Gottesdienst zum 18.04.2021


Eröffnung / Begrüßung


Gott ruft uns in seinem Sohn Jesus Christus zu sich, darum kommen wir zu
ihm und feiern diesen Gottesdienst im Namen des dreieinen Gottes,
im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Unser Anfang und unsere Hilfe stehen dabei im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat,
der Bund und Treue hält ewiglich
und nicht loslässt das Werk seiner Hände.


Liebe Leser*innen, liebe Gemeinde!
Dass Gott nicht loslässt das Werk seiner Hände, dass er uns nicht fallen lässt,
sondern uns auffängt, das ist unsere Hoffnung gerade auch in diesen Tagen.
Seit dem Kommen Jesu Christi dürfen wir jedenfalls wissen: Gott wendet sich
auch an uns; Gott ruft auch uns. Und seit Tod und Auferstehung Jesu Christi
von den Toten dürfen wir ebenfalls wissen: Die Verheißung eines neuen
Lebens, die gilt auch uns. So heißt es im Spruch für die beginnende Woche:
Christus spricht: Ich bin der gute Hirte.
Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir;
und ich gebe ihnen das ewige Leben. Johannes 10,11.27f


Mit diesen Worten im Ohr wünsche ich uns einen gesegneten Gottesdienst.


Eingangsgebet
Gott!
Wir kommen zu Dir, mit all dem, was uns erfüllt.
Wir kommen zu Dir mit unseren Sorgen und mit unserer Hoffnung.
Wir kommen zu Dir mit unseren Zweifeln und mit unserer Zuversicht.
Derzeit fühlen sich viele von uns auf die Probe gestellt,
auf eine Geduldsprobe, auf eine Glaubensprobe.
Da tut es immer wieder gut zu hören,
dass Du unser Gott und so für uns da sein willst,
dass Du uns nicht loslässt, sondern dass Du uns halten willst.
Darum bitten wir Dich:
Komm Du zu uns
und sprich zu uns Dein lebendiges Wort!
Beginn mit uns den neuen Tag
und begleite uns durch diese Zeiten!
Das bitten wir Dich in Jesu Namen, Amen


Lied Der Herr ist mein Hirte (zu Psalm 23)
Kehrvers: Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.
Er lässt mich lagern auf grünen Auen.
Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.
Er führt mich zum Ruheplatz am Wasser.
1) Er stillt mein Verlangen,
Er leitet mich auf rechten Pfaden Treu seinem Namen.
Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht,
ich fürchte kein Unheil.
2) Der Herr ist bei mir, Er gibt mir Zuversicht.
Er deckt meinen Tisch vor den Augen meiner Feinde.
3) Lauter Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang
und im Hause des Herrn darf ich wohnen für lange Zeit.
Kehrvers: Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.
Er lässt mich lagern auf grünen Auen.
Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.
Er führt mich zum Ruheplatz am Wasser.

 

Predigttext Hesekiel 34,1-2.10-16.31


Und des Herrn Wort geschah zu mir:
Du Menschenkind,
weissage gegen die Hirten Israels,
weissage und sprich zu ihnen:
So spricht Gott der Herr:
Wehe den Hirten Israels,
die sich selbst weiden!
Sollen die Hirten nicht die Herde weiden? …
So spricht Gott der Herr:
Siehe, ich will an die Hirten und will meine
Herde von ihren Händen fordern;
ich will ein Ende damit machen,
dass sie Hirten sind,
und sie sollen sich nicht mehr selbst weiden.
Ich will meine Schafe erretten aus ihrem
Rachen,
dass sie sie nicht mehr fressen sollen.
Denn so spricht Gott der Herr:

Siehe, ich will mich meiner Herde selbst annehmen und sie suchen.
Wie ein Hirte seine Schafe sucht, wenn sie von seiner Herde verirrt sind,
so will ich meine Schafe suchen und will sie erretten von allen Orten,
wohin sie zerstreut waren zur Zeit, als es trüb und finster war.
Ich will sie aus den Völkern herausführen und aus den Ländern sammeln
und will sie in ihr Land bringen und will sie weiden auf den Bergen Israels,
in den Tälern und wo immer sie wohnen im Lande.
Ich will sie auf die beste Weide führen,
und auf den hohen Bergen in Israel sollen ihre Auen sein;
da werden sie auf guten Auen lagern
und fette Weide haben auf den Bergen Israels.
Ich selbst will meine Schafe weiden, und ich will sie lagern lassen,
spricht Gott der Herr.
Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen
und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken
und, was fett und stark ist, behüten;
ich will sie weiden, wie es recht ist.
Ja, ihr sollt meine Herde sein, die Herde meiner Weide,
und ich will euer Gott sein, spricht Gott der Herr.


Predigt


Liebe Gemeinde!
Wir kennen es nahezu alle: das Bild von Gott als dem Hirten, der für seine Schafe sorgt, der sie führt, leitet und weidet. Jede und jeder hat dazu seine eigenen Gedanken und Bilder im Kopf. Dabei hat das Bild durchaus auch
etwas Befremdliches.

Denn: Wer möchte schon gerne Schaf sein – einerseits?
Und: Wer möchte schon wirklich gerne Hirte sein – andererseits?

Gott aber verspricht uns immer wieder: Er will unser Hirte sein.
Wer möchte schon gerne Schaf sein?
Eigentlich wollen wir nicht in einer ziemlich gleich aussehenden Masse untergehen.

Dazu legen wir heute viel zu viel Wer auf unsere Individualität.
Und gleichzeitig wollen wir auch nicht das schwarze Schaf sein, weder in der Familie noch in der Herde.

Denn als schwarzes Schaf stehen wir als Außenseiter da.

Wenn wir dann noch im Regen stehen sollten, dann bräuchten wir einen, der seine Schäfchen ins Trockene bringt. Anscheinend könnten wir das dann nicht selbst.

Vor allem aber wollen wir auch nicht stumm wie ein Lamm zur Schlachtbank geführt werden.

Da setzen wir uns doch lieber an einen schön gedeckten Tisch und essen das ein oder andere Lammkotelett.
Und wer möchte wirklich gerne Hirte sein?
Meist haben wir ein sehr idyllisches Bild von Gott als dem Hirten. Aber zumindest in Jesu Tagen waren Hirten gar nicht so angesehen, wie von uns gedacht und vielleicht erwartet.
Im wahren Leben zieht so ein Hirte mit seinen Schafen von Weide zu Weide.
Er lässt ihnen Zeit, lässt sie gemütlich grasen und steht dabei selbst aufmerksam in der Nähe.

Da kann einem die Zeit sicher auch schon mal lang werden, und man steht sich die Beine in den Bauch.

Außerdem ist es doch ein sehr einsamer Beruf.

Man zieht allein mit seinen blökenden Schafen und gegebenenfalls bellenden Hunden durch die Lande. Sehr unterhaltsam ist dieser Beruf also nicht. Und: Zeit muss man haben für seine Schafe, mitunter
auch nachts. Viel Freizeit gibt es da sicher nicht.
So idyllisch das Bild des naturnahen Hirten auch zunächst sein mag. Wir gehen dann vielleicht doch gern eher einem anderen Beruf nach.

Aber Hirte, das kann gern jemand anderes machen. Wir genießen lieber dessen Produkte, von Wolle über Milch und Käse bis hin zu einem guten Braten.
Gott aber verspricht gerade hier: Er will der Hirte seines Volkes sein.

Dabei spricht der Text von einer Zeit, als es trüb und finster war.
Denn das Volk Israel, die Schafe, waren in alle Länder zerstreut. Und die, deren Aufgabe es gewesen wäre, gut für diese Schafe und so für das Volk
Israel zu sorgen, die sind ihrer Verantwortung nicht nachgekommen und werden ihres Amtes enthoben,

sagt Gott, der HERR. Dieser Vorwurf an politische und geistliche Verantwortung durchzieht seither nahezu alle Zeiten,
gerade auch in diesen Tagen.
Gott selbst aber geht nun selbst auf die Suche. Er macht sich auf den Weg und blickt sich suchend um, denn: Gott nimmt sich seines Volkes an und geht ihnen nach. Dabei wird er ganz aktiv, wenn er von sich selbst sagt:
Ich will meine Schafe suchen und will sie erretten von allen Orten.
Ich will sie aus den Völkern herausführen und aus den Ländern sammeln.
Ich will sie weiden auf den Bergen Israels und sie auf die beste Weide führen.
Das, das steht für das Volk Israel auch heute noch aus.

