Gottesdienste am Sonntag, den 15. November 2020


Musik zum Eingang


Presbyter/in
In Jesus Christus ist Gott selbst zu uns gekommen um unser Leben zu teilen.

Und so kommen wir heute zu ihm und feiern diesen Gottesdienst

im Namen Gottes: des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen.


„Unser Anfang und unsere Hilfe steht im Namen des Herrn …“
Gemeinde
„… der Himmel und Erde gemacht hat.“
Presbyter/in
„… der Bund und Treue hält ewiglich …“
Gemeinde
„… und nicht loslässt das Werk seiner Hände.“
Presbyter/in


Guten Morgen, liebe Gemeinde!
Ihnen und Euch allen ein herzliches Willkommen zu unserem heutigen Gottesdienst hier (im GzP/ in der LiK).
Schön, dass Sie heute den Weg hierher gefunden haben.
Ein besonderer Dank geht auch an Frau Kazlova-Sambo, die heute die Musik gestaltet.


„Und nicht loslässt das Werk seiner Hände“,

das hat Gott uns - seiner Schöpfung - versprochen, und daran wollen wir trotz
allem festhalten, selbst wenn es uns Menschen nicht gelingt, sorgsam
mit dieser Welt umzugehen und die Güter der Erde gerecht zu verteilen.


Das Kirchenjahr 2019/2020 nähert sich seinem Ende.

Wir feiern heute seinen vorletzten Sonntag.
So lautet auch der Spruch für die kommende Woche aus

dem zweiten Brief an die Korinther, Kapitel fünf, Vers 10a:
„Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi.“


Welche Wirkungen es auf einen Menschen haben kann, wenn er
merkt, da geht etwas für mich zu Ende, dazu gleich mehr in der Predigt.


Presbyter/in (Eingangslied, gesprochen)
Wir hören jetzt, musikalisch begleitet, gesprochen das erste Lied
„Tut mir auf die schöne Pforte“ mit den Strophen eins, fünf und sechs (EG 166):


1) Tut mir auf die schöne Pforte,
führt in Gottes Haus mich ein;
ach wie wird an diesem Orte
meine Seele fröhlich sein!
Hier ist Gottes Angesicht,
hier ist lauter Trost und Licht.


5) Stärk in mir den schwachen Glauben,
laß dein teures Kleinod mir
nimmer aus dem Herzen rauben,
halte mir dein Wort stets für,
daß es mir zum Leitstern dient
und zum Trost im Herzen grünt.

 

6) Rede, Herr, so will ich hören,
und dein Wille werd erfüllt;
nichts lass meine Andacht stören,
wenn der Brunn des Lebens quillt;
speise mich mit Himmelsbrot,
tröste mich in aller Not.

 


Liturg/in
„Die Gnade unseres Herr Jesus Christus und die Liebe Gottes und
die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit Euch allen.“
Gemeinde
„… und auch mit Dir.“


Liturg/in (Psalmlesung)
„Wir wollen Verse aus Psalm 50 lesen und beten.

Ich bitte Sie dabei, die eingerückten Verse zu lesen:


Gott, der HERR, hat geredet und die Erde gerufen, vom Aufgang
der Sonne bis zu ihrem Niedergang.
     Aus Zion, der Schönheit Vollendung, ist Gott hervorgestrahlt.
     Unser Gott kommt, und er wird nicht schweigen;
Feuer frisst vor ihm her, und rings um ihn stürmt es gewaltig.
     Er ruft dem Himmel droben und der Erde zu, um sein Volk
     zu richten:
„Versammelt mir meine Frommen, die meinen Bund geschlossen
haben beim Opfer!“
     Und der Himmel verkündet seine Gerechtigkeit, dass Gott
     Richter ist,
Opfere Gott Dank und erfülle dem Höchsten deine Gelübde;
     und rufe mich an am Tag der Not; ich will dich retten, und
     du wirst mich verherrlichen.
Wer Dank opfert, verherrlicht mich und bahnt einen Weg; ihn
werde ich das Heil Gottes sehen lassen.“
Halleluja!
Ehr sei dem Vater und dem Sohn,
dem Heilgen Geist in einem Thron;
     der Heiligen Dreieinigkeit
     sei Lob und Preis in Ewigkeit.
Amen.

