Gottesdienst vom 11.10.2020 – 18. Sonntag nach Trinitatis

 

 

 

Weil Gott aus seiner übergroßen Liebe heraus diese Welt und auch uns geschaffen hat, darum sind wir dazu aufgerufen, einander zu lieben und feiern so diesen Gottesdienst im Namen des dreieinen Gottes,des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

 

 

Unser Anfang und unsere Hilfe stehen im Namen des Herrn,

 der Himmel und Erde gemacht hat,

 der Bund und Treue hält ewiglich

 und nicht loslässt das Werk seiner Hände.

 

 

 

Herzlich willkommen zu dem heutigen Gottesdienst!

 

Schön, dass wir unter Gottes Namen zusammen kommen und den Tag gemeinsam beginnen werden.

 

Die Liebe ist uns von Gott geschenkt und zu Lieben ist uns aufgetragen. Manchmal fällt uns das leicht, und dann ist es wunderbar. Manchmal kommen wir aber mit unserer Liebe auch an Grenzen. Doch der Autor des 1. Johannesbriefes schreibt seiner Gemeinde:

 Dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt,

dass der auch seinen Bruder lieb

1. Joh 4,21

 

So wünsche ich uns einen gesegneten Gottesdienst.

 

LIED                    264,1-3 (ZwHuE)                  Liebe ist nicht nur ein Wort

 https://www.youtube.com/watch?v=dH1W3m7mkI8

 

 

 

PSALM               1

 

Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen

 noch tritt auf den Weg der Sünder

 noch sitzt wo die Spötter sitzen,

sondern hat Lust am Gesetz des Herrn

 und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht!

 Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen,

 der seine Frucht bringt zu seiner Zeit,

 und seine Blätter verwelken nicht.

 Und was er macht, das gerät wohl.

 Aber so sind die Gerechten nicht,

 sondern wie Spreu, die der Wind verstreut.

 Darum bestehen die Gottlosen nicht im Gericht

 noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten.

 Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten,

 aber der Gottlosen Weg vergeht.

 Ehr sei dem Vater und dem Sohn,

 dem Heilgen Geist in einem Thron;

 der Heiligen Dreieinigkeit

 sei Lob und Preis in Ewigkeit.

 Amen.

 

 

 

Eingangsgebet

 

Gott,

 eine Woche voller Ereignisse liegt hinter uns.

 Die Coronainfektionen steigen weltweit wieder an,

 auch hier bei uns in Wuppertal.

 Wir machen uns Sorgen, stellen uns Fragen:

 Wie soll das weiter gehen?

 Wird das soziale Leben wieder zum Erliegen kommen?

 Was wird deine Antwort auf diese Pandemie sein?

 Viele Fragen schwirren uns durch den Kopf und wühlen uns auf.

 Und dann sind da noch die ganz persönlichen Dinge, die uns begleiten.

 Herr, wir wollen nun in der Stille dies alles vor dich bringen.

 Herr, erhöre unsere Gebete und lass uns ruhig werden in dir.

 

(Stille)

 
Himmlischer Vater,

du hörst unsere Gebete,

unsere unseren Dank, unsere Bitten unser Schreien.

Du bist uns nahe.

Wir danken dir dafür.

Sei du uns auch jetzt nahe.

Lass uns deine berende Liebe spüren

und unser Herz erfüllen,

dass wir nicht verzweifeln,

sondern auch unseren Nächsten deine Liebe weitergeben können.

Amen.

 

 

Lesung            Mk 10,17- 27

 

Und als er hinausging auf den Weg,

lief einer herbei, kniete vor ihm nieder und fragte ihn:

Guter Meister, was soll ich tun, damit ich das ewige Leben ererbe?

Aber Jesus sprach zu ihm:

Was nennst du mich gut? Niemand ist gut als der eine Gott.

Du kennst die Gebote:

»Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen;

du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis reden;

du sollst niemanden berauben;

du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.«

Er aber sprach zu ihm:

Meister, das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf.

