Jeder sollte mal mit Dir Kontakt haben.“
Ja
Lauft! Schaut!
Das alles hat Er getan.
Und Er hat es nur für Euch getan.
Erinnert Euch daran,
welche Wege Er geebnet hat für Euch.
Wie damals für die, die durchs Schilfmeer mussten.
Unsere Freude hat eben Gründe.
Er hat das Zepter in der Hand
Und Er hat alle im Blick.

An Ihm führt kein Weg vorbei.
Ja!
Die ihr von Gott noch nichts wisst:
Kommt her und helft mit,
Seinen Namen bekanntzumachen.
Ich sage Euch, warum:
Weil Er uns das Leben geschenkt hat
Und weil Er uns sicher zum Ziel führt.
Darum

Predigt Apg 17,22-34


Liebe Gemeinde!
Athen: die Stadt der Philosophie und Wiege der Demokratie,

sie hatte schon bessere, glanzvollere Tage gesehen und erlebt. Die Zeiten Alexander des Großen waren lange vorbei.

Auch Sokrates und Platon, die großen Philosophen
Athens, lagen schon hunderte Jahre in ihren Gräbern.

Was geblieben ist, waren die alten Säulen, Tempel und Altäre, die alten Götter, die sich irgendwie ganz familiär benahmen, voller Stärken und Schwächen, Leidenschaften und Intrigen.
Paulus hatte das alles wahrgenommen und sich über die
vielen Götterbilder in dieser Stadt geärgert.

Aber als er von seinem Glauben zu reden beginnt, als seine Rede in Frage gestellt wird, weil sie eine Neuerung darstellte und weil er fremde Götter verkündete, da findet er einen ganz eigenen Anknüpfungspunkt.

Denn auf einem Altar hatte gestanden:
Für einen unbekannten Gott

Was er zu sagen hatte, war also nicht neu und nicht fremd, aber es war unbekannt.

Und auch heute noch ist es spannend, was Paulus hier von diesem Gott erzählt, wer der denn sei.

 

Zunächst ist von diesem Gott zu sagen, dass er die Welt geschaffen hat und alles, was darinnen ist.
So kannte man das in Griechenland nicht. Da waren aus dem Chaos heraus die Götter entstanden, geboren, geworden: Gaia, die Mutter Erde, Tartaros, die Unterwelt und Eros etwa, der Gott der Liebe, und noch einige mehr, die seither die Welt bevölkerten, Nachkommen zeugten und durchaus miteinander stritten.

Es ging unter diesen Göttern sehr lebendig zu.
Dass am Anfang Chaos, oder zu Hebräisch das reine Tohuwabohu herrschte, das war auch Paulus als gläubigem Juden durchaus vertraut. Aber hier hatte der Gott Israels ordnend und sortierend und Leben-schaffend in dieses
Durcheinander eingegriffen und so eben die Welt geschaffen … und alles, was darinnen ist.
Und so ist er der Herr des Himmels und der Erde, konzentriert sich also alle Schaffenskraft in seiner Hand. Schließlich war und ist und bleibt er der eine und einzige Gott.

Nichts da mit bunten Schlagzeilen aus dem Götterhimmel, wer nun gerade mit wem oder warum auch jetzt gerade
wieder nicht …
All diesen Göttern hatten auch die Athener ihre Tempel gebaut, unter anderem auch auf der nahegelegenen Akropolis. Hier verehrten sie ihre Götter, brachten ihnen Opfergaben dar, um sie milde zu stimmen, und glaubten, dass die Götter
selbst in diesen Tempeln wohnten.
Soweit war die jüdische Glaubenspraxis, die auch ein Paulus kannte, davon gar nicht entfernt. Auch Juden brachten Opfer dar, aber eher, um Gott zu danken oder um Vergebung zu bitten. Außerdem glauben sie eben nicht an
eine leibhafte Präsenz des Gottes Israels in seinem Tempel. Ja, seinen Namen hatte er hier wohnen lassen wollen, aber für ihn selbst wäre doch ein solcher Tempel viel zu klein. Außerdem hatte Gott, so der jüdische Glaube, keine
abbildbare Gestalt. Darum hatte sich Paulus ja auch so sehr über die vielen Götterbilder in Athen geärgert.
Für ihn war hingegen wichtig, dass Gott selbst nicht auf irgendwelche Trankoder Speiseopfer angewiesen war, - und erst recht nicht in einem von Menschen errichteten Gebäude wohnen würde. Im Gegenteil: Wir Menschen
sind auf ihn, auf Gott angewiesen. Ohne ihn wären wir ziemlich aufgeschmissen. Ohne ihn würde es uns ja auch gar nicht geben.

