Gottesdienst vom 18.10.2020


Manchmal wüssten wir gern besser, dass Gott uns zur Seite steht, und dann gibt es Zeiten, in denen uns sehr bewusst wird, wie sehr er uns hilft. Dafür dankbar feiern wir diesen Gottesdienst im Namen des dreieinen Gottes,
des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Unser Anfang und unsere Hilfe stehen im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.
der Bund und Treue hält ewiglich
und nicht loslässt das Werk seiner Hände.


Liebe Leser*innen, liebe Gemeinde!
Trotz aller berechtigter Sorge wollen wir uns mit guten Worten stärken lassen.

So wusste der Prophet Jeremia zu Gott zu sagen:
Heile du mich, HERR, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen.
                                                                                                                                      Jer 17,14
Und so wie Jeremia, so wollen auch wir auf diesen Gott hoffen, der uns eine Hilfe zum Leben sein kann.

 


Lied Da wohnt ein Sehnen tief in uns


Da wohnt ein Sehnen tief in uns,
nach dir, dich zu sehn, dir nah zu sein.
Es ist ein Sehnen, ist ein Durst nach Glück,
nach Liebe, wie nur du sie gibst.
     Um Frieden, um Freiheit, um Hoffnung bitten wir.
     In Sorge, im Schmerz – sei da, sei uns nahe, Gott.
          Um Einsicht, Beherztheit, um Beistand bitten wir.
          In Ohnmacht, in Furcht – sei da, sei uns nahe Gott.
     Um Heilung, um Ganzsein, um Zukunft bitten wir.
     In Krankheit, im Tod – sei da, sei uns nahe Gott.
          Dass du, Gott, das Sehnen, den Durst stillst, bitten wir.
          Wir hoffen auf dich – sei da, sei uns nahe, Gott.
Da wohnt ein Sehnen tief in uns,
nach dir, dich zu sehn, dir nah zu sein. ...

 

Psalm 32, 1-7
Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind,
dem die Sünde bedeckt ist!
     Wohl dem Menschen, dem der HERR die Schuld nicht zurechnet,
     in dessen Geist kein Falsch ist!
Denn da ich es wollte verschweigen,
verschmachteten meine Gebeine durch mein tägliches Klagen.
     Denn deine Hand lag Tag und Nacht schwer auf mir,
     dass mein Saft vertrocknete, wie es im Sommer dürre wird.
Darum bekannte ich dir meine Sünde
und meine Schuld verhehlte ich nicht.
     Ich sprach: Ich will dem HERRN meine Übertretungen bekennen.
     Da vergabst du mir die Schuld meiner Sünde.
Deshalb werden alle Heiligen zu dir beten
zur Zeit der Angst;
     Darum, wenn große Wasserfluten kommen,
     werden sie nicht an sie gelangen.
Du bist mein Schirm, du wirst mich vor Angst behüten,
dass ich errettet gar fröhlich rühmen kann. Amen

 

 

Eingangsgebet
Ja, Gott, so beten auch wir zu Dir
zur Zeit von Sorge und Angst.
Wir hoffen, dass Du auch uns beschirmen,
dass Du uns erretten wirst.
Aber derzeit werden die Sorgen wieder so groß.
Was haben wir falsch gemacht?
Was haben wir versäumt?
Worin bestehen unsere Übertretungen?
Vielleicht sind wir zu sorglos umgegangen.
Vielleicht haben wir die Lage nicht ernst genug eingeschätzt.
Vielleicht haben wir andere zu selten daran erinnert, achtsam zu sein.
Das, Gott, wollen wir Dir bekennen
und Dich mit Jeremia bitten:
Heile Du uns, Herr, so werden wir heil!
Hilf Du uns, Gott, so ist uns geholfen,! Amen

 

 


Lied 324   Ich singe Dir mir Herz und Mund

 

 

Predigt Eph 4,22 – 5,1

Liebe Gemeinde!


Ermutigung ist angesagt! Ein anderes Leben ist möglich. Und darum sollen wir uns von den Realitäten nicht entmutigen lasse, sondern dürfen uns von Hoffnungen beflügeln und ermutigen lassen – denn: Wir haben ein erstaunliches Potential. Der Kleiderschrank steckt sozusagen voller Möglichkeiten. Was darf’s also heute sein? Darum:
Legt von Euch ab den alten Menschen!
Und schon höre ich sie, die Widersprüche und Einsprüche: „Wir würden ja gern, aber …“ „Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.“ Und ich weiß ja selbst, dass es manches alte Stück in meinem Kleiderschrank gibt, nach dem ich aus Gewohnheit oder Bequemlichkeit immer wieder ganz gerne greife. Es fühlt sich oftmals auch so kuschelig an, duftet so vertraut und passt so gut. Was ist schon dabei, sich die alten Sachen doch wieder anzuziehen?

Dabei ist: Meist hat es seine Farbe und seinen Glanz verloren. Es ist brüchig und löchrig geworden. Und es sieht einfach nicht gut aus, wenn der Hemdkragen verschlissen ist oder der Hosensaum Fäden zieht. Das sieht keiner gern. Also:
Legt von Euch ab den alten Menschen!


