Gottesdienst vom 31.01.2021 – Letzter Sonntag nach Epiphanias

 

 

Wir feiern diesen Gottesdienst

 im Namen Gottes – der Quelle unseres Lebens,

 im Namen Jesu Christi – dem Grund unserer Hoffnung,

 im Namen des Heiligen Geistes – der Kraft, die uns bewegt und belebt.

 Amen.

 

 

 

Hallo und herzlich Willkommen zu unserem heutigen Gottesdienst!

 Gott lädt uns ein, zusammen mit ihm zu feiern. Und so freue ich mich, dass wir, zwar örtlich voneinander getrennt, aber doch im Glauben miteinander verbunden, nun gemeinsam Gottesdienst feiern können.

 Gottes Geist weht, wo er will, auch bei Ihnen und mir zu Hause.

 

 

Wir beginnen gemeinsam mit dem Spruch, der über der heute beginnenden Woche steht. Einem mutmachenden Wort aus dem Buch Jesaja. Dort heißt es:

 

„Über dir geht auf der HERR,

 und seine Herrlichkeit erscheint über dir.“ (Jes 60,2)

 

 

 

EINGANGSGEBET

 Lasst uns beten.

 Herr, unser Gott,

 wir danken dir, dass du uns hier zusammengeführt hast.

 Wir wollen uns Zeit für dich und dein Wort nehmen.

 Aber noch geht uns einiges durch den Kopf

 und anderes macht unser Herz schwer.

 In der Stille wollen wir dies alles bei dir ablegen.

 

(Stille)

 

Wir danken dir, dass du an unserem Leben Anteil nimmst

 und unser Leben mit deiner Herrlichkeit erfüllen willst.

 Wir bitten dich, sei du nun in unserer Mitte,

 lass uns deine Liebe spüren

 und schenke uns einen gesegneten Gottesdienst.

 Amen.

 

 

 

LIED                   Lass mich dir ganz nah sein

 

https://www.youtube.com/watch?v=02s21g3iJoY



 

PSALM              97 (in eigener Übertragung)

 

King of kings and Lord of lords, glory! Hallelujah!

      Hallelujah! Freut euch, jubelt und strahlt um die Wette.

      Stimmt ein in den Lobgesang,

      denn Gott gebührt die Ehre.

      Er regiert, spricht Recht und macht gerecht.

 King of kings and Lord of lords, glory! Hallelujah!

      Die Schöpfung weiß um seine Herrlichkeit.

      Der Himmel erzählt von seiner befreienden Gerechtigkeit.

      Die Berge spiegeln seine Größe

 und sind doch so viel kleiner als er.

 King of kings and Lord of lords, glory! Hallelujah!

      Alles Geld der Welt, aller Prunk haben plötzlich keinen Wert mehr.

      Was ist schon Geld? Was ist Prunk?

      Das letzte Hemd hat keine Tasche.

      Wer sein Herz an falsche Dinge hängt, wird enttäuscht.

      Woran hängt dein Herz? Woran hängt mein Herz?

 King of kings and Lord of lords, glory! Hallelujah!

      Gott, meines Herzensschatz sollst du sein!

      Damit ich lache vor Freude,

      damit ich jubele,

 damit ich um die Wette strahle. Hallelujah!

 King of kings and Lord of lords, glory! Hallelujah!

 Amen.

 

 

LIED                   King of Kings and Lord of Lords

https://www.youtube.com/watch?v=Q7ZFDtcmfZg


 

Predigt  Die Kraft der Erinnerung (2. Petrus 1,16-19)

 

Liebe Gemeinde,

 „To heal, we must remember”. Um zu heilen, müssen wir uns erinnern. Vielleicht haben Sie auch diesen Satz von Joe Biden gehört. Gesprochen auf der Gedenkfeier für die Corona-Toten in den USA, am Abend vor seiner Vereidigung zum Präsidenten.

 „To heal, we must remember”. So könnte auch die Überschrift für den heutigen Predigttext lauten, denn auch dem Verfasser des Textes ist das Erinnern wichtig. Lassen Sie uns gemeinsam den Predigttext aus dem 2. Petrusbrief, Kapitel 1, die Verse 16-19 lesen:

 16   Wir haben euch ja angekündigt, dass unser Herr Jesus Christus machtvoll wiederkommen wird. Und dabei haben wir uns nicht auf ausgeklügelte, erfundene Geschichten gestützt. Sondern wir haben mit eigenen Augen seine wahre Macht und Größe gesehen.

 17   Gott, der Vater, ließ seine Ehre und Herrlichkeit sichtbar werden – damals, als von der Ehrfurcht gebietenden Herrlichkeit Gottes her eine Stimme erklang, die zu ihm sprach:

 „Das ist mein Sohn, ihn habe ich lieb. An ihm habe ich Freude.“

 18   Diese Stimme haben wir selbst gehört. Sie kam vom Himmel her, als wir mit Jesus auf dem heiligen Berg waren.

 19   So gewinnt das prophetische Wort für uns noch an Zuverlässigkeit. Und ihr seid gut beraten, wenn ihr euch daran haltet. Denn dieses Wort ist wie ein Licht, das an einem dunklen Ort brennt – so lange, bis der Tag anbricht und der Morgenstern in eurem Herzen aufgeht.

