Gottesdienst zum 11.04.2021

 

Vorspiel: Christ ist erstanden

 

 

Eröffnung / Begrüßung
Christ ist erstanden. Und weil er auferstanden ist, loben wir den Vater Jesu

Christ, Halleluja. So feiern wir diesen Gottesdienst im Namen des dreieinen

Gottes,
im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen
Unser Anfang und unsere Hilfe stehen dabei im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat,
der Bund und Treue hält ewiglich
und nicht loslässt das Werk seiner Hände.


Liebe Leser*innen, liebe Gemeinde!
Was für ein Osterfest war das in diesem Jahr. Mittlerweile sind die meisten
Ostereier sicher gegessen, vielleicht liegt noch irgendwo ein Schokoladen-Ei
oder steht gar ein Oster-Hase herum. Sie haben es sich hoffentlich auch sonst
schmecken lassen. - Aber eigentlich war unsere Hoffnung in diesem Jahr ja in
eine ganz andere Richtung gegangen: dass wir uns endlich wiedersehen, dass
wir uns wieder begegnen können, so wie wir es früher mal gewohnt waren.
Die Hoffnung auf diese Zeit zieht sich aber noch hin. Doch gerade in dieser
Zeit wird uns ein neues Leben und eine neue Hoffnung versprochen. Da lesen
wir im 1. Petrusbrief direkt zu Beginn:

 

Gelobt sei Gott,
der Vater unseres Herrn Jesus Christus,
der uns nach seiner großen Barmherzigkeit
wiedergeboren hat
zu einer lebendigen Hoffnung durch die
Auferstehung Jesu Christi von den Toten.
1. Ptr 1,3


So wäre von uns Christen also zu sagen, dass wir
eine Hoffnung hätten weit über dieses Leben
hinaus. Denn:
Christ ist erstanden. Des solln wir alle froh sein.
Christ will unser Trost sein. Halleluja

 

Eingangsgebet
Du, Quelle des Lebens:
So wie das Grün aus der Erde bricht,
möchten wir im Glauben wachsen.
Wie sich die Blumen der Sonne öffnen,
so möchten wir blühen in Liebe zu Dir.
So wie die Bäume Früchte tragen,
möchten wir andere nähren mit Hoffnung und Leben.
Gott,
weck uns zu einem Leben in Fülle,
zu einem Leben voller Saft und Kraft,
damit wir und die Welt Dich lobt und preist!
Das bitten wir Dich in Jesu Namen,
Amen

 


Lied 108,1+2 Mit Freuden zart zu dieser Fahrt
1) Mit Freuden zart zu dieser Fahrt
lasst uns zugleich fröhlich singen,
beid, groß und klein, von Herzen rein
mit hellem Ton frei erklingen.
Das ewig Heil wird uns zuteil,
denn Jesus Christ erstanden ist,
welchs er lässt reichlich verkünden.
2) Er ist der Erst, der stark und fest
all unsre Feind hat bezwungen
und durch den Tod als wahrer Gott
zum neuen Leben gedrungen,
auch seiner Schar verheißen klar
durch sein rein Wort, zur Himmelspfort
desgleichen Sieg zu erlangen.

 


Psalm 116
in einer Übertragung von Volker Mantey
Ja, so ist Gott


Ich liebe Dich, Gott!
Als ich Dich brauchte, warst Du da.
         Er hat tatsächlich auf mich geachtet,
         das werde ich mein Leben lang nicht vergessen.
Denn ich war wirklich am Ende.
Ich habe den Abgrund gesehen,
alle Taue zum Leben waren gekappt.
         Mir blieb nur noch ein Gedanke:
         Vielleicht hilft beten.
Und das habe ich getan,
einfach gebetet:
„Herr, hilf mir!“
         Ja, so ist Gott.
         Er sorgt sich um Dich.
         Er kümmert sich um Dich.
Du braust kein Vorwissen oder so etwas,
damit Er sich um Dich kümmert.
         Bete einfach: „Herr, hilf mir!“,
         und Er wird sich melden,
         in irgendeiner Weise.
Also beruhige Dich wieder, Mensch,
den die Rätsel der Welt so aufregen.
         Am Ende zählt doch nur,
         was wirklich für Dich getan wurde, oder?
Du brauchst keine Angst mehr vor dem Tod zu haben.
Deine Tränen werden nicht Deine letzte Regung sein.
         Und Deine Fehler
         werden nicht über Deine Lebensbilanz entscheiden.
Es wartet auf Dich das Land des Lebens,
Gott hat es extra für Dich geschaffen.
         Gelobt sei sein Name in Ewigkeit, Amen!