 

 


Liturg/in (Eingangsgebet)
Wir wollen beten:


Du Gott des Friedens, barmherziger Vater im Himmel:
Manchmal erleben wir Unfrieden und Hass,
ganz in unserer Nähe und manchmal auch bei uns selbst.
Manchmal tragen wir wissentlich oder unwissentlich auch dazu
bei, zu Unfrieden und Streit.

Manchmal gehen wir an der Not von Menschen vorbei, stattmutig

anzufangen, deine Barmherzigkeit für uns an andere Menschen

weiterzugeben.

Manchmal sind wir ohne Hoffnung, weil wir uns abgefunden haben
mit denen, die nur „Nein“ sagen zu deinem Leben der Fülle.
Manchmal sind wir ohne Hoffnung, weil wir uns damit abgefunden
haben, dass viele Menschen die Welt nur noch verwalten,
ohne dass sie die inspirierende Kraft, die deine Schöpfung zum
Leuchten bringen könnte, in die Welt tragen.
Manchmal sind wir ohne Hoffnung, weil die Corona-Pandemie
unser Leben immer weiter einschränkt und wir Angst davor ha-

ben, dass auch wir daran erkranken könnten. Zu viele Menschen
sind schon daran gestorben.
Wir bitten Dich. Herr, erbarme Dich.“


Gemeinde „Herr, erbarme Dich.“
Liturg/in „Christus, erbarme Dich.“
Gemeinde „Christus, erbarme Dich.“
Liturg/in „Herr, erbarme Dich.“
Gemeinde „Christus, erbarme Dich über uns. Amen.“


Liturg/in (Gnadenzusage)
„Gott hat sich unser erbarmt und er sagt uns dies in seinem
Wort. In Psalm 50 heißt es im Vers 6:
„Und die Himmel werden seine Gerechtigkeit verkünden, denn
Gott selbst ist Richter.“
Gemeinde
Ehre sei Gott in der Höhe,
Frieden auf Erden,
Und den Menschen ein Wohlgefallen.
Amen.


Liturg/in (Inneres Sammeln)
Wir beten:

„Viele Gedanken bewegen uns.
Wir haben sie hier mit in de Gottesdienst gebracht und dürfen
sie vor Dich bringen.
Wieder ist eine Woche vorbei und die Erlebnisse der Woche
hallen noch nach in uns.
So wie ich bin, bin ich heute hier in den Gottesdienst gekommen.
Noch beeindruckt von den vielen Erlebnissen, die mich in der
vergangenen Woche bewegt haben.
Vor allem von dem Theater, dass manche während der Präsidentenwahl
in den USA aufgeführt haben und immer noch fortführen
und von der Nachricht, dass es in der Pandemie bald einen
Impfstoff geben und wieder Ruhe und Normalität in meinem
Leben einkehren könnte,
Alles das und noch viel mehr haben wir heute und hier mitgebracht.
Doch wir wollen anhalten und eine Pause einlegen, hier im Gottesdienst.
Hilf uns, dass wir uns jetzt sammeln können.
Lass uns jetzt offen werden für Dich.
Lass uns jetzt Dich erfahren in der Musik und in den Worten, die
wir hören.
Amen.

 


Presbyter/in (Schriftlesung)
Die Lesung für den heutigen Sonntag steht im Buch Hiob
Ich lese aus dem Kapitel 14 die Verse eins bis 17:


1 Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit und ist voll
Unruhe,
2 geht auf wie eine Blume und welkt, flieht wie ein Schatten und
bleibt nicht.
3 Doch du tust deine Augen über einen solchen auf, dass du
mich vor dir ins Gericht ziehst.
4 Kann wohl ein Reiner kommen von Unreinen? Auch nicht
einer!
5 Sind seine Tage bestimmt, steht die Zahl seiner Monde bei dir
und hast du ein Ziel gesetzt, das er nicht überschreiten kann:

6 so blicke doch weg von ihm, damit er Ruhe hat, bis sein Tag
kommt, auf den er sich wie ein Tagelöhner freut.
7 Denn ein Baum hat Hoffnung, auch wenn er abgehauen ist; er
kann wieder ausschlagen, und seine Schösslinge bleiben nicht aus.
8 Ob seine Wurzel in der Erde alt wird und sein Stumpf im Staub
erstirbt,
9 so grünt er doch wieder vom Geruch des Wassers und treibt
Zweige wie eine junge Pflanze.
10 Stirbt aber ein Mann, so ist er dahin; kommt ein Mensch um –
wo ist er?
11 Wie Wasser ausläuft aus dem See, und wie ein Strom versiegt
und vertrocknet,
12 so ist ein Mensch, wenn er sich niederlegt, er wird nicht
wieder aufstehen; er wird nicht aufwachen, solange der Himmel
bleibt, noch von seinem Schlaf erweckt werden.
13 Ach dass du mich im Totenreich verwahren und verbergen
wolltest, bis dein Zorn sich legt, und mir eine Frist setzen und
dann an mich denken wolltest!
14 Meinst du, einer stirbt und kann wieder leben? Alle Tage meines
Dienstes wollte ich harren, bis meine Ablösung kommt.
15 Du würdest rufen und ich dir antworten; es würde dich verlangen
nach dem Werk deiner Hände.
16 Dann würdest du meine Schritte zählen und nicht achtgeben
auf meine Sünde.
17 Du würdest meine Übertretung in ein Bündlein versiegeln
und meine Schuld übertünchen.
Hallelujah!


Gemeinde
“Lobet den HERRN! Denn unsern Gott loben, das ist ein köstlich
Ding, ihn loben ist lieblich und schön. Halleluja! “


Presbyter/in (Glaubensbekenntnis)
Ich möchte Sie einladen, miteinander unseren Glauben zu bekennen:
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn,
unseren Herrn.
Empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der
Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt,
gestorben und begraben.
Hinabgestiegen in das Reich des Todes. Am dritten
Tage auferstanden von den Toten. Aufgefahren in den
Himmel.
Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters.
Von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und
die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist; die Heilige Christliche
Kirche; Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

 


Von Musik begleitet meditieren wir nun vor der Predigt über das
nächste Lied „Vertraut den neuen Wegen“ mit drei Strophen.
Lied vor der Predigt (meditiert)
EG 378, Strophen eins, vier und fünf

 

 

 

 

Liturg/in
Predigt zu Lukas 16, 1-8 „Der ungerechte Verwalter“
Liebe Gemeinde, wir sind in der Geschichte live dabei. Das ist
ja wie beim Krimi am Freitagabend oder beim Tatort am Sonntag.
Der reiche Mann - etwa ein Gutsbesitzer - hat gehört, dass
sein Verwalter unrecht handelt. Folgerichtig wird er Rechenschaft
verlangen und seinem Verwalter dann vor die Tür setzen.
Was dann geschieht, da staunen wir, das ist eine Fortsetzung der
Unterschlagungen.
Schauen wir uns den Verwalter einmal an. Er ist ein pragmatischer
Mensch. Er beurteilt seine Situation ganz nüchtern. Er sieht,
welche Möglichkeiten er in Zukunft noch hat, um seinen Lebensunterhalt
zu verdienen. Wahrscheinlich nicht viele.
Wenn er sagt: „Graben kann ich nicht.“, dann ist das ein Bild
für alle die Tätigkeiten, die damals für den Verwalter und heute
für uns, unter unseren Fähigkeiten liegen. Dem Verwalter wäre
wahrscheinlich nur geblieben, irgendwo bei einem Grundbesitzer
ein Plätzchen zu finden, um dann täglich zur Feldarbeit zugehen.
Doch er sagt sich, ich habe keine Muskeln für eine solche Arbeit.
Was ich habe ist „Köpfchen“. Was ich brauche, dass sind Freunde,
die mir helfen, wenn es mir schlecht geht. Eine Hand wäscht
die andere. Ich helfe dir, dann werde ich in Zukunft schon einen
finden, der auch mir hilft.
Wie bekommt man solche dankbaren Menschen, die sich dann
motiviert fühlen, einem später zu helfen? Man schenkt ihnen etwas
von Wert. Ganz praktisch erlässt der Verwalter den Schuldnern
seines Herrn Teile der Schuld, die sie eigentlich hätten
zurückgeben müssen.
Fünfzig Fass Olivenöl statt hundert Fass; achtzig Sack Weizen
statt hundert Sack. Das ist schon eine deutliche Minderung.
An dieser Stelle hat sich der eine oder die andere Gedanken
darüber gemacht, warum achtzig und nicht auch fünfzig Sack
Weizen als Schuld bleiben. Das ist ein Nebenschauplatz. Genauso
könnte man fragen, warum nicht dreißig Fass Öl oder Sack
Weizen? Vielleicht will er noch den Anschein von Richtigkeit der
Schuldhöhe wahren? Wer weiß.
Wesentlich ist die Wirkung. Die Schuldner erhalten Lebensqualität
zurück. Hundert Fass Öl nach damaligen Verhältnissen sind
der Ertrag von geschätzt 140 Ölbäumen, dass ist eine ganzen
Menge Arbeit, das Öl zu ernten. Denn erlassenen Teil dürfen die
Schuldner jetzt wieder für sich verwenden.
Welche besondere soziale Bedeutung das hat, wird vielleicht
deutlich, wenn wir uns anschauen, wie diese Schulden damals
entstanden sind. Diese Bauern waren Pächter und die Pacht
wurde in Naturalien entrichtet. Doch was geschieht, wenn es
schlechte Ernten gab. Die Pächter haben nicht auf den Pachtzins
verzichtet, so können sich über die Zeit Schulden aufstapeln.
Das Verhalten des Verwalters hat also auch eine soziale Nebenwirkung.
Die Pächter arbeiten wieder mehr für sich, als für den
Verpächter.
Das ist interessanterweise genau die Wirkung, die wir in der vergangenen
Präsidentschaftswahl beobachten konnten. Während
seiner Präsidentschaft hat Trump den Steuersatz für Unternehmen
von 35% auf 21% gesenkt. Bei Befragungen hat sich gezeigt,
dass 80% der Trumpwähler ihn deswegen 2020 gewählt haben.
Sie wollten sicherstellen, dass die wirtschaftlichen Vorteile für sie
so weitergehen. Trump hat sich mit der Steuersenkung Millionen
von guten Freunden gemacht. Das Trump noch für ganz andere
Dinge steht, das war ihnen im Wesentlichen egal.