Denn: er hat aus einem einzigen Menschen die ganze Menschheit hervorgehen lassen. …
(Und) keinem von uns ist er fern.
Während die griechischen Götter also fern in ihren Tempeln oder im Götterhimmel leben, lieben und leiden, ist dieser Gott, der die Welt und uns Menschen geschaffen hat, uns ganz nah. Ja, wenn es denn überhaupt Götterbilder geben sollte, so könnte Paulus sagen, dann sind wir Menschen es, oder, wie es einige Eurer Dichter gesagt haben:
Wir sind sogar von seiner Art.
Hat er uns doch nach seinem Bild, zu seinem Spiegelbild und zu seinem Gegenüber geschaffen. Und das ist ein zutiefst demokratischer Gedanke.
Denn, wenn wir alle Gottes Ebenbilder sind, dann dürfte es eigentlich auch keine Hierarchien zwischen uns geben. Jede und jeder hat gleiche Würde und gleiche Rechte.
Gottes Wille ist seither nach Paulus: dass die Menschen nach ihm suchen, ob sie ihn vielleicht spüren und entdecken können.
Interessant ist dabei, dass Paulus hier in Athen auf dem Areopag die ganze Geschichte Gottes mit seinem Volk Israel gar nicht erwähnt. Er erzählt auch nicht eigentlich die Geschichte Gottes mit den Menschen, sondern philosophiert eher über Gott, Götter und Menschen, und argumentiert möglichst stringent. So möchte er den Juden ein Jude und den Griechen ein Grieche sein (1. Kor 9,20-22).

Denn es kommt immer auf das Gegenüber an, auf seine Kenntnisse, seine Voraussetzungen, sein Vorwissen, wenn man zu ihm vom Glauben spricht.
Aber jetzt (so Paulus) fordert er (Gott) alle Menschen dazu auf, ihr Leben zu ändern.
Denn Gott hat einen Tag festgesetzt …
dann wird er Gerechtigkeit walten lassen, durch den Mann, den er dazu bestimmt hat.
Hier nun also, gegen Ende seiner Rede, kommt Paulus auf Jesus Christus zu sprechen, aber ohne ihn namentlich überhaupt zu erwähnen.

Dennoch nimmt er gerade hier Jesu ureigenste Botschaft auf.

Hatte der doch selbst gesagt:
Die von Gott bestimmte Zeit ist da.
Sein Reich kommt jetzt den Menschen nahe.
Ändert Euer Leben und glaubt dieser guten Nachricht. (Markus 1,15)
Und dieses Reich ist für Paulus wie für Jesus ein zutiefst gerechtes Reich, so dass hier jeder und jedem Recht widerfährt, und jede Ungerechtigkeit zu-recht gerückt wird, so wie es Gott selbst an Jesus Christus vor und für alle Welt

demonstriert: Ihm, Jesus, war Unrecht geschehen, in dem er verraten, verleugnet, verurteilt, gefoltert und hingerichtet wurde. Doch eben diesen zu Unrecht verurteilten Menschen, den hat Gott wieder ins Recht und ins Leben
gesetzt.

Oder, so Paulus eigene Worte:
Dass dieser Mann wirklich dafür bestimmt ist, hat Gott allen Menschen durch dessen Auferstehung von den Toten bewiesen.

So ist von diesem Gott also zu sagen:

-dass er die Welt, Himmel und Erde,

geschaffen und geordnet hat,

-dass er auch uns geschaffen hat und

zwar eine jede und einen jeden von uns zu

seinem Spiegelbild und als sein Gegenüber,

-dass dieser Gott sich einen guten Kontakt

zu uns wünscht und -dass er letztlich dafür einsteht, dass einer jeden und einem jeden Recht und Gerechtigkeit widerfährt.

Und als Beweis dafür hat er eben diesen Jesus von Nazareth wieder zu neuem Leben erweckt und in sein Recht eingesetzt. Als Paulus von der Auferstehung der Toten sprach, lachten ihn einige seiner Zuhörer aus.

Aber andere sagten:

Darüber wollen wir ein andermal mehr von Dir hören!

Und so geht diese Gute Nachricht von einem uns zugewandten Gott, der keinem von uns fern ist, auch weiter durch diese Welt.

 

Lied 432 Gott gab uns Atem

1) Gott gab uns Atem, damit wir leben.

Er gab uns Augen, dass wir uns sehn.

Gott hat uns diese Erde gegeben,

dass wir auf ihr die Zeit bestehn.

2) Gott gab uns Ohren, damit wir hören.