 „To heal, we must remember“. Eine gute Überschrift für den Predigttext. Der Autor des Textes erinnert seine Leser an die Verklärung Jesu, also an den Augenblick als Jesus mit Petrus, Jakobus und Johannes auf einen Berg steigt und die drei Jünger mit einem Mal Jesu in aller Klarheit als Sohn Gottes erkennen.

 Wieso erinnert der Autor an dieses Erlebnis und wieso ist es seiner Meinung nach so wichtig?

 Die Christen damals sahen sich mit Skeptikern konfrontiert. Der Glaube an Jesus, die Wunder, die von ihm überliefert wurden, wurden von einigen Zeitgenossen als Fabeln und Hirngespinste abgetan.

 Vielleicht kennen Sie das auch aus Ihrem eigenen Leben. Da wird man von Menschen belächelt oder ungläubig angeguckt, wenn man von seinem Glauben erzählt. Und dann gibt es auch andere, die bestreiten ganz vehement die Existenz Gottes oder Jesu.

 Und auch von anderer Seite wird unser Glauben immer wieder in Zweifel gezogen. Das können z.B. persönliche Ereignisse sein, die unser ganzes Leben ins Wanken bringen: Arbeitslosigkeit, eine schwere Erkrankung, ein schwerer Streit oder der Tod eines geliebten Menschen. Oder auch das vermeintliche Schweigen Gottes zu den Ungerechtigkeiten in dieser Welt oder in unserem persönlichen Glaubenslebens. Ein Gefühl von Gottverlassenheit kann sich breit machen, das uns vielleicht auch irgendwann zu einer Gleichgültigkeit oder auch Leugnung von Gottes Existenz bringt.

 Auch die Skepsis und der Unglaube an Jesus damals rührten von einer Art Gottverlassenheit. Die Christen damals dachten, Jesus würde bald wiederkehren und die Welt würde endlich so, wie Gott sie sich wünschte. Aber Jesus kam nicht. Die Erwartungen wurden nicht erfüllt. Also alles nur Hirngespinste? Zumindest gab es den Skeptikern ordentlich Feuer.

 Aber der Schreiber des 2. Petrusbriefes hält dagegen: Das sind keine Hirngespinste. Das mit Jesus ist die Wahrheit. Wir waren dabei und haben seine wahre Macht und Größe gesehen, so schildert er. Wir haben Gottes Stimme gehört: „Das ist mein Sohn, ihn habe ich lieb. An ihm habe ich Freude.“

 Gottes Existenz und auch Jesu Gottessohnschaft lassen sich nicht beweisen und mit Logik allein wohl auch kaum erklären. Der Autor setzt deswegen an einem anderen Punkt, einem wesentlich existenzielleren an, nämlich der Erinnerung an gemachte Erfahrungen. Und der Schreiber möchte auf diese Weise etwas entscheidendes zum Ausdruck bringen, nämlich, dass  Gott und Jesus in dieser Welt wirkten und wirken und wir uns manchmal einfach daran zurückerinnern müssen.

 Wie wichtig das Teilen, auch von fremden Erinnerungen ist, sehe ich daran, dass der Holocaust heute wieder teilweise verharmlost oder sogar geleugnet wird. Ich weiß noch, als ich zur Schule ging, dass dort häufig das Thema Drittes Reich, Zweiter Weltkrieg, Holocaust dran kam. Als Schüler dachte ich: „Nicht schon wieder. Das hatten wir doch schon x-Mal.“ Aber heute würde ich sagen, das Thema kann nicht oft genug vorkommen, in der Hoffnung, dass dann auch die letzten begreifen, dass das Massenmorden damals Realität war und jedem rechten Gedankengut die Stirn geboten werden muss.

 Wichtig ist das Teilen von Erinnerungen auch, weil darin eine ungeheure Kraft stecken kann. Wenn wir uns gegenseitig erinnern, wie Jesus damals Petrus und den anderen Jüngern begegnet ist, wenn wir uns erzählen, wie er auch uns in unserem Leben begegnet ist, dann spüren wir wieder, wie lebendig unser Glaube ist. Wir spüren, wie lebendig Gott auch heute noch ist und wirkt.

 Ja, das Teilen von Glaubenserinnerungen weckt und stärkt Glauben. Es schenkt uns neue Hoffnung, es kann heilend wirken. Erinnerungen können Leuchtwörter sein, die Licht an dunkle Orte bringen. Genauso, wie es der Autor des Briefes sagt.

 Vielleicht haben Sie selber schon die Erfahrung machen dürfen, wie gut das Teilen von Glaubenserfahrungen tut. Ich für meinen Teil habe es schon häufig erlebt und die Kraft gespürt, die von den Erzählungen anderer ausging, die wie Lichter in der Nacht neue Hoffnung und neues Vertrauen geschenkt haben.