 

 

Predigt zu Johannes 21,1-14

Liebe Gemeinde!
Eigenartig ist das, irgendwie verschwommen, fast wie im Nebel. Da erscheint den Jüngern am See der Auferstandene, aber sie erkennen ihn nicht. Dabei
hatten sie ihn doch drei Jahre lang durch sein Leben begleitet. Ja, er war ihnen sogar bereits in Jerusalem als der Auferstandene erschienen und hatte sie in die Welt gesandt. Doch nun, in den Alltag dieser Welt gestellt, erkennen sie ihn
einfach nicht wieder. Eigenartig ist das, irgendwie verschwommen, fast wie imNebel.


Zurückgekehrt waren sie nach all dem, was sie erlebt hatten. Zurückgekehrt
waren sie dorthin, woher sie kamen, zurückgekehrt dorthin, wo sie ihm als
erstes begegnet waren. Zurückgekehrt waren sie aus Jerusalem mit all seinem
Wirrwarr:
Gründonnerstag, das letzte Mahl mit Jesus und seine bedeutungsvollen Worte.
Karfreitag, der Tag an dem er hingerichtet wurde, und sie voller Trauer und
Schrecken sich in den Häusern versteckten.
Dann der Ostersonntag mit seinen eigenartigen Nachrichten. Maria aus
Magdala, die als Erste die Leere des Grabes entdeckte. Simon Petrus fand
alles genauso, wie sie es beschrieben hatte. Dann wieder Maria aus Magdala,
der der Auferstandene doch noch am Grab erschienen war. Und schließlich
der Abend, als er wieder mitten unter ihnen war und sagte:

       Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich Euch. (Joh 20,21)

So waren sie also zurückgekehrt an diesen See, an dem ja irgendwie alles
seinen Anfang nahm. Und Simon Petrus sagte nun zu den andern:

        Ich geh fischen.
Das war doch schließlich ihr Auftrag geworden. Menschenfischer sollten sie
sein, hatte Jesus bereits zu Lebzeiten zu ihnen gesagt. Und die anderen
sagten:
        Wir kommen mit.
Aber: Sie fingen nichts. Alle Mühe, alle Arbeit war umsonst. Er fehlte ihnen
einfach, fehlte ihnen so sehr. Hatte er nicht am letzten Abend noch zu ihnen
gesagt:
        Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht;
        denn ohne mich könnt ihr nichts tun. (15,5)
Und nun blieb fruchtlos, was sie allein – ohne ihn - taten. Er fehlte einfach,
fehlte so sehr.


Doch dann war da der Auferstandene
        Die Jünger wussten aber nicht, dass es Jesus war.
Dabei fragte er sie ganz vertraut und besorgt:
        Meine Kinder, habt Ihr nicht etwas Fisch zu essen?
Doch sie erkannten ihnen nicht, weder an seiner Gestalt, noch an seiner
Stimme, noch an seiner Art. Sie erkannten ihn einfach eigenartiger Weise nicht.
Da sagte er zu ihnen.
        Werft das Netz zur Rechten aus. Dann werdet ihr etwas fangen.
Und plötzlich war das Netz einfach voll, so voll, dass es sich nicht mehr
einholen ließ, so schwer war es. Und erst da, erst in diesem Moment des
Wunders, der sie an einen anderen wunderbaren Moment an diesem See
erinnerte, erst da erkannte ihn der Jünger, der ihm besonders nah gestanden
hatte, und sagte zu Petrus:
        Es ist der Herr!
Einfach nur diese drei bis vier Worte. Mehr brauchte es nicht mehr, denn dann
fällt es ihm und den anderen wie Schuppen von den Augen, und die Nebel
lichten und heben sich. Sie sehen und sie erkennen ihn und wollen nur noch
zu ihm. Sie fühlen sich zu ihm gezogen, wie von einer einzigartig eigenartigen
Strahlkraft. Hatte er nicht einst zu ihnen gesagt:
        Es kann niemand zu mir kommen,

        es sei denn ihn ziehe der Vater, der mich gesandt hat?
Und hatte er nicht erst noch kurz vor seinem Tod zu ihnen gesagt:
        Wenn ich erhöht werde von der Erde,
        so will ich alle zu mir ziehen?
 