Und der Briefeschreiber nennt uns drei gute Gründe, warum wir das schaffen können, und er nennt uns einen guten Grund, warum und wozu gerade das unsere Aufgabe ist:
1. Wir können das, weil
    Gott uns vergeben hat in Christus.
Weil Gott gnädig auf uns und über unsere Fehler sieht, und weil er uns die Chance gibt, all das Falsche einfach hinter uns zu lassen, ja, weil er uns die Chance gibt, noch einmal ganz neu und immer wieder neu anzufangen, - darum können wir das.
Dem Schreiber dieser Zeilen ist dabei bewusst, dass uns das nicht von heut auf morgen direkt gelingt. Er weiß durchaus um Missstände in der Gemeinde, an die er schreibt. Aber gerade darum ermutigt er sie und uns dazu, unsere Einstellung zu ändern und neu zu beginnen:
    Erneuert Euch in Eurem Geist und Sinn! – weil
    Gott uns vergeben hat in Christus … (so) vergebt einer dem anderen.
Und das, das sollte doch möglich sein. Wenn Gott uns eine neue Chance und stets neu eine neue Chance einräumt, dann sollten wir das a) für uns selbst nutzen und b) auch unserem Gegenüber zugestehen und ihm immer wieder neu neue Chancen einräumen. Fehler macht jede und jeder. Aber: Wir alle können zusammen auch aus den Fehlern anderer lernen. Dazu wäre aber in weiten Bereichen unserer Gesellschaft eine andere Fehlerkultur von Nöten.

Also:
     Legt von Euch ab den alten Menschen!


Denn 2. könnten wir das, weil wir
    mit dem Heiligen Geist Gottes versiegelt sind für den Tag der Erlösung.
Uns ist also bereits das Siegel aufgedrückt. Wir sind geprägt. Und Eigentümer dieses Siegels ist der Heilige Geist – Gott selbst.
Mit anderen Worten: Wir sind ein Brief, geschrieben und gezeichnet mit seinem Namen. Wir sprechen und reden in seinem Auftrag. Und damit jede und jeder das sieht, drückt er uns sein Siegel auf. Wir sind von ihm geprägt – und dürfen uns das immer wieder vor Augen führen.
Denn es ist doch zum Beispiel ein Unterschied, ob ich stets an den Tag des Gerichtes denke … Wer steht schon gern vor Gericht, selbst als Zeuge?! … oder ob ich an den Tag der Erlösung denke … Wie sehr hoffen wir derzeit etwa, von den Folgen dieses Virus verschont zu bleiben und befreit zu sein?!
Was uns in unserem Leben also prägen soll ist nichts weniger als der Heilige Geist Gottes. Und der sagt ganz eindeutig: Du gehörst zu mir – und ich gehör zu Dir. Das gilt. Das kann Dir keiner nehmen!

Darum:
    Legt von Euch ab den alten Menschen!

 

Das kann uns zum 3. Deshalb gelingen,
       weil wir untereinander (als) Glieder
einer Familie miteinander verbunden sind. Wir stehen also nicht allein da, sondern da sind andere mit uns auf diesem Weg, der sich bereits seit Jahrtausenden durch die Geschichte zieht. Gemeinsam sind wir in dieser Welt unterwegs und dürfen uns von dieser Gemeinschaft getragen wissen.
Oder anders ausgedrückt: Wir stehen nicht allein. Wir sind keine Einzelkämpfer, sondern die anderen neben und mit uns reichen uns die Hände.
Sie geben uns vielleicht Tipps, wie das konkret geht mit der neuen Kleidung und mit dem neuen Leben, und: Sie lassen uns nicht allein.
Gerade in diesen Corona-Zeiten durften wir ja merken, wie wir in unserer Gesellschaft aufeinander angewiesen sind, so dass Interessen Einzelner gegenüber dem Wohl der Gemeinschaft auch mal zurücktreten müssen. Nur an sich und seine Möglichkeiten zu denken, das war im Übrigen noch nie christlich. Aber gerade dass sich so viele Menschen an die AHA-Regeln gehalten hatten, das war ja der Grund warum wir in dieser Situation in Deutschland bisher noch relativ glimpflich davon gekommen zu sein scheinen.

Und daran merken wir:
Wenn einer etwas alleine tut, dann ändert das noch nicht viel. Wenn sich diesem einen aber viele anschließen und sich mit ihm vereinigen, dann verändert das durchaus diese.

Darum nochmals:
     Legt von Euch ab den alten Menschen!

