Gottesdienst vom 27.09.2020 – 16. Sonntag nach Trinitatis

 

Gerade in schwierigen Zeiten ist es Gott, auf den wir hoffen – auf sein Wort und auf sein Wirken, und so kommen wir zu ihm und feiern diesen Gottesdienst im Namen des dreieinen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

Unser Anfang und unsere Hilfe stehen im Namen des Herrn,

der Himmel und Erde gemacht hat,

der Bund und Treue hält ewiglich

und nicht loslässt das Werk seiner Hände.

 

Liebe Leser*innen, liebe Gemeinde!

Ihnen und Euch allen ein Herzliches Willkommen zu diesem Gottesdienst.

Schön, dass Sie wieder den Weg zu uns gefunden haben. Gerade in diesen Zeiten tut es gut sich etwas Gutes sagen zu lassen. Entsprechend schreibt der Autor des 2. Timotheusbriefes an seine Gemeinde:

Christus Jesus hat dem Tode die Macht genommen

und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans

Licht gebracht durch das Evangelium.                                         2. Tim. 1,10 b

 

So wünsche ich uns einen gesegneten Gottesdienst.

 

LIED 438,1-3 (ZwHuE) Morgenlicht leuchtet

https://www.youtube.com/watch?v=KQyCZ5vPn_U

 

PSALM 68

 

Die Gerechten aber freuen sich

und sind fröhlich vor Gott

und freuen sich von Herzen.

   Singet Gott, lobsinget seinem Namen!

   Macht Bahn dem, der auf den Wolken einherfährt;

   er heißt HERR. Freuet euch vor ihm!

Ein Vater der Waisen und ein Helfer der Witwen

ist Gott in seiner heiligen Wohnung,

   ein Gott, der die Einsamen nach Hause bringt, 

   der die Gefangenen herausführt, dass es ihnen wohlgehe;

   aber die Abtrünnigen bleiben in dürrem Lande.

Gelobt sei der Herr täglich.

Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch.

Wir haben einen Gott, der da hilft,

und den Herrn der vom Tode errettet.

   Gebt Gott die Macht! Seine Herrlichkeit ist über Israel

   und seine Macht in den Wolken.

   Zu fürchten bist du, Gott, in deinem Heiligtum.

Er ist Israels Gott.

Er wird dem Volk Macht und Kraft geben.

Gelobt sei Gott!

   Ehr sei dem Vater und dem Sohn,

   dem Heilgen Geist in einem Thron;

der Heiligen Dreieinigkeit

sei Lob und Preis in Ewigkeit.

    Amen.

 

 

EINGANGSGEBET

Guter Gott,

wir sind hier mit allem, was zu uns gehört.

Wir nehmen uns in der Stille Zeit für das, was uns beschäftigt.

Vor dir hat alles seinen Raum: Licht und Schatten, Freude und Tränen,

Trauer, Schmerz und Glück, Achtsamkeit und Gleichgültigkeit.

Höre du unsere Gebete

(Stille)

Großer Gott,

du hörst unsere Gebete,

unseren Dank und unsere Bitten,

die Trauer und die Freud.

Du siehst unser Herz,

das Licht und die Schatten.

Doch wir können mit allem zu dir kommen.

Deine Gnade reicht soweit der Himmel ist,

denn du bist ein Gott, der uns nicht alleine lässt.

Du befreist und errettest.

Wir danken dir!

Schenke uns nun einen schönen Gottesdienst

und sei du mit deinem Segen mitten unter uns.

Amen.

 

LIED 263 (ZwHuE) Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht

https://www.youtube.com/watch?v=kV0Tc9PpjKs

 

PREDIGT 2. Tim 1,7-10

 

7  Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der    

    Liebe und der Besonnenheit.

8  Darum schäme dich nicht des Zeugnisses von unserm Herrn noch meiner, der ich sein

    Gefangener bin, sondern leide mit für das Evangelium in der Kraft Gottes.

9   Er hat uns selig gemacht und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unsern

    Werken,  sondern nach seinem Ratschluss und nach der Gnade, die uns gegeben ist in

    Christus Jesus vor der Zeit der Welt,

10 jetzt aber offenbart ist durch die Erscheinung unseres Heilands Christus Jesus, der

    dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans

    Licht gebracht hat durch das Evangelium.

 

Liebe Gemeinde,

 

Wir haben gerade eben gehört: Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht.

 

Diese Worte, die Paulus an seinen Glaubensbruder Timotheus schreibt, sind auch solche Worte Gottes, die Licht und Hoffnung bringen. Worte, die vielleicht auch uns Hoffnung und Kraft gegeben haben in den vergangenen Monaten. Denn ganz zu Beginn der Coronapandemie stand Vers 7 „Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit“ als Lehrtext über dem 10. März. Seitdem war er vielfach zu hören oder zu lesen – zumindest in kirchlichen Kreisen und auch mir hat er damals Mut gemacht.

 

Nun war Paulus damals nicht mit einer Pandemie konfrontiert, aber auch er war in einer gefährlichen und beängstigenden Situation. Ja, Paulus weiß wovon er spricht. Es ist nicht einfach nur ein daher gesagter Mutmachspruch von jemandem, der in Sicherheit ist. Paulus befindet sich während er den Brief verfasst in Rom in Gefangenschaft und sieht sein Ende nahen. Am Ende seiner Gefangenschaft, so vermutet man, wurde er sogar mit dem Schwert enthauptet.

 

Paulus erfährt Gefangenschaft und Fesseln leibhaftig und wortwörtlich. Aber es gibt auch viele andere Dinge, die uns lähmen können und uns wie gefangen nehmen können.

 

Mir kommt der schwedische Film „Wie im Himmel“ in den Sinn. Der Film erzählt die fiktive Geschichte von dem Stardirigenten Daniel, der nach einem Herzinfarkt in sein nordschwedisches Heimatdorf zurückkehrt, um dort ein ruhigeres Leben zu führen.

 

Bald nach seiner Ankunft übernimmt er die Leitung des Kirchenchores. Die Chormitglieder sind eine bunt zusammengesetzte Gruppe, die selber auch allerlei Probleme und Nöte mitbringen.

 

Die Chorarbeit ist anfangs schwer, doch mit der Zeit blühen die Chormitglieder immer mehr auf und wachsen als Gemeinschaft zusammen. Doch kurz vor einem großgeplanten Konzert eskaliert die Situation.

 

Gabriella, die hervorragende Solistin des Chors, wird von ihrem Mann Conny unter Gewalt bedroht, sie solle mit dem Singen aufhören. Wie gefesselt und gefangen ist Gabriella, nicht im Stande sich zu befreien. In der nächsten Chorprobe sagt Gabriella ihre Teilnahme ab. Das Konzert droht zu platzen.

 

Arne, ein anderes Chormitglied, bedrängt Gabriella, sie müsse singen, da sonst das Konzert ausfallen würde. Alle Tickets sind schon verkauft. Es wird laut diskutiert.

 

Da stellt sich Holmfrid auf Gabriellas Seite. Arne macht sich daraufhin über Holmfrid lustig, wie er es schon seit mehr als 30 Jahren macht. Schon in der Schulzeit wurde Holmfrid von Arne gehänselt. 30 Jahre Pisackereien, 30 Jahre immer drauf auf Holmfrid. Auch das kann lähmen, kann einen wie gefangen nehmen. Da platzt Holmfrid der Kragen. Es kommt zum Handgemenge und Holmfrid klagt Arne und alle anderen anwesenden Chormitglieder an, dass er schon seit der Schulzeit unter den Hänseleien Arnes leidet und alle anderen nur still zusehen.

 

Was dann passiert wollen wir nun hören und sehen:

https://www.youtube.com/watch?v=u2Vr1ODCUag

 

„Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht.“

 

Auch für Gabriella gilt das. Mutig stellt sich Gabriella vor die Gemeinde, auch vor ihren Ehemann Conny, der sie mit finsterer Miene anschaut, und sie singt mit fester Stimme von Vertrauen, Freiheit und Leben:

 

„Jetzt gehört mein Leben mir.

Mein Vertrauen liegt unter den Worten.

Es hat mir ein kleines Stück gezeigt,

vom Himmel, den ich noch nicht fand.

 

Ich will spüren, dass ich lebe,

jeden Tag den ich habe.

Ich will leben, wie ich es will.

Ich will spüren, dass ich lebe,

wissen, ich war gut genug.

 

Ich habe mein Selbst nie verloren.

Ich habe es nur schlummern lassen.

Ich will glücklich sein, dass ich bin,wie ich bin,

stark und frei sein, sehen,

wie die Nacht zum Tag wird.

Ich bin hier und mein Leben gehört nur mir.

Und der Himmel, den ich suchte,

den finde ich irgendwo.

Ich will spüren, dass ich mein Leben gelebt habe.“

 

Ja, viele Dinge können uns lähmen uns ängstigen, uns starr werden lassen, uns daran hindern unser Leben zu leben.

 

Dazu zählen natürlich auch Krankheit, Tod, Katastrophen und andere Schicksalsschläge. Paulus weiß, wovon er redet. Aber:

 

„Gott hat uns gegeben den Geist der Kraft, der Liebe und Besonnenheit. Er hat uns selig gemacht und berufen nach der Gnade. Unser Heiland Jesus Christus hat dem Tod die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht.“

 

Gott möchte uns nicht in dieser Situation, diesem Zustand zurücklassen.

 

„Wie im Himmel“, der Titel des Films drückt es bereits aus: Mit der Chorarbeit, die in dem schwedischen Dorf beginnt, beginnt ein Stück Himmel auf Erden. Die befreiende Kraft Gottes wird spürbar. Banden der Furcht und Unterdrückung zerreißen. Gabriella gewinnt die Kraft, sich gegen den Willen ihres Mannes durchzusetzen. Holmfrid gewinnt den Mut, gegen die Unterdrückung durch Arne das Wort zu erheben.

 

Sie erfahren Kraft durch die Gemeinschaft, durch das Selbstbewusstsein, dass ihnen in dieser Gemeinschaft und auch durch Gott geschenkt wird. Und sie gewinnen Freiheit und ihr Leben.

 

Gott möchte nicht, dass wir in der Furcht gefangen bleiben. Sondern mit Gottes Kraft können wir frei werden und selber Liebe weitergeben und Besonnenheit ausstrahlen, gegen alle sonstigen Unsicherheiten.

 

Manchmal erfahren wir Gottes Kraft, allein durch ein Bibelwort, wie z.B. dieses aus dem 2. Timotheusbrief.

 

Manchmal erfahren wir sie aber auch durch unsere Mitmenschen, durch die Gemeinschaft, in der wir leben und die uns von Gott geschenkt ist.

 

Und manchmal können wir sie direkt von Jesus erfahren, so wie es Paulus in seinem Leben geschehen ist.

 

Amen.

 

MUSIKMEDITATION Gabriellas Song

https://www.youtube.com/watch?v=u2Vr1ODCUag

 

FÜRBITTE

 

        Wir sind verbunden.

        Als Menschen mit Menschen.

        Als Glaubende miteinander.

        Als Glaubende und Menschen mit Dir.

Wir bringen Dir unsere Gedanken,

unser Danken und unser Sorgen.

Heute.

(Stille)

        Wir denken an alle,

        die wir lieben.

        Was tun sie gerade.

(Stille)

Wir denken an alle,

die in diesen Zeiten noch einsamer sind.

(Stille)

        Wir denken an alle Kranken.

        Und an alle Kranken in Krankenhäusern,

        die keinen Besuch haben können.

(Stille)

Wir denken an die Verstorbenen

und ihre Angehörigen.

(Stille)

        Wir denken an alle, die helfen.

        Sie setzen sich und ihre Kraft

        und ihre Gaben ein füreinander.

(Stille)

Gott.

Wir sind Deine Menschen.

Wir sind miteinander verbunden.

Atmen die Luft Deiner Schöpfung.

Beten zu Dir in allem, was ist.

Beten zu Dir mit den Worten,

die du uns gelehrt und in unser Herz gelegt hast.

Wir sprechen gemeinsam:1

 

UNSER VATER im Himmel.

Geheiligt werde Dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit, Amen.

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1 Vgl. https://www.michaeliskloster.de/damfiles/default/michaeliskloster2-0/aktuelles/2020/03-16-gottesdienstentwuerfe-fuer-zu-hause/gottesdienste-und-aktionen-draussen/Die-Seele-anders-zum-Klingen-bringen---beruehrende-Formen-von-Gottesdienst-drinnen-und-draussen-Stand-080520.pdf-b97175ff8e4d10c074e2c7fe27395474.pdf

 

SEGEN

Gott, Deinen Segen erbitten wir.

Der Herr mache hell unsere Tage.

Er lenke einen Sonnenstrahl in unser Herz,

wenn das Dunkel uns ängstigt.

Er lenke einen Sonnenstrahl in unsere Seele,

wenn die Nacht uns umfängt.

Überall und auf allen Wegen

möge uns sein strahlendes Licht führen und begleiten.

 

Gemeinsam sprechen wir:

        Der HERR segne uns und behüte uns;

        der HERR lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig;

        der HERR erhebe sein Angesicht über uns und gebe uns Frieden.

Amen

 

NACHSPIEL BEKANNTMACHUNGEN

Heute sammeln wir zum einen für die Wuppertaler Tafel und zum anderen für das Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“.

 

Herzliche Einladung zu den Gottesdiensten am Sonntag dem 4. Oktober

um 9.30 h im Gemeindezentrum Petruskirche und

um 11 h in der Lichtenplatzer Kapelle.

Sie merken die Zeit der Baustelle an der Lichtenplatzer Kapelle ist nun endlich vorüber; beide Gottesdienste mit unserem Prädikanten Herrn Gunnar Grams. Seien Sie uns auch dann herzlich willkommen.

Pfarrer Seim ist derzeit bis zum 11. Oktober in Urlaub.

 

Wer weitere Informationen benötigt, wende sich bitte an: Diakon Arne Würzbach, Tel.: 97 67 691 oder Email: arne.wuerzbach@ekir.de

 

Wir wünschen Ihnen alles Gute und: Bleiben Sie behütet und gesund!

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