Er gab uns Worte, dass wir verstehn.

Gott will nicht diese Erde zerstören.

Er schuf sie gut, er schuf sie schön.

3) Gott gab uns Hände, damit wir handeln.

Er gab uns Füße, dass wir fest stehn.

Gott will mit uns die Erde verwandeln.

Wir können neu ins Leben gehn.

 

Fürbitte

 

Gott,

Du Schöpfer des Himmels und der Erde.

Immer deutlicher müssen wir erkennen, welchen Raubbau wir an der Natur treiben und wie sehr wir dafür sorgen,

uns selbst die eigene Lebensgrundlage zu entziehen.

 

Darum bitten wir Dich:

Hilf uns Deine Schöpfung zu bewahren!

Lass uns achtsam mit allem umgehen, was du uns schenkst!

 

Herr Jesus Christus,

der Du von Menschen ins Unrecht, aber von Gott wieder ins Recht gesetzt wurdest!

Auch heute noch hören wir von Menschen, die verraten, verleugnet, verurteilt, gefoltert und hingerichtet werden.

 

Darum bitten wir Dich:

Stell all diesen Menschen andere Menschen zur Seite, die für ihr Recht kämpfen und für sie streiten!

Hilf uns selbst dazu, jedem Menschen gerecht zu werden!

Heiliger Geist, der Du und das rechte Beten und uns Gott Suchen lehrst.

Immer wieder kommen wir mit unserem Glauben an Grenzen, befallen uns Zweifel.

 

Darum bitten wir Dich:

Verwurzle in uns die Keime von Glauben und Vertrauen!

Lass in uns wachsen Blüten voller Hoffnung und Zuversicht!

Lass leuchten die Früchte des Miteinanders und der Liebe!

Und mit den Worten, die uns Dein Sohn gelehrt hat, und die uns weltweit mit anderen Christen verbinden beten wir:

 

Unser Vater im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Segen

Gott behüte dich auf all Deinen Wegen.

Gott wärme Dich, wenn Angst Dich frieren lässt.

Gott durchflute Dich, wenn Liebe Dich hoffen lässt.

Der HERR segne Dich und behüte Dich!

Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig!

Der HERR erhebe sein Angesicht über Dir und gebe Dir Frieden!

Amen

 

Bekanntmachungen

Die Kollekte im Klingelbeutel wäre heute je zur Hälfte bestimmt für das GustavAdolf-Werk, das 50 protestantische Minderheitskirchen in Asien, Europa und

Lateinamerika unterstützt, sowie für die Konfi- und Jugendarbeit in unserer

eigenen Gemeinde, denn eigentlich wollten wir an diesen Sonntagen

Konfirmation feiern. Nun konfirmieren wir die Jugendlichen des letzten

Jahrgangs Zuhause in ihren Familien

Die Kollekte am Ausgang wäre bestimmt für die Evangelische Jugend im

Rheinland. Dazu heißt es: Nicht nur in Corona-Zeiten unterstützt, fördert und

vernetzt der Dachverband der Evangelischen Jugend im Rheinland wichtige

und lebendige Aktivitäten für Kinder und Jugendliche auf dem Gebiet der

Evangelischen Kirche im Rheinland.

In diesen Coronazeiten nehmen wir wiederum aus unserer Diakonie-Rücklage

je 50,- € pro Kollekte und bitten Sie, entweder online direkt für diese Kollekten

zu spenden, oder uns unter dem Stichwort ‚Diakonie‘ ihre Spende zukommen

zu lassen: Gemeinde Unterbarmen Süd / IBAN DE72 3506 0190 1010 1720 35

Bleibt mir noch, Sie auf den nächsten Gottesdienst am Sonntag, dem 2. Mai

hinzuweisen. Leider werden wir die Konfirmation nicht wie erhofft in der

Lutherkirche Heidt feiern. Stattdessen machen sich Diakon Arne Würzbach

und ich (Michael Seim) uns auf den Weg, um die Konfirmand*innen Zuhause

zu konfirmieren. Wir bemühen uns aber darum, Ihnen auf den mittlerweile

gewohnten Wegen einen anderen Gottesdienst zukommen zu lassen, den

diesmal Diakon Arne Würzbach gestalten wird.

Wer in diesen Tagen Hilfe benötigt, wende sich bitte an mich, Pfr. Michael Seim

Tel.: 55 97 17 oder Email: michael.seim@ekir.de

Vor allem aber wünschen wir Ihnen eine gute und gesegnete Zeit.

Bleiben Sie behütet!

 

Ihr Pfr. Michael Seim


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GoDi 25.IV.21 - Paulus in Athen - online
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