Denn immer noch verteilt sich das Judentum über die Länder der ganzen Welt.

Doch gerade darum gilt weiterhin diese Verheißung:
Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen,
und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken,
und, was fett und stark ist, behüten. Ich will sie weiden, wie es recht ist.
Gott bleibt also nicht der ferne Gott, dem alles egal wäre, sondern Gott geht seinem Volk Israel nach und will ihm eine andere Zukunft, er will ihm seinen Shalom, seinen Frieden schenken, damit endlich alles zu seinem Recht
kommt.
Und was, lieber Herr Pfarrer, hat das mit uns zu tun?
In der Tat spricht diese Verheißung zunächst und vor allem das Volk Israel an.
Aber zum einen kann uns gerade an dieser Verheißung deutlich werden, wer  enn dieser Gott ist, der sich in Jesus Christus schließlich auch uns offenbart hat und uns sucht. Und zum anderen wird daran auch für uns deutlich, dass
da noch etwas aussteht, dass die Verheißungen sich noch nicht erfüllt haben, sondern dass wir gerade deshalb auch Hoffnung haben dürfen, gerade auch in finsterer Zeit.
Und nun: Wie ist das nun mit Schaf und Hirte? Wer wollen wir sein?
Wenn Gott seinen Schafen verspricht, sie auf die beste Weide zu führen, dann will ich gerne zu seinen Schafen gehören. Und wenn Gott uns die Verantwortung überträgt, für einen Teil seiner Herde zuständig und verantwortlich zu sein, dann wird es eben auch unsere Aufgabe sein, einander zu suchen, zu stärken und zu behüten. Dann gilt auch uns:
Ja, Ihr sollt meine Herde sein, …
und ich will Euer Gott sein, spricht Gott der HERR.

 

Lied Zwischen Himmel und Erde 209 Da wohnt ein Sehnen tief in uns

Refrain: Da wohnt ein Sehnen tief in uns, o Gott,
nach dir, dich zu sehn, dir nah zusein.
Es ist ein Sehnen, ist ein Durst nach Glück,
nach Liebe, wie nur du sie gibst.
1) Um Frieden, um Freiheit, um Hoffnung bitten wir.
In Sorge, im Schmerz – sei da, sei uns nahe, Gott. - Refrain
3) Um Heilung, um Ganzsein, um Zukunft bitten wir.
In Krankheit, im Tod – sei da, sei uns nahe, Gott. - Refrain
4) Dass du, Gott, das Sehnen, den Durst stillst, bitten wir.
Wir hoffen auf dich – sei da, sei uns nahe, Gott. – Refrain

 


Fürbitte

Herr, unser Gott,
Du Hirte Israels und Hüter dieser Erde!
Weltweit sind die Zeiten derzeit schwierig zu nennen,
weil das Leben so vieler Menschen bedroht und gefährdet ist.
Heut wird in unserem Land der an Covid 19 Verstorbenen gedacht.
Hinter den nackten Zahlen verbergen sich viel Namen:
Menschen mit Familien und Freunden,
die meist von uns gehen mussten, ohne die Chance sich zu verabschieden.
Darum bitten wir Dich für die Angehörigen und Hinterbliebenen:
Stell Ihnen Menschen zur Seite,
die mit ihnen reden und schweigen und trauern!
Begleite auch Du sie selbst durch diese Zeiten!
Herr Jesus Christus,
der Du Dich selbst auch für uns einsetzt,
und auch für uns zum Opferlamm geworden bist.
Der Du gleichzeitig der Hirte der Deinen sein willst,
und uns immer wieder auch in Verantwortung stellst.
Darum bitten wir Dich:
Hilf Du uns, unserer Verantwortung nachzukommen,
gegenüber Kindern und Kindeskindern,
gegenüber Nachbarn und Arbeitskollegen,
gegenüber all den Menschen, die uns vertraut sind,
wie gegenüber all denen, die von unseren Entscheidungen abhängig sind!