Und Jesus sah ihn an und gewann ihn lieb und sprach zu ihm:

Eines fehlt dir.

Geh hin, verkaufe alles, was du hast, und gib’s den Armen,

so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm, folge mir nach!

Er aber wurde betrübt über das Wort und ging traurig davon;

denn er hatte viele Güter.

 

Und Jesus sah um sich und sprach zu seinen Jüngern:

Wie schwer werden die Reichen in das Reich Gottes kommen!

Die Jünger aber entsetzten sich über seine Worte.

Aber Jesus antwortete wiederum und sprach zu ihnen:

Liebe Kinder, wie schwer ist’s, ins Reich Gottes zu kommen!

Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme.

Sie entsetzten sich aber noch viel mehr und sprachen untereinander:

Wer kann dann selig werden?

Jesus sah sie an und sprach:

Bei den Menschen ist’s unmöglich,

aber nicht bei Gott; denn alle Dinge sind möglich bei Gott.

 

 

 

Lied                    282 (ZwHuE)               Dein Reich komme

https://www.youtube.com/watch?v=bAxuUqU0DME

 

 

 Predigt  5. Mose 30,11-14

 

11     Denn das Gebot, das ich dir heute gebiete, ist dir nicht zu hoch und nicht zu fern.

12     Es ist nicht im Himmel, dass du sagen müsstest: Wer will für uns in den Himmel fahren und es uns holen, dass wir's hören und tun?

13     Es ist auch nicht jenseits des Meeres, dass du sagen müsstest: Wer will für uns über das Meer fahren und es uns holen, dass wir's hören und tun?

14     Denn es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust.

 

Gottes Gebote sind naheliegend, leicht und verständlich. Eigentlich ist es doch ganz einfach, nach Gottes Willen zu leben. Oder nicht?

Mose zumindest ist dieser Meinung. Und wohl gemerkt, Mose bezieht sich hier nicht nur auf die 10 Gebote, die für uns Christen ja eine hohe Relevanz haben. Nein, Mose bezieht sich auf die gesamte Tora, also alle 613 Lebensregel, die für einen gläubigen Juden Gültigkeit haben.

Mose müsste es eigentlich besser wissen. Er hat doch selber immer wieder miterlebt, wie schwierig es dem Volk gefallen ist, sich an Gottes Gebote zu halten. Fast 40 Jahre lebt das Volk nun schon nach diesen Geboten (oder auch nicht). Und noch immer muss Mose das Volk zurechtweisen, an die Gebote erinnern.

So einfach scheint es also doch nicht zu sein, nach Gottes Willen zu leben.

Auch andere Bibeltexte weisen darauf hin, wie z.B. der soeben gehörte Lesungstext aus dem Markusevangelium. Der dort vorkommende reiche Jüngling hielt sich zwar an die 10 Gebote, aber im Letzten konnte er doch nicht ganz nach Gottes Willen leben. Seinen Reichtum aufgeben und Jesus nachfolgen das war ein Schritt, der für ihn zu groß war.

Auch wenn wir die Gebote Gottes so auslegen, wie es Jesus in der Bergpredigt tut – wo das Gebot „Du sollst nicht töten“ schon dort beginnt, wo man schlecht über einen anderen Menschen denkt – da wird die Einhaltung der Gebote zu einem kaum erreichbaren Ziel.

Gefangen, hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, nach Gottes Willen zu leben und dem Unvermögen, so ergeht es uns wohl auch oft. So wie es

eben dem reichen Jüngling ergeht. Und so scheint es auch dem Mann in dem Musikvideo zu dem Song „In the sun“ von Joseph Arthur zu gehen:

 

https://www.youtube.com/watch?v=Sx3fBN_FyiA

 

Der Mann steht in der Sonne, vielleicht auf der Sonnenseite des Lebens. Trotzdem verspürt er eine Leere. Er fragt sich, was schief gelaufen ist, hadert mit sich und seinem Leben, seinem Glauben? Er ist auf der Suche nach etwas, an das er glauben kann.