 

Dabei geht es bei diesem Beispiel nur um die Wirkung bei den
Steuerzahlern. Da Trump auch Unternehmer ist, hat er mitgetan,
hat bei der Steuersenkung ordentlich in die eigene Tasche gewirtschaftet.
Das hat der Verwalter in unserer Geschichte nicht.
Bis hierhin bewundern wir vielleicht, wie pragmatisch der Verwalter
handelt. Doch wir erwarten, dass das dicke Ende dann
kommt, wenn er Rechenschaft vor seinem Gutsherrn ablegen
soll. Wir erwarten, dass dann alles an das Tageslicht geholt wird,
dass erkannt wird, wie viel Unrechtes der Verwalter getan hat.
Jedenfalls kenne wir das aus unseren Wochenendkrimis so. Über
90 Minuten laufen polizeiliche Ermittler über den Bildschirm und
am Ende nehmen sie den Täter oder die Täterin fest. Ende gut,
alles gut.
Wir sind ziemlich überrascht, wenn wir in der heutigen Geschichte
den Gutsbesitzer hören: „Der Verwalter hat klug gehandelt.“
Wie kann das sein? Der Verwalter wird nicht festgenommen?
Unrechtes Handeln ist richtig gewesen? Das widerspricht
allen guten Lehrsätzen, die wir gelernt haben. Wie kommt der
Gutsbesitzer dazu, so etwas zu sagen?
Vielleicht hilft es, an dieser Stelle, die Perspektive zu wechseln.
Da gibt es zwei Eckpunkte, die wir bisher noch nicht angeschaut
haben. Der eine ist das definierte Ende und der andere ist, dass
Rechenschaft abgelegt werden soll.
Für den Verwalter endet das Arbeitsverhältnis. Doch für den
Menschen, für uns alle, endet irgendwann das Lebensverhältnis
auf dieser Erde. Der Satz: „Jeder Mensch in dieser Welt wird mit
einem Todesurteil geboren.“, ist sachlich richtig. Doch wer will
das schon wahrhaben. Wir handeln nicht so, als ob wir das Ende
erkennen und wahrnehmen würden.
An dieser Stelle habe ich eine kleine Geschichte von Erich Fried
mitgebracht:
„Auch ungelebtes Leben geht irgendwann zu Ende. Das vielleicht
langsamer, genauso wie die Energie in einer Batterie sich
langsam verbraucht, wenn eine Taschenlampe nie genutzt wird. Doch
was hilft das. Wenn man die Taschenlampe nach vielen Jahren
doch mal anknipsen will, dann kommt kein Atemzug mehr heraus.
Wenn man sie aufmacht, dann findet man nur Knochen und die
sind velleicht schon ganz zerfressen. Da hätte die Taschenlampe
genauso gut leuchten können. Es ist also klug, die Lebenszeit zu
nutzen, die man hat.
Nutzen bedeutet, selbst die Initiative zu ergreifen und seine
eigenen, verbliebenen Möglichkeiten zu aktivieren. Klug ist nicht
stöhnend in der Ecke zu sitzen, sondern die letzen Chancen zu
ergreifen.