 

Was das nun für das konkrete Leben heißen kann, das macht der Briefeschreiber seiner Gemeinde an vier Beispielen deutlich, die sicher ihren konkreten Platz im Leben dieser Gemeinde hatten:
    Legt die Lüge ab und redet die Wahrheit,
denn nur dann können wir schließlich offen und ehrlich miteinander umgehen und auch konkret und furchtlos über unsere Fehler und Schwächen sprechen.
    Zürnt ihr, so sündigt nicht; lass die Sonne nicht über dem Zorn untergehen.
Denn Zorn ist noch nie ein guter Ratgeber für ein gelingendes Leben gewesen.
    Wer gestohlen hat, stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe, damit er dem Bedürftigen abgebe.
Wir sind also dazu aufgerufen, nicht auf Kosten anderer zu leben, sondern den Reichtum und seine Erträge denen zukommen zu lassen, die wirklich sonst keine Chance auf ein angemessenes Leben haben. Von hinterzogenen Steuern können zum Beispiel keine Pflegeleistungen finanziert werden.

Und letztlich:

     Lasst kein faules Geschwätz aus Eurem Munde gehen, 

     sondern redet, was gut ist (und) was erbaut.
Denn wir wissen doch aus eigener Erfahrung nur zu genau, wie gut uns gute aufrichtige Worte tun – und wie manches Gerede uns einfach nur entmutigt.


Aber: Ermutigung ist angesagt. Also:

      Legt von Euch ab den alten Menschen!
Genau das ist und bleibt unsere Aufgabe zu allen Zeiten,
damit es Gnade bringe denen, die es hören.

 

Denn genauso werden andere ermutigt nachzufragen: Warum leben die so? Wovon fühlen die sich so getragen? – Und wenn uns dann die richtigen Worte geschenkt werden, kann das der Auslöser dafür sein, dass auch sie sich mit uns auf den Weg machen für ein anderes Leben. Also:

     Legt von Euch ab den alten Menschen!...

     So ahmt nun Gott nach als geliebte Kinder und wandelt

     in seiner Liebe.
Denn erfüllt und angezogen mit seiner Liebe, sollte und dürfte uns das möglich sein.



Zwischenmusik


Fürbitte
Gott! Als von Dir Geliebte
können und wollen wir Deine Liebe weitergeben.
Darum bitten wir Dich:
   Für alle Menschen weltweit,
   die wegen Covid 19 oder wegen anderer Krankheiten
   in Angst und Sorge leben:
   Hilf, dass sie die Hilfe erfahren,
   die sie nötig haben!
   Stell ihnen Menschen zur Seite,
   die sich liebevoll um sie kümmern und für sie sorgen!
Gott! Als von Dir Geliebte
können und wollen wir Deine Liebe weitergeben.
Darum bitten wir Dich:
   Für alle Regierenden,
   die sich den verschiedensten Krisen mit Weitsicht zu stellen haben:
   Schenk ihnen Geist von Deinem Geist,
   damit sie das Richtige beraten und entscheiden!
   Öffne ihre Herzen dafür,
   dass sie auf andere auch mit Augen der Liebe sehen!
Gott! Als von Dir Geliebte
können und wollen wir Deine Liebe weitergeben.
Darum bitten wir Dich:
   Für Deine Kirchen und Gemeinden,
   die Du in diese Welt stellst,
   Dein Wort zu sagen und Deine Liebe zu verbreiten:
   Öffne uns Augen, Ohren und Herzen,
   damit wir die sehen, die gerade unserer Liebe bedürfen!
   Und öffne uns auch Mund und Hand,
   um Dein Wort in unserer Welt lebendig werden zu lassen!
Gott! Als von Dir Geliebte
können und wollen wir Deine Liebe weitergeben.
Darum bitten wir Dich:
   Für all die Familien,
   denen ein entspannter Urlaub wieder verwehrt ist:
   Schenk Ihnen trotz allem ein entspanntes freudiges Miteinander!


UNSER VATER im Himmel.
Geheiligt werde Dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn Dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit,
Amen.


Segen
Wenn die Last eines Tages zu schwer erscheint,
wenn die Nacht Dich bedrängt:
Gottes Nähe umhülle Dich!
Gottes Zärtlichkeit heile Dich!
Gottes Freude durchstrahle Dich!
   Der HERR segne uns und behüte uns;
   der HERR lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig;
   der HERR erhebe sein Angesicht über uns und gebe uns Frieden.
   Amen

 

Nachspiel


Die Kollekten an diesem Sonntag sind bestimmt:
Für den Freiwilligendienst von Aktion Sühnezeichen. Seit 1958 setzen sich hier junge Menschen mit ihrer Arbeit für Frieden und Verständigung ein.
Für ein Bibelprojekt in Ghana. Mithilfe eines Theaterprojektes werden Schüler*innen biblische Geschichte nahe gebracht.

 

Außerdem: Herzliche Einladung zu den Gottesdiensten

am Sonntag dem 25. Oktober um 9.30 Uhr in der Lichtenplatzer Kapelle und
um 11.00 Uhr im Gemeindezentrum Petruskirche, beide mit Pfr. Michael Seim


Wer weitere Informationen benötigt, wende sich bitte wieder an.
Pfr. Michael Seim, Tel.: 55 97 17 oder Email: michael.seim@ekir.de
Wir wünschen Ihnen alles Gute und: Bleiben Sie behütet und gesund


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