 

Als diese Liedzeile gesungen wird, beginnt der Mann in einem Buch zu lesen, es regelrecht zu verschlingen. Ist es die Bibel?

 


„May Gods Love be with you, always” – “Gottes Liebe möge dich begleiten, immer” klingt es immer wieder. Ein Zuspruch, der ihn auf seinem Weg durch das Video begleitet. Ein Zuspruch der nach dem Lesen der ersten Worte in dem Buch ertönt.

 

Der Mann macht sich auf den Weg, durchgehend vertieft in das Buch. Und während er sich auf den Weg macht wachsen ihm Flügel. Erst sind sie noch ganz klein. Doch mit der Zeit werden sie immer größer. Der Weg ein Bild für seinen Glaubensweg, die Flügel ein Bild für seinen Glaubenswachstum, vielleicht auch für das Studium der Tora, der Gebote Gottes.


Der Mann denkt nach über Vergebung, über Selbsterkenntnis und seine eigene Veränderung daraufhin.

 

Ja, Selbsterkenntnis kann zu Veränderung führen. Wer bin ich eigentlich? Wer bin ich in Gottes Augen?

 

Wir sind von Gott geliebte Kinder. In Liebe und Gnade angenommen. Der Blick auf mich selber durch Gottes Brille kann zu innerem Frieden führen. In diesem Wissen können auch wir unsere Mitmenschen in Liebe annehmen.

 

Nächstenliebe wird möglich, Feindesliebe denkbar. Dann kann wahr werden, was Mose sagt: „Das Wort des Herrn, das Gesetz, ist ganz nah bei dir, in deinem Munde, in deinem Herzen, dass du es tust.“

 

Der Mann in dem Video aber bleibt hin- und hergerissen zwischen Wünschen und Erfahrungen, von Albträumen geplagt, aus denen es kein Erwachen gibt. Die Realität, in der wir leben kann eben auch voller Schrecken, voller Leid und Trauer sein. Aber auch in diesen Zeiten gilt der Wunsch und die Zusage: „May Gods Love be with you, always“.

 

Der Mann bleibt auf dem Weg. Und er stellt sich auch die Frage: „Was wäre denn, wenn ich meinen eigenen Weg gehe? Wie viel würde ich denn da von dir finden?"

Er scheint sich sicher zu sein, dass der von Gott geführte Weg der richtige ist. Und er geht weiter.

 


Doch dann holen ihn die Zweifel ein. „Ich weiß nicht mehr, wofür das alles?“, fragt er sich. Und die alten Wünsche kommen wieder hoch.

 

Urplötzlich fällt er in ein Loch und auf einmal sieht er aus, wie ein reicher Star, ohne Flügel, dafür nun mit goldenem Paillettenanzug. Er strahlt Erfolg aus. Aber im Hintergrund ist ein Totenschädel zu erkennen.

 

Ist der Fall ins Loch ein Absturz? Ein „Sündenfall“? Ein Schritt weg von Gott?

Der Totenschädel scheint dies anzudeuten.

Auch uns kann es schnell passieren, wieder in alte Muster zu verfallen, vom Weg des Glaubens abzukommen, nicht mehr Gottes Willen in unserem Leben zu leben.


Und hier sind wir wieder beim reichen Jüngling. Er kann sich nicht einlassen auf das Wagnis, das Jesus von ihm fordert. Der reiche Jüngling soll seinen ganzen Besitz, seine Sicherheit aufgeben, und sich ganz und gar auf Gott verlassen und so eine neue Sicherheit gewinnen.

 

Aber dieser Schritt ist zu groß, zu schwer für ihn.

 

Eigentlich ist es doch ganz einfach, nach Gottes Willen zu leben. Oder nicht?

 

Nein, das ist es nicht. Ich kann den reichen Jüngling verstehen. Wie schwer ist es doch greifbare Sicherheit gegen etwas unsichtbares, nicht greifbares einzutauschen. Das ist auch Jesus klar und er macht dies deutlich, als er sagt: „Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme.“

 

Doch der Mann in dem Video bleibt auch im Angesicht von Dunkelheit und Tod nicht alleine. Selbst Gefangen in seinen Sünden ist dort göttlicher Beistand. Ein Engel steht neben ihm, bereit ihn zu geleiten oder aufzufangen.