 

Das wir das Handeln des Verwalters nicht gut finden, es sogar als
sträflich falsch wahrnehmen, das ist ein Bild für die Widerstände,
die uns begegnen, wenn wir aktiv werden wollen. Plötzlich hören
wir eine innere Stimme sagen: „Das kann ich nicht. Das funktioniert
nie. Warum soll ich das wagen? Das geht doch schief.“ Der
Verwalter kann. Er beurteilt seine Lage nüchtern und handelt
entsprechend, wenn auch unredlich, wie wir wahrscheinlich finden.
Wir alle, der Verwalter damals und auch wir heute, wir sind in
diese Welt gestellt. Wir sind mit ihr verstrickt. Wir handeln nach
besten Wissen und Gewissen. Trotzdem hält das tägliche Leben,
der Alltag eben, Herausforderungen für uns bereit, in denen wir
Entscheidungen treffen, eben nach besten Wissen und Gewissen
und doch hinterher merken, also so richtig richtig und sauber
war das doch nicht, bei aller guter Absicht. Manchmal höre ich da

den Spruch: „Das Leben ist kein Ponyhof.“, also nicht edel und
gut, sondern es hat Ecken und Kanten.
Über alles im Leben muss der Verwalter und müssen auch wir
am Ende Rechenschaft ablegen.
Wir erinnern uns heute am Volkstrauertag an die vielen Menschen,
die uns im Tode vorausgegangen sind und schon Rechenschaft
ablegen mussten. Viele von ihnen haben in schwierigen
Zeiten gelebt. Gerade während und auch nach den
Weltkriegen war das Leben besonders herausfordernd. Freche
Entschlossenheit, beherztes Handeln und Tatkraft haben
in diesen Zeiten viele Leben gerettet, eigene und auch die von
Mitmenschen. Soviel mutige Entschlossenheit und pragmatische
Tatkraft wird dann schon mal von Urkundenfälschung
begleitet, wenn es darum geht, Leben zu retten.
Wenn es um Rechenschaft für unser Leben vor Gott gehen
wird, dann vertrauen wir darauf, dass er uns mit seiner Liebe
begegnet.
Wir finden den Mut, in der Welt als Kinder der Welt zu handeln,
weil wir auf die inkonsequente Barmherzigkeit Gottes
hoffen.
Wir sind Kinder der Welt, doch aus der Sicht Gottes sind wir
seine Kinder und dadurch Kinder des Lichts. Das dürfen wir
wissen und darauf dürfen wir vertrauen.
Dieses Wissen und dieses Vertrauen machen uns in dieser
herausfordernden Welt auch in schwierigen Situationen handlungsfähig,
so dass wir die Zukunft für uns und für andere
aktiv gestalten zu können.
Denn der Friede Gottes, der höher ist, als unsere menschliche
Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus,
unseren Herrn. Amen

 


Musikmeditation

 

 


Liturg/in (Abkündigungen)
Liebe Gemeinde, aus unserer Gemeinde sind verstorben und wurden
mit dem Bekenntnis zur Hoffnung auf die Auferstehung beerdigt:
Herr André Volkmann im Alter von 49 Jahren
Frau Angelika Brock, geb. Strutz im Alter von 65 Jahren.
Der HERR nehme ihn in Gnaden an.
Er tröste die Trauernden durch sein Evangelium.
Er lasse uns alle das Ziel unseres Lebens bedenken.
Leben wir, so leben wir dem HERRN.
Sterben wir, so sterben dem HERRN.
Darum, ob wir leben oder sterben, wir gehören dem HERRN.
Amen.

