Gottesdienst zum 21.02.2021


Eröffnung / Begrüßung
In Jesus Christus kommt Gott auch zu uns. In allem teilt er unser Leben und verbindet und verbündet sich mit uns. Darum feiern wir diesen Gottesdienst im Namen dieses dreieinen Gottes.
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen
Unser Anfang und unsere Hilfe stehen dabei im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat,
der Bund und Treue hält ewiglich
und nicht loslässt das Werk seiner Hände.


Liebe Leser*innen, liebe Gemeinde!
Auch diesen Sonntag werden wir uns leider nicht direkt und persönlich begegnen können. Dabei wollten wir an diesem Wochenende eigentlich eine kleine Tauferinnerung feiern und zur Anmeldung der neuen Konfirmand*innen einladen. Doch derzeit ist alles noch ziemlich anders.
An diesem Wochenende werden wir dennoch das Thema ‚Taufe‘ mit unseren derzeitigen Konfirmand*innen behandeln. Sie sollten im Vorfeld mit ihren Eltern über ihre Taufe ins Gespräch kommen. Wir werden uns erzählen, was wir bisher alles erlebt haben, und uns fragen, ob und wo Gott auch dabei war. Eine weitere Frage lautet: Was ist eigentlich die Aufgabe eines Paten.
Von daher möchte ich das Thema ‚Taufe‘ auch zum Mittelpunkt dieses Gottesdienstes machen. So wünsche ich uns einen gesegneten Gottesdienst. Der Wochenspruch für die heute beginnende Woche lautet zudem, und auch das hat durchaus etwas mit der Taufe zu tun:
             Dazu ist erschienen der Sohn Gottes,
             dass er die Werke des Teufels zerstöre. 1. Johannes 3,8

 


Eingangsgebet
Gott!
In Deinem Sohn kommst Du in unsere Welt.
In Deinem Sohn stellst Du Dich an unsere Seite.
Dein Sohn ist gekommen, um unser Leben zu teilen.
Er ist geboren – wie wir.
Er ist getauft – wie die meisten von uns.
Er hat das Abendmahl gefeiert - zusammen mit uns
Er ist gestorben – was uns noch bevorsteht.
Er ist auferweckt worden von Dir – darauf hoffen auch wir.
So ist Dein Sohn zu allen Zeiten für uns da.
Durch ihn willst Du auch für uns wie eine Mutter oder ein Vater sein
und uns durch unser Leben begleiten.
Dafür danken wir Dir und bitten Dich:
Begleite Du uns nun auch durch diese Zeit!
Amen

 


Lied 200,1-2+4 Ich bin getauft auf Deinen Namen

 


Psalm 91,1-6.9-12
Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt
und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt,
             der spricht zu dem Herrn: /
             Meine Zuversicht und meine Burg,
             mein Gott, auf den ich hoffe.
Denn er errettet dich vom Strick des Jägers
und von der verderblichen Pest.
             Er wird dich mit seinen Fittichen decken, /
             und Zuflucht wirst du haben unter seinen Flügeln.
Seine Wahrheit ist Schirm und Schild,
dass du nicht erschrecken musst vor dem Grauen der Nacht,
             vor dem Pfeil, der des Tages fliegt,
             vor der Pest, die im Finstern schleicht,
             vor der Seuche, die am Mittag Verderben bringt.
Denn der Herr ist deine Zuversicht,
der Höchste ist deine Zuflucht.
             Es wird dir kein Übel begegnen,
             und keine Plage wird sich deinem Hause nahen.
Denn er hat seinen Engeln befohlen,
dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen,
             dass sie dich auf den Händen tragen
             und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.
Amen

Predigttext Markus 1,9-13                   (eigene Übersetzung)
Es geschah in diesen Tagen:
Jesus aus Nazareth kam aus Galiläa,
und wurde im Jordan von Johannes getauft.
Und sofort, als er aus dem Wasser aufstieg,
sah er, wie sich die Himmel öffneten
und der Geist wie eine Taube in ihn hinabstieg.
Eine Himmelsstimme sagte zeitgleich:
DU bist mein Sohn, der Geliebte.
An DIR habe ich Freude.
Sofort trieb es ihn, mit der Kraft des Geistes ausgerüstet, in die Wüste hinaus.
40 Tage war er in der Wüste,
vom Satan auf die Probe gestellt.
Er war bei den Tieren
und die Engel dienten und sorgten für ihn.


