Gottesdienst zum 07.03.2021


Eröffnung / Begrüßung
Weil wir auf Gott vertrauen und auf ihn bauen können,

darum feiern wir diesen Gottesdienst im Namen dieses dreieinen Gottes.
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen
Unser Anfang und unsere Hilfe stehen dabei im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat,
der Bund und Treue hält ewiglich
und nicht loslässt das Werk seiner Hände.

 


Liebe Leser*innen, liebe Gemeinde!
Am vergangenen Freitag hätten wir auch in unseren Räumen den diesjährigen Weltgebetstag gefeiert. Aber das geht derzeit nicht. So fanden viele potentielle Besucher*innen dieses Gottesdienstes in ihrem Briefkasten einiges an Material zum Weltgebetstag aus Vanuatu vor. Und heute möchte ich das Thema dieses Weltgebetstages aufnehmen:
Worauf bauen wir? So fragen uns die Frauen aus Vanuatu. Dazu muss man wissen, dass die im Pazifik liegende Inselgruppe Vanuatus – östlich vor Australien und nördlich von Neuseeland - schon jetzt von den Folgen des Klimawandels betroffen ist. Verstärkte Unwetter und Stürme fegen über die Inseln hinweg und hinterlassen oftmals eine Spur der Verwüstung. Umso dringender stellt sich den Menschen dort die Frage: Worauf bauen wir? Dazu hören wir nachher auf Worte der Bergpredigt.

 


Eingangsgebet
Guter Gott!
Du sagst uns zu: Ihr könnt auf mich vertrauen.
Du hast Himmel und Erde in ihrer ganzen Fülle geschaffen.
Von Anfang an bist Du in unserer Geschichte gegenwärtig.
Wir danken Dir für die großen und wunderbaren Dinge in unserem Leben.
Du gibst uns Verantwortung, Weisheit, Wissen und Verständnis,
damit wir für alles, was uns wichtig ist, Sorge tragen können.
Wenn wir uns auf Dich ausrichten,
nehmen wir die Beziehung zu allen Menschen in Deine Gegenwart hinein.
Wir bitten Dich, dass Du für alle Menschen da bist und uns zusagst:
„Ihr könnt mir vertrauen! Ihr könnt auf mich bauen!“
Amen

Meditation zum Titelbild
Wie eine Palme möchtest Du stehen,
fest verwurzelt, aufrecht und stolz,
Schatten spenden, den Winden trotzen,
ein Ort der Zuflucht sein.


Du, Frau, im festlichen Gewand,
bewahrst die Tradition,
hältst schützend Dein Kind umarmt,
geborgen im Wurzelstock,
von Licht umfangen,
vereint mit allen Ni-Vanuatu im Gebet,
wenn die Stürme toben
und das Land verwüsten.
Gräber halten die Erinnerung wach,
still mahnen die Kreuze,
rufen zur Bewahrung der Schöpfung


Unverwüstbar die Kokosnuss
kraftspendende Frucht
nährt Hoffnung,
macht Mut zum Leben.      Eva Maria Hübert

 


Lied 369,1-3 Wer nur den lieben Gott lässt walten
1) Wer nur den lieben Gott lässt walten
und hoffet auf Ihn allezeit,
den wird er wunderbar erhalten
in aller Not und Traurigkeit.
Wer Gott dem Allerhöchsten traut,
der hat auf keinen Sand gebaut.


2) Was helfen uns die schweren Sorgen,
was hilft uns unser Weh und Ach?
Was hilft es, dass wir alle Morgen
beseufzen unser Ungemach?
Wir machen unser Kreuz und Leid
nur größer durch die Traurigkeit.


3) Man halte nur ein wenig stille
und sei doch in sich selbst vergnügt,
wie unsres Gottes Gnadenwille,
wie sein' Allwissenheit es fügt;
Gott, der uns Ihm hat auserwählt,
der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt.

 


Predigttext Matthäus 7,24-27
Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie,
der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute.
Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen
und die Winde wehten und stießen an das Haus,
fiel es doch nicht ein; denn es war auf Fels gegründet.
Und wer diese meine Rede hört und tut sie nicht,
der gleicht einem törichten Mann, der sein Haus auf Sand baute.
Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen
und die Winde wehten und stießen an das Haus,
da fiel es ein und sein Fall war groß.