 


Liturg/in (Fürbitte, A Liturg/in, B Presbyter/in)


A Wir wollen nun Fürbitte halten. (Handzeichen)

Guter Gott,
wir bitten für Menschen, die sich nach Frieden sehnen und darauf
hoffen, dass Schritte zu Waffenruhe und Friedensgesprächen begonnen
und auch durchgehalten werden.
Wir bitten besonders für die Menschen im Konflikt um Berg-Karabach
und während der Friedensverhandlungen in Afghanistan.

 

B Wir denken heute am Volkstrauertag an die Menschen, die in
Kriegen oder auf der Flucht getötet wurden oder gestorben sind.
Wir denken an die Menschen, die zu Opfern von Terrorismus, Extremismus,
Antisemitismus und Rassismus in der Welt geworden
sind.

 

A Guter Gott, wir bitten für Menschen, die sich verantwortlich
für eine Kultur des Lebens einsetzen, die allen Menschen ein
Leben in Würde ermöglichen wollen und die Frieden stiften.


B Wir bitten für Menschen, die sagen, dass wir alle grundlegend
und umfassend neu denken müssen in unserer Lebensweise, damit
Bodenschätze, saubere Luft und Wasser zum Leben für alle
erhalten bleiben.


A Lass uns auch im Jahr der Corona-Pandemie würdevoll die
kommende Zeit leben und gestalten.
In der Stille der kommenden Minute bringen wir vor dich, was
uns für andere Menschen und auch für uns besonders bewegt.


(Stille)


Du Gott kennst unsere Ängste.
Du weißt unseren Weg.
Du führst uns zum Ziel.
Gott, erhöre uns, wenn wir jetzt gemeinsam beten:


Unser Vater im Himmel
geheiligt werde dein Name
dein Reich komme
dein Wille geschehe
wie im Himmel so auf Erden
unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unserer Schuld
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern
und führe uns nicht in Versuchung
sondern erlöse uns von dem Bösen
den dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.


Und nun geht in diesen Sonntag und die kommende Woche mit
Gottes Segen: …
Gemeinde
„Amen.“

 


Presbyter/in (Mitteilungen)
Wir danken für die Kollekten vom vergangenen Sonntag..
Für die Diakonie in unserer Gemeinde wurden 106,40 € und für
ein Schulprojekt auf Haiti 118,40 € gesammelt.
Herzlichen Dank!

Gott segne Geber und Gaben und all das, was mit diesen Gaben geschieht!


Eine der heutigen Kollekten ist bestimmt für das Hospiz Niederberg.
Auf der Internetseite heißt es dazu: Im Christlichen Hospiz
Wuppertal-Niederberg finden Menschen mit unheilbaren Erkrankungen
den Raum und die Möglichkeiten, ihr Leben selbstbestimmt
nach ihren Wünschen und Bedürfnissen zu leben und ein würdevolles
Abschiednehmen von ihrem Leben zu erfahren.


Eine andere Kollekte für Aktion Sühnezeichen. Freiwillige der Aktion
Sühnezeichen leisten in jedem Jahr ihren Beitrag, damit unsere
Welt friedlicher wird. Jährlich absolvieren rund 500 Freiwillige in
ca. 15 Ländern ihren Friedensdienst mit ASF. Sie engagieren sich
in Sozialdiensten für Überlebende der Schoa, in Gedenkstätten, in
Projekten mit Kindern und Jugendlichen und in vielen anderen Bereichen.

 

… und nun:
Herzliche Einladung zum Gottesdienst am Buß- und Bettag, Mittwoch,
dem 18. November um 19.00 Uhr in der Lichtenplatzer Kapelle

und die herzliche Einladung zu den Gottesdiensten am kommenden
Toten-Ewigkeits-Sonntag, dem 22. November

um 9.30 Uhr im Gemeindezentrum Petruskirche und

um 11.00 Uhr in der Lichtenplatzer Kapelle.


Wir hören jetzt die Musik zum Ausgang.

 

Musik zum Ausgang

 

 


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