 

Und weit hatten sie es an diesem Morgen ja nicht mehr zu ihm. Da sagt Jesus
selbst:
        Bringt ein paar von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt.
Und nun zog Simon Petrus das ganze volle Netz an Land, gefüllt mit 153
verschiedenen Fischen, denn so viele Fischarten waren der Welt damals
bekannt. Die ganze Welt war ihnen also ins Netz gegangen, und die brachten
sie nun zum Auferstandenen: 153 Fische aus aller Herren Länder und
Nationen. Alle bunt gemischt, groß und klein, dick und dünn, alle waren nun da
bei dem, der auch gesagt hatte:
        Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern,
        und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten. (6,35)

 

Und nun sagte er einfach:
        Kommt und esst,
und nahm das Brot und gab ihnen davon und auch von den Fischen, und alle wurden wieder satt. Er war bei ihnen und sie hatten Erfolg gehabt, ihre Mühe und Arbeit hatte doch noch Früchte getragen. Sie waren wieder zu ihm gekommen, und er hatte für sie gesorgt, und so war und ist die ganze Welt bei ihm willkommen.

 


Eigenartig ist das – immer wieder – auch heute noch. Denn immer wieder bleibt auch bei uns manches reichlich verschwommen, im Unklaren, im Nebel. Aber wenn dann das Licht durch die Nebel bricht, wenn sein Licht auch unsern Alltag erleuchtet, dann wissen auch wir: für uns ist und wird gesorgt.

Hatte er nicht einst gesagt:

        Ich bin das Licht der Welt? Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das         Licht des Lebens haben. (8,12) 

 

 

 

Lied zwischen Himmel und Erde 418 Glauben heißt wissen: es tagt

 

Glauben heißt wissen es tagt!
Hell wird es, wenn man es wagt,
||: das alte Leben zu verlier’n
und neue Schritte zu riskier’n
in Jesus Namen kommt doch mit! :|| 


1) Gott rollt den Stein von unserm Tod.
Schon sehen wir das Morgenrot.
Wer ihm gehört, sieht, das es tagt,
ein neues Leben wird gewagt.


2) Gott schenkst uns weiten Horizont,
durch seinen Geist der in uns wohnt.
Komm doch heraus aus dem Versteck
und nimm das Leben Gott nicht weg!


3) Weil Jesus auferstanden ist,
hält keine Macht der Welt uns fest,
ihm zu gehorchen, zu vertraun
und mit an Gottes Welt zu baun.


Glauben heißt wissen es tagt!
Hell wird es, wenn man es wagt,
||: das alte Leben zu verlier’n
und neue Schritte zu riskier’n
in Jesus Namen kommt doch mit! :||

 

 


Fürbitte

Allmächtiger Gott,
der Du diese Welt aus dem Nichts gerufen
und Deinen Sohn von den Toten auferweckt hast.
Dich bitten wir gerade in diesen Tagen,
in denen wir voller Hoffnung auf ein erneuertes Leben sind:
Steh all den Menschen zur Seite,
die derzeit erkrankt sind und gegebenenfalls um ihr Leben ringen!
Schenk denen, die sich um sie kümmern und sorgen,
die nötige Kraft der Heilung und die nötige Ausdauer!
Lass auch die Angehörigen nicht allein!