 Es ist wichtig diese Glaubenserfahrungen zu teilen. Ich möchte Sie einladen, darüber nachzudenken, welche positiven Erfahrungen Sie schon mit Gott gemacht haben. Erzählen Sie anderen davon. Oder vielleicht sind Sie gerade eher voller Zweifel. Fragen Sie andere Christen, ob sie ein gutes Wort für Sie haben. Es ist wichtig auch den Zweifeln Raum zu geben. Gerne dürfen Sie auch mir von Ihren Erfahrungen oder Zweifeln schreiben oder erzählen. Ich bin gespannt, wie lebendig Gott schon in unserer Gemeinde, bei Ihnen gewirkt hat.

 Amen.

 

 

 

LIED      225 (EG)     Komm, sag es allen weiter

 

https://www.youtube.com/watch?v=kGECJfSCP-U  

 


 

Fürbitte

 Himmlischer Vater,

 manchmal plagen uns Zweifel und Ungewissheit.

 Lass uns dann nicht allein,

 schenke uns einen lebendigen Austausch mit anderen,

 dass wir dann auch wieder voll Dankbarkeit spüren, du lebst mit uns.

 Und wir deine Spuren in dieser Welt sehen können.

   Lass uns auch selber deine Boten werden

   und Zeichen der Liebe setzen.

   Lass uns die Not unserer Mitmenschen erkennen

   und für sie da sein, wo sie Hilfe benötigen.

 Wir bitten dich auch für die Menschen ohne Obdach,

 ob auf der Flucht oder in unserer Stadt.

 Schenke ihnen ein Dach über dem Kopf,

 einen sicheren Ort,

 eine wärmende Mahlzeit.

 Schenke ihnen ein gutes und würdiges Leben.

   Wir bitten dich für die Menschen,

 die unter Corona und den Lockdown-Regelugen leiden,

   sei es körperlich, seelisch, sozial oder finanziell.

   Wir bitten dich, beende diese Pandemie.

   Schenke Heilung, Normalität und Erholung.

 Wir bitten dich für die Menschen,

 die uns ganz persönlich am Herzen liegen

 und denen es nicht gut geht.

 Nimm dich ihrer an und sorge für sie.

 

Herr unser Gott,

 wir dürfen uns deine Kinder nennen,

 und so beten wir voll Vertrauen zu dir in den Worten, die uns Jesus gelehrt hat:

 

Unser Vater im Himmel

 geheiligt werde dein Name.

 Dein Reich komme.

 Dein Wille geschehe,

 wie im Himmel so auf Erden.

 Unser tägliches Brot gib uns heute.

 Und vergib uns unsere Schuld,

 wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

 Und führe uns nicht in Versuchung,

 sondern erlöse uns von dem Bösen.

 Denn dein ist das Reich und die Kraft

 und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

 Amen.

 

 

 

Segen

 Der Herr segne uns und behüte uns.

 Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig

 Der Herr hebe sein Angesicht über uns und gebe uns Frieden.

 Amen.

 

 

Bekanntmachungen

 

Die Kollekte für diesen Gottesdienst ist bestimmt im Klingelbeutel für Kindertal e.V. Auf der Internetseite heißt es dazu: Wir unterstützen Kinder und Familien und brauchen eure Hilfe dazu. Kinder brauchen Roller, Springseile und Fahrräder. Inliner, Straßenkreide, Fußbälle. Sie brauchen frische Luft und viel Bewegung. Wir möchten Familien unterstützen, damit die Kinder auch in Corona-Zeiten unbeschwert lachen und spielen können.

 

Die Ausgangskollekte ist bestimmt für die Arbeit des Heilpädagogischen Zentrums in Pskow/Russland. In den Kollektenempfehlungen heißt es dazu: Momentan werden im Heilpädagogischen Zentrum mehr als 700 Menschen gefördert und betreut. Die Schule für Kinder mit schweren geistigen und mehrfachen Behinderungen ist Ausgangspunkt einer Neuorientierung der Behindertenarbeit in ganz Russland.

 

In diesen Coronazeiten nehmen wir wiederum aus unserer Diakonie-Rücklage je 50,- € pro Kollekte und bitten Sie, entweder uns unter dem Stichwort Diakonie ihre Spende zukommen zu lassen oder online direkt für diese Kollekten zu spenden.

 


 

Bleibt mir noch, Sie auf den nächsten Gottesdienst am Sonntag, dem 7. Februar hinzuweisen. An diesem Sonntag wollen wir ein wenig Ausblick auf den 3. Ökumenischen Kirchentag halten, der für den Mai dieses Jahres geplant sicher eher auf andere Art und Weise stattfinden wird, als gedacht und erwartet. „Schaut hin“ heißt der Leitspruch für diesen Kirchentag.

 

Wer in diesen Tagen Hilfe benötigt, wende sich bitte an

 Pfr. Michael Seim, Tel.: 55 97 17, Email: michael.seim@ekir.de

 oder an mich, Arne Würzbach, Tel.: 9767691, Email: arne.wuerzbach@ekir.de

 

Vor allem aber wünsche ich Ihnen eine gute und gesegnete Zeit.

 Bleiben Sie behütet!

 


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