Predigt
Liebe Gemeinde!


Wasser bahnt sich seinen Weg und breitet sich aus.
Symbolisch auf die Taufe übertragen kann das heißen: Der Geist Gottes bahnt sich seinen Weg und breitet sich aus. Er bahnt sich mit uns und durch uns den Weg in die Welt, und manchmal wundert man sich, wo der so überall auftauchen kann. Denn genauso wie das Wasser bahnt sich auch der Geist Gottes seinen Weg – so, wie es ihm gefällt.


Wasser bahnt sich seinen Weg. Unaufhaltsam fließt es bei Regenwetter etwa die Waldwege hinab. Es sammelt sich, vereinigt sich und stürzt in kleinen Bächen weiter. Es verbreitert sich zu kleinen Flüssen oder versickert im Erdreich und nährt hier so die Wurzeln der Pflanzen. Irgendwann gelangt es dann in die Blätter oder eben in Seen und Meer. Hier verdunstet es wieder, zeigt sich als Nebel oder türmt sich zu Wolken auf, die es dann wieder regnen lassen – irgendwo in dieser Welt. Wasser scheint so eine unerschöpfliche Ressource zu sein.
Wasser bahnt sich seinen Weg und breitet sich aus. Schon mal einen Wasserrohrbruch gehabt? Wo tritt dann nur das Wasser aus? Kommt es in der unteren Etage heraus und zeigt scheußliche Wasserflecken? Quillt es durchs Parkett herauf und ruiniert es? Oder versickert es im Estrich, der dann erst mühsam getrocknet werden muss? So oder so: Das Wasser ist nicht weg. Irgendwo ist es, irgendwo bleibt es. Es sucht sich und findet seinen Weg und tritt irgendwo auch wieder aus.


Genau so ist das auch mit der Taufe. Ursprünglich ein Reinigungsritus, den wir vom regelmäßigen Händewaschen, vom täglichen Duschen oder vom Baden her kennen, wird es vor 2000 Jahren bei Johannes dem Täufer zum Zeichen dafür, dass Menschen symbolisch ihren seelischen Schmutz und Dreck abwaschen und hinter sich lassen wollen. Gereinigt steigt man aus dem Bad der Taufe hinauf und nimmt so ganz neu, erfrischt und rein, sein Leben erneut wieder auf.
Jesus selbst hat sich in die Menge derer eingereiht, die sich von Johannes taufen ließen. Und früh gab es die Meinung in seinem Umfeld: Das hätte Jesus doch gar nicht nötig gehabt. Er ist doch aus sich selber heraus rein. Dennoch reiht er sich in die Menge der Menschen ein und macht sich ihnen, ja, er macht sich uns gleich. Jesus verbindet sich seither durch die Taufe mit uns. Er steht uns bei.


Gerade eben erst getauft und mit dem Geist Gottes ausgestattet treibt es Jesus dann weiter: zunächst in die Wüste.
Für mich heißt das zum einen übertragen auf uns: Durch die Taufe mit der Kraft des Geistes ausgerüstet, können wir auch Wüstenzeiten überstehen. Martin Luther war es so gerade in Zeiten der Zweifel und Anfechtungen wichtig zu wissen: „Ich bin getauft!“ Das konnte ihm keiner nehmen, konnte ihm keiner streitig machen. Das galt, das gab ihm Halt.
          Zum anderen heißt das aber auch: Die Taufe bewahrt uns nicht vor diesen Wüstenzeiten und finsteren Tälern. Aber: Die Taufe bewahrt uns in diesen Zeiten und dunklen Wegstrecken. Denn durch die Taufe sind wir mit Gott verbunden. Er steht uns bei.


