Gottesdienst Ostersonntag 12.04.2020

 

Vorbereitet von Sarah Mathea und Hannah Stois,

 

Andacht von Pfr. Michael Seim

Begrüßung

 

An Karfreitag ist Jesus gekreuzigt worden. Er hat gelitten, er hatte Schmerzen, er ist gestorben. Es ist dunkel um ihn geworden.

 

Auch wir erleben in diesen Tagen, in diesen Wochen dunkle Stunden. Wir haben Angst, uns plagen große Sorgen, unser Herz ist schwer wie Stein.

 

Was mag kommen?

 

 

Doch wenn nicht am heutigen Ostersonntag, wann sonst sollten wir Christen hoffen können? Hoffen, dass es besser wird, hoffen, dass alles gut wird?

 

Jesus Christus ist auferstanden. Wer auf Gott vertraut, dem ist es sogar möglich, den Tod zu überwinden.

 

Liebe Gemeinde, wir feiern am Ostersonntag genau das: Jesu Auferstehung von den Toten, wir feiern das Leben. Obwohl das heutige Osterfest für uns alle sicherlich anders ist als sonst, sind wir doch mit diesem positiven Gedanken in der Gemeinschaft der Christen vereint. Und darum feiern wir diesen Gottesdienst im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

 

 

Eingangsgebet

 

Guter Gott!

 

Obwohl Ostern ein fröhliches Fest sein sollte,

 

kommen wir mit schweren Herzen zu dir.

 

Wir dürfen nicht raus.

 

Wir können unsere Lieben nicht sehen,

 

den Enkeln nicht beim Ostereier suchen zusehen,

 

die Urgroßeltern nicht im Pflegeheim besuchen.

 

Daher fällt es uns schwer,

 

uns auf einen fröhlichen Ostergottesdienst zu freuen.

 

Lass uns deshalb jetzt mit unseren Gedanken

 

an diesen besonderen Ostertag zur Ruhe kommen,

 

um uns auf das einzulassen,

 

was du uns mit der Ostergeschichte erzählen möchtest!

 

Amen.

 

 

 

Hinführung zum Anspiel

 

Jesu Leidensweg ist mit dem heutigen Osterfest beendet.

 

Wie lange wir aber noch unter dem Corona-Virus leiden werden, vermag leider keiner zu sagen. Der Weg wird ein langer sein, bis Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist.

 

Auch für die Freunde von Jesus war es erst einmal schrecklich, zu wissen, dass Jesus tot war. Sie weinten, sie waren verzweifelt und sehr traurig. Zwei Frauen machten sich dann aber auf den Weg zu Jesu Leichnam. Wir wollen nun hören und sehen, was diese beiden Frauen erlebt haben.

Liebe Gemeinde!

 

 Jesus lebt: Das ist die Botschaft des Ostermorgens,

 

und auf einmal bricht in das Dunkel der Grabeshöhle ein helles strahlendes Licht,

 auf einmal verwandeln sich Sorgen und Ängste in Hoffnungen und Zuversicht,

 und auf einmal wird aus dem Grabstein ein bunter Osterstein, weil Jesus lebt und die Erde erbebt.

 

So hat es jedenfalls Matthäus in seiner Ostergeschichte erzählt. Denn in der Tat kommt ja mit der Auferstehung Jesu alles ins Wanken. Durch die Auferweckung Jesu von den Toten ist diese Welt für uns Christen ja eine andere geworden. Ja, seit Jesu Auferstehung können und dürfen wir diese Welt in einem neuen Licht – in Gottes Licht stehen sehen. Dabei ist das gar nicht so einfach zu begreifen.

 

Aber auch der Tod Jesu war für seine Jünger und die beiden Marias nur schwer zu begreifen. Trauer und Sorge lastete wie ein dicker schwerer Stein auf ihren Herzen. Denn wenn einer von uns geht, dann fehlt er uns einfach. Dann gibt es einen Bruch in unserem Leben, denn wir können ihn eben nicht mehr erreichen.

 

Mit solch schweren Gedanken gingen die beiden Frauen am frühen noch dunklen Morgen zu Jesu Grab. Und ein Symbol für all das, was sie bewegte, kann der große Stein vor Jesu Grab sein. Er versperrt den Weg. Er lässt sich nicht leicht fortbewegen, zumindest nicht von ihnen. Und so macht er mit seinem ganzen Gewicht deutlich: Das letzte Wort, das hat der Tod. Darum trauern wir, wenn jemand von uns geht.

 

Doch an diesem Ostermorgen machten die beiden Marias eine ganz andere Erfahrung; eine Erfahrung die alles in Wanken bringt, was bis dahin noch galt: Der Stein war mit dem Erdbeben wie fortgeweht -  fortbewegt. Und die Soldaten der Staatsmacht lagen ohnmächtig hilflos am Boden. Denn: Der Tod hat eben doch nicht das letzte Wort.

 

Jesus ist auferstanden, wie er gesagt hat. Jesus hält Wort. Und in der Auferweckung Jesu wird so deutlich, wie sehr Gott selbst für das Leben einsteht.

 

Das kann für uns in diesen Tagen die Botschaft von Ostern sein:

 

Mitten in den Zeiten, in denen sich viele Menschen ängstigen und sorgen, dürfen wir hören und erfahren, das Gott in Jesus zu uns steht. Das ist die bleibende Botschaft vom Karfreitag.

 

Und mitten in diesen Zeiten, in denen uns noch vieles ungewiss ist, dürfen wir eben auch hören und erfahren, dass Gott sein Wort hält und für das Leben einsteht. Dem todbringenden Urteil der Menschen hat er sein lebendiges Wort entgegenzusetzen. Der Macht des Todes hat er alle Macht und Kraft genommen, und uns in Jesus Christus ein neues Leben verheißen. Denn: Jesus lebt.

 

Und darum haben einige Gemeindeglieder in den letzten Tagen Steine bemalt, um nicht dunkle Sorgensteine sondern bunte Ostersteine vor die Türen unserer Häuser zu legen. Wer einen in den letzten Tagen bemalt hat, darf sich in diesen Ostertagen einen anderen wieder mitnehmen, und damit deutlich machen: Gottes lebendige Kraft ist „#Stärker als der Tod“. Jesus lebt.

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gesegnetes zuversichtliches Osterfest. Denn:

 

Der Herr ist auferstanden,

 er ist wahrhaftig auferstanden,

 Halleluja!

 

 

 

 

 

Fürbitten

 

Lieber Gott!

 Wir bringen vor dich die Not der Menschheit.

 Wir klagen dir alles, was uns bedrängt und beschäftigt

 und bitten dich um deine Nähe in dieser schwierigen Zeit.

 

Wir spüren alle in diesen Tagen wie sehr wir auf unsere Mitmenschen angewiesen sind:

 Auf den Nachbarn, der mal auf ein Pläuschchen vorbeischaut,

 auf die Großeltern, die zur Entlastung mal zwei Stunden auf das Enkelkind aufpassen

 oder auf den guten Freund, der mit uns eine Runde Fußball spielt, wenn es gerade mal wieder Krach mit den Eltern gab.

 Wir alle brauchen jemanden

 und diese Personen fehlen gerade sehr.

 Wir bitten dich,

 lass uns trotz räumlicher Distanz als Gesellschaft zusammenwachsen und weiterhin füreinander da sein!

 

 Barmherziger Gott!

 Wir denken an alle Menschen,

 die besonders gefährdet sind und an alle Kranken.

 Lass sie schnell gesund werden, sei für sie da!

 Schenke Ärzten und Pflegekräften Kraft und Ausdauer, sich um die vielen Patienten kümmern zu können!

 Jeden Tag hören wir neue erschreckende Todeszahlen.

 Wir bitten dich für die Familien der Verstorbenen,

 die oft noch nicht einmal Abschied nehmen können:

 Sei bei ihnen in der schweren Zeit!

 Als Christen vertrauen wir in unserem Glauben darauf,

 dass die Verstorbenen jetzt bei dir sind.

 Wir bitten dich, lass sie bei dir ewigen Frieden finden!

 

Guter Gott!

 Trotz allem, was direkt um uns herum passiert,

 wollen wir gerade auch jetzt an die denken,

 die in den heutigen Tagen in Vergessenheit zu geraten drohen: immer noch herrschen Krieg und Hunger in einigen Gebieten dieser Welt,

 tausende Flüchtlinge hängen unter erbärmlichen Umständen zwischen der Türkei und Griechenland fest.

 Gerade die Armen und Schwachen leiden jetzt am meisten.

 Gib uns, denen es besser geht, die nötige Weitsicht,

 auch an diese Menschen zu denken und ihnen - soweit es in unserer Macht steht - zu helfen!

 

 Und alles, was uns sonst noch auf dem Herzen liegt,

 fassen wir in dem Gebet zusammen,

 das Jesus Christus uns gelehrt hat:

 

 Unser Vater im Himmel,

 geheiligt werde dein Name.

 Dein Reich komme.

 Dein Wille geschehe,

 wie im Himmel so auf Erden.

 Unser tägliches Brot gib uns heute.

 Und vergib uns unsere Schuld,

 wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

 Und führe uns nicht in Versuchung,

 sondern erlöse uns von dem Bösen.

 Denn dein ist das Reich und die Kraft

 und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

 Amen.

 

 

Segen

 Geht hin als die Gesegneten!

 Ihr seid die lebendigen Steine der Gemeinde,

 aus denen die Kirche erbaut ist.

 Geht hin als die Gesegneten!

 Ihr gründet auf Gott, dem Felsen,

 auf den ihr euch verlassen könnt.

 Geht hin als die Gesegneten!

 Euer Blick ist gerichtet auf Christus, den Eckstein,

 er gibt Euch das Maß des Lebens.


Kollekte:

 

In Zeiten der Coronakrise bitten wir Sie um eine Kollekte auf unser Konto. Jeden Sonntag sammeln wir in unseren Gottesdiensten im Klingelbeutel und am Ausgang für bestimmte Kollektenzwecke. Da dies im Augenblick so nicht möglich ist, wir aber trotzdem weiter unterstützen möchten, bitten wir Sie, uns Ihre Kollekte zu überweisen.

 

Die Kollekte heute ist bestimmt für:

 -        Hospiz am Dönberg

 -        Brot für die Welt

 

Bitte überweisen Sie an den 

 Ev. Kirchenkreis Wuppertal, IBAN DE50330500000000294645

 vermerken Sie bitte: "Onlinekollekte, UBA Süd" und geben Sie einen Zweck aus den oben genannten Kollektenzwecken oder "Spende an die Gemeinde" an.

 Ihr Überweisungsbeleg (bis 200€) gilt als Spendenbescheinigung. Herzlichen Dank. Ihr Presbyterium.

 

 Ich wünsche Ihnen allen eine gute und gesegnete Zeit.

 Wenn Sie Hilfe und Unterstützung brauchen, oder wenn Sie jemanden kennen, der auch diesen Andachtsservice nutzen möchte,  dann melden Sie sich ruhig bei mir,       

 

Ihr Pfarrer Seim. Tel 55 97 17