Herr Jesus Christus,
Du unser vom Tod auferstandener Herr,
der Du uns in den Alltag dieser Welt stellst und sendest.
Dich bitten wir gerade in diesen Tagen:
Öffne uns Wege zueinander und füreinander!
Hilf uns den Segen Deiner Lebendigkeit an andere weiterzugeben!
Lass uns gelingen, dass so verschieden wir auch sind,
wir eine Gemeinde und eine Kirche werden!
        Heiliger Geist,
        der Du auch die Köpfe der Regierenden und Verantwortlichen
        bewegst und regierst.
        Dich bitten wir gerade in diesen Tagen
        Für die Völker, die im Streit miteinander leben,
        für die Menschen die unter Krieg und Terror zu leiden haben,
        für die Nationen, die im Bürgerkrieg leben:
        Öffne Du Wege zum Frieden!
        Bring die Sprache der Waffen zum Schweigen!
        Hilf uns dazu, Deine Gerechtigkeit in dieser Welt auszubreiten!
In der Stille bringen wir Dir nun all die Menschen,
die Deine Nähe und lebendige Kraft gerade besonders brauchen.

 

---

 

Sie alle gehören, wie auch wir, zu Dir.
Und mit den Worten, die uns Dein Sohn gelehrt hat
und uns mit Christen weltweit verbinden,
beten wir zur Dir:


UNSER VATER im Himmel.
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit,
Amen.

 


Segen
        Gottes Segen leuchte Dir,
        wie das Licht am Ostermorgen!
        Gottes Friede begleite Dich!
        Gottes Liebe beflügele Dich!
        Gottes Freude rühre Dich an!
Der HERR segne Dich und behüte Dich!
Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig!
Der HERR erhebe sein Angesicht über Dir und gebe Dir Frieden!
Amen

 


Lied 116,1-2+5 Er ist erstanden, Halleluja


1. Er ist erstanden, Halleluja!
Freut euch und singet, Halleluja!
Denn unser Heiland hat triumphiert,
all' seine Feind' gefangen er führt.
- Refrain -:
Lasst uns lobsingen vor unserem Gott,
der uns erlöst hat vom ewigen Tod.
Sünd' ist vergeben, Halleluja!
Jesus bringt Leben. Halleluja!
2. Er war begraben drei Tage lang.
Ihm sei auf ewig Lob, Preis und Dank;
denn die Gewalt des Tod's ist zerstört;
selig ist, wer zu Jesus gehört.
- Refrain –
5. Er ist erstanden, hat uns befreit;
dafür sei Dank und Lob allezeit.
Uns kann nicht schaden Sünd' oder Tod,
Christus versöhnt uns mit unserm Gott.
-Refrain –

 


Bekanntmachungen
Die Kollekte im Klingelbeutel wäre heute für unsere eigene Diakonie bestimmt.
Derzeit greifen wir gern in diese Rücklagen, um all die Kollektenzwecke zu
unterstützen, für die wir derzeit in unseren Gottesdiensten nicht wie gewohnt
sammeln können. Auch die Arbeit des Besuchsdienstes wird aus diesen
Mitteln unterstützt.
Die Kollekte am Ausgang wäre bestimmt für Versöhungs- und Menschenrechtsarbeit der Evangelischen Kirche im Rheinland. Neben vielen anderen Projekten werden etwa Jugendbegegnungen mit Polen und der Ukraine oder auch Seminare zur friedlichen Konfliktbearbeitung in Burkina Faso unterstützt.


In diesen Coronazeiten nehmen wir wie bereits oben erwähnt aus unserer
Diakonie-Rücklage je 50,- € pro Kollekte und bitten Sie, uns entweder unter
dem Stichwort Diakonie ihre Spende zukommen zu lassen oder online direkt
für diese Kollekten zu spenden.


Bleibt mir noch, Sie auf den nächsten Gottesdienst am Sonntag, dem 18. April
hinzuweisen. Für diesen Sonntag wird nicht Pfarrer Streiter sondern ich einen
Gottesdienst vorbereiten. Sie können davon ausgehen, dass wir Ihnen auch
diesen Gottesdienst auf unserer Homepage, als Newsletter oder in Papierform
in ihren Briefkästen zugänglich machen.


Wer in diesen Tagen Hilfe benötigt, wende sich bitte an mich, Pfr. Michael Seim
Tel.: 55 97 17 oder Email: michael.seim@ekir.de


Vor allem aber wünschen wir Ihnen eine gute und gesegnete Zeit.
Bleiben Sie behütet!


Ihr Michael Seim, Pfr


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