 


Predigt
Liebe Gemeinde!
„Worauf bauen wir?“, so fragen die Frau Vanuatus uns zum diesjährigen Weltgebetstag. „Worauf bauen wir?“, so fragen sie, denn sie erleben hautnah, welche Auswirkungen der Klimawandel bereits jetzt auf ihre Umwelt hat. „Worauf bauen wir?“ Dabei können sich diese Frauen selbst mit dem Leitspruch des Wappen Vanuatus eine Antwort geben. Da heißt es: „In God we stand“ – Mit Gott bestehen wir. Auf Gott bauen, auf ihn vertrauen wir. Denn der Glaube an Gott kann Menschen Halt im Leben geben. Und davon erzählen die Frauen. - Da ist etwa Rhetho aus Vanuatu. Sie erzählt:

„Ich bin das zweite Kind einer achtköpfigen Familie. Ich verließ die Schule am Ende der 6. Klasse, weil es für meine weitere Ausbildung kein Geld mehr gab. Ich bin eben die Zweitgeborene und ein Mädchen.
Ich wollte aber unbedingt weiterlernen, aber im offiziellen Schulsystem war das nicht möglich. Ich bin zur Kirche gegangen, um meinen Durst nach Bildung zu stillen. Ich schloss mich der Jugendgruppe an, nahm an Bibelstunden teil und engagierte mich später in der Frauenarbeit. Meine Hartnäckigkeit und mein Glaube an Gott haben mich Wege finden lassen, mich selber weiterzubilden. Und ich habe auch gelernt, womit ich meinen Lebensunterhalt verdienen und für meine Familie sorgen kann.


So verkaufe ich jetzt Handarbeiten auf den ‚Mama-Märkten‘ zusammen mit anderen Frauen. Ich kümmer mich um meine Familie. Mein Mann und ich haben drei Kinder. Ich danke Gott für allen Segen, den ich in meinem Leben erfahren habe. Er ist die Quelle meiner Kraft. Er hat mir geholfen, das Gelernte in die Tat umzusetzen. Gott hat mich stark und klug gemacht.“
Soweit Rhetoh aus Vanuatu, die uns sehr eindrücklich berichtet, wie der Glaube an Gott ihr hilft und sie stärkt. Oder da ist Mothy. Sie erzählt:
„Mein kleiner Bruder und ich sind bei meiner alleinerziehenden Mutter aufgewachsen. Als meine Mutter wieder heiratete, ließ sie uns bei unseren Großeltern. Dann heiratete mein Vater wieder und nahm uns mit in seine neue Familie. Als aber unsere Stiefmutter eigene Kinder bekam, änderte sich ihre Einstellung zu uns völlig.
Nun gab es noch mehr Kinder, die essen wollten, und der Platz im Haus reichte nicht für alle. Deshalb musste ich ausziehen und mein Essen auf der Straße suchen. Irgendwann traf ich Menschen, die an Gott glaubten und mir sagten, dass er mich liebt. Aber diese Art von Liebe konnte ich zunächst nicht wirklich verstehen. Ich entschied mich aber zu vertrauen. Ich vertraue darauf, dass Gott sich um mich kümmern würde, auch wenn ich in meiner Familie kein

Zuhause mehr hatte.
Dieses Vertrauen wuchs immer mehr und wurde zum Fundament meines Lebens. Ich bin stark in meinem christlichen Glauben und weiß: Wir dürfen auf Gott und seine Fürsorge vertrauen.“


Soweit Mothy, an deren Geschichte deutlich wird: Der Glaube an Gott kann einem Menschen Kraft und Halt für sein Leben geben, egal was passiert. Und das gilt für die Menschen in Vanuatu genauso wie für uns heute und hier, wie für die Menschen, die sich damals um Jesus scharten.


