Ev. Gemeinde Unterbarmen Süd,   Gottesdienst am Sonntag, den 4. Oktober 2020

Musik zum Eingang

 

Presbyter/in (Begrüßung)
Guten Morgen, liebe Gemeinde!


Ihnen und Euch allen ein herzliches Willkommen zu unserem heutigen
Gottesdienst hier (im GzP/ in der LiK).
Schön, dass Sie, trotz der immer noch bestehenden Hygienemaßnahmen den Weg zu uns gefunden haben.
Ein besonderer Gruß und Dank geht auch an Frau Beckmann,  die heute die Musik gestaltet.
Die Herbstzeit hat begonnen und mit ihr eine neue Phase der Corona-Pandemie.
Dass lässt uns nachdenklich werden und hoffen, dass die Menschen vernünftig bleiben und sich an die Regeln halten.
Doch wir wollen heute am Sonntag „Erntedank“ auch an das denken, was uns tagtäglich an Versorgung gewährt wird.
„Und nicht loslässt das Werk seiner Hände“,

das hat Gott uns - seiner Schöpfung - versprochen, und daran wollen wir trotz allem  festhalten, selbst wenn es uns Menschen nicht gelingt, sorgsam mit dieser Welt umzugehen und die Güter der Erde gerecht zu verteilen.

So heißt es im Psalm 145, Vers15:
„Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit.“


In Jesus Christus ist Gott selbst zu uns gekommen um unser Leben zu teilen.
Und so kommen wir heute zu ihm und feiern diesen Gottesdienst im
Namen Gottes: des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes.
 Amen

 

                           Unser Anfang und unsere Hilfe steht im Namen des Herrn

 

Gemeinde:       der Himmel und Erde gemacht hat.“

Presbyter/in:   der Bund und Treue hält ewiglich ...
Gemeinde:       und nicht losläßt das Werk seiner Hände.

Presbyter/in (Eingangslied, gesprochen)
Wir hören jetzt gesprochen das erste Lied      „Wir pflügen und wir streuen“
mit zwei Strophen und Refrain:

1) Wir pflügen, und wir streuen den Samen auf das Land,
doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand:
der tut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf
und träuft, wenn heim wir gehen,
Wuchs und Gedeihen drauf.

Refrain
Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn!

4) Er läßt die Sonn aufgehen, er stellt des Mondes Lauf;
er läßt die Winde wehen und tut den Himmel auf.
Er schenkt uns so viel Freude, er macht uns frisch und rot;
er gibt den Kühen Weide und unsern Kindern Brot.

Refrain
Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn!

Liturg/in
Die Gnade unseres Herr Jesus Christus und die Liebe Gottes und die
Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit Euch allen.

Gemeinde:  und auch mit Dir.

Liturg/in (Psalmlesung)
Wir wollen Verse aus Psalm 104 lesen und beten.
Ich bitte Sie dabei die eingerückten Verse zu lesen:

Herr, wie sind deine Werke so groß und viel!
Du hast sie alle weise geordnet,
und die Erde ist voll deiner Güter.
     Es warten alle auf dich,
     dass du ihnen Speise gebest zur rechten Zeit.
Wenn du ihnen gibst, so sammeln sie;
wenn du deine Hand auftust,
so werden sie mit Gutem gesättigt.
     Verbirgst du dein Angesicht, so erschrecken sie;
     Nimmst du weg ihren Odem,
     so vergehen sie und werden wieder zu Staub.
Du sendest aus deinen Odem,
so werden sie geschaffen,
und du machst neu die Gestalt der Erde.
     Die Herrlichkeit des Herrn bleibe ewiglich,
     der Herr freue sich seiner Werke!
Lobe den Herrn, meine Seele! Halleluja!
Ehr sei dem Vater und dem Sohn,
dem Heilgen Geist in einem Thron;
     der Heiligen Dreieinigkeit
     sei Lob und Preis in Ewigkeit.
Amen.

Liturg/in (Eingangsgebet)
Wir wollen beten:
„Lieber Gott, wir danken Dir dafür, dassDu immer bei uns bist,
auch wenn wir das nicht immerwahrnehmen und merken.  
Oft waren unsere Augen verschlossen und wir konnten dein
ver-borgenes Reich in der irdischen Welt nicht entdecken.
Du hast die Welt geschaffen mit Himmel und Erde,
mit Wasser und Land, du machst die Erde fruchtbar.
Doch uns Menschen ist es in der vergangenen Woche oft nicht
gelungen, verständig mit Deiner Schöpfung umzugehen.
Wir konnten nicht richtig teilen, was die Erde für uns hervor-
bringt.So waren unsere Augen ofzt verschlossen und wir konnten
Dein verborgenes Reich in der irdischen Welt nicht entdecken.
Herr, erbarme Dich.

Gemeinde   Herr, erbarme Dich.

Liturg/in      Christus, erbarme Dich.

Gemeinde  Christus, erbarme Dich.

Liturg/in     Herr, erbarme Dich.

Gemeinde  Christus, erbarme Dich über uns.  Amen.

“iturg/in (Gnadenzusage)
Gott hat sich unser erbarmt und er sagt uns dies in seinem Wort
(Jes 9,1/Lk 1,68):
Das Volk, dass im Finsteren wandelt, sieht ein grosses Licht,
und über denen, die da wohnen im finsteren Lande, scheint es hell.
Den Gott hat sein Volk besucht und erlöst.

Gemeinde    Ehre sei Gott in der Höhe, Frieden auf Erden, und den Menschen ein Wohlgefallen.  Amen.

Liturg/in (Inneres Sammeln)
Wir beten:

Viele Gedanken bewegen uns.Wir haben sie hier mit in de
Gottesdienst gebracht und dürfen sie vor Dich bringen. Wieder ist eine
Woche vorbei und die Erlebnisse der Woche hallen noch nach in uns.
So wie ich bin, bin ich heute hier in den Gottesdienst gekommen.
noch bewegt von den vielen Eindrücken, die mich in der vergangenen
Woche bewegt haben. Wir haben gehört, dass die Corona-Pandemie
in unserem Land und auch in Wuppertal wieder intensiver wird und wir
machen uns Sorgen, dass unser Leben wieder mehr eingeschränkt
werden könnte. Alles das und noch viel mehr haben wir heute und hier
mitgebracht. Doch wir wollen anhalten und eine Pause einlegen,
hier im Gottesdienst. Hilf uns, dass wir uns jetzt sammeln können.
Lass uns jetzt offen werden für Dich. Lass uns jetzt Dich erfahren in der
Musik und in den Worten, die wir hören und in den Liedern, die wir
singen.

Amen.

Presbyter/in (Schriftlesung)
Eine Lesung für den heutigen Sonntag steht im  5. Buch Mose, dem Deuteronomium.

Ich lese aus dem Kapitel acht die Verse sieben bis 18:

 

Dankbarkeit gegen den Herrn
7 Denn der HERR, dein Gott, führt dich in ein gutes Land,
ein Land, darin Bäche und Quellen sind und Wasser in der Tiefe,
die aus den Bergen und in den Auen fließen,
8 ein Land, darin Weizen, Gerste, Weinstöcke, Feigenbäume
und Granatäpfel wachsen, ein Land, darin es Ölbäume
und Honig gibt,
9 ein Land, wo du Brot genug zu essen hast, wo dir nichts
man-gelt, ein Land, in dessen Steinen Eisen ist, wo du Kupfererz
aus den Bergen haust.
10 Und wenn du gegessen hast und satt bist, sollst du den
HERRN, deinen Gott, loben für das gute Land, das er dir
gegeben hat.
11 So hüte dich nun davor, den HERRN, deinen Gott,
zu verges-sen, sodass du seine Gebote und seine Gesetze und
Rechte, die ich dir heute gebiete, nicht hältst.
12 Wenn du nun gegessen hast und satt bist und schöne
Häuser erbaust und darin wohnst
13 und deine Rinder und Schafe und Silber und Gold und alles,
was du hast, sich mehrt,
14 dann hüte dich, dass dein Herz sich nicht überhebt und du
den HERRN, deinen Gott, vergisst, der dich aus Ägyptenland
geführt hat, aus der Knechtschaft,
15und dich geleitet hat durch die große und furchtbare Wüste,
wo feurige Schlangen und Skor-pione und lauter Dürre und
kein Wasser war, und ließ dir Wasser aus dem harten Felsen
hervorgehen
16 und speiste dich mit Manna in der Wüste, von dem deine
Väter nichts gewusst haben, auf dass er dich demütigte und
ver-suchte, damit er dir hernach wohltäte.
17 Du könntest sonst sagen in deinem Herzen: Meine Kräfte
 und meiner Hände Stärke haben mir diesen Reichtum gewonnen.
18 Sondern gedenke an den HERRN, deinen Gott; denn er ist’s,
der dir Kräfte gibt, Reichtum zu gewinnen, auf dass er hielte
sei-nen Bund, den er deinen Vätern geschworen hat,
so wie es heute ist.
Hallelujah!

Gemeinde
Lobet den HERRN! Denn unsern Gott loben,
das ist ein köstlich Ding, ihn loben ist lieblich
und schön. Halleluja!

Presbyter/in (Glaubensbekenntnis)
Ich möchte Sie einladen, miteinander unseren Glauben
 zu beken-nen

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn
,unseren Herrn.Empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von derJungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt,gestorben und begraben.
Hinabgestiegen in das Reich des Todes.
Am drittenTage auferstanden von den Toten.
Aufgefahren in denHimmel.
Er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters.
Von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden
unddie Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist; die Heilige
ChristlicheKirche;
Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden
Auferstehung der Toten und das ewige Leben.
 Amen.

Von Musik begleitet meditieren wir nun vor der Predigt  über das nächste Lied
 „Vertraut den neuen Wegen“
mit drei Strophen.Lied EG 395, 1-3

Liturg/inPredigt zu Mk. 8, 1-9
Friede sei mit Euch von Gott, unserem Vater und Jesus
Christus, unserem Herrn.
Liebe Gemeinde,

„Zu Versorgen“ bedeutet „Sättigung und Zufriedenheit“ zu ermöglichen. Dieser Zusammenhang ist mir in den Sinn gekommen, als ich den heutigen Predigttext beim Evangelisten Markus gelesen hatte.

 

Da sitzen 4.000 Menschen, die Jesus hören wollen und das schon seit drei Tagen. Diese Menschen sind auch nicht mal eben vorbeigekommen. Sie sind von weit her angereist, um bei Jesus zu sein.

 

Übersetzt in unsere heutige Zeit würden 400.000 Menschen für drei Tage zusammenkommen. Sie würden aus der ganzen Welt mit Flugzeug, Bahn, Bus und Auto anreisen, vielleicht Einzelne, die in der Nähe wohnen mit dem Fahrrad oder sogar als Wanderung noch zu Fuß. Aber das wirklich nur in Einzelfällen.

 

Vergleichbar ist das heute am ehesten mit einem unserer Kirchentage.

Was ist das für ein Gewusel und Gewimmel in der Stadt, die den Kirchentag ausrichetet. Es wird eigens eine App für das Smartphone programmiert, um Informationen zu Veranstaltungen bereitzustellen. Ein ausgebauter Nahverkehr transportiert die Menschen von einem Veranstaltungsort zum nächsten.

 

Wir versorgen uns heute kurzfristig vor Ort, kaufen etwas im Lebensmittelladen oder gehen in ein Bistro, ein Eiscafe, in ein Restaurant oder kaufen eine Currywurst oder ein Döner am Wagen am Strassenrand.

Auf einem Kirchentag mittags etwas zu essen zu bekommen, das muss man selbst auch etwas organisieren. Trotzdem kann das Restaurant keinen Platz mehr frei haben oder die eine oder andere Ware ist an der einen oder anderen Stelle ausverkauft. Doch immer gibt es mit etwas Flexibilität die grundsätzliche Möglichkeit, in einer Großstadt etwas zu finden.

 

In unseren Breiten sind wir versorgt. Ich möchte behaupten, manchmal sogar überversorgt.

 

Was die Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln angeht, haben wir ordentlich was auf die Beine gestellt. Große Lebensmittelketten organisieren das für uns. Sie haben auf der einen Seite Verträge mit ganz verschiedenen Erzeugern von Lebensmittel. Sie werden beliefert mit verarbeiteten Lebensmitteln - Tiefkühlkost etwa oder auch frischgehaltenen Waren. Die Herausforderung ist es, solche frischen Waren über weite Strecken so zu transportieren, dass sie nicht verderben.

 

Doch trotz alledem, wenn wir morgens aufstehen, dann vertrauen wir darauf, dass wir in den Supermarkt gehen oder besser fahren können und dieser die Waren im Sortiment hat, die wir kaufen wollen.

 

Was die Versorgung mit Lebensmitteln des täglichen Bedarfs angeht, da vertraut der heutige Mensch oft nur auf den Menschen.

Am heutigen Sonntag steht im Kalender, das wir „Erntedank“ feiern, doch wir sind in unserem Lebensgefühl heute weit weg von dem Erlebnis, das es bedeutet, Lebensmittel zu ernten.

Auch können wir nicht wie gewohnt „Erndedank“ im Rahmen eines Familiengottesdienstes feiern.

Ich habe daher einen Vorschlag. Ich möchte Sie einladen, immer wenn Sie eine Lebensmittelabteilung mit frischen Gemüse oder frischen Obst betreten, dann schicken Sie - in Gedanken für sich - ein kurzes Dankgebet los. Immerhin sind Obst und Gemüse und auch wir Menschen Teil derselben Schöpfung Gottes.

 

Wir produzieren zwar fleißig und manchmal zu fleißig, doch wir bewegen uns immer innerhalb der Schöpfung.

 

Vielleicht ist es hilfreich für uns, dieser Schöpfung über das kleine Dankgebet wieder ein bisschen näher zu kommen.

 

Die Menschen damals - es heißt, es waren 4.000 - die haben sich um ihre Versorgung keine lauten Gedanken gemacht. Drei Tage haben sie sich bei Jesus aufgehalten, dabei ihre Vorräte verbraucht und alles, ohne das es Restaurants, Kneipen oder die Würstchenbude an der Ecke gab.

 

Die Jünger haben das schon richtig beobachtet, wenn sie im Text fragen: “Woher nehmen wir Brot hier in der Einöde?“

Jesus hat sie zu einer Lagebesprechnung gerufen. Die läuft ganz nüchtern ab. Es geht tatsächlich um Versorgung. Jesus ist es aufgefallen, das die vielen Menschen, die zu ihm gekommen sind, ganz praktisch einfach Hunger haben und mit Nahrung versorgt werden müssen.

Nahrung zu haben, sich mit Nahrung versorgen zu können, das ist ein menschliches Grundbedürfnis. Gute Gespräche mit Anderen, gute Gedanken zu haben, alles das muss warten, wenn wir Hunger haben. Etwas zu essen zu bekommen, dass geht vor.

Vielleicht schauen wir den Jüngern in diesem Meeting mal über die Schulter. Wahrscheinlich würden wir ihnen zustimmen bei der Antwort: “Woher nehmen wir Brot hier in der Einöde?“ Und auch für uns würden wir denken: „Also mit den sieben Broten werden wir nicht weit kommen.“

Doch Jesus organisiert das. Alle sollen sich hinsetzen und die Menschen bei Jesus merken, da wird gleich etwas passieren.

Wie ein Hausvater in der damaligen Zeit nimmt Jesus die sieben Brote, dankt Gott für die Gaben, bricht das Brot und lässt dieses Brot, über das der Dank gesprochen wurde, von seinen Jüngern austeilen und es reicht für alle.

 

Genauso macht Jesus es mit den noch vorhandenen Fischen. Er segnet sie und läßt die Jünger austeilen und es reicht für alle.

Alle wurden satt und es blieben sogar noch sieben Körbe Brot übrig und dann durften alle nach Hause gehen.

 

Dieser ruhige und unspektakuläre Ablauf, der hat etwas von Alltag.

 

Es war kein großes Festmahl, das aufgetischt wurde. Zum Ende der Veranstaltung wurde nicht gefeiert und alle konnten soviel Essen, wie sie wollten.

 

Jeder hat tatsächlich soviel gegessen, wie er wollte, denn es ist noch Brot übrig geblieben. Doch als die Menschen satt waren, haben sie aufgehört zu essen.

 

Jesus hat sie mit dem Dank für das Brot und dem Segen über den Fischen gesättigt.

 

Satt und zufrieden - um dieses Gefühl unmittelbar nacherleben zu können, müssen wir in der Lebensgeschichte eines Menschen weit zurückgehen.

 

Satt und zufrieden - das sind Säuglinge, die von der Mutter versorgt wurden und jetzt im warmen Bett schlafen dürfen.

 

Satt und zufrieden sind Säuglinge, die von ihrer Mutter ausreichend Nahrung und ausreichend Zuwendung erhalten. Es geht also um die körperliche und die seelische Versorgung des Menschen.

 

Doch wenn der Mensch wächst und älter wird, dann wird das komplizierter mit Nahrung und Zuwendung. Die Bedürfnisse wachsen und verändern sich.

 

Wir wollen andere Dinge essen und haben Beziehungen zu verschiedenen Menschen.

 

In unseren Breiten ist die Nahrungsversorgung nicht so das Problem.

Die Statistik zeigt, dass etwa eine Million Menschen auf der Erde verhungern. Das ist schlimm. Doch gleichzeitig sterben etwa drei Millionen Menschen an den Folgen von zuviel Essen.

Wir können schneller sagen, wir sind satt, doch wann sagen wir damit zugleich, das wir auch zufrieden sind? Zufriedene Menschen sind in unserer heutigen Zeit ein Problem, ihre Bedürfnisse sind erfüllt. Zufriedene Menschen sind schlechte Konsumenten und das gefällt der Wirtschaft nicht.

Manchmal sieht es so aus, als wäre vor allem der Konsum der heutige Ersatz für Zuwendung.

Manchmal sieht es auch so aus, dass wir allein in der Versorgung unserer Körper immer mehr Fortschritte machen, in der medizinischen Versorgung etwa.

 

Parallel zu diesem Fortschritt tritt aber die Zuwendung für die Menschen immer weiter in den Hintergrund.

Modern ausgestattete Krankenhäuser sind Ort, in denen medizinische Höchstleistungen erbracht werden.

Viele Menschen haben COVID-19 körperlich nur überlebt, weil sie mit Technik und Know-How beatmet werden konnten.

Doch in den betriebswirtschaftlichen Modellen, mit denen solche Krankenhäuser oft geführt werden, da kommen pflegende Kräfte immer weniger vor. Sie kosten Geld und schmälern den Gewinn, den ein Krankenhaus erwirtschaften soll, denn Eigentümer sind Investoren, die Rendite erhalten wollen.

Doch ganz unabhängig, ob es sich um besonderer Orte, wie Krankenhäuser oder Altenwohnstätten oder um den sogenannten Alltag handelt, manchmal sieht es so aus, als würde in unserer heutigen Zeit der einzelne Mensch immer mehr vereinsamen.

Kaum etwas haben die Menschen als schmerzlicher empfunden, als die soziale Isolation im COVID-19 - Lockdown oder die jetzt wieder einsetzenden Begrenzungen für die Treffen von vielen Menschen an einem Ort.

Doch auch ohne diese notwendigen und hoffentlich zeitlich befristeten Einschränkungen, gibt es in unserer Gesellschaft immer mehr Einzelhaushalte oder Haushalte mit nur wenigen Menschen. Mit wem sollen sich diese Menschen im Alltag unterhalten?

Soziale Zuwendung zu erhalten ist für den Menschen (über-)lebenswichtig und sollte in gesunder Form für uns alle tatsächlich alltäglich sein.

Was das bedeutet, alltäglich zu sein, dass hat uns Jesus in der heutigen Predigtgeschichte vorgemacht. Er läßt alle Menschen sich einfach hinsetzen. Da wo sie gerade sind, setzen sie sich auf den Boden. Niemand muss irgendwelche Vorbedingungen erfüllen. Alle werden gleichermaßen berücksichtigt. Und wenn es in der Geschichte heisst, es waren 4.000 Menschen vor Ort, dann steht das symbolisch für alle Menschen der damali-gen Welt, den sie kamen aus allen vier Himmelsrichtungen, also von überall zu diesem Ort.

So ist es auch leicht, sich vorzustellen, dass auch wir in Gedanken dort sitzen, denn egal ob Vergangenheit oder Gegenwart, auch wir gehören immer noch zu „alle Menschen“.

Wir können in Gedanken auch miterleben, dass die Menschen in der Reihe vor uns, dann wir und auch alle Menschen in der Reihe nach uns, alle etwas von Brot und Fisch zu essen bekommen. Es reicht für alle.

Nur weil Jesus über dem gebrochenen Brot den Dank ausgesprochen hat und nur weil er die Fische gesegnet hat.

Es hat kein großes Fest zum Abschluss der Veranstaltung gegeben. Kein großes Gelage, bei dem man ißt, solange es geht.

Die Jünger haben die Gaben nach Anweisung einfach an alle verteilt. Was ist das für eine Fülle im Alltag. Alle sind satt geworden und nicht nur das, alle sind auch zufrieden.

Es ist nicht nur so, dass Jesus die Versorgung des Körpers mit Brot und Fisch sicherstellt. Es ist mehr. Es ist die Beziehung, die Jesus zu den Menschen hat. Er sagt das am Anfang des Textes mit einfachen Worten: „Mich jammert das Volk.“

Das bedeutet, ich mache mir Sorgen um sie. Nicht weil die Menschen in ihrer Welt und auch heute in der Arbeitswelt funktionieren müssen. Nein, „ich mache mir Sorgen um sie.“, bedeutet, ich mag die Menschen, ganz persönlich, jede Einzelne und jeden Einzelnen von uns Menschen, damals wie heute. Ich liebe sie sogar.

Das eine ist genauso wichtig, wie das andere. Eine Mutter wendet sich ihrem Kind liebevoll zu und versorgt es mit Essen, so dass es satt und zufrieden ist. Jesus wendet sich in seiner liebevollen Fülle mit Dank und Segen den Menschen zu und auch sie gehen satt und zufrieden ihrer Wege. Wir heute sind eingeladen, uns davon berühren zu lassen. Dies ist auch Chance und Herausforderung für Kirche - für Gemeinde in der heutigen Zeit. Für das leibliche Wohl ist gesorgt - nicht zuletzt durch gemeinnützige Tafeln.

Doch in der Beziehung der Pfarrerinnen und Pfarrer und aller ehrenamtlich Aktiven - in der Beziehung dieser Menschen zu den Gemeindegliedern - kann sich dieses „Sorgen um“, dass Jesus uns zeigt, widerspiegeln.

Das erfordert sicherlich eine Annäherung an die Menschen in angemessener Form, man kann den Menschen nur Angebote machen, über solche Angebote sollte mehr nachgedacht werden.

Doch wenn man, modern gesagt, die Kernkompetenz der Kirchen und Gemeinden beschreiben möchte, dann finde ich, sollte man an dieser Stelle suchen.

Jesus hat uns vorgemacht, wie es geht, alltagstauglich eine liebevoll sorgende Beziehung zu den Menschen zu haben und sie gleichzeitig satt und zufrieden zu machen.

Wir alle, nicht nur Kirchen und Gemeinde, wir sind eingeladen, uns einzulassen auf offene Begegnungen mit Menschen. Wir sind eingeladen uns von dere Fülle Jesu tragen zu lassen, satt und zufrieden werden zu können.

Dann haben wir auch die Kraft, etwas davon an unsere Mitmenschen weiterzugeben, so dass auch sie Sättigung und vor allem Zufriedenheit erleben können.

Vielleicht können auch wir, wie damals die Jünger, die Weisung von Jesus hören, von den Gaben , die er uns bereitet hat, einfach auszuteilen.

 

Denn der Friede Gottes, der höher ist als alle unsere menschliche Vernunft, der bewahre unsere Herzen

und Sinne in Christus Jesus, unserern Herrn. Amen.


Musikmeditation

Liturg/in (Abkündigungen)
Liebe Gemeinde, aus unserer Gemeinde ist verstorben und wurden
mit dem Bekenntnis zur Hoffnung auf die Auferstehung beerdigt:
Herr Fritz Bobka im Alter von 93 Jahren.
der HERR nehme ihn in Gnaden an.
Er tröste die Trauernden durch sein Evangelium.
Er lasse uns alle das Ziel unseres Lebens bedenken.
Leben wir, so leben wir dem HERRN.
Sterben wir, so sterben dem HERRN.
Darum, ob wir leben oder sterben, wir gehören dem HERRN.Amen.



Fürbitte, A Liturg/in, B Presbyter/in

A Wir wollen nun Fürbitte halten. (Handzeichen)
Wir bitten dich, barmherziger Gott, in diesen Tagen,
wo bald die Herbstferien beginnen, für uns alle,
die Urlaub brauchen oder herbeisehnen:

B Lehre uns die Zeit, die du uns schenkst, durch Aufatmen,
Ruhe und Muße zu füllen, an jedem Ort, in der Ferne
oder auch zuhause;

A Sei du vor allem bei denen, für die Urlaub und Erholung
Fremdworte bleiben, weil sie wieder um ihre Zukunft bangen
müssen, die von ihrer Hände Arbeit sich und andere zu
ernähren haben und sich keine Unterbrechung leisten
können ohne ihr Leben zu gefährden.

B Zum Erntedankfest bitten wir für alle, die in der
Landwirt-schaft tätig sind - in unserem Land und weltweit.
Du kennst ihre Mühe und Arbeit, ihre Sorgen und Ängste.
Du siehst auch ihren Fleiß und ihre Anstrengung,
gute Erträge aus Ackerbau und Viehzucht zu erzielen und
zugleich die Erde und Natur zu bewahren, von der wir alle
leben.

A Wir bitten Dich, hilf ihnen in unserem Land und weltweit
gegen Unrecht und Ausbeutung vorzugehen. Steh ihnen bei,
wenn sie sich wehren müssen, gegen die Gier der
Gewinnmaximierung und gegen unfairen Wettbewerb.
Stärke die weltweite Solidarität angesichts des Klimawandels,
der in allen Regionen neue Probleme schafft und die Ernte
verringert.

B Erinnere uns an Erntedank an die Freude über die
Schönheit der Natur und die Kostbarkeit von Wasser und
Nahrung. Schenke uns, dass wir dankbar sein können,
für das, was wir haben und lehre uns teilen mit denen,
die nichts ernten konnten, in Dürre und Flut, durch
Heuschreckenplagen und Gewalt, durch Krankheiten
und Seuchen

A Lass uns auch im Jahr der Corona-Pandemie würdevoll
Erntedank feiern in Deinem Namen:
Dankend und denkend, betend und handelnd.
In der Stille der kommenden Minute bringen wir vor dich,
was uns für andere Menschen und auch für uns
besonders bewegt.(Stille)

Du Gott kennst unsere Ängste.
Du weißt unseren Weg.
Du führst uns zum Ziel.
Gott, erhöre uns,
wenn wir jetzt gemeinsam beten:


Unser Vater im Himmel
geheiligt werde dein Name
dein Reich komme
dein Wille  geschehe
wie im Himmel so auf Erden
unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unserer Schuld
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern
und führe uns nicht in Versuchung
sondern erlöse uns von dem Bösen
den dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit
Amen.

Und nun geht in diesen Sonntag und die kommende Woche mit

Gottes Segen.
DER HERR SEGNE DICH UND BEHÜTE DICH
DER HERR LASSE SEIN ANGESICHT LEUCHTEN
ÜBER DIR UND SEI DIR GNÄDIG
DER HERR ERHEBE SEIN ANGESICHT AUF DICH
UND GEBE DIR FRIEDEN
Gemeinde „Amen.“



Presbyter/in (Mitteilungen)
Folgendes möchte ich Ihnen noch mitteilen:
Wir danken Ihnen für die Kollekten der Gottesdienste
am letzten Sonntag, den 27. September 2020.
Für die Wuppertaler Tafel kamen 121,50 €
und für das Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ 57,- € zusammen.
Gott segne Geber und Gaben und all das was  mit diesen Gaben geschieht!
Heute sammeln wir am Ausgang zum einen für den Unterbarmer Kinderteller und zum anderen
für Diakonische Projekte von Gemeinden und Werken im Rheinland.
Leitmotiv ist: „Du für den Nächsten“.
Das kann zum Beispiel bedeuten: Beschaffung von  Beschäftigungsprojekten für Jugendliche ohne
Schulabschluss oder auch sprachliche Hilfe im Umgang  mit Ärzten und Pflegern bei fehlenden Deutschkenntnissen.

Schließlich: Herzliche Einladung zu den Gottesdiensten
am Sonntag, dem 11. Oktober 2020
um 9.30 Uhr in der Lichtenplatzer Kapelle und
um 11.00 Uhr im Gemeindezentrum Petruskirche
mit  Diakon Arne Würzbach.

Wir hören noch die Musik zum Ausgang:
Musik zum Ausgang



























Download
201004_Godi - online-version.pdf
Adobe Acrobat Dokument 79.6 KB