Auch im Bereich der Evangelischen Kirche gab und gibt es Vorfälle im Bereich sexualisierter Gewalt. Darum hat sich auch unsere Landeskirche ein entsprechendes Gesetz gegeben, mit dem die Kirchengemeinden aufgefordert sind, entsprechende Schutzkonzepte zu erstellen.


Schutzkonzept-der-Ev.-Gemeinde-Unterbarmen-Süd


1. Leitbild
Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Ev. Gemeinde Unterbarmen Süd wird in der Beziehung zwischen Menschen und Gott gestaltet. Sie ist von Respekt, Wertschätzung und Vertrauen geprägt. Die Persönlichkeit und Würde von Kindern und Jugendlichen wird geachtet, mit ihnen wird partnerschaftlich umgegangen, individuelle Grenzen werden respektiert.

Täterinnen und Täter müssen in der Gemeinde mit einem konseguenten Vorgehen rechnen. Auch bei grenzverletzendem Verhalten wird sofort gehandelt. Keine Form sexualisierter Gewalt in der Gemeinde wird geduldet. Den Persönlichkeitsrechten der Betroffenen und Verdächtigen ist Rechnung zu tragen. Ein respektvoller Umgang mit allen Betroffenen muss sichergestellt werden. Als Zeichen von Qualität und Offenheit hat die Evangelische Gemeinde Unterbarmen Süd ein Schutzkonzept gegen sexuelle Gewalt entwickelt:

- mit vorbeugenden Maßnahmen gegen Missbrauch in der Ev. Kirchengemeinde.

-zur Erkennung und zum Abbau von Risiken und

- um aktiv zum Schutz von Kindern und Jugendlichen beizutragen.

Insbesondere folgende Maßnahmen werden umgesetzt:

 

2. Verhaltenskodex
Mit der Unterzeichnung des Ehrenkodex der Gemeinde dokumentieren alle haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden die Achtung und Einhaltung der Regeln fur einen grenzachtenden Umgang mit Kindern und Jugendlichen.

 

3. Fortbildungen
Die haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden sind zur Teilnahme an einer lnformationsveranstaltung über das Basiswissen zu sexueller Gewalt verpflichtet. Die Teilnahme an weiterführenden Fortbildungsangeboten wird erwartet und ermöglicht.

 

4. Erweitertes Führungszeugnis
lm Einstellungsgespräch und in den Anlagen zum Arbeitsvertrag wird sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendlichen thematisiert. Haupt- und ehrenamtlich Tätige, die in besonderer Weise Kontakt zu Kindern und Jugendlichen haben, sind nach Maßgabe der Untervereinbarung zur Umsetzung des BKSG auf kommunaler Ebene - Ergänzungsvereinbarung zur Vorlage des erweiterten Führungszeugnisses gem. §30a Bundeszentralregistergesetz (BZRG) - vor Aufnahme der Arbeit und im vierjährigen Rhythmus verpflichtet, ein erweitertes Führungszeugnis vorzulegen. Möglicherwiese entstehende Kosten trägt die Gemeinde. Wer der ausstellenden Behörde die ehrenamtliche Tätigkeit nachweist, erhält das Zeugnis kostenfrei.

 

5. Information
Kinder und Jugendliche werden über ihr Recht auf Achtung der persönlichen Grenzen und Hilfe in Notlagen altersgemäß informiert. lm Rahmen von Elternabenden, bzw, Elternarbeit  und Elternbeteiligung sollen Mütter und Väter über Formen sexueller Gewalt, Strategien von Tätern und Täterinnen und Möglichkeiten der Prävention aufgeklärt werden. Diese Arbeit geschieht in Kooperation mit der Diakonie Wuppertal bzw. dem Kirchenkreis.

 

6. Ansprechpersonen
Die Gemeinde benennt Ansprechpersonen innerhalb und außerhalb der Gemeinde, an die sich Kinder, Eltern und Mitarbeitende im Fall einer Vermutung von sexueller Gewalt wenden können.

 

7. Notfallplan
Ein Handlungsleitfaden für die Krisenintervention (lnterventionskonzept), der sich an den spezifischen Bedingungen der Gemeinde orientiert, regelt verbindlich das Vorgehen in Fällen der Vermutung von sexueller Gewalt (RADAR). Das lnterventionskonzept ist allen Mitarbeitenden bekannt und wird von ihnen beachtet.

 

8. Kooperation
Die Gemeinde arbeitet bei Bedarf mit Beratungsstellen gegen sexuelle Gewalt zusammen.

Anhänge zum Download:
- A: Ehrenkodex
- B: RADAR/Handlungsleitfaden für die Krisenintervention
- C: Liste der Ansprechpartnerlnnen/Beratungsstellen


Anhänge:

 

A: Ehrenkodex


Evangelische Jugendarbeit wird in der Beziehung zwischen Menschen und zu Gott gestaltet. Unsere Arbeit mit Kindem und Jugendlichen ist von Respekt, Wertschätzung und Vertrauen geprägt. Wir achten die Persönlichkeit und Würde von Kindern und Jugendlichen, begegnen ihnen auf Augenhöhe und respektieren individuelle Grenzen. Als Mitarbeitende/r in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Evangelischen Gemeinde Unterbarmen Süd erkläre ich:

1. Ich verpflichte mich dazu beizutragen, Kinder und Jugendliche vor sexueller Gewalt zu schützen und toleriere keine Form von Gewalt.

2. ich verpflíchte mich mein Bestes zu tun, damit in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sexuelle Gewalt, Vernachlässigung und andere Formen der Gewalt verhindert werden.

3. Ich verpflichte mich dazu beizutragen, ein sicheres, förderliches und ermutigendes Umfeld für Kinder und Jugendliche zu schaffen und/oder zu wahren, in dem ihnen zugehört wird und sie als eigenständige Persönlichkeiten respektiert werden.

4. Ich verpflichte mich gegen sexistisches, diskriminierendes, rassistisches und gewalttätiges nonverbales und/oder verbales Verhalten aktiv Stellung zu beziehen.

5. Ich achte darauf, dass ich mich selbst nicht abwertend verhalte und Formen von Bedrohung, Diskriminierung und verbaler oder körperlicher Gewalt unterlasse.

6. Ich verpflichte mich »zu einem verantwortungsvollem Umgang mit Nähe und Distanz gegenüber Kindern und Jugendlichen.

7. Ich verpflichte mich, die individuellen Grenzen der Kinder und Jugendlichen zu respektieren und die Intimsphäre und persönliche Schamgrenze zu achten.

8. Ich bin mir meiner besonderen Verantwortung als Mitarbeiter/in bewusst und missbrauche meine Rolle nicht für sexuelle Kontakte zu mir anvertrauten jungen Menschen.

9. Ich wende mich bei Anzeichen von Grenzüberschreítungen durch Mitarbeitende und Teilnehmende in den Angeboten und Aktivitäten der Kinder und Jugendarbeit umgehend an die oder den benannte/n kompetente/n Ansprechpartner/in.

10. Ich nehme Teilnehmende bewusst wahr und achte dabei auch auf mögliche Anzeichen von Vernachlässigung und Gewalt. Wenn ich Formen von Vernachlässigung und Gewalt bei Kindern und Jugendlichen vermute, werde ich mich umgehend an die Maßnahme
und/oder an die oder den benannte/n kompetente/n Ansprechpartner/in.

 

 

 

B: RADAR – Handlungsleitfaden

Im Rahmen der Qualitätssicherung nach dem neuen Bundeskinderschutzgesetz ist es notwendig, in der evangelischen Kirchengemeinde Elberfeld-West im Rahmen des Krisenmanagement Krisenpläne zu verabschieden.

RADAR steht für:
Ruhe bewahren
Aufmerksam zuhören
Dokumentieren
Ansprechpartner(in) informieren
Regel
Das fasst die wichtigsten Handlungen im Krisenfall zusammen.


Krisenplan bei Verdacht oder Vorliegen eines sexuellen Missbrauchs  „keine Panik aber aufgeklärte Wachsamkeit.“


In jedem Fall
- Ruhe bewahren, nachdenken.
- Sofort und unmittelbar nach der Information bzw. nach Beobachtungen Aktennotizen / Gesprächsprotokolle anfertigen, möglichst in wörtlicher Rede (O-Ton), mit Datum, ggf. Uhrzeit, Unterschrift; genaueste Dokumentation ist notwendig.
- Kontaktaufnahme zu einer Vertrauensperson.


1. Krisenplan bei einem vermuteten Fall
Bewahre Ruhe
- Verständige auf keinen Fall sofort die Familie.
- Informiere auf keinen Fall den vermutlichen Täter oder die vermutliche Täterin.
- Kein gemeinsames Gespräch zwischen vermutlichem Opfer und vermutlicher Täterin oder vermutlichem Täter.
- Überlege, woher kommt die Vermutung.
- Führe ggf. ein Vermutungstagebuch (es hilft, die eigenen Gedanken und Beobachtungen strukturiert festzuhalten, bei Anzeigenerstattung ist es notwendig. Folgendes muss darin enthalten sein: genaue Beschreibung des Verhaltens der Beobachtung, die zur Vermutung führt; Datum, Uhrzeit, Unterschrift der beteiligten Mitarbeitenden.)
- Erkenne und benenne deine Gefühle.
- Nimm Kontakt mit der Vertrauensperson in deiner Kirchengemeinde auf.
- Biete dem Kind oder Jugendlichen ein Gespräch an. Akzeptiere, wenn es abgelehnt wird.
- Stimme das weitere Vorgehen mit den Betroffenen und der Vertrauensperson ab.
- Hol dir, unterstützt durch die Vertrauensperson, professionelle Hilfe.
- Erkenne und akzeptiere deine Grenzen und Möglichkeiten.


2. Krisenplan im Mitteilungsfall, wenn sich mir ein Missbrauchsopfer anvertraut
Bewahre Ruhe
- Den Kindern oder Jugendlichen zuhören, Glauben schenken, ihre Gefühle achten und ermutigen, mit dem was man sagt.
- Keine Fragen in Bezug auf den sexuellen Missbrauch an sich stellen.
- Handle nicht überstürzt und nichts versprechen, was anschließend nicht gehalten werdenkann!
- Verständige auf keinen Fall sofort die Familie.
- Informiere auf keinen Fall den vermutlichen Täter oder die vermutliche Täterin.
- Fälle keine Entscheidungen über den Kopf des Kindes oder Jugendlichen hinweg.
- Keine automatische Strafanzeige ohne die Zustimmung des/der Betroffenen.
- Nimm Kontakt mit der Vertrauensperson auf.
- Protokolliere Aussagen und Situationen.
- Verbindliche Absprachen mit Betroffenen und der Vertrauensperson über das weitere Vorgehen treffen und dafür Kontaktdaten erfragen.
- Der / dem Betroffenen mitteilen, dass man sie unterstützt durch die Vertrauensperson professionelle Hilfe bei Fachberatung Stellen suchen wird.


3. Krisenplan vermutete Täter- oder Täterinnenschaft
Bewahre Ruhe
- Überlege: Woher kommt mein Verdacht?
- Informiere auf keinen Fall vorzeitig Verdächtige.
- Kein gemeinsames Gespräch zwischen vermutlichem Opfer und vermutlichem Täter oder vermutlicher Täterin.
- Dokumentiere deine Vermutungen (siehe Vermutungstagebuch).
- Nimm Kontakt mit der Vertrauensperson auf.
- Lege gemeinsam mit der Vertrauensperson das weitere Vorgehen fest und suche professionelle Hilfe (z. B. Rechtslage, Beurlaubung, Strafanzeige usw.).
- Ziel muss es auf jeden Fall sein, die Übergriffe zu beenden, ohne in vorschnellen Aktionismus zu verfallen (z. B. verdächtige Person nicht mehr alleine mit Schutzbefohlenen lassen).
- Auch bei Beachtung des Täters oder der Täterin nicht die Kinder und Jugendlichen aus dem Blick verlieren.
- Schon im Vermutungsfall, in jedem Fall bei einer bewiesenen Vermutung, müssen die Verantwortlichen deutlich machen, dass sie auf der Seite des Opfers stehen und mit Konsequenzen gegenüber dem Täter / der Täterin reagieren.
- Es ist, schon der unterschiedlichen Rechtslage wegen, zu differenzieren, ob es bei der (verdächtigen) Person um eine/n  ehrenamtliche/n oder Hauptamtliche/n Mitarbeiter/in geht.
4. Akuter Vorfall
- Bei Kindeswohlgefährdung (Gefahr in Verzug): Jugendamt / Allg. Sozialdienst informieren.
- Akuter Vorfall, von körperlicher Gewalt / Vergewaltigung: ggf. Notarzt rufen, Polizei einSchalten, um Erstversorgung und Beweise zu sichern.

 

 

 

C: Ansprechpartner-Vertrauenspersonen-Hilfsangebote

Im Download unten finden Sie Adressen, Telefonnummern und Emailadressen und Internetlinks von Vertrauenspersonen und Ansprechpartnern

- unserer Gmeinde

- des ev. Kirchenkreises Wuppertal

- der Verwaltung der Landeskirche in Düsseldorf

- nichtkirchlicher Stellen in Wuppertal

- bundesweiter Organisationen

 

 

 

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Vertrauenspersonen u. Ansprechpartner.pd
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