Aber zurück zu Jesus: Gerade eben erst getauft und mit dem Geist Gottes ausgestattet treibt es ihn weiter: zunächst in die Wüste – und dann in die Welt, in den Alltag der Menschen, in den Alltag unseres Lebens. Denn so wie sich in seiner Taufe sein Menschsein mit dem Geist Gottes oder mit der göttlichen Geistkraft verbinden, so will er sich mit uns Menschen und mit unserem Leben verbünden.
Schon zu seinen Lebzeiten hat er Menschen gefunden und um sich geschart, die ihm nachfolgten und die aller Welt von ihm erzählten. Getrieben vom göttlichen Geist, ließen auch sie sich taufen und tauften wieder andere, die ihnen nachfolgten. Und so bahnte sich die Botschaft von Jesus und mit ihr die Kraft des göttlichen Geistes ihren Weg und breitete sich aus. Und manchmal wundert es einen, wo der überall zu finden ist:
Er taucht in unseren Gemeinden auf. Aber da der Geist Gottes bekanntlich ja weht, wo er will, breitet er sich auch sonst überall aus. Er ist dort zu finden, wo Fenster und Türen geöffnet werden und Menschen zusammenkommen – derzeit durchaus auch in den Fenstern und Kacheln/Bildchen mancher Videoschalte. Er ist überall dort zu finden, wo die eine den anderen unterstützt und hilft. Und: er ist dort zu finden, wo Menschen sich für die Schöpfung, für Gerechtigkeit und Frieden einsetzen und den Dingen eben nicht einfach ihren Lauf lassen, sondern sich einsetzen – getrieben von der Kraft dieses Geistes.
So bahnt sich der Geist Gottes auch heute noch seinen Weg und breitet sich aus. Und um einen Liedtext aus friedensbewegter Zeit aufzunehmen:

 

Er reißt die schwersten Mauern ein
Und sind wir schwach und sind wir klein
Wir wollen wie das Wasser sein
Das weiche Wasser bricht den Stein


Kommt feiern wir ein Friedensfest
Und zeigen wie sich's leben lässt
Mensch! Menschen können Menschen sein
Das weiche Wasser bricht den Stein


Und so wie dieses Wasser, bahnt sich auch die Kraft des göttlichen Geistes ihren Weg und breitet sich aus. Amen


 

Lied 210,1+3-4 Du hast mich, Herr, zu Dir gerufen

 


Fürbitte
Allmächtiger Gott!
Durch das Wasser der Taufe machst Du uns zu Deinen Kindern.
Durch das Wasser der Taufe
verbündest Du Dich mit uns und verbindest uns untereinander.
Du trittst in Beziehung zu uns und ermöglichst Begegnung.
So viele Kinder aber leiden derzeit unter den Kontaktbeschränkungen.
Freundinnen und Freunde können sie nicht sehen und umarmen,
Sie sind auf liebevolle Elternhäuser angewiesen,
und wo das fehlt, wird das Leben schwierig.
Darum bitten wir Dich für Kinder weltweit:
Hilf ihnen zu guten Freundschaften und Kontakten auch in dieser Zeit!
Stell ihnen Menschen zur Seite,
die sie hören und verstehen,
und die sie stärken auf ihrem Weg.
Herr Jesus Christus!
Du stellst Dich uns Menschen weltweit an die Seite.
Du lädst Menschen jeglicher Couleur und Hautfarbe an Deinen Tisch.
Doch uns Menschen gelingt es oft nicht,
uns vorurteilsfrei zu begegnen.
Menschen leiden unter Ausgrenzung.
Ihr Existenzrecht wird von andern bestritten.
Hilfe wird verweigert.
Und vor einem Jahr brach sich tödlicher Hass seine Bahn.
Darum bitten wir Dich für Menschen weltweit:
Hilf uns offen aufeinander zuzugehen,
einander zu verstehen und zu akzeptieren.
Und wo Menschen verfolgt werden,
öffne Du Wege und Türen in sichere Räume.
Heiliger Geist!
Deine Kraft bahnt sich ihren Weg und breitet sich aus.
Doch es bleiben manche dürren Stellen voller Ungerechtigkeit.
Wir denken an die Geschehnisse in Myanmar,
an die unterdrückten Menschen in Weißrussland,
an die verschleppten Kinder in Nigeria.
Darum bitten wir Dich:
Lass Deine göttliche Kraft weiter strömen und fließen!
Überströme auch die dürren Flächen der Ungerechtigkeit
und tränke sie mit der Macht Deines Geistes!
Mach Dich in allen Häusern und Palästen breit!
Und in der Stille bringen wir all die Menschen vor Dich,
an die wir gerade in dieser Zeit denken:
- - -
Unser Vater im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