Was er sagte, daran waren und sind Menschen bis heute durch alle Zeiten interessiert. Was er sagte, das hat bis heute Bestand. Und viele seiner Worte sind uns auch heute durchaus bekannt. Der ein oder die andere hat sie vielleicht noch auswendig lernen müssen. So sagt Jesus etwa:
Selig sind, die da geistlich arm sind;
denn ihrer ist das Himmelreich.
Damit macht Jesus deutlich: Gerade bei Gott, gerade im Himmel gibt es kein arm und reich, gibt es kein klug und dumm. Bei Gott und im Himmel sind wir alle willkommen. Weiter sagt er:
Selig sind die Sanftmütigen;
denn sie werden das Erdreich besitzen,
Und damit macht er uns Hoffnung: auch bei uns gibt es irgendwann kein stark und kein schwach. Denn wir sehen es ja immer wieder: Die Starken mögen sich zwar kurzfristig durchsetzen, aber langfristig haben sie keine Chance.
Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden,
hat er auch noch gesagt. Damit stellt er uns in Aussicht, dass einem jeden Menschen einst Recht widerfährt. Wer sich nach Gerechtigkeit sehnt, der soll sie auch erhalten; wer sich darum bemüht, anderen gerecht zu werden, zu dem wird auch das Leben gerecht sein.
Jesus macht aber auch deutlich: All diese Aussagen liegen noch in der Zukunft, und es wird auch an uns liegen, ob und inwiefern sie sich in dieser Welt und in unserem Leben realisieren. Dennoch sind das Worte, die uns schon jetzt Mut und Kraft geben, die uns wohltun, die uns Hoffnung schenken können.
In alldem ist sich Jesus der Richtigkeit und Gültigkeit all seiner Worte sehr wohl bewusst, wenn er in seiner Rede behaupten kann:
Wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute.
Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, fiel es doch nicht ein; denn es war auf Fels gebaut.
Gerade hieran wird deutlich: Der Glaube an Gott, dieser Glaube ist kein Schutz von den Unwettern, die in jedem Leben kommen und heranziehen. Der Glauben an den lebendigen Gott, der will und kann gar keine Garantie gegen solche Unwetter sein. Aber: Ein gelebter Glaube hilft durchaus, Unwetter zu überstehen, und er hilft durch Krisen hindurch.
Als Seelsorger erlebe ich immer wieder: Da werden Menschen vom Schicksal geschlagen. Sie erkranken und verlieren viel Lebensqualität. Auch all diese Menschen haben Fragen an Gott. Auch sie hadern und streiten immer wieder mit ihrem Gott. Aber im Gebet finden sie doch immer wieder auch Kraft und Halt in ihrem Gott. Dabei gehen sie im großen Ganzen gesehen zuversichtlicher und realistischer mit ihrer Situation um, im Vergleich zu anderen Menschen, die diesen Glauben und diesen Halt eben nicht haben.
Und so bin auch ich immer wieder von diesen Menschen und von ihrem Glauben beeindruckt, von Menschen, die vieles über sich ergehen lassen und von ihrem Glauben, der trotz allem was ist, vieles von Gott erwartet und gerade deshalb an ihm festhält.
Die zu Beginn zitierte Frau Rhetoh etwa weiß: „Mein Glaube an Gott hat mich Wege finden lassen, mich selbst weiterzubilden.“ Und: „Gott hat mich stark und klug gemacht.“ Und Mothy sagt von sich: „Ich bin stark in meinem christlichen Glauben und weiß: Wir dürfen auf Gott und seine Fürsorge vertrauen.“ Gott selbst ist also das Fundament des Glaubens dieser Frauen. Er ist der Fels, auf dem ihr Glaubenshaus sicher steht.

Mögen Sie, liebe Gemeinde, auf einem ähnlich festen und zuversichtlichen Fundament stehen. Amen.

 


Lied 666,1-4 Selig seid ihr, wenn ihr einfach lebt


1) Selig seid ihr, wenn ihr einfach lebt.
Selig seid ihr, wenn ich Lasten tragt.


2) Selig seid ihr, wenn ihr lieben lernt.
Selig seid ihr, wenn ihr Güte wagt.

 

3) Selig seid ihr, wenn ihr Leiden merkt.
Selig seid ihr, wenn ihr ehrlich bleibt.


4) Selig seid ihr, wenn ihr Frieden macht.
Selig seid ihr, wenn ihr Unrecht spürt.


Fürbitte
Selig sind, die da geistlich arm sind;
denn ihrer ist das Himmelreich.
       Und darum bitten wir Dich, Herr unser Gott:
       Komm zu all denen,
       deren Leben durch Einschränkungen behindert wird
       und die auf Ablehnung und Abgrenzung stoßen
       und schenk ihnen Kraft!
Selig sind, die da Leid tragen;
denn sie sollen getröstet werden.
       Und darum bitten wir Dich:
       Komm zu all denen,
       die einen ihrer Lieben verloren haben,
       und die selbst nun die Lust am Leben verlieren
       und sei Ihnen Trost!
Selig sind die Sanftmütigen;
denn sie werden das Erdreich besitzen.
       Und darum bitten wir Dich, Herr unser Gott:
       Komm zu all denen,
       die sich nicht mit Ellbogen durchsetzen wollen,die Nachteile in Kauf nehmen um einfach zu leben,
       und schenk ihnen Mut!
Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.
       Und darum bitten wir Dich:
       Komm zu all denen,
       die den Mund dort aufmachen, wo andere schweigen,
       die sich für Benachteiligte einsetzen
       und schenk ihnen Hoffnung!
Selig sind die Barmherzigen;
denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
       Und darum bitten wir Dich, Herr unser Gott:
       Komm zu all denen,
       die nicht alles aufrechnen und nachtragen und die ein weites und offenes Herz für das Leben haben
       und schenk ihnen Freude!

 

Unser Vater im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

 


Segen
     Der Gott des Lebens segne uns mit dem Vertrauen,
     dass er uns begleitet auf unseren Wegen:
     im Durst zur Quelle, im Dunkel zum Licht, im Tod zum Leben:
Der HERR segne Dich und behüte Dich!
Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig!
Der HERR erhebe sein Angesicht über Dir und gebe Dir Frieden!
Amen

 


Lied 264,1-3 Die Kirche steht gegründet allein auf Jesus Christ
1) Die Kirche steht gegründet allein auf Jesus Christ,

sie, die des großen Gottes erneute Schöpfung ist.

Vom Himmel kam er nieder und wählte sie zur Braut,

hat sich mit seinem Blute ihr ewig angetraut.


2) Erkorn aus allen Völkern, doch als ein Volk gezählt,

ein Herr ist's und ein Glaube, ein Geist, der sie beseelt,

und einen heilgen Namen ehrt sie, ein heilges Mahl,

und eine Hoffnung teilt sie kraft seiner Gnadenwahl.


3) Schon hier ist sie verbunden mit dem, der ist und war,

hat selige Gemeinschaft mit der Erlösten Schar,

mit denen, die vollendet. Zu Dir, Herr, rufen wir:

Verleih, dass wir mit ihnen dich preisen für und für


Nachspiel


Bekanntmachungen
Die Kollekte im Klingelbeutel wäre heute für die Projekte des Weltgebetstags bestimmt. In der Gottesdienstordnung heißt es dazu:
Der Weltgebetstag ist die größte und älteste weltweite ökumenische Frauenbewegung. Jedes Jahr lassen wir uns begeistern von den Stärken der beteiligten Frauen, nehmen Anteil an ihren Sorgen und finden Ermutigung im Glauben. Unsere Vision ist eine Welt, in der alle Frauen selbstbestimmt leben können. Auf dem Weg dorthin brauchen wir Zeichen der Liebe, des Friedens und der Versöhnung. Eines dieser Zeichen ist unsere Kollekte, mit der wir weltweit über 100 Projekte unterstützen, die Frauen und Kinder stärken.“
Die Kollekte am Ausgang wäre bestimmt für das Gustav-Adolf-Werk. Dazu heißt es: Das älteste Spendenwerk der EKD unterstützt weltweit jährlich über 120 Projekte in Partnerkirchen, die in einer Minderheitensituation sind.
In diesen Coronazeiten nehmen wir wiederum aus unserer Diakonie-Rücklage je 50,- € pro Kollekte und bitten Sie, entweder uns unter dem Stichwort Diakonie ihre Spende zukommen zu lassen oder online direkt für diese Kollekten zu spenden.


Bleibt mir noch, Sie auf den nächsten Gottesdienst am Sonntag, dem 14. März hinzuweisen. Für diesen Sonntag wird nicht Frau Hummerich, sondern ich einen Gottesdienst gestalten. Sie können davon ausgehen, dass wir Ihnen auch diesen Gottesdienst auf unserer Homepage, als Newsletter oder in Papierform in ihren Briefkästen zugänglich machen.

 

Wer in diesen Tagen Hilfe benötigt, wende sich bitte an Pfr. Michael Seim, Tel.: 55 97 17 oder Email: michael.seim@ekir.de


Vor allem aber wünschen wir Ihnen eine gute und gesegnete Zeit.


Bleiben Sie behütet!


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