 

Und in der Geschichte des reichen Jünglings hören wir Jesu Worte: „Bei den Menschen ist’s unmöglich, aber nicht bei Gott; denn alle Dinge sind möglich bei Gott.“

 


Ja, es ich glaube für die meisten von uns ist es schwierig, nach Gottes Geboten zu leben. Jesus sagt sogar es ist unmöglich. Wir verfallen eben nur allzu leicht unseren menschlichen Bedürfnissen und Wünschen.

 

Aber Gott lässt uns nicht allein, er macht das unmögliche möglich. Trotz unseres Unvermögens können wir selig werden durch Gott. Und trotz unseres Unvermögens ist es recht, wenn Mose sagt: „Denn es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust.“

 

Denn das ist der Wunsch Gottes, auch wenn wir dabei immer wieder auf unsere eigenen Grenzen stoßen werden.

 

Aber Gott ist größer als diese Grenzen. Amen.

 

 

 

 

Musikmeditation 

 

 

 

 

Fürbitte

 

Gott, himmlischer Vater, du liebst uns,

lange bevor wir selbst lieben können.

Du schließt einen Bund mit uns,

damit wir deine Gebote halten,

damit wir dich von ganzem Herzen lieben

und unseren Nächsten wie uns selbst.

Wir bitten dich:

Lass uns deine Gebote neu hören

und in unserem Herzen Wurzeln schlagen,

damit wir achtsam werden auf die Menschen,

denen wir begegnen,

damit wir offene Augen haben

für die Not unseres Nächsten,

damit wir den Fremden unter uns achten

und den Rechtlosen stärken.

Wir bitten dich:

Lass uns richtig umgehen mit dieser wieder stärker werdenden Pandemie,

dass wir aufeinander Rücksicht nehmen

und füreinander da sind

und mit vereinten Kräften diese Krankheit bezwingen.

Lass uns unsere Hoffnung nicht verlieren

und stärke unsere Gemeinschaft.

         Wir bitten dich:

         Lass die Erkrankten Heilung erfahren.

         Behüte die Verstorbenen und lass sie deine Liebe spüren.

         Schenke den Trauernden Trost

         und erfülle ihr Herz mit Frieden.

Gott, wir dürfen dich Abba nennen, lieber Vater.

Und so beten wir nun voller Vertrauen gemeinsam:

 

 

 

 

Unser Vater im Himmel.

Geheiligt werde Dein Name.

 

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn Dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit,

Amen.

 

 

Segen

 

Geht in Frieden und glaubt fest,

dass Gott euch bei eurem Namen gerufen hat.

Geht in Frieden und entdeckt, wie schön es ist,

Gottes Liebe weiterzugeben.

Geht in Frieden, denn Gott ist bei euch

mit seinem Trost und mit seiner Liebe.

Gemeinsam bitten wir:

Der HERR segne uns und behüte uns;

der HERR lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig;

der HERR erhebe sein Angesicht über uns und gebe uns Frieden.

Amen

 

 

 

Bekanntmachungen

 

Heute sammeln wir zum einen für die Diakonie unserer Gemeinde und am Ausgang für den Neustart von Schulabbrechern in Wipperfürth.

 

 

Und nun: Herzliche Einladung zu den Gottesdiensten am Sonntag dem 18. Oktober um 9.30 h im Gemeindezentrum Petruskirche und um 11.00h in der Lichtenplatzer Kapelle dann wieder mit Pfarrer Michael Seim.

 

Wer weitere Informationen benötigt, wende sich bitte an:

 

Diakon Arne Würzbach, Tel.: 97 67 691 oder Email: arne.wuerzbach@ekir.de

 

 

 

 

Wir wünschen Ihnen alles Gute und: Bleiben Sie behütet und gesund!

 


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