 


Segen
Der Gott des Lebens segne uns mit dem Vertrauen,
dass er uns begleitet auf unseren Wegen:
im Durst zur Quelle, im Dunkel zum Licht, im Tod zum Leben:
Der HERR segne Dich und behüte Dich!
Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig!
Der HERR erhebe sein Angesicht über Dir und gebe Dir Frieden!
Amen

 

 

Lied 593,1-3 Mein Schöpfer steh mir bei


Nachspiel


Bekanntmachungen
Die Kollekte im Klingelbeutel wäre in der Passionszeit wie üblich bestimmt für

Brot für die Welt. Dazu schreibt und Präses Rekowski:
„Liebe Gemeinde,
die Corona-Krise hat viele Menschen verunsichert und geängstigt – weltweit. Viele bangen um ihre Existenzen. Die sozialen Folgen dieser globalen gesundheitlichen und ökonomischen Krise sind groß und auf Zukunft hin auch noch unabsehbar.
Von der Krise sind die Menschen in den armen Ländern Lateinamerikas, Afrikas und Asiens besonders betroffen. Die Unterstützung für die Ärmsten der Armen auch im Gesundheitswesen zählt zu den Schwerpunkten der Arbeit von Brot für die Welt. Jetzt ist sie besonders nötig. Die Partnerorganisationen von Brot für die Welt verteilen zum Beispiel Seife und Desinfektionsmittel oder klären per Radio und Internet über Ansteckungsrisiken auf.


Die Ausgangskollekte ist bestimmt für ein

Projekt der Initiative EIRENE im Niger: „Die Wüste aufhalten“.

Dazu heißt es:
Die Klimakrise gefährdet die Lebensgrundlagen nigrischer Familien. Mit innovativen Anbaumethoden haben Familien in Niger das Rüstzeug an der Hand, um ihre Ernten zu sichern, die Wüste aufzuhalten und somit Hunger vorzubeugen. Rund 1500 Familien werden in diesem Projekt unterstützt.
In diesen Coronazeiten nehmen wir wiederum aus unserer Diakonie-Rücklage je 50,- € pro Kollekte und bitten Sie, entweder uns unter dem Stichwort Diakonie ihre Spende zukommen zu lassen oder online direkt für diese Kollekten zu spenden.


Bleibt mir noch, Sie auf den nächsten Gottesdienst am Sonntag, dem 28. Februar hinzuweisen. Für diesen Sonntag wird unser Prädikant Rainer Strauß einen Gottesdienst gestalten. Sie können davon ausgehen, dass wir Ihnen auch diesen Gottesdienst auf unserer Homepage, als Newsletter oder in Papierform in ihren Briefkästen zugänglich machen.


Wer in diesen Tagen Hilfe benötigt, wende sich bitte an Pfr. Michael Seim, Tel.: 55 97 17 oder Email: michael.seim@ekir.de


Vor allem aber wünschen wir Ihnen eine gute und gesegnete Zeit.
Bleiben Sie behütet!


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