Schenk uns die Bereitschaft und die Fähigkeit dieser Verantwortung
nachzukommen!
Heiliger Geist,
der auch Du uns neue Zeiten verheißt.
Wir hören, wie Völker und Nationen miteinander streiten und kämpfen.
Wir erleben selbst, wie zersplittert und verschieden unsere Kirchen und
Gemeinden sind, in denen wir leben.
Aber da wo Du wehst, ist uns verheißen,
dass sich Dein Friede unter uns verbreite.
Darum bitten wir Dich:
Lass Deinen Sturm fegen durch alle Länder dieser Erde!
Lass einen Orkan alle Anlässe zu Krieg und Streit forttragen!
Und dann erfüll Du die Welt mit einer Brise Deines Friedens!
Darum bitten wir!
Und mit den Worten, die uns Dein Sohn gelehrt hat,
und die uns weltweit mit anderen Christen verbinden beten wir:

 

Unser Vater im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.


Segen
Gott segne Dich in Momenten der Verunsicherung!
Gott segne Dich in Stunden voller Lebensfreude!
Gott segne Dich und erinnere Dich,
wie sein Wort tröstet, aufrichtet, versöhnt und ermutigt!
Der HERR segne Dich und behüte Dich!
Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig!
Der HERR erhebe sein Angesicht über Dir und gebe Dir Frieden!
Amen

 


Bekanntmachungen

Die Kollekte im Klingelbeutel wäre heute für die Notfallseelsorge hier in
Wuppertal bestimmt. Notfallseelsorge ist seelsorgliche Begleitung beim
Einsatz von Rettungsdiensten bei Not- und Unglücksfällen, plötzlichem Tod
und Gewaltdelikten. Das Gesprächs- und Betreuungsangebot gilt sowohl den
unmittelbar Geschädigten, den Opfern, als auch den mittelbar Geschädigten,
also den Augenzeugen und den Angehörigen der Opfer sowie den Helfenden
vor Ort.
Die Kollekte am Ausgang wäre bestimmt für Bildungs- und Begegnungsarbeit
im Ausland: Die Folgen der Corona-Krise drohen Europa auseinanderzureißen.

Welchen Beitrag können Kirchen für ein solidarisches, tolerantes und
friedliches Europa leisten? Im Foyer le Pont in Paris, einem Begegnungszentrum

des europäischen Protestantismus, werden so Brücken des Dialogs
gebaut, Begegnung und Bildung gefördert.


In diesen Coronazeiten nehmen wir wiederum aus unserer Diakonie-Rücklage
je 50,- € pro Kollekte und bitten Sie, entweder online direkt für diese Kollekten
zu spenden, oder uns unter dem Stichwort ‚Diakonie‘ ihre Spende zukommen
zu lassen: Gemeinde Unterbarmen Süd / IBAN DE72 3506 0190 1010 1720 35

 

Bleibt mir noch, Sie auf den nächsten Gottesdienst am Sonntag, dem 25. April
hinzuweisen. Leider werden wir die Konfirmation nicht wie erhofft in der
Lutherkirche Heidt feiern. Stattdessen machen sich Diakon Arne Würzbach
und ich (Michael Seim) uns auf den Weg, um die Konfirmand*innen Zuhause
zu konfirmieren.

 

Wir bemühen uns aber darum, Ihnen auf den mittlerweile
gewohnten Wegen einen anderen Gottesdienst zukommen zu lassen.
Wer in diesen Tagen Hilfe benötigt, wende sich bitte an mich, Pfr. Michael Seim
Tel.: 55 97 17 oder Email:
michael.seim@ekir.de


Vor allem aber wünschen wir Ihnen eine gute und gesegnete Zeit.
Bleiben Sie behütet!
Ihr Pfr. Michael Seim

 


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