© Hans-Jürgen Hiby, Kirchenportal (2004), Ev. Gemeinde Unterbarmen Süd; Foto: Helmut Felder, Wuppertal

 

 

Jochen Streiter

Zeit der Türen

Blickrichtung Weihnachten Nr.1

 

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch,

dass der König der Ehre einziehe. (Psalm 24,6)

 

Jesus sagt: „Ich bin die Tür.“ (Johannes 10,7)

 

Die Abbildung zeigt das hölzerne Portal der Lichtenplatzer Kapelle in Wuppertal. Der Bildhauer Hans-Jürgen Hiby hat es im Jahr 2004 geschaffen.

 

Advent und Weihnachten: eine Zeit der Türen. Erst die 24 Türchen auf dem Adventskalender, dann die Tür des Weihnachtszimmers. Schöne Überraschungen erwarten uns hinter diesen geheimnisvoll verschlossenen Türen.

 

Für viele Kinder verbindet sich mit der Weihnachtstür eine ungeheure Spannung. Aber ist der Weihnachtsbaum mit den leuchtenden Kerzen und den darunter liegenden Geschenken wirklich das „Weihnachtswunder“?

 

Vorfreude ist schön. Geschenke und harmonische Stimmung auch. Und wenn die Weihnachtsbescherung dazu verhilft, die Botschaft der Freude auszudrücken und zu begleiten, dann ist das gut. Die Frohe Botschaft selbst hat aber mit verschlossenen Türen nichts zu tun. Weihnachten steht doch dafür, dass Gott zu den Menschen kommt. Im Menschen Jesus von Nazareth. Eine neue Beziehung entsteht.

 

Jesus hat gesagt: “Ich bin die Tür, wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden.“. Das ist die Einladung zum Glauben, die Einladung zu gelingendem Leben. Die Verheißung von Vergebung und von Frieden.

 

„Ich bin die Tür“ - dabei hat Jesus bestimmt nicht an Türen gedacht, die ins Schloss gefallen sind. Er will ja gerade niemanden ausschließen, sondern er will alle einladen. Um das deutlich zu machen, dürfen wir seinen Satz aus der Bibel vielleicht um ein Wörtchen ergänzen und sagen: „Ich bin die geöffnete Tür“. Die Tür, die Gott für uns alle aufgemacht hat. Wer durch die Glaubenstür geht, wird sich verändern, der oder die wird im Leben viel Gutes bekommen und wird viel Gutes geben können.

 

Wie steht es mit unseren Türen? Zu einem Besuch, zu einer Begegnung gehören immer zwei. Einer, der sich auf den Weg macht, und eine, die dem Kommenden die Tür öffnet und ihn empfängt. Uns zu öffnen für Gott und seine Menschenliebe, das ist der Sinn der Adventszeit. Wenn wir unsere Herzenstür öffnen, dann geht auch die Tür zu anderen Menschen leichter auf.

 

Durch die Weihnachtstür gehen wir der Zukunft entgegen. Jesus ist gekommen und will immer wieder zu uns kommen. Seine Hände strecken